Gästebuch
 Startseite nach rechts Reiseberichte nach rechts Spanien/Portugal 2017  nach rechts 2. Etappe

Reiseberichte 

Spanien/Portugal 2017: Auf den Spuren des Jakobsweges ...    (Teil 2) 

 

Kuchl (A) - Musée de I'insolite (F) - Monte Jaizkibel (E) - San Juan de Gatzelugatxe - Park Cabarceno - Santillana - Playa de Barayo - Castro de Coaña - Praia de Picón - La Coruña - Capo de Finisterre - Cascada de Rio Ézaro - Playa Boca de Rio - Santiago de Compostela - Monte de Santa Trega -Praia de Rodanho (P) - Bom Jesus do Monte - Praia do Funtão - Porto - Fátima -Tomar - Peniche Papóa - Sintra - Lissabon - Cristo Rei - Cabo Espichel - Praia de Vale Figueires - Praia da Bordeira - Cabo de São Vincente - Ponta da Piedade  - San Clemente (E) - Carcassonne (F) - Trebés - Chauvet Höhle - Montélimar - Colmar - Herbolzheim (D) München Erding - Kuchl (A)

 


21. Juli bis 9. August 2017  7711 km
    
 Übersicht  
1. Etappe2. Etappe3. Etappe4. Etappe5. Etappe
Die Anfahrt über FrankreichNordspanien - Camino del CostaNordportugal - Caminho PortuguesLissabon und SüdportugalDie Heimfahrt
(1773 km)(1382 km)(616 km)(744 km)(3378 km)
     

2. Etappe - Nordspanien - Camino del Costa:

24.07. - 28.07.2017

Bilder: 2. Etappe

 

Mont Jaizkibel (E) - San Juan de Gatzelugatxe - Park Cabarceno - Santillana - Playa de Barayo - Castro de Coaña - Praia de Picón - La Coruña - Capo de Finisterre - Cascada de Rio Ézaro - Playa Boca de Rio - Santiago de Compostela - Monte de Santa Trega (1382 km)
Spanien/Portugal 2017 
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 4Mo. 24.07.2017
Vormittag:
Regen
+ 18° C
Nachmittag:
lRegen
+ 20° C
Reisezeit: 10:00 - 19:28 UhrMonte Jaizkibel - San Juan de Gatzelugatxe - Naturpark Cabarceno
9 Stunden 28 Minuten1773 - 1923 - 2050 km (277 km)
Romantisch klopfte es auf unser Womodach - es regnet und der Nebel hängt im Tal. Wir lassen uns Zeit, um aus dem wollig, warmen Bett zu kriechen.

