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Reiseberichte 

 

Schottland 2019 - Schottenrock und Dudelsack ...

(Teil 5 - Edinburgh und Heimfahrt) 

 

Kuchl (A) - A8 (D) - A13 (L) - Brügge (B) - Dünkirchen (F) - Dover (GB) - Gretna Green (SCO)  - Caerlaverock Castle - Sweetheart Abbey - Glasgow - Stirling Castle - Doune Castle - Loch Lomond - Rest and Be Thankful - Invernaray - Glen Etive - Glen Coe - Harry-Potter-Bridge (Glenfinnan Viadukt) - Mallaig -Isleornsay - Fairy Pools - Talisker Distillery - Neist Point Lighthouse - Loch Mor - Duntulm Castle - Kilt Rock - Old Man of Storr - Sligachan Old Bridge - Eilean Donan Castle - Falls of Measach - Ullapool - Kyle of Durness - Nordküste - Harkilk (Highland Games) - Dunnet Head Lighthouse - John o' Groats - Dunrobin Castle - Chanonry Point - Loch Ness - Urquhart Castle - Dallas Dhu Distillery - Cullykhan Bay - Dunnottar Castle - Balmoral Castle - Pitlochry Faskally Forest - Blair Castle - Edradour Distillery - Loch Leven - Edinburgh - Rooslyn Chapel - Dirleton Castle - North Berwick -Tantallon Castle - Melrose Abbey - Canterbury (GB) - Dover - Dünkirchen (F) - Therme Erding (D) - Kuchl (A) 

 


 
19. Juli bis 6. August 2019  6346 km
    
 Übersicht  
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Die Anfahrt und der WestenIsle of Skye und der NordwestenDer NordostenDer OstenEdinburgh und Heimfahrt
(2631 km)(580 km)(448 km)(621 km)(2066 km)
     

5. Etappe - Edinburgh und Umgebung:

01.08. - 03.08.2019

Bilder: 5. Etappe

Loch Leven - Edinburgh - Rosslyn Chapel - Dirletton Castle - North Berwick - Tantallon Castle - Melrose Abbey - Grenze nach England ...   (367 km)

Schottland 2019 - 5. Etappe
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 14Do. 01.08.2019
Vormittag:
Leicht bewölkt
+ 23° C
Nachmittag:
Leicht bewölkt
+ 25° C
Reisezeit: 09:41 - 14:35 UhrLoch Leven - Edinburgh
Reisezeit: 4 Stunden 54 Minuten 4280 - 4411 km (131 km)



Wir verlassen Loch Leven und machen uns auf den Katzensprung in die Hauptstadt Edinburgh. Natürlich besichtigen wir dabei die berühmten Brücken über den Forth Firth und besonders die rote Eisenbahnbrücke aus dem Jahr 1890 ist erstaunlich ...

 Britannia Royal Yacht
GPS: N 55,98009°   W 3,18336°


Das Wetter hat sich heute wieder eingetrübt - gerade richtig für einen Museumsbesuch. Ein schwimmendes Museum: Die Britannia war die 83. königliche Yacht, wurde 1997 außer Dienst gestellt und wartet nun im Hafen von Leith (Edinburgh) auf uns. Aber vorher müssen wir mit unserem "Schiff" erst einmal einen Parkplatz finden, was auf Grund von Bauarbeiten gar nicht so einfach ist ...
Man betritt die Britannia durch ein großes Einkaufszentrum. Ausgestatte mit einem Audio-Guide stürmen wir den schwimmenden Palast und erkunden die fünf Decks - angefangen von den eleganten Prunkgemächern bis hin zum glänzenden Maschinenraum ...
 
 
 
 

Also den Besuch auf der Britannia können wir guten Gewissens empfehlen - uns hat es sehr gut gefallen. Anschließend fahren wir durch die Hauptstadt und wundern uns über die Menschenmassen, die wir im Zentrum sehen.
Auf der anderen Seite der Stadt checken wir am Nachmittag problemlos am Campingplatz Mortonhall ein.
Wir machen uns frisch und genießen die Vorteile eines Campingplatzes.

Für heute haben wir aber noch lange nicht genug. Wir ergattern im Camping-Kiosk eine Busticket, rubbeln uns den Tag frei und warten auf der richtigen Seite (Linksverkehr ...).

