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Reiseberichte 

 

Spanien/Portugal 2017: Auf den Spuren des Jakobsweges ...    (Teil 5) 

Kuchl (A) - Musée de I'insolite (F) - Monte Jaizkibel (E) - San Juan de Gatzelugatxe - Park Cabarceno - Santillana - Playa de Barayo - Castro de Coaña - Praia de Picón - La Coruña - Capo de Finisterre - Cascada de Rio Ézaro - Playa Boca de Rio - Santiago de Compostela - Monte de Santa Trega - Praia de Rodanho (P) - Bom Jesus do Monte - Praia do Funtão - Porto - Fátima -Tomar - Peniche Papóa - Sintra - Lissabon - Cristo Rei - Cabo Espichel - Praia de Vale Figueires - Praia da Bordeira - Cabo de São Vincente - Ponta da Piedade  - San Clemente (E) - Carcassonne (F) - Trebés - Chauvet Höhle - Montélimar - Colmar - Herbolzheim (D) München Erding - Kuchl (A)


21. Juli bis 9. August 2017  7711 km
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(1773 km)(1382 km)(434 km)(744 km)(3378 km)
     

5. Etappe - Die Heimfahrt

04.08. - 09.08.2017

Bilder: 5. Etappe

 

 Ponta da Piedade (P) - San Clemente (E) - Carcassonne (F) - Trebés - Chauvet Höhle - Montélimar - Colmar (F) - Herbolzheim (D) - München Erding - Kuchl  (3378 km)
Spanien/Portugal 2017 
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 15Fr. 04.08.2017
Vormittags:
Sonnig
+ 38° C
Nachmittag:
leicht bewölkt
+ 44° C
Reisezeit: 12:30 - 24:00 UhrPonta da Piedade (P) - San Clemente (E)
Reisezeit: 11 Stunden 30 Minuten4333 - 5117 km (784 km)

Es gibt nicht nur Postkartenmotive am Ponta da Piedade. Wir verlassen die Landzunge und begeben uns auf den Heimweg. Es ist kurz nach Mittag und die Sonne brennt herunter.
Hunger macht sich vom Magen herauf breit und wir suchen einen Parkplatz, um uns eine Kleinigkeit zu kochen - gar nicht so einfach. Die Fahrt mit der Klimaanlage ist ja relativ gemütlich, aber so bald man stehen bleibt, kriecht die Hitze bei allen Ritzen herein und wenn man aussteigt, glaubt man, es erschlägt einen. Beschattete Parkplätze sind fast überhaupt nicht zu finden ...
In einem Olivenhain finden wir dann Gott sei Dank, doch ein geeignetes, schattiges Plätzchen.

Nach dem wir jetzt schon über 4000 Kilometer maut frei und ohne Probleme unterwegs sind, wollen wir dies auch auf der Heimfahrt - so weit es geht - beibehalten. Von Lagos aus, haben wir die Küstenstraße über Faro gewählt. Wir haben ja auch auf der Heimfahrt keinen Stress - so lange wir brauchen, so lange brauchen wir halt.
So sehen wir mehr vom Land (wie zum Beispiel ein Feuerwehrdenkmalauto) und können uns schön langsam von Portugal verabschieden ...

Über die maut freie A 22 und dem Rio Guadiana erreichen wir am Nachmittag Spanien. Es hat mittlerweile + 44° C (!!!) erreicht. Alles andere, als im fahrenden Wohnmobil mit voll laufender Klimaanlage zu sitzen, ist mühsam. Uns wird erst jetzt bewusst, welch großes Glück wir mit dem Wetter und die durchschnittlichen + 26° C in den letzten zwei Wochen hatten - Halleluja!
Vorbei an Córdoba (nicht das legendäre Fußballcordoba - das liegt in Argentinien ...) geht es trotz der Hitze wunderbar dahin und wir fahren und fahren und fahren ...
Die Fahrt verläuft so gut, dass wir erst kurz vor Mitternacht von der Autobahn runter fahren und in San Clemente (habe ich vorher auch nicht gekannt) zufällig einen offiziellen Stellplatz zum Übernachten finden ...
 