Beim Frühstück sehen wir die ersten Pilger, die bei diesem Sauwetter am Camino del Costa an unserem beheizten Wohnmobil vorbei ziehen. Eigentlich könnten sie uns ja leid tun, aber sie machen am Anfang ihrer 835 km langen Reise am nördlichsten Jakobsweg einen sehr glücklichen und zufriedenen Eindruck ...
Schön langsam machen wir uns auch auf den Weg. Leider oder Gott sei Dank (???) mit dem Wohnmobil. Normalerweise würden wir den Reiseführer "Mit dem Wohnmobil nach ..." folgen und ins Gebirge, in die Pyrenäen fahren, um vielleicht Geier zu beobachten und alte Dörfer zu entdecken. Das Wetter lässt uns aber die Route ändern und so fahren wir die schmale Küstenstraße vorbei an San Sebastián in Richtung San Juan de Gatzelugatxe ...
Fast in jeder Bucht wachsen Fremdenverkehrsorte mit den dazugehörenden, nicht ganz so schönen Hotelkomplexen hervor. Das Meer schäumt auf die Sandstrände und etwas später nach Deva, wird die Straße schmäler und die Gegend einsamer. Unser heutiges Hauptziel ist aber die Klosterinsel ...
San Juan de Gaztelugatze - die Klosterinsel ...
... empfängt uns ebenfalls mit starken Regen. Aber das macht uns genauso wenig aus, wie den Pilgern, wir sind ja gut ausgerüstet und schnüren unsere Gore-Tex-Bergschuhe von Lowa (gekauft bei UNTERWURZACHER-SCHUHE ... ;-)), um uns auf den Weg zu machen ...
Die beeindruckende Klosterinsel im Baskenland, mit dem - für mich - unaussprechlichen Namen ist leider in keinem unserer Reiseführer eingetragen, was mich doch sehr verwundert. Ich kenne die Insel auch nicht als Drehort für "Games of Thrones", sondern als Hintergrundbild auf meinem PC und habe mir schon beim ersten Mal, als ich es gesehen habe, gedacht: da will ich unbedingt mal hin ...
... und jetzt steigen wir den steilen und teilweise sehr rutschigen Weg hinunter, zum tosenden Meer, das durch den peitschenden Wind aufgewühlt wird. Die Aussicht ist trotz des Regens top und die Stimmung sehr mystisch. Es hilft alles nichts, um zur Kapelle hoch zu kommen, müssen wir vorher die ca. 237 Stufen (es können auch ein paar mehr sein) erklimmen. Kommt die leichte Nässe auf meiner Haut von der Gore-Tex-Jacke, vom Regen oder gar von der leichten Anstrengung? Am Ende der Stufen erreichen wir die Stelle, an der laut Legende Johannes der Täufer seinen Fußabdruck hinterlassen hat - als Fachmann würde ich sagen: leichter Senkfuß. Nebenan erwartet uns die malerische Kapelle und vor allem der herrliche Blick über die stürmischen Wogen des Golfs von Biskaya, die auf dieser Insel Klippen, Tunnel und gewagte Bögen geformt haben. An der Kirche des ehemaligen Klosters befindet sich eine Glocke, die man dreimal läuten soll. Dabei kann man sich Fruchtbarkeit (wohl nicht mehr notwendig ...), eine erfüllte Liebe oder Sonstiges wünschen. Die Besucher machen ausgiebig Gebrauch davon, das Läuten kann aber nicht die lebhafte Seemannsmusik, die aus einem Lautsprecher in der Kirche kommt, übertönen. Erbaut wurde die Kirche um 1053 und diente im 12. und 13. Jahrhundert vermutlich dem Templerorden als Rückzugsort. Das ist schon ein Weilchen her und seither sollen Ritter, Hexen, Seeungeheuer und sonstige Sagengestalten hier ihr Unwesen getrieben haben.
Bei unserem Besuch haben sich sämtliche bösen Geister, wahrscheinlich auf Grund des schlechten Wetters, Gott sei Dank verzogen und auch der Touristenstrom hält sich - wahrscheinlich ebenfalls aus dem gleichen Grund - sehr in Grenzen ...
 
Nach dem Abstieg wird der Regen noch stärker. Um nicht den rutschigen Hinweg nehmen zu müssen, gehen wir zuerst auf einem Güterweg in östliche Richtung und biegen dann auf einem Privatweg ab, der uns einsam aber wohlbehalten zu unserem Wohnmobil führt. Auf Grund des schlechten Wetters lassen wir den Besuch im Guggenheim-Museum in Bilbao (hätte mich sehr gereizt) ausfallen und fahren direkt zum Stellplatz im Naturpark Cabarceno, den wir morgen besuchen wollen ...
Großer Schotterplatz  
Direkt neben dem Naturpark Cabarcena an einem kleinen Teich gelegen
kostenlos, Mistkübel, V/E
E-39690 Cantabria, Barrio Obregon 6A,
GPS: N 43,37743°   W 3,82300°
Bilder: 24.07.2017
 
 
Tag 5Di. 25.07.2017
Vormittag:
Bewölkt
+ 2ß° C
Nachmittag:
leicht bewölkt
+ 22° C
Reisezeit: 15:30 - 21:00 UhrNaturpark Cabárceno - Santillana del Mar - Playa de Barayo
Reisezeit: 5 Stunden 30 Minuten2050 - 2108 - 2363 km (313 km)
Gestern gab es leider keine Garnelen und der Stellplatz am Naturpark Cabárceno ist ein großer, geschotteter Parkplatz und zweckmäßig. Unter den ca. 50 Wohnmobilen auf diesem Platz befinden sich hauptsächlich Spanier, Italiener und Franzosen, kein Deutscher und ein Österreicher - nämlich wir.