Danach geht es im Doppeldeckerbus Linie 11 durch die Vorstädte in ca. 30 Minuten ins Zentrum von Edinburgh.

Princess Street heißt unsere Ausstiegsstation und wir werfen uns ins Menschengetümmel ...

Wir haben die Ruhe (bis auf Loch Ness) in den letzten Tagen genossen - jetzt erschlagen uns fast die Menschenmassen in Edinburgh.

Schnell haben wir uns aber umgestellt, saugen das Großstadtflair ein und lassen uns treiben ...

... und dann stehen wir auf einmal an einer Straßenecke vor einem Geschäft mit dem kleinen Schild "The Royal Edinburgh Military Tattoo". Sonja hat es zufällige gesehen und wir schauen rein: Fragen kostet ja nichts ...
Zwischengeschichtl - Military Tattoo ...:
Ich glaube, für Interessierte - muss ich jetzt wieder einmal etwas Persönliches erklären:

Das eine große Hobby, das ich relativ intensiv betreibe, ist die Mitgliedschaft als Schlagwerker in der Musikkapelle Kuchl. Mit dieser - bei uns - relativ bekannten Musikkapelle waren wir schon bei verschiedenen Festivals - unter anderem bei der Musikschau der Nationen in Bremen, Hannover, Münster, Holland und andere mehr. Aus diesem Grund, ist der Besuch des bekanntesten Musikfestivals - eben das Edinburgh Military Tattoo schon lange, lange ein großer Traum von mir ...

Das andere große Hobby, das ich noch intensiver betreibe als die Musik, ist die Freiwillige Feuerwehr Kuchl, der ich als Kommandant seit 19 Jahren vorstehe. Und die FF Kuchl veranstaltet seit über 35 Jahren Mitte August ihr relativ großes Seefest. Das erfordert auch vom Kommandanten im gesamten August intensiven Einsatz und da nicht dabei zu sein, wäre unvorstellbar.

Jetzt wollte ich auf der einen Seite schon lange nach Schottland, auf der anderen Seite wollte ich dabei aber die Gelegenheit nützen und auch das Military Tattoo ansehen. Dazu müsste man aber schon ein halbes Jahr vorher Tickets buchen und im August genug Zeit haben. Da dies wegen dem Seefest eher ungünstig war, habe ich den Besuch des Tattoo's und damit auch den Besuch von Schottland auf die Zeit, nach meiner Kommandanten-Funktion verlegt. Allerdings haben wir/ich heuer - wie fast immer - kurzfristig beschlossen, auch wegen dem bevorstehenden Brexit, doch schon 2019 nach Schottland zu fahren. Tickets für das Tattoo gab's natürlich zu diesem Zeitpunkt im Internet keine mehr ...

So - und nun hatte Sonja zufällig das kleine Schild "The Royal Edinburgh Military Tattoo" gesehen und natürlich sind wir rein. Meine Erwartung für  morgen (Beginn des Festivals) oder eventuell übermorgen (danach müssten wir wieder weiter, um die Fähre in Dover rechtzeitig zu erreichen ...) Karten zu bekommen, waren so ungefähr gegen 0 - aber, probieren kostet ja nichts.

Wir stellten uns brav in die Warteschlange und ich war irgendwie doch ein bisschen angespannt. Als wir an die Reihe kamen und voller Erwartung die nette Dame fragten, ob vielleicht - wenn irgendwie möglich - noch Karten, egal wo, egal wie viel sie kosten würden, zu erwerben wären - bekamen wir von der netten Dame ein mitleidiges Lächeln geschenkt. Nein, leider natürlich nicht - sie hätte noch eine Karte da und eine Karte dort irgendwann Mitte August oder für nächstes Jahr - aber eine Karte so kurzfristig, das wäre ein Ding der Unmöglichkeit. Da half kein "I,am from Austria" und kein Bitten und Betteln meinerseits mehr - da würde noch leichter England bei der EU bleiben, als dass es zwei Tickets geben würde ...