Übernachtungsplatz San Clemente
Geschotterter Platz, Mistkübel, V/E
Riesengroßer Platz, im hinteren Teil für Wohnmobile reserviert, kostenlos
E-16600 San Clemente, Carretera Cementerio
GPS: N 39,39724°   W 2,43602°
Bilder: 04.08.2017
 
Tag 16Sa. 05.08.2017
Vormittags:
Sonnig
+ 36° C
Nachmittag:
Sonnig
+ 39° C
Reisezeit: 09:02 - 22:40 UhrSan Clemente (E) - Carcassonne (F)
Reisezeit: 13 Stunden 38 Minuten5117 - 6095 km (978 km)
Der Plan für heute sieht folgendermaßen aus: Frühstücken (eh klar) - unsere Nichte in Tarragona einen Besuch abstatten (ca. 460 km) und danach irgendwo einen Übernachtungsplatz suchen ...

Leider erfahren wir erst am Nachmittag, dass sich der Besuch bei unserer Nichte aus familiären Gründen leider nicht ausgeht. Flexibel - wie Sonja und ich nun einmal sind - sagen wir uns, dass der Tag noch jung, das Wetter schön und wir sowieso gut drauf sind. Also starten wir durch und fahren in Richtung Frankreich ...
Neben schönen Erlebnissen - wie zum Beispiel die Fahrt über den Stausee: Embalse de Contreras haben wir leider schon einige Unfälle auf unserer Reise bisher gesehen und auch heute fahren wir an zwei schweren Verkehrsunfällen vorbei. Ich möchte betonen, dass Sonja als Beifahrerin das Bild nicht aus Sensationsgier macht, sondern mich interessieren als Feuerwehrmann solche Einsatzbilder aus taktischen Gründen. Selbstverständlich sieht man auf unseren Bildern keine verletzten oder gar getötete Menschen.

Aus dem gleichen Grund interessieren mich natürlich auch die Waldbrände ..
 
Waldbrand bei Artés in der Nähe von Barcelona
Mit vielen verschiedenen Eindrücken erreichen wir die spanisch/französische Grenze bei Le Perthus, die wir auf der Landstraße überqueren.
Auch ohne Meer und steile Klippen gibt es hier eine herrliche Abendstimmung ...
Und weil es gerade so schön ist, und weil es ja jetzt gar nicht mehr weit ist, fahren wir gleich nach Carcassonne weiter. Beim Besuch der Cité von Carcassonne, der Festungsstadt, begibt man sich auf eine Zeitreise. Die fast verfallene Festung wurde zwar erst im 19. Jahrhundert vollständig saniert, aber es entstand daraus ein ausgedehntes, historisches Monument, das 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde. 
Wir parken unser Womo auf dem, nicht weit entfernten Stellplatz und schlendern begeistert durch die alten Mauern und Gassen, bevor wir uns wohlgenährt und wohlverdient ins Bett schmeißen ...
Stellplatz Carcassonne
Geschotteter offizieller Stellplatz für Wohnmobile und Reisebusse, Mistkübel, WC
Ca. 10 min bis zur Cite, wir zahlten ca.
€ 10,-- für die Nacht; andere berichten von 20 - 40 Euro pro Nacht (?)
F-11000 Carcassonne, Chemin de Montlegun 13 - 15
GPS: N 43,20523°   O 2,37473°
Bilder: 05.08..2017
 
Tag 17So. 06.08.2017
Vormittags:
Sonnig
+ 30° C
Nachmittag:
Sonnig
+ 34° C
Stadtbesichtigung: 09:30 - 12:45 UhrCarcassonne - Tresbès - Chauvet Höhle - Montélimar
Reisezeit: 12:45 - 00:54 Uhr6095 - 6105 -6400 - 6453 km (358 km)
Carcassonne