Nach dem Frühstück wollen wir den großen Zoo auf dem ehemaligen Gelände einer Eisen-Mine mit dem Wohnmobil erkunden ...
Tierpark Cabárceno
Voller Erwartung brechen wir auf und stellen uns mit dem Womo in die Auto-Warteschlange. Ein Mann klopft an unser Fenster und fragt uns, ob wir für € 3,-- einen Behindertenausweis kaufen möchten. Das würde uns einen verbilligten Eintritt ermöglichen. Weil wir 1. - Gott sei Dank, soweit mir bekannt ist, weder eine körperliche noch eine geistige Behinderung aufweisen und 2. - relativ ehrliche Menschen sind, weisen wir dieses Angebot entrüstet zurück.
Wir zahlen gerne die € 30,-- pro Person (einen Tag Schifahren ist wesentlich teurer ...) und versuchen uns mit dem Plan zuerst einmal einen groben Überblick zu schaffen:
Auf dem Riesengelände (alleine das Elefantengehege ist 20 ha groß) wurde früher im Tagebau Eisen abgebaut und wir fahren auf guten Straßen (ca. 20 km lang) durch die eigentümliche Landschaft. Aber es ist kein Safaripark - die Tiere sind in sehr großen Gehegen untergebracht und es gibt überall Parkplätze, auf denen man das Fahrzeug abstellen kann, um dann die Viecher zu Fuß genauer beobachten zu können. Infrastruktur, wie Restaurant, WC usw. ist ebenfalls vorhanden. Eine Besonderheit sind die drei Seilbahnen (vermutlich aus Österreich ... ;-)), mit denen man über das Gelände schwebt und dadurch den Tieren ohne zu stören noch näher kommt. Weiters existiert noch ein Affenhaus, ein Reptilienhaus und vieles mehr. Es gibt soviel zu sehen und so verbringen wir bis zum Nachmittag, bei immer besser werdenden Wetter eine interessante Zeit ...
 
Wenn uns kein einheimischer Wochenmarkt unterkommt, muss eben auch ein Supermarkt für den Einkauf der notwendigsten Lebensmitteln genügen. Man kann die spanischen Supermärkte zwar nicht ganz mit dem Riesenangebot in den französischen Märkten vergleichen, aber für unsere Ansprüche genügen sie allenthalben. Hauptsache es gibt frische Garnelen, die heute unbedingt her müssen ...

Danach setzen wir wieder unsere Reise fort - Santillana del Mar - mit der sehenswerten Altstadt ist unser nächstes Ziel ...
Santillana del Mar
Die jahrhundertealte Altstadt mit der Colegiata de Santillana del Mar (Stiftskirche der Hl. Juliana, Sant Iuliana - Santillana), die der Stadt ihren Namen gegeben hat, sowie zahlreichen Handelshäusern und Palästen, liegt natürlich auch auf dem Jakobsweg und man sieht überall die berühmte Muschel. In der gesamten Altstadt herrscht absolutes Fahrverbot und so kann man gemütlich durchschlendern oder ein Kaffeetscherl trinken und die Touristen beobachten ... ,-))

Aber wir haben heute vom Reisen noch nicht genug und wollen wieder direkt ans Meer. Ein einsamer Strand, mit romantischen Sonnenuntergang, das wäre jetzt wirklich ideal ...

Also geht es flott weiter, ein kurzes Stück auf der mautfreien Autobahn, vorbei an einem der berühmten Stiere (14 m hoch) die früher für Werbezwecke aufgestellt waren und jetzt als Symbol für Spanien gelten ..

Dieses Mal dient uns wieder der Reiseführer "Mit dem Wohnmobil nach Nord-Spanien" als Grundlage unserer Route. Sie führt uns durch Asturien bei immer besser werdenden Wetter, nach Luarca. Über eine einspurige Eisenbahnlinie fahren wir auf einem Feldweg zu einem Wiesenplatz. Hier könnte man zwar ungestört stehen, aber man hat keinen direkten Blick auf den Strand unterhalb.

Weil wir in der Zwischenzeit in der Hinsicht auf traumhafte Übernachtungsplätze schon ziemlich verwöhnt sind, geht es wieder retour und wir versuchen es auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht, in der Nähe von Vigo, noch einmal.