Tja, und dann meldete sich neben ihr ein Engel - nein, natürlich kein Engel, sondern ein erfahrener Mitarbeiter flüsterte ihr ein paar Worte zu und auf einmal fiel das einzigartige Wort: "YES!" und ein Traum wurde wirklich war - Es gab - keine Ahnung woher - noch zwei Karten (vermutlich wirklich die Allerletzten) in quasi erster Reihe für morgen. Ich konnte es wirklich fast nicht glauben: Sonja schnell die £ 53,-- pro Karte zahlen, in Empfang nehmen und nie mehr hergeben - So schnell können sich Träume erfüllen - und der Brexit war mir jetzt auch egal ...

Ich schwebe im siebten Himmel durch Edinburgh und ich freue mich mit den vielen Leuten, die für den Einlass zur Generalprobe des Edinburgh Military Tattoo 2019 anstehen ...

Ich bin Sonja, den Angestellten im offiziellen Military Tattoo Gift Shop und der ganzen Welt dankbar - so schön kann die Welt sein. Sonja und genießen die Stadt, freuen uns über das Edinburgh International Festival, mit Straßenkünstlern aus der ganzen Welt und genießen, genießen ....


Edinburgh ist im August lebhaft, farbenfroh, offen und lässig: Das Art Festival, das Festival Fringe und das Military Tattoo bringen die "halbe Welt" in Schottlands zweitgrößte Stadt mit ca. 520.000 Einwohnern.

Im "Burgers & Beers Grillhouse" speisen wir deftig köstlich und unterhalten uns mit der netten norwegischen Kellnerin über die Schotten, dessen Röcke und was so darunter oder nicht getragen wird ...
Zwischengeschichtl - Schottenrock:
Die Frage nach der vorhandenen oder nicht vorhandenen Unterbekleidung unter dem Schottenrock war auch jetzt - fast am Ende unserer Schottland-Rundreise nicht zur Gänze geklärt. Ja, es hat immer wieder Andeutungen in die eine oder andere Richtung gegeben und ja, wir haben auch danach gegoogelt: Hier wird von alten Kampfeszeiten gesprochen, in denen unter dem Schottenrock keine weiteres Kleidungsstück die Bewegungsfreiheit eingeschränkt hätte und ja, wir haben auch jene gehört, die erzählen, dass traditionsbewusste Schotten auch heute noch in Erinnerung der alten Kämpfer diese Trageweise hochhalten. Aber gesehen, so mit eigenen Augen - haben wir dies bisher nicht. Wie auch: Sonja kann ja nicht einfach zu so einem Schotten hingehen und fragen, ober nicht so nett wäre und den Rock lüften könnte. Und bei mir würde das vermutlich noch komischer aussehen ...

Tja, bis wir in dieser - ich weiß den Namen nicht mehr - bis wir in dieser Bar in Edinburgh gelandet sind, in der gefühlsmäßig außer mir nur Sonja als einzige Nichtschottin anwesend war. Tja und in dieser Bar ging es hoch her, es wurde gesungen, gelacht, getrunken und energisch Dudelsack gespielt ...

Und irgendwann zu später Stunde, ist einer der schottenrocktragenden Schotten auf den Tisch gesprungen und hat getanzt, dass die Fetzen flogen ...

... und jetzt, ja jetzt wissen auch wir zwei, österreichische Nichtschotten, was die Schotten oder was sie nicht unter dem Schottenrock tragen - und es wird jetzt unser Geheimnis bleiben ...

 
Wir nehmen den letzten Bus und verlassen die pulsierende Stadt in Richtung Campingplatz.

Dort angekommen, leuchtet uns nach einem kurzen Spaziergang, ein nicht zu übersehender, in wechselnder Farbe, leuchtender Wohnwagen zu unserem Wohnmobil. So kann man Lebensfreude auch ausdrücken - vielleicht hat er auch gerade Tickets für das morgige Military Tattoo bekommen. Ich falle nach dem Duschen auf alle Fälle mit wundervollen Gedanken an morgen ins wohlige Bett ...
 
Campingplatz Motornhall Park Edinburgh 
Schöner Campingplatz, sauber, Sanitäranlagen etwas älter, Bushaltestelle (11) ca. 5 min entfernt, Kiosk, Restaurant, V/E, ...
2 Nächte, 1 Campingcar, 2 Personen - € 63,95
38 Mortonhall Gate, Frogston Road, Edinburgh EH16 6TJ, Vereinigtes Königreich
GPS: N 55,90312°   W 3,18019°
Bilder: 01.08.2019
 
Tag 15Fr. 02.08.2019
Vormittag:
Heiter
+ 24° C
Nachmittag:
Leicht bewölkt
+ 24° C
Reisezeit: 09:00 - 24:00 UhrEdinburgh
Reisezeit: 15 Stunden 4411 km (0 km)

Nach dem Frühstück sagen wir auf dem kurzen Weg zum Bus Hamish & Hector -Hi ...