Nachdem uns gestern Abend die Cité von Carcassonne so gut gefallen hat, wollen wir sie auch heute noch einmal besuchen. Es sind zwar wesentlich mehr Menschen als gestern unterwegs, aber die mittelalterliche Stadt hat auch so seine Reize: Enge Gassen, dicke Festungsmauern und sehr viele Restaurants, Kaffees und vor allem zahlreiche Läden, die wir (eher Sonja ...) natürlich durchstöbern ... 
 
 
trebes_01Man sieht vielleicht schon: Wir haben es heute, an diesem wunderschönen Sonntag gar nicht eilig. Die letzten 1 ½ Tage haben wir sehr viele Kilometer auf unserer Heimreise zurück gelegt, heute wollen wir es wieder einmal gemächlich angehen und auch wieder etwas besichtigen ...

Als wir nach Mittag von Carcassonne abfahren, kommt uns daher nur ein paar Kilometer weiter in Tresbès das örtliche Sommerfest gerade recht. Hier gibt es heimische Spezialitäten, wie z.B. Eis aus Schafmilch, verschiedene Käse- und Salamisorten, Weine, Brot ......
 
Das ganze Dorf ist auf den Beinen, in der Arena gibt es Greifvögel-, Reit- und Rittervorführungen, aber auch Vorführungen mit Stieren, bei denen aber keinem der Tiere ein Leid zugefügt wird.
Wir durchstöbern die vielen Verkaufsstände und lassen uns bei heimischer Musik die Köstlichkeiten schmecken ...
 
Zum Abschluss lauschen wir noch den Lauten der heimischen Pop Größe - Christian Almerge - der mich irgendwie an Troubadix erinnert. Natürlich muss auch noch ein bisschen eingekauft werden, bevor es wieder weiter geht ...  

Bald hätten wir auf dem lässigen Fest die Zeit übersehen, aber es hilft nichts: Irgendwann muss es dann doch weiter gehen. Wir legen auf Landstraßen und durch immer wieder wunderschönen Baumalleen schnell wieder einige Kilometer zurück und landen schließlich im romantischen Tal der Ardèche.

Uns wird gleich klar: Diese Gegend müssen wir uns unbedingt einmal genauer ansehen. Heute ist aber unser Ziel die Caverne du Pont-d'Art - der Nachbau der berühmten Chauvet-Höhle ...
Caverne du Pont d'ArcGPS:   N 44,40666°     O 4,43264°
Öffnungszeiten (Hauptsaison)
08:30 - 22:30 Uhr
Eintritt pro Person: € 15,--
Kinder: € 7,50    
Caverne du Pont d'Arc
Die originalgetreue Nachbildung der Chauvet-Höhle befindet sich ca. 3 km vom Original entfernt.
Wir treffen erst kurz vor 20:00 Uhr am großen Parkplatz vor dem Areal ein und haben Glück: Wir bekommen die letzten zwei Tickets und dazu noch verbilligt! Rasch beeilen wir uns, um zur Führung (mit Audioguide) zu kommen.
Die Grotte Chauvet-Pont-d’Arc, im Departement Ardèche (Südfrankreich), zeigt die ältesten, bis heute bekannten Höhlenmalereien, die vor ca. 36.000 Jahren entstanden sind. Die Malereien zeigen Pferde, Löwen, Rhinozerosse und hunderte weitere Tiere. Insgesamt sind es 15 verschiedene Arten. Sie wurden mit rotem Ocker oder Feuersteinen in die Höhlenwände eingraviert oder mit Kohle auf die Wände gezeichnet. Am 22. Juni 2014 wurde die Grotte in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.
Auch in der nachgebildeten Höhle dürfen keine Fotos gemacht werden ...
Irgendwie stört es mich ein bisschen, wenn man in Museen, Kirchen oder an sonstigen interessanten Orten trotz Eintritt keine Bilder machen darf (bitte nicht verraten, aber meistens halte ich mich nicht ganz daran ...) aber in diesem Fall kann/darf man sich wenigstens Bilder aus dem Internet hochladen ...
Es ist erstaunlich, ja fast nicht zu glauben, wie die Menschen vor bis zu 36.000 Jahren schon künstlerisch tätig waren und wie exakt und einfallsreich die Zeichnungen, Malereien und Ritzungen ausgeführt wurden.