Hier finden wir einen großen asphaltierten Parkplatz, direkt oberhalb der Klippen. Unterhalb offenbart sich ein Traumstrand: Eine langgezogene, sandige Bucht mit bizarren Klippen neben denen sich der Rio Barayo gemächlich ins Meer schlängelt ...

Als die letzten Badegäste heraufsteigen und mit ihren Fahrzeugen den Platz verlassen, stehen wir fast alleine an diesem wunderbaren Platz der Erde ...
Playa de Barayo
Ich muss aufpassen, dass ich vor lauter Euphorie nicht zu viel ins Schwärmen komme, bei diesen Traumstränden und wie Sonja so schön sagt, "Man isst ja auch nicht jeden Tag Garnelen ..."
Aber heute schon! Ich kann mich fast nicht entscheiden, ob der kulinarische oder der optische Hochgenuss größer ist?

Ich würde sagen, beides zusammen und die einsame Zweisamkeit bescheren einen unvergesslichen Urlaubstag an der Küste Nordspaniens ...
Playa de Barayo 
Asphaltierter Parkplatz (leicht schräg) oberhalb des Traumstrandes, Mistkübel
kostenlos
Zufahrt über Puerto de Vega und
E-33790 Vigo
GPS: N 43,55959°   W 6,62173°
Bilder: 25.07.2017
 
Tag 6Mi. 26.07.2017
Vormittags:
Sonnig
+ 26° C
Nachmittag:
leicht bewölkt
+ 25° C
Reisezeit: 11:05 - 19:50 UhrPlaya de Barayo - Castro de Coaña - Playa de Arnao de Figueras - Punta Estaca de Bares - Praia de Picón
Reisezeit: 8 Stunden 45 Minuten2363 - 2382 -2437 - 2532 - 2552  km (189 km)
Frühmorgens, als Sonja noch friedlich schläft, mache ich einen kleinen Spaziergang über die steilen Klippen zu meinem persönlichen Traumstrand. Bis auf zwei junge Damen mit ihren zwei Hunden, die hier übernachtet haben, ist er menschenleer. Ca. 700 Meter lang, erfrischendes Wasser, links bizarre Oxitfelsen und rechts unheimliche Höhlen, dazwischen jungfräulicher feinster Sandstrand, der laut Felsenschrift angeblich auch von Anhängern der Freikörperkultur genützt wird. Zurück wandere ich über einen schönen Waldweg, der über den Rio Barayo und das sumpfige Hinterland führt ...
 
Auch nach dem Frühstück können wir uns kaum von diesem herrlichen Plätzchen Erde trennen. Aber es hilft nichts, wir müssen irgendwann weiter und verlassen einen der schönsten, einsamen Strände, die ich kenne ...

Castro de Coaña
Wir fahren einige Kilometer nach Castro de Coaña - einem keltischen Dorf, das so ca. im 1. Jahrhundert nach Christus erbaut wurde.

Zudem haben wir auch noch Glück, da der Eintritt heute kostenlos ist ...
Castro de Coaña - Keltendorf AusgrabungenGPS: N 43,50876°
W 6,74754°
Playa de Arnao de Figueras
Nach soviel Kultur dürstet uns nach Erfrischung und wir fahren zum Playa de Arneo de Figueras, wo wir uns bei ca. + 23° C in die Fluten schmeißen ...
Playa de Arnao de FiguerasGPS: N 43,54973°
W 7,01963°
Punta de Estaca de Bares
Wir hatten vor der Reise schon gefürchtet, dass es uns eventuell in Spanien im Hochsommer zu heiß sein könnte, aber das Wetter und die Temperatur so um die 26 Grad sind einfach ideal. Am Strand weht dann auch noch immer ein frischer Wind vom Atlantik her und die Nächte sind angenehm kühl.

Ein gar nicht so leichter Wind weht auch am nördlichsten Punkt Spanien, am Punta de Estaca de Bares, unserem nächsten Ziel ...
Nicht das Ende der Welt aber doch das nördliche Ende Spaniens ...
Punta de Estaca de Bares - der nördlichste Punkt SpaniensGPS: N 43,78427°
W 7,68409°
Praia de Picón
So, jetzt brauchen wir zum Abschluss des Tages noch einen schönen Übernachtungsplatz. Wir steuern den Geheimtipp eines Freundes an: The best bank of the world ...