Stadtbesichtigung Edinburgh - volles Programm: Bummel durch die Stadt, verschiedene Besichtigungen: Edinburgh Castle (sowieso sehenswert), Kronjuwelen, National Museum of Scotland (sehr sehenswert) - vieles andere mehr und am Abend der Höhepunkt mit dem Besuch der Premiere des Edinburgh Military Tattoo 2019 ...
 
 
 
 


So wie dieses nette Pärchen, brauchen auch wir mal eine Pause. Es gibt so viel zu sehen in Schottlands pulsierenden Hauptstadt und auch die Edinburgh Castle zieht viele Menschen an. Durch unseren Historic-Scotland-Explorer-Pass haben wir freien Eintritt und brauchen nicht anstehen. Das Angebot ist hier so vielfältig, dass ich das Gefühl habe, man könnte Tage hier verbringen ...
 
 



Nach den Menschenmassen in der Burg schmeißen wir uns in das Getümmel der Stadt ...

Gar nicht so leicht, einen Platz für das Mittagessen zu finden, aber wir schaffen es in einem gemütlichen Gastgarten - rundherum Jubel, Trubel, Künstler, Musikkapellen ...
 

Den Nachmittag nützen wir zum Besuch des National Museum of Scotland - und das ist wirklich beeindruckend - Kunst, Naturwissenschaft, Mode und das Klonschaf Dolly - das ist nur ein klitzekleiner Teil in diesem gigantischen Museum. Ein halber Tag? - Viel zu wenig ...

Nach dem Museumsbesuch sind wir ehrlicherweise doch ein bisschen geschafft und stärken uns bei einem köstlichen Kaffee in der Rose Street ...
 
 
 



So - geschafft! Viel, sehr viel gesehen und jetzt stehen wir auf fast heiligem Boden, auf dem in Kürze das Edinburgh Royal Military Tattoo 2019 beginnen wird - Ich kann es fast gar nicht glauben und freue mich wie ein kleines Kind darauf ...
 
Der Sir sitzt 1. Reihe fußfrei und fühlt sich wie ein König - Mögen die Spiele beginnen ...

Fast 1000 Mitwirkende aus vielen verschiedenen Ländern der Erde, 8002 Zuschauer ebenfalls aus sehr vielen verschiedenen Ländern der Welt, zumindest zwei davon aus Kuchl in Österreich, Musik vom Feinsten, gewaltige Lichtershow mit der Burg als Hintergrund und dem sentimentalen, gemeinsam, gesungenen Abschiedslied folgt ein gigantisches Feuerwerk - Was für ein Erlebnis, was für eine Show ....
Mit vielen guten Eindrücken fahren wir an diesem lauen Sommerabend wieder zurück zum Campingplatz. Wir werden den Tag nicht vergessen ...
 
Zusammenschnitt Edinburgh Royal Military Tattoo 2019
 
Campingplatz Motornhall Park Edinburgh 
Schöner Campingplatz, sauber, Sanitäranlagen etwas älter, Bushaltestelle (11) ca. 5 min entfernt, Kiosk, Restaurant, V/E, ...
2 Nächte, 1 Campingcar, 2 Personen - € 63,95
38 Mortonhall Gate, Frogston Road, Edinburgh EH16 6TJ, Vereinigtes Königreich
GPS: N 55,90312°   W 3,18019°
 
Bilder: 02.08.2019
 
Tag 16Sa. 03.08.2019
Vormittag:
Leicht bewölkt
+ 24° C
Nachmittag:
Leicht bewölkt
+ 24° C
Reisezeit: 09:30 - 20:47 UhrEdinburgh - Rosslyn Chapel - Dirleton Castle - Tantallon Castle - Melrose Abbey - Grenze zu England
Reisezeit: 11 Stunden 17 Minuten4411 - 4647 km (236 km)
Wir sind immer noch geflasht vom gestrigen Tattoo. Aber es hilft alles nichts - wir werden heute Schottland verlassen - schade ...
Der Heil‘ge Gral zu Rosslyn liegt versteckt,
als Schmuck der Meister Kunst ihr beigestellt,
von Kelch und Speer das Tor ist wohlbedeckt,
zuletzt sie ruht im Schutz der Sterne Zelt ...
 