Nach fast einer Stunde Rundgang durch die Höhle, geht es weiter in die Galerie des Aurignaciens. Hier helfen Filme und Touchscreens die Wollnashörner, Mammuts und Riesenhirsche zu entdecken. Wirklich gut gemacht das Ganze - kein Wunder, dass der Bau des gesamten Areals ca. 55. Millionen Euro gekostet hat ...
Zwischengeschichtl - Invasion der Mingerln:
Mittlerweile ist es 22:30 Uhr geworden, das Bett ruft. Aber am großen Parkplatz
vor der Caverne darf man nicht stehen bleiben (Schranken schließt) und auf einem Parkplatz neben der Straße wollen wir nicht übernachten. Also machen wir das, was wir in solchen Fällen immer machen: Wir fahren einfach in Richtung Heimat weiter, irgendwo werden wir schon ein geeignetes Plätzchen finden. Die Straße führt den Berg rauf und wird schmäler. Nach ein paar Kilometer stoßen wir auf ein Umleitungsschild und bei der Umleitungsstrecke auf ein Fahrverbot für Wohnwagen und einer Gewichtsbeschränkung von 3,5 t. Meistens kein gutes Zeichen ... Erwartungsgemäß wird die Straße oder besser gesagt, der Weg noch schmäler, teilweise einspurig.  Jedes Mal, wenn wir an eine Straßenkreuzung kommen, hoffen wir auf eine breitere, größere  Straße. Aber, das Gegenteil ist der Fall ...
Heute ist Vollmond und zur unheimlichen Gegend kommen noch tausende Nachtfalter, die uns wie dicke Schneeflocken entgegen kommen. Gott sei Dank sind das ziemlich die einzigen Lebewesen, die uns entgegen kommen, kein Mensch ist hier zu Fuß unterwegs und nur ganz wenige Fahrzeuge begegnen uns und das ist auch gut so. Wir fahren kilometerlang bergauf, bergab durch den Wald und die Stellen zum Ausweichen sind sehr, sehr dünn gesät. Nach gut dreißig Kilometern geht es über eine schmale, kurvige Bergstraße talwärts. Teilweise muss ich mit meinem 6,99 m Mobil zurück setzen, um die Kurven zu bewältigen. Aber - das ist ein hoffnungsvolles Licht in der Dunkelheit, wir nähern uns endlich wieder der Zivilisation - eine größeres Dorf (Viviers) liegt vor uns.

Halleluja, wir haben es geschafft und quasi zur Belohnung finden wir im Hafen an der Rhone ein wunderbares Plätzchen zum Übernachten. Es ist jetzt kurz vor Mitternacht, Sonja bereitet eine kleine Mahlzeit (wir haben heute am Abend noch nichts gegessen ...), wir hören die rauchige Stimme einer französischen Sängerin im Lokal am Hafen, die Rhone plätschert leise dahin, ich öffne mir ein Bierchen - Wohnmobilherz, was willst du mehr ...
... Wenn da nicht die vielen kleinen Mücken wären. Ja, wo kommen denn die alle her? Ganz kleine, winzige Mücken - "Mingerl" sagt meine niederösterreichische Gattin und wer Sonja kennt, weiß wie tierliebend sie ist. Aber bei Gelsen, "Mingerln" und anderem Kleingetier hört diese Tierliebe ganz schnell auf. Es dauert nicht lange und Sonja wird umschwirrt von einer ganzen Mingerl-Wolke. Diese unanständigen Viecher kommen durch die Lüftungsschlitze der Fenster herein und das Insektengitter der Eingangstür ist sowieso überhaupt kein Problem für die Insekten, die sich mittlerweile, trotz nun geschlossener Tür, zu hunderten in unserem Wohnmobil tummeln. Ein Vorteil, dass die Tiere so klein sind ist die Tatsache, dass - wenn man sie zwischen den Händen zerklatscht - machen sie keine großen Blutflecken. Und zu dieser drastischen Maßnahme greift nun, die ansonsten wirklich sehr tierliebende Sonja. Aber es sind eindeutig zu viele, viel zu viele - eine Invasion, wie in einem Horrorfilm! Rund um das Dachfenster wurrl't es schon ganz schwarz, die Sicht im Wohnmobil ist eingeschränkt und es werden immer mehr. Auch außen, unter der Straßenlaterne verdunkelt sich unsere Windschutzscheibe. Leichte Panik breitet sich innen aus - wer Hitchcock's "Die Vögel" kennt, weiß - wovon ich spreche ...
Was kann man - wir - tun? Die Aktion mit dem Staubsauger und das brutale Zerklatschen der Mingerl führt zu keinem messbaren Erfolg, es sind einfach zu viele! Sonja und ich beraten uns kurz (Kriegsrat) und setzen den ersten Punkt unseres Notfallplanes sofort um: Wir müssen hier weg! Ich starte unser Womo und nach ein paar Kilometern, fernab des Flusses geben wir den kleinen Tieren mit dem Öffnen aller möglichen Fenster und Türen die letzte Chance, unser Wohnmobil lebend zu verlassen. Leider nützen die Mingerl dies nicht. Damit ist ihr Schicksal besiegelt, Uns bleibt nichts anderes mehr übrig, als den Insektenspray aus der Waffenkammer zu holen. Nach dem gezielten Einsatz und ein paar Minuten ist alles vorbei, Totenstille herrscht im Wohnmobil ...
Ich gebe wieder Gas, wir öffnen nach einer Weile wieder alle Fenster, damit wir nicht auch noch benebelt wegschlafen und finden dann ein paar Kilometer weiter in Montèlimar einen offiziellen Stellplatz. Während wir die Leichen zusammen kehren, bleiben die Fenster geöffnet. Gegen 01:30 Uhr fallen wir todmüde in die Betten - wir haben überlebt ...
 
 
Stellplatz Montélimar
Offizieller Stellplatz, kostenlos
Geschottert, V/E, Mistkübel
F-26200 Montélimar
GPS: N 44,56565°   O 4,75652°
 
Bilder: 06.08..2017
 
Tag 18Mo. 07.08.2017
Vormittags:
Sonnig
+ 28° C
Nachmittag:
Sonnig
+ 28° C
Reisezeit: 09:26 - 19:30 UhrMontélimar - Colmar (F) - Herbolzheim (D)
Reisezeit: 9 Stunden 48 Minuten6453 - 7018 - 7093 km (640 km)
Unser Wohnmobil ist wieder rein - alle Leichen sind beseitigt und auch die Insektensprayradikalkur hat bei uns (hoffentlich) keine bleibenden Schäden hinterlassen ...

Heute wollen wir wieder maut frei ein paar Kilometer hinter uns lassen und dann noch Colmar - die schöne Stadt im Elsass, an der wir bisher immer vorbei gefahren sind - besuchen. Durch das Rhonetal und wieder einmal an einem Kernkraftwerk vorbei, geht die lustige Fahrt weiter. Ich vermisse jetzt schon die schönen Küstenstraßen von Spanien und Portugal ...
 Colmar
Wie gesagt, wir sind bisher an dieser netten Stadt immer nur vorbei gefahren - leider. Unser Wohnmobil haben wir am offiziellen Stellplatz der Stadt am Hafen abgestellt. Das Areal war zwar schon voll und das Tor verschlossen, aber wir haben unser Fahrzeug - so wie etliche andere auch - vor dem Tor geparkt.
Stellplatz Colmar HafenGPS:   N 48,08033°   O 7,37375° 
Zwischengeschichtl - Sprechen sie Deutsch (II):
Ich hätte es eigentlich besser wissen müssen und wenn man zwei Mal den gleichen Fehler macht, ist man selber schuld - vor ein paar Monaten in Straßburg erging es uns ähnlich:

Mein Fehler war, dass wir gefragt haben, ob man in diesem Lokal Deutsch spricht - dies wurde auf englisch verneint ...
Wir bekamen gegen 21:15 Uhr einen Platz im Gastgarten des gut besuchten Le Stam in der romantischen und schönen Stadt Colmar. Der geschäftige Kellner verneinte die Frage, ob er Deutsch sprechen würde und fragte uns auf Englisch nach Getränken. Dass wir einige Zeit auf die Getränke warten mussten, war kein Problem, aber wir sagten dem Kellner mindestens drei Mal, dass wir auch essen wollten. Nach ca. 20 Minuten brachte er dann endlich die Speisekarte, sagte aber dazu, dass zwei Drittel der Speisen schon aus wären. Also bestellten wir aus dem was überblieb Weinbergschnecken in Variationen und einen Flammkuchen. Gleichzeitig auch noch weitere Getränke, auf die wir wieder 15 Minuten warten mussten. In dieser Zeit lief der Kellner öfters an uns vorbei, reagierte aber nicht auf unsere Zurufe. Als dann endlich die Getränke und wieder einige Zeit später das Essen kam. Servierte er 12 Weinbergschnecken in den bekannten Schälchen: Keine verschiedenen Variationen - in relativ geschmackloser grünen Soße (wenig gewürzt, kein Knoblauch) und ohne Brot. Der Flammkuchen wies außen eine schwarze verkohlte Schicht auf. Auf meine Reklamation hin, bekam ich dann drei halbe Scheiben Brot.
Auf Grund des fortgeschrittenen Abends und dem Hinweis, dass die Küche jetzt geschlossen sei, aßen wir halt das auf, was halbwegs genießbar war, um zumindest an diesem Abend satt zu werden.
Wie dann anschließend meine Reklamationen vom Personal behandelt wurden - möchte ich hier nicht mehr wiedergeben, kurz zusammengefasst: Eine Frechheit ...

Zum Abschluss möchte ich betonen, dass dies für uns absolute Ausnahmen sind, wir haben in Frankreich und mit den Franzosen sonst nie schlechte Erfahrungen gemacht, im Gegenteil! Wir werden die ansonsten schöne Stadt Colmar sicherlich wieder besuchen - das besagte Lokal sicherlich aber nicht mehr ...
Bis auf das Abendessen mit einem unfreundlichen Personal, ist Colmar eine sehr besuchenswerte Stadt: 
 Da der offizielle Stellplatz am Hafen in Colmar voll war, fuhren wir an diesem Abend ein Stückchen weiter und nächtigten auf dem Autobahnparkplatz in Herbolzheim (D).
(Die Sehnsucht nach Spanien und Portugal steigt weiter ... ;-))
 
Autobahnparkplatz Herbolzheimkostenlos
Bilder: 07.08.2017
 
Tag  19 + 20Di. 08.08.2017 + Mi. 09.08.2017
Vormittags:
Sonnig
+ 25° C
Nachmittag:
leicht bewölkt
+ 26° C
Herbolzheim - München7093 - 7519 km (426 km)
München (D) - Kuchl (A)7519 - 7711 km (192 km)
Es geht nach Hause. Über den Heimweg ist relativ wenig Spektakuläres zu berichten. Es geht bei viel Verkehr über Stuttgart nach München. Besuch bei einem sehr großen Campinghändler und anschließend zum Ausklang, einen wirklich erholsamen Abend in der Therme Erding.
Wir übernachten kostenlos am Parkplatz der Therme und fahren am Mittwoch dann wieder schön gemütlich weiter. Besuch der Wallfahrtskirche Wilparting und der benachbarten bayrischen Gasstätte. Ankunft zu Hause: 14:23 Uhr ...
 
... auch wieder schön, daheim zu sein ... 
 

Bilder: 5. Etappe
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