Susi, unser Navi, steuert hingegen einen engen Waldweg an und bevor wir irgendwo hängen bleiben, erkunden wir zu Fuß den weiteren Verlauf. Aber unsere Sorge ist unbegründet und so fahren wir durch den Wald auf den Praia de Picón und der schönsten Bank auf der Welt zu ...
Ein wirklich schönes Plätzchen, so schön, dass die Leute anstehen, um ein Foto davon zu machen ...


Ein paar Meter weiter östlich machen wir uns auf dem Parkplatz eines Imbissstandes gemütlich und genießen die Aussicht.

Gegen Abend stehen wir alleine und verlassen auf den Klippen des Praia de Picón und inhalieren den romantischen Sonnenuntergang ...
Zwischengeschichtl - Nach Hause telefonieren:
Nach der Abschaffung der Roaminggebühren in der EU Mitte 2017 haben wir nun auch im Ausland WhatsApp für uns entdeckt. Alles ist viel einfacher geworden und man braucht sich auch keine Sorgen mehr über das Nachhausetelefonieren oder den Internetgebrauch machen, das wir früher aus Kostengründen eher nur eingeschränkt verwendet hatten.

Hat es damals von Seiten unserer Kinder samt Anhang immer geheißen: "Ihr könntet euch schon öfters im Urlaub melden ...", so sind sie jetzt teilweise schon ein bisschen von unserem Mitteilungsbedürfnis überfordert.  Aber das macht (uns) nichts aus, die sollen ruhig wissen, wie gut es uns im Urlaub geht. Und weil es so einfach ist und nichts zusätzlich kostet, müssen wir natürlich auch unseren Freunden die schönsten Übernachtungsplätze, Sehenswürdigkeiten uns Sonstiges zeigen. Da spielt jetzt natürlich nicht die Schadensfreude oder der Neid eine Rolle, sondern man ist einfach nur glücklich, wenn es einem selbst so gut geht im Urlaub, während die anderen arbeiten müssen und man möchte Verwandte und Freunde doch auch ein bisschen am eigenen Glück teilhaben lassen ...
 
Übernachtungsplatz Praia de Picón
Geschotterter Parkplatz, kostenlos
The best bank of the world
E-15339 Ortigueira
GPS: N 43,74399°   W 7,74444°
Bilder: 26.07.2017
 
Tag 7Do. 27.07.2017
Vormittags:
Regen
+ 22° C
Nachmittag:
leicht bewölkt
+ 24° C
Reisezeit: 10:22 - 20:40 UhrPraia de Picón - La Coruña - Cabo de Finisterre - Cascada del Ézaro - Playa Boca do Rio
Reisezeit: 10 Stunden 18 Minuten2552 - 2725 - 2871 - 2899 - 2913 km (361 km)
Ja ist es denn nach dem gestrigen wunderschönen Sonnenuntergang zu glauben: Es regnet! Macht aber auch nichts, wir wollen eh ein paar Kilometer fahren, um uns La Coruña anzusehen.
Wir lassen uns so richtig Zeit, besuchen noch einmal die nasse, Best bank of the world - ohne Besucheransturm und machen uns dann auf den weiteren Weg. Der Regen wird mehr und die Strecke ist dieses Mal auch nicht so malerisch wie bisher. Man braucht natürlich nicht weltfremd sein und glauben, dass es nur Postkartenbilder in Nordspanien zu knipsen gibt - selbstverständlich gibt auch Industrie, Atomkraftwerke  und nicht so schöne An- und Aussichten, wie überall auf der Welt und da ist nicht nur das schlechte Wetter schuld ....
Gegen 13:00 Uhr erreichen wir bei sehr regem Stadtverkehr La Coruña, die Hauptstadt der Provinz Coruña in der autonomen Gemeinschaft Galicien. Die Stadt zählt ca. 243.978 Einwohner, wobei mir vorkommt, dass sich die meisten davon auf den Straßen aufhalten.
Susi das Navi sagt mir, dass ich gerade aus weiter fahren soll - während mir die Verkehrsschilder sagen, dass sich vor mir eine videoüberwachte Fußgängerzone befindet. Also abbiegen und einen anderen Weg suchen, der zu einem günstig gelegenen Stellplatz am Hafen führen sollte. 
Irgendwie kommen wir aber immer wieder zu dem einen Punkt, wo ich nicht weiterfahren dürfte.

Dürfte - weil mich nämlich der Regen, der Verkehr und die Schilder leicht nerven und der Stellplatz nicht allzu weit entfernt zu sein scheint, fahre ich dann einfach die breite Straße am Hafen entlang. Ich lächle nett und winke ein bisschen mit der Hand, damit die Videoaufnahmen nicht allzu schlecht werden und ich vielleicht durch einen guten Eindruck dem drohenden Strafmandat entgehen kann ...
La Corruña
So gelangen wir unbehelligt zum offiziellen Stellplatz, wo man für € 22,-- - 24 Stunden lang stehen könnte. So lange bleiben wir hier natürlich nicht und dementsprechend zahlen wir auch weniger im Büro (hat auch WC), wo von einer netten Dame die Ankunftszeit aufgeschrieben wird.


Danach geht es zu Fuß in die Altstadt von La Coruña, wo wir auch ein gutes Mittagessen in einem der vielen Lokale einnehmen ...
La Coruña - Stellplatz HafenGPS: N 43,36933°
W 8,38788°
Da wir des Spanischen nicht mächtig sind, bandelt Sonja kurzer Hand mit dem Koch an und so bekommen wir ein hervorragendes Mittagessen serviert: Paella mit Meeresfrüchten und als Vorspeise - köstliche Pimientos de Padrón (gegrillte spanische Paprika).

La Coruña ist trotz des starken Regens (da kann die Stadt ja nichts dafür) einen Besuch wert, steht aber optisch im krassen Gegensatz zu den bisherigen Naturschönheiten unserer Reise. Nach einem Verdauungsspaziergang zieht es uns dann also wieder weiter an's Kap Finisterre, das eigentliche Ende des Jakobsweges.
Cabo de Finisterre
Das Wetter hat sich auf der Fahrt zum Kap wieder gebessert. Wir sind am Ende der Erde - am Cabo de Finisterre - angekommen. Hier endet eigentlich der Jakobsweg, darum gibt es hier auch den Kilometerstein 0.


Wir sind zwar nicht ganz am westlichsten Punkt Europas, aber es ist trotzdem wirklich schön hier und wir genießen die immer wärmer werdende Sonne bei einem Spaziergang.
Zwischengeschichtl - Prominent:
Während Sonja mal für kleine Mädchen muss, steht er plötzlich am Kap Finisterre leibhaftig und wirklich real vor mir: Josef Hader - Der große österreichische Kabarettist, Schauspieler, Autor und zuletzt auch Filmregisseur. Naja, so groß ist er nun auch wieder nicht, ungefähr meine Größe und ein halbes Jahr - man glaubt es kaum - jünger als ich (was man ihm aber nicht ansieht ...). 
Ich habe ihn vor einiger Zeit bei einer Filmpremiere in Salzburg persönlich kennen gelernt und ihn hier in Spanien sofort wieder erkannt - er mich erstaunlicher Weise leider nicht ...
Ein Film wie "Indien" ist legendär, die meisten Bücher von Wolf Haas habe ich verschlungen, gefressen und auch die Verfilmungen der Brenner-Romane alle gesehen. Sie waren zwar nicht ganz so gut wie die Bücher (aber welche Verfilmung ist das schon?), doch Hader ist trotzdem die perfekte Inkarnation des Romans-Antihelden.
Und jetzt begegne ich ihm von Angesicht zu Angesicht in Spanien und bring kein Wort heraus. Nichts! Nicht: "Hallo Josef" oder vielleicht: "Servus Brenner, hoffentlich ist nicht schon wieder etwas passiert ...". Nichts, ich schaue ihn an und warte darauf, dass er sagt: "Ja Hallo, sie kenne ich doch von der Filmpremiere in Salzburg ..." Aber nichts, absolute Ruhe, quasi Stille am Ende der Welt. Vielleicht ist er es ja gar nicht, sondern nur irgendein Josef der dem Hader nur ähnlich sieht?
Und dann geht er von hinnen, er der so aussieht wