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Reiseberichte 

 

Schottland 2019 - Schottenrock und Dudelsack ...

(Teil 4 - Der Osten) 

 

Kuchl (A) - A8 (D) - A13 (L) - Brügge (B) - Dünkirchen (F) - Dover (GB) - Gretna Green (SCO)  - Caerlaverock Castle - Sweetheart Abbey - Glasgow - Stirling Castle - Doune Castle - Loch Lomond - Rest and Be Thankful - Invernaray - Glen Etive - Glen Coe - Harry-Potter-Bridge (Glenfinnan Viadukt) - Mallaig -Isleornsay - Fairy Pools - Talisker Distillery - Neist Point Lighthouse - Loch Mor - Duntulm Castle - Kilt Rock - Old Man of Storr - Sligachan Old Bridge - Eilean Donan Castle - Falls of Measach - Ullapool - Kyle of Durness - Nordküste - Harkilk (Highland Games) - Dunnet Head Lighthouse - John o' Groats - Dunrobin Castle - Chanonry Point - Loch Ness - Urquhart Castle - Dallas Dhu Distillery - Cullykhan Bay - Dunnottar Castle - Balmoral Castle - Pitlochry Faskally Forest - Blair Castle - Edradour Distillery - Loch Leven

 


 
19. Juli bis 6. August 2019  6346 km
    
 Übersicht  
1. Etappe2. Etappe3. Etappe4. Etappe5. Etappe
Die Anfahrt und der WestenIsle of Skye und der NordwestenDer NordostenDer OstenEdinburgh und Heimfahrt
(2631 km)(580 km)(448 km)(621 km)(2066 km)
     

4. Etappe - Der Osten:

29.07. - 31.07.2019

Bilder: 4. Etappe

Loch Ness - Urquhart Castle - Dallas Dhu Distillery - Cullykhan Bay - Dunnottar Castle - Balmoral Castle - Pitlochry Faskally Forest - Blair Castle - Edradour Distillery - Loch Leven  (621 km)

Schottland 2019 - 4. Etappe
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 11Mo. 29.07.2019
Vormittag:
Leicht bewölkt
+ 23° C
Nachmittag:
Leicht bewölkt
+ 25° C
Reisezeit: 10:05 - 20:05 UhrLoch Ness - Urquhart Castle - Dallas Dhu Distillery - Cullykhan Bay
Reisezeit: 10 Stunden 3659 - 3897 km (238 km)
Die Nacht verlief richtig ruhig abseits der Hauptstraße. Wir wollen uns heute nicht wirklich in das Tourismusgewühl am Loch Ness werfen, aber die Burg mit dem unaussprechlichen Namen: Urquhart Castle steht doch heute auf unserem Programm ... 

 Urquhart Castle
GPS: N 57,32414°   W 4,44443°
Von unserem Übernachtungsplatz aus sind es nur ein paar Minuten hoch zur Burg. Hier herrscht schon in der Früh reger Andrang und so weist uns der Parkplatzwächter mangels freier Alternativen auf einen Behindertenparkplatz ein, direkt vor der Kassa. Als stolzer Besitzer des Historic-Scotland-Explorer-Pass dürfen wir die lange Warteschlange an den Kassen überholen und sehen zuerst im Besucher- und Souvenirladen einen Film über das Castle. Geschichtlich gewappnet genießen wir trotz der vielen Menschen die schön am Loch Ness gelegenen Burgruinen ...
 
Eine besuchenswerte Burg zweifellos, waren wir bis auf die Highland Games in Halkirk aber eher ruhige Gegenden gewohnt, so so ist hier am Loch Ness wesentlich mehr los. Der riesige Parkplatz voll und auch vom Wasser her kommen ständig Besucherboote.
Es ist zwar jetzt nicht mir der Salzburger Getreidegasse oder Hallstadt im Sommer zu vergleichen, aber trotzdem zieht es uns wieder in einsamere Gefilde und so machen wir an einem kleinen Loch eine Mittagspause und werden von einem romantischen Ziehharmonikakonzert umrahmt ...

Dallas Dhu Distillery

GPS: N 57,58920°   W 3,61390°

Auf dem Weg zurück zur Ostküste machen wir bei der Dallas Dhu Distillery Halt und besichtigen die 1983 stillgelegte Brennerei. Ausgerüstet mit einem deutschsprechenden Audio-Guide durchstreifen wir selbstständig die verschiedenen Gebäude und hören Wissenswertes über den schottischen Whisky und seine Erzeugung ...
 
 
 
Zwischengeschichtl - Das Wetter ...:
Das schottische Wetter ist so ähnlich wie das irische Wetter: Es regnet gerade - oder: es hat gerade geregnet - oder: es wird bald regnen. Man könnte andersrum auch sagen: Es ist gerade schön - oder: es war gerade schön - oder: es wird gerade wieder schön ...

Jetzt haben wir bei unseren Reisen mehr Glück als Verstand: Zweimal örtliche Hitzewelle in Norwegen mit bis zu + 30° C und fast kein Regen; das Gleiche bei unserer Irlandrundreise und auch heuer bei dieser Schottlandreise ist es nie lange schlecht oder regnet es lange. An dem Spruch: "Wenn Engel reisen, wird sich das Wetter weisen ..." muss wohl schon etwas dran sein ...

Wir sind aber natürlich auf jedes Wetter in dem jeweiligen Land vorbereitet und es würde nicht so viel ausmachen, wenn es nicht so schön wäre, wie es eben ist. Allerdings haben wir hier in der Dallas Dhu Distillery einen Schotten getroffen, der auf Grund langjährigen Aufenthaltes in Deutschland perfekt unsere Sprache spricht und mit den diesjährigen warmen Temperaturen um die + 25° C gar nicht einverstanden ist. Bei einem Gläschen Whisky erzählt er uns, dass diese heißen Temperaturen überhaupt und gar nicht auszuhalten seien - isn't it? Ihm fehlt der schottische Regen oder Schnee wäre auch noch besser, als diese extreme Hitze ...

Zu Hause, berichten unsere Kinder, haben sie derzeit über + 30° C - es ist schon schön, dass es hier in Schottland derzeit so angenehm ist ...


Wir haben es heute wieder einmal gar nicht eilig: Loch Ness wurde umrundet und bis zur Destillerie waren es dann so ca. 130 Kilometer. Bis zu unserem abendlichen Ziel - Cullykhan Bay - sind es laut Navi noch einmal gut 100 Kilometer - also kein Stress.

Durch kleine Dörfer fahren wir weiter und entdecken auf der Strecke einen wunderschönen Sandstrand, namens Inverboyndie Beach, den wir spontan für einen ausgiebigen Spaziergang und bei der Hitze für ein kleines Bad nützen ...
So (rechts) sehen glückliche Wohnmobilisten aus ... 
 

Auf unserem ausgiebigen Spaziergang treffen wir Elvis (ja, er lebt anscheinend noch ...).

Auf der Suche nach unserem Übernachtungsplatz - aus dem Reiseführer: " Mit dem Womo nach ..." vertrauen wir Susi III, unserem Navi und biegen auf einen Waldweg ein. Wie es meistens in diesen Fällen ist, wird der Schotterweg immer enger und enger, es geht bergab, die Äste hängen herein und nach einer Kurve schaut es nicht so aus, als ob wir hier wirklich richtig sind. Hier stimmt etwas nicht ...

Susi sagt nach links - hier wird aber die Straße für unser Wohnmobil unpassierbar. Mein Instinkt sagt nach rechts - aber hier ist laut Susi gar kein Weg. Also lassen wir das Fahrzeug erstmals im Wald stehen und begeben uns zu Fuß auf den linken Weg, der nach ca. einem Kilometer vor einem einsamen Bauernhof mit einem relativ scharf aussehenden, kläffenden Hund, endet. Von unserem schönen Übernachtungsplatz in der Cullykhan Bucht ist weit und breit nichts zu sehen. Also retour und den rechten Weg genommen ...
Der ist zwar sehr schmal, führt wieder bergauf - ist aber - wie sich herausstellt - der richtige Weg ... 
... da liegt sie vor uns: Die Cullykhan Bucht - auch als Geheimtipp tituliert - zwischen zwei grünen Hügeln. Auf den Wiesen oberhalb grasen Schafe, von unten grüßt der weiche Sandstrand - ein Idyll. Wir parken etwas schief auf einem Schotterparkplatz und spazieren runter zum Strand ... 
Wieder einmal haben wir einen wunderschönen Übernachtungsplatz, genauso wie wir ihn lieben, gefunden. Einsame Küste - blau-türkises Meer - Klippen. Es gibt sie noch und es sind gar nicht so wenige - die Traumplätze. Man muss nur sorgfältig mit ihnen umgehen. Da meine ich jetzt nicht, dass man sie geheim halten muss, ich bin absolut der Meinung, dass auch andere Wohnmobilfahrer das Recht haben, in diesen Genuss zu kommen. Aber wir müssen uns schon bewusst sein, dass wir es der Natur und den Bewohnern schuldig sind, diese Plätze mit Respekt und Hausverstand zu benützen und auch wieder zu verlassen ...
Am Abend wird es dann -ich sage dann immer: "fast kitschig" - weil mir hier die Worte fehlen. Das Abendrot senkt sich über die Küste und die Felsen beginnen zu glühen ... 
 




Genießen heißt die Devise: Die Einsamkeit - die Landschaft - die Stimmung, das Abendessen und das Leben ...
 
Parkplatz Cullykhan Bay 
Geschottert mit Baumstämmen untergliedert
kostenlos, Mistkübel
In der Nähe von Pennan
GPS: N 57,68421°   W 2,27701°
Bilder: 29.07.2019
 
Tag 12Di. 30.07.2019
Vormittag:
Nebelig auf Heiter
+ 25° C
Nachmittag:
Leicht bewölkt
+ 26° C
Reisezeit: 10:34 - 22:44 UhrCullykhan Bay - Dunnottar Castle - Balmoral Castle - Pitlochry Faskally Forest
Reisezeit: 12 Stunden 10 Minuten3897 - 4024 - 4100 - 4177 km (280 km)
Nebel liegt über dem Land, man hört die armen, verfluchten Piratenseelen durch die Felsspalten schreien - mir macht das nichts: Ich habe heute Geburtstag und außerdem verziehen sich die Nebelschwaden wieder rasch ...

Über den richtigen Weg (nicht über den zugewachsenen Waldweg wie gestern) verlassen wir diesen schönen und einsame Ort und fahren dem Süden entlang der Küste entgegen ...
Schottland ist eines der windigsten Länder der Erde, dessen muss man sich bewusst sein, wenn man dieses schöne Land besucht ...
Dunnottar Castle
GPS: N 56,94524°   W 2,20546°

Ist das nicht ein herrliches Bild - nach ca. 120 Kilometer auf engen Straßen entlang der Küste, empfängt uns die Burg mit einem so farbprächtigem Blumenmeer und auch die Burg selber liegt so richtig geil auf einem Felsen, dass uns fast der Atem weg bleibt ...

Wir sind noch immer nicht "Castle-müde" - obwohl wir schon einige Burgen und Schlösser besichtigt haben. Wir interessieren uns immer noch für die Geschichte der ehemaligen Bewohner, die sich meistens um Kriege aus der Wikingerzeit bis ins 18./19. Jahrhundert dreht ...

Jede Burg hat dann noch zusätzlich ihre eigene Geschichte oder Geschichterl, so wurden zum Beispiel in Dunnottar die schottischen Kronjuwelen versteckt ...

So einzigartig malerisch Dunnottar Castle auf dem Felsen liegt, so grausam muss es aber früher auch zugegangen sein. Im Verlies "Whing's Vault" mussten im Jahre anno 1685 - 122 Männer und 45 Frauen zwei Monate gefangen aushalten, weil sie Protestanten waren. Sie mussten sich das Essen von den Wärtern erkaufen - sanitäre Anlagen gab es in dem ca. 50 m² großem Raum nicht. Die meisten dieser Menschen starben bei dieser Gefangenschaft, bei Fluchtversuchen oder später bei der Deportation nach New Jersey ...
Wir verbringen viel Zeit in dieser schönen Burg, danach geht es weiter am Stonehaven War Memorial vorbei in das Landesinnere. Wir wollen heute noch bei der Queen vorbeischauen. Mal sehen, ob sie schon auf ihrem Sommerwohnsitz eingetroffen ist ...
Wir schweben - nicht über den Wolken - aber trotzdem auf unserer Urlaubsreise durch Schottland gut 70 Kilometer in Richtung Balmoral Castle, dessen großen Parkplatz wir kurz nach 16:15 Uhr erreichen ... 
Zwischengeschichtl - Wohnmobilisten ..:
Es gibt solche oder solche Menschen, es gibt auch solche oder solche Wohnmobilreisende und die könnten oft unterschiedlicher nicht sein. Das sieht man alleine schon an der Tatsache, dass die einen für die Übernachtung die Benützung von Campingplätzen bevorzugen, andere suchen von Gemeinden eingerichtete Stellplätze, ganz andere - so wie wir - stehen am liebsten alleine und einsam irgendwo am Klippenstrand ...

Wenn es gar nicht anders geht, dann stellen wir uns auch in eine Parkbucht, die für Wohnmobile ausgewiesen ist und der Abstand ist halt dann mal nicht so groß, wie es angenehm wäre. Jammern könnte ich deswegen auch nicht - wie es ist, so ist es ...

Jetzt kam am königlichen Parkplatz vor dem Balmore Castle ein belgisches Wohnmobil daher und stellte sich genau zwischen einem anderen und unserem Wohnmobil hinein. So weit - so gut, bis die belgische Beifahrerin aus dem Fahrzeug plumpste. Ich will nicht unmanierlich wirken, aber mir fällt leider kein anderer Ausdruck ein: Die Dame hatte gut 100 kg - was ich zuerst als positives Zeichen wertete - denn die meisten Damen - zumindest die paar, die ich kenne, die in dieser Gewichtsklasse unterwegs sind, haben ein gar sonniges Gemüt - nicht so die Belgierin. Sie plumpste aus dem Fahrzeug und fing auf englisch wie ein Rohrspatz zu schimpfen an. Ich sollte weiter rüber fahren, damit wir nicht so eng stehen müssen, es wäre noch genug Platz ...
Irgendetwas musste ich hier falsch verstanden haben: Die Dame kam nach uns an, stellte sich zwischen zwei Wohnmobile auf den dafür gekennzeichneten Platz und wollte dann, dass ICH weiter nachts rechts rücken sollte? ... Und das in einem Ton, der andere das Fürchten lehren könnte ...

Ich habe rein gar nichts gegen Belgier, ich habe ebenso wenig nichts gegen schwergewichtige, weibliche Wrestlingtypen - aber was mir zu viel ist, ist mir zu viel: Ich fragte die Dame, die mich irgendwie - ich weiß auch nicht warum - an die Miss Piggy aus der Muppetshow erinnerte - was ihr Problem sei. Ich stehe zwischen den vorgesehenen Parklinien, das passt für uns so und fertig!"

Es gibt nicht nur Menschen, die sich verstehen auf dieser Welt ... ich grüße trotzdem immer noch fast alle Wohnmobilfahrer während der Fahrt oder wenn ich aussteige ..


Balmoral Castle

GPS: N 57,04017°   W 3,21644°

Morgen oder übermorgen soll die königliche Familie auf ihrem Sommersitz in Balmoral Castle eintreffen und wir sind wirklich spät dran, um 17:00 Uhr wird abgesperrt. Wir können nur einen kurzen Blick auf da Schloss erhaschen und nützen dann aber die Zeit, für einen ausgiebigen Spaziergang außerhalb des Schlosses ...
 
Sollen wir heute hier in Balmoral übernachten und auf die Besichtigung des Schlosses oder gar auf die Königin warten? Ersteres soll das, was man vom Schloss innen zu sehen bekommt, gar nicht so prickelnd sein und wenn zweiteres eintrifft, dann ist es mit dem Besuch von Balmoral Castle sowieso vorbei, außerdem gefällt mir die belgische Nachbarin nicht sonderlich ..

Also fahren wir auf der Old Military Road und entlang des Flusses Dee in ein herrliches Tal in den Highlands, um anschließend nach ca. 80 Kilometer, in Pitlochry auf zu schlagen ...  


Mit "Ceud mìle fàilte" heißt uns Pitlochry herzlich willkommen. Wie sooft auf unseren Reisen landen wir zufällig hier - aber es gefällt uns, also bleiben wir. Wir spazieren durch die Straßen und finden "The Old Mill Inn" - quasi eine alte Mühle mit gemütlichem Gastgarten, wo wir hängen bleiben. Heute steht mein Geburtstagsessen auf dem Programm - mal sehen, was es so geben wird ...
Zwischengeschichtl - Kulinarische Spezialitäten  ..:
HAGGIS - ist eine schottische Spezialität und besteht laut Wikipedia aus dem Magen eines Schafes, der mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett, Zwiebel und Hafermehl gefühlt, sowie mit Pfeffer scharf gewürzt wird ....

Nie, nie, nie!!!! ICH mag keine Innereien und keinen Schafsmagen. Ich esse oder probiere zwar alles Mögliche, liebe ganz verschiedene Sachen, wie zum Beispiel Weinbergschnecken, Garnelen oder Reh - aber Innereien, niemals nicht - davor graust mir eigentlich ...

Allerdings ...

Allerdings habe ich heute Geburtstag, habe mich auf historischen Boden der Königin of England begeben und habe eine belgische, 100-kg-Bombe überlebt - außerdem, wenn ich schon mal in Schottland bin, könnte ich - mutig wie ich nun mal bin -

Ich habe mich getraut und habe es probiert, wirklich - HAGGIS - und es war einfach, ja wirklich KÖSTLICH, also richtig gut: Als Vorspeisen-Turm mit gerösteten Wurzeln, feinem Püree und Haggis in absolut leckerer Whisky-Cream ...

Danach gab es als Hauptspeise ein (Original): Chargrilled Leg of Perthshire Lamb Steak - Grilled with rosemary butter, served with dauphinoise potatoes & ratatouille mit Nachspeise und als Geburtstagsdraufgabe einen Edradour-Whisky aus der Gegend ...

So kann der Urlaub weiter gehen ...





Es wird spät in Pitlochry - trotzdem finden wir ganz in der Nähe einen sehr ruhigen Übernachtungsplatz, abseits der Hauptstraße, an einem kleinen See - wunderbar ...
Pitlochry
Schotterparkplatz, einsam am kleinen See gelegen, Mistkübel
Faskally Forest
GPS: N 56,71164°   W 3,76385°
Bilder: 30.07.2019
 
Tag 13Mi. 31.07.2019
Vormittag:
Leicht bewölkt
+ 24° C
Nachmittag:
Leicht bewölkt, kurzer Regen
+ 22° C
Reisezeit: 09:55 - 18:05 UhrPitlochry Faskally Forest - Blair Castle - Edradour Distillery - Loch Leven
Reisezeit: 8 Stunden 10 Minuten4177 - 4280 km (103 km)
Erst heute morgen bemerken wir, welchen schönen Platz wir heute in der Nacht hier gefunden haben. Wir stehen ganz alleine im Wald an dem kleinen See und genießen die Aussicht aus dem Wohnmobil. Natürlich nützen wir die Gelegenheit, um vor dem Frühstück spazieren zu gehen. Im Herbst beherbergt das 3000-Einwohner-Städtchen Pitlochry in diesen Wäldern den Enchanted Forrest. Hier verzaubern abends in der Dunkelheit magischen Klang- und Lichtwelten Kinder und Erwachsene gleichermaßen - es soll äußerst sehenswert sein.

Solange können wir aber nicht wirklich warten und brechen daher zum nicht weit entfernten nächsten Schloss auf:
Blair Castle
GPS: N 56,77457°   W 3,85570°

Das weiße Schloss ist ein bisschen anders, als die bisherigen Burgen. Man fährt durch eine lange Baum-Allee auf den großen Parkplatz, auch ein Campingplatz ist ganz in der Nähe. Blair Castle wurde 1269 von einem gewissen John Gomyn erbaut. Sie ist im Besitz der Familie Murray und beherbergt den Duke of Atholl. Auf der Burg sind auch die Atholl Highlander stationiert - die einzige legale Privatarmee Europas. Das wollen wir uns jetzt ansehen ... 
 
Gleich nach dem Eingang will uns ein schottischer Museumsführer miit bestem Englisch an einer großen Gruppe vorbei lotsen. Aber wir sind eher schüchterne Menschen, sind nicht auf der Flucht und haben Zeit, um uns alles genau anzusehen. Aus diesem Grund bedanken wir uns im ebenfalls besten Englisch beim schottischen Museumsführer für die nette Geste, wollen aber lieber höflich hinter der Gruppe bleiben ...

Das sind übrigens Schweizer Eidgenossen, die heute hier eine ausführliche Führung haben - in Deutsch übrigens ...
Ein wirklich interessantes Schloss mit kostbaren Möbeln, natürlich Jahrhunderte Jahre alter Geschichte und vielen Jagdutensilien. Die einzige legale Privatarmee - Atholl Highlands - sind ebenfalls hier stationiert u.v.a.m.

Vor unserer Reise dachte ich mir nicht, dass wir wirklich so viele Burgen so ausgiebig besichtigen würden, aber bisher wurde es noch nicht fad. Was wir so "nebenbei" bei der Führung mitgehört haben, konnte der schottische Guide wirklich viel Details erzählen, aber übertreiben muss man ja nun auch wieder nicht, außerdem beantwortete er unsere Frage nach der Unterwäsche der Highlands leider mit einem: "... das sei ein Geheimnis ..." ...
 
Kurzer Auftritt eines Dudelsackspielers auf Blair Castle ...
 


Blair Castle hat aber noch viel mehr zu bieten: Man kann wirklich schöne Spaziergänge machen und das haben wir natürlich auch gemacht - wie zum Beispiel in einen "verwunschenen Wald" mit alten, riesigen Bäumen ...

Eine nette Schweizerin, die wir trafen, hat uns von ihrer Schottlandreise erzählt: Eine Woche geht es von Edinburgh aus mit dem Bus durch die Highlands - schön, aber doch ziemlich stressig ...

Wir haben es hier wesentlich gemütlicher und besuchen noch den schön angelegten Garten, der um einen See herum angelegt ist ...

Nach dem Mittagessen, dieses Mal im Womo, fahren wir wieder retour Richtung Pitlochry. Die Wege sind kurz und bald erreichen wir die die nächste Whiskybrennerei, die uns wieder von Freunden empfohlen wurde ...

Edradour Distillery
GPS: N 56,70134°   W 3,70251°
Sie entstammte aus einer Schwarzbrennerei und wurde 1825 offiziell gegründet. Edradour war lange Zeit die kleinste Destillerie Schottlands ...



Unser Fremdenführer heißt Dylan - soweit ich das verstanden habe - Schottisch ist doch ein bisschen anders als Englisch - also Dylan heißt der Knabe und er bringt uns mit viel Körpersprache seine Message ziemlich eindrucksvoll rüber, die da lautet: Es gibt nichts Besseres als schottischen Whisky, der Edradour oder Ballechin (Zweitmarke) heißt ...
 

Jährlich besuchen über 100.000 Besucher die kleine Brennerei, die gerade ausgebaut wird. Die Verkostung ist dieses Mal vor der Führung, was den weiteren Verlauf positiv zu beeinflussen scheint ...

Der Vortrag von Dylan ist interessant und motiviert, hier wird nebenbei auch gearbeitet - also eine perfekte Destillerie-Führung. Zum Abschluss genehmigen sich Sonja und ich - nein, nicht noch einen Whisky -sondern eine gute Tasse schottischen Tee ...


Der Whisky aus Edradour ist ungetorft und schmeckt Sonja wahrscheinlich deshalb um Häuser besser als der Talisker Whisky, von der Insel Skye.

Wir kaufen ein paar Fässer - dann muss es aber wieder weiter gehen, dieses Mal zurück an die Ostküste in Richtung Edinburgh ... 


Auch heute hatten wir wieder ein super Ausflugswetter. Anscheinend soll es aber zu starken Regenfällen kommen, diese werden auf den Überkopfweisern der Straßen angezeigt. Wir haben diese Hinweise schon öfters gesehen, so richtigen Starkregen hatten wir aber Gott sei Dank noch nie - hoffentlich bleibt es so ...
Nach ca. 80 Kilometern haben wir nun Loch Leven erreicht. Es ist der größte See in den Central Lowlands und hier gefällt es uns. Wir wollen uns ein Plätzchen zum Übernachten suchen und - wenn es geht - wollen wir uns wieder einmal irgendwo Fish & Chips kaufen ... 

 
Und tatsächlich - wir finden wieder ein schönes Plätzchen in Kinross direkt am See. In der Nachbarschaft liegt zwar ein sehr alter Friedhof, der aber auf dem Bild gruseliger aussieht, als in Wirklichkeit ...
Um den See führt ein Rundweg, es soll ein Vogelparadies sein und es steht nur ein weiteres Wohnmobil und ein VW-Bus entlang der langen Seepromenade - perfekt!

Nach den Fish & Chips nützen wir die Gelegenheit, um einen Spaziergang ab zu halten. Uns gegenüber liegt auf der Castle Island die Ruine von Loch Leven Castle, in der Maria Stuart, die Königin der Schotten, gefangen gehalten wurde. Wir genießen in der Strandbar Boathouse einen kleinen Abendschluck, bevor wir uns zur Ruhe begeben ...
Kinross
Asphaltierter Parkplatz direkt neben dem See
Loch Leven, Kirkgate Park, Spielplatz, Mistkübel 
GPS: N 56,20086°   W 3,40705°
Bilder: 31.07.2019

Bilder: 4. Etappe - Der Osten
3. Etappe5. Etappe
 
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