Rosslyn Chapel
GPS: N 55,85595°   W 3,31621°

Dan Brwon-Lesern (also auch ich ...) oder -sehern kennen diesen Spruch aus dem Film "The Da Vinci Code" oder "Sakrileg". Abgesehen davon ist Rosslyn Chapel im Süden von Edinburgh, eine der schönsten und auch ältesten Kirchen Schottlands.  

Im wirklich sehenswerten Inneren der Kirche offenbaren sich - gut erklärt - z.B. die Lehrlings- und Meistersäule, Klangfiguren, unzählige Ornamente und die Krypta ...

Weil wir zeitig in der Früh unterwegs sind, ist der Ansturm der Besucher erträglich.

Das Fotografieren in der Kirche ist verboten, aber man findet viele Bilder im Internet ...
Heute soll unser letzter Tag in Schottland sein - wir können es fast nicht glauben. Also wollen wir die Gelegenheit nützen, um noch ein paar Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Nach ca. 40 Kilometern erreichen wir ...


Dirleton Castle and Garden
GPS: N 56,04533°   W 2,78089°

Ein gepflegter Garten, ein Taubenturm und eine gut erhaltene Ruine - schön anzusehen ...
Von Dirleton Castle bis zum Meer ist es nur ein Katzensprung. Nach fünf Kilometern erreichen wir North Berwick, ein Badeort mit vielen Touristen, einem Vulkankegel, einem langen Sandstrand und - wie uns Freunde empfahlen - mit einer legendären Fischbude - Lobster Shack - sie soll zu den besten 10 des Landes gehören ...

Über was North Berwick bei unserem Besuch zu wenig hat, sind sicherlich - Parkplätze. Nach langer Suche finden wir dann doch einen, bei einer Schule und spazieren anschließend in den lebhaften Ort ...

Lobster Shack


Wir spazieren entlang eines langen Sandstrandes zum Hafen und stellen uns in die lange Warteschlagen. Diese Fischbude scheint wirklich bekannt zu sein ...

Als wir an der Reihe sind, bestellen wir uns Hummer mit Chips und bekommen vorweg einen Chip, der in Bälde - wenn das Essen fertig ist - läuten soll ...



Ist es das wunderbare Wetter, die würzige Seeluft, die vielen gut gelaunten Menschen, die letzte Urlaubsstimmung oder wirklich der köstliche Hummer & Chips - wir sind in einer Hochstimmung
Bass Rock
Der Vogelfelsen mit einer der größten Basstöpel-Kolonien und dem Leuchtturm aus dem Jahr 1902 begleitet uns auf der fünf Kilometer langen Fahrt zum Tantallon Castle ...
Tantallon Castle
GPS: N 56,05481°   W 2,65251°

Auch von dieser Burgruine hat man einen wunderbaren Blick auf das Meer und dem Bass Rock.



Ein Ziel haben wir am heutigen Tag noch - Melrose Abbey. Das ehemalige Zisterzienserkloster liegt ca. 70 Kilomter vom Tantallon Castle entfernt und wir erreichen es kurz vor dem Zusperren ...
Melrose Abbey
GPS: N 55,59875°   W 2,71937°

"Be halde to ye hende" - "Denke an dein Ende, deine Erlösung ..."  Diese Inschrift des Bauherrn ist auch das Motto der Stadt. Wir nehmen sie aber nicht zum Anlass, um schwermütig zu werden, sondern freuen uns über die schöne Schottlandreise die nun zu Ende geht und, dass wir bald wieder zu Hause ankommen ...


Mit den letzten Sonnenstrahlen verlassen wir Melrose Abbey und bald auch Schottland.

Danach geht es bald in Richtung London. Irgendwo verlassen wir die Autobahn und suchen uns in einer Wohngegend einen ruhigen Übernachtungsplatz ...
Irgendwo zwischen Schottland und London ..
Bilder: 03.08.2019
 

5. Etappe - Die Heimfahrt:

04.08. - 06.08.2019

Bilder: 5. Etappe

England - Canterbury - Dover - Dünkirchen (F) - Belgien - Luxemburg - Deutschland - Therme Erding - Kuchl (A)  - (1699 km)

Schottland 2019
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 17So. 04.08.2019
Vormittag:
Leicht bewölkt
+ 27° C
Nachmittag:
Leicht bewölkt
+ 26° C
Reisezeit: 09:17 - 23:16 UhrGrenze zu England - Canterbury - Dover - Dünkirchen (F)
Reisezeit: 13 Stunden 59 Minuten4647 - 5196 km (549 km)

Zurück geht es über die Autobahn an London vorbei bis nach Canterbury. Hier wollen wir noch die berühmte Kathedrale besuchen.
Leider hat sich wegen Renovierungsarbeiten und weil es schon Abend ist, geschlossen. Trotzdem spazieren wir rundherum und genießen die nette Stadt ...

Canterbury
GPS: N 51,28122°   O 1,08161°



Von Canterbury ist es nicht mehr weit nach Dover - wenn man sich nicht verfährt. Aber dieses Mal klappt alles besser, als wie bei der Anfahrt. Weil wir gut voran gekommen sind und noch - wie geplant - Zeit haben, bis die Fähre nach Frankreich übersetzt, besuchen wir noch das Dover Castle - glauben wir zumindest ...



Denkste - nach einem ausgiebigen Spaziergang rundherum, müssen wir leider zur Kenntnis nehmen, dass wir heute - auch nicht über Schleichwege - in die Burg kommen werden - geschlossen!
Wir müssen dem Sicherheitsbeamten, der uns verscheucht einfach glauben. Macht aber auch nichts - in den letzten Tagen haben wir wohl genug Burgen und Schlösser gesehen ...
Nach dem Abendessen gelangen wir problemlos auf die Fähre und verabschieden uns dann endgültig von der britischen Insel. Wir übernachten wieder auf dem Parkplatz im Fährhafen ...
Parkplatz Dünkirchen Fährhafen 
Asphaltierter Platz, WC und Duschen im Verwaltungsgebäude
kostenlos
Terminal Car ferry, Route du petit Denna, Port 5625,
F-59279 Loon-Plage, Dunkerque
GPS: N 51,01587°   E 2,19767°
 
Tag 18 und 19Mo. und Di. 05. bis 06.08.2019
Vormittag:
Leicht bewölkt
+ 23° C
Nachmittag:
Leicht bewölkt
+ 23° C
Reisezeit: 09:17 - 23:16 Uhr
Reisezeit: 10:31 - 14:30 Uhr
 Dünkirchen (F) - Therme Erding (D)
Therme Erding - Kuchl (A)
Reisezeit: 13 Stunden 59 Minuten
Reisezeit: 4 Stunden 1 Minute
5196 - 6165 km (969 km)
6165 - 6346 (181 km)
Wie schon so oft, genießen wir nach einer langen Fahrt auch bei dieser Heimreise die Therme Erding ...
Therme Erding bei München 
Parkplatz - geschottert
kostenlos
Thermenstraße 1, D-85435 Erding,
GPS: N 48,29122°   E 11,88910°
 
Am letzten Tag unserer Schottlandreise geht es gemütlich und problemlos nach Kuchl ...
Schön wieder daheim zu sein ...
 

Reise-Resümee:

Schottland 2019 - Schottenrock und Dudelsack ...

Die Sehnsucht, positive Erzählungen und im gewissen Sinne der Brexit haben uns nach Schottland gebracht. Unsere hohen Erwartungen wie zum Beispiel: Schöne Küstenlandschaften; imposante Burgen, die man aus Film und Fernsehen kennt; Natur in den Highlands mit Bächen, Wasserfällen, Wanderwegen, Hochlandrinder, Schafe und an der Küste eventuell auch Robben und Delphine, Sonnenuntergänge, Moorlandschaften, Wetter, Wind; Menschen kennen lernen; Geschichte und Geschichten erfahren und vieles mehr hat sich zu 100 Prozent erfüllt. Dazu durften wir bei den Highland Games dabei sein, konnten Papageientaucher und andere Meeresvögel beobachten, ließen uns das schottische Essen - das überraschend gut war - schmecken und konnten sensationeller Weise doch noch am Edinburgh Military Tattoo teilnehmen - was will man denn mehr ?

Manchmal denke ich mir, wir berichten zu euphorisch von unseren Wohnmobilreisen durch Europa. Vielleicht liegt das an den so positiven Erinnerungen, an der ebensolchen Grundeinstellung oder ich kann mich auf Grund des Alters nicht mehr an die schlechten Erfahrungen erinnern - Nein! Hoffentlich nicht! Es liegt ganz einfach daran, dass es aus unserer Sicht überall schön - wirklich schön - ist. Jedes Land hat seinen eigenen Reiz, überall ((!) sind uns bisher freundliche Menschen begegnet und Kleinigkeiten können uns gar nicht oder nur sehr kurz aus der Ruhe bringen und von größeren Enttäuschungen wurden wir Gott sei Dank bisher verschont ...

Schottland ist ein richtig gutes Beispiel dafür: Alle Erwartungen erfüllt und dann auch noch zusätzlich Reise-Höhepunkte erlebt, die man einfach nicht ein- oder vorplanen kann.
Außerdem haben wir fast jedes Mal unverschämtes Glück, wie zum Beispiel wieder einmal mit dem Wetter. Ja, man muss sagen, dass der Wind oft sehr stark, ja stürmisch war und es hat auch manchmal geregnet. Aber bitte - das weiß man doch vorher und das gehört zu Schottland einfach dazu. Ansonsten hatten wir bestes Reisewetter, wie man es sich nur wünschen kann.
Erstaunt hat mich die Tatsache, das mir die vielen Burgen und kulturellen Sehenswürdigkeiten nicht nach einer gewissen Zeit zu fad, zu viel geworden sind - die Gefahr besteht bei mir ab und zu - in Schottland war das nicht der Fall. Wir kamen auch relativ oft wieder mit den dortigen Einwohnern in Kontakt: Nett, hilfsbereit, ab und zu elegant zurückhaltend und - schwer verständlich. Das Schottische scheint sich doch etwas vom Schul-Englischen zu unterscheiden. Aber wenn man genau hinhört, vielleicht auch mal nachfragt - geht es natürlich auch.
Preise bei Treibstoff Diesel - mit Visa bezahlt - sind inkl. Umrechnungs- bzw. Bearbeitungsgebühr bei uns auf ca. € 1,50 gekommen. Preise für Lebensmittel in Geschäften etwa gleich teuer und in Lokalen etwas teurer als bei uns.
Straßen sind halbwegs ok - mit den Single Track Roads hatten wir keine Probleme, es gibt wirklich genug Ausweichen. Linksverkehr war so wie in Irland überhaupt kein Thema. Zu Hause habe ich mir eine kleine Liste mit englischen Bezeichnungen für Geschwindigkeit bzw. Höhenbeschränkungen gemacht. Kreisverkehre waren für uns etwas gewöhnungsbedürftig - man sollte vorher wissen in welche Richtung man fährt und sich dementsprechend einreihen. 

Unsere Höhepunkte (wenn man es defiieren muss ...) waren: Stirling Castle - Die Fahrt von Rest and be Thankful zur Harry Potter Brücke - Fairy Pools - Neist Point - Halkirk Highland Games - Dunnet Head - Chanonry Point - Urquhart Castle - Cullykhan Bay - Dunnottar Castle - Blair Castle - Edradour Distillery - Edinburgh - Rosslyn Chapel.

Zusammengefasst: Die Küste hat uns stark (positiv) an Irland erinnert, wir durften mehr sehen, als wir erwartet hatten, die äußeren Hebriden und die Orkney Inseln wären ein weiteres Ziel - wenn es sich ausgeht und der Brexit keine allzu großen Auswirkungen hat, wollen wir gern wieder kommen ...
... und außerdem haben wir das Geheimnis des Schottenrockes auch lösen können - bleibt aber jetzt unser Geheimnis ...


Gun till do cheum, as gach ceàrn, fo rionnag-iùil an dachaidh.

Mögen deine Schritte von allen Enden der Welt unter Führung des Heimatsterns heimfinden.

(Schottisches Sprichwort - Gällisch)


 
 

Bilder: 5. Etappe - Edinburgh und Heimreise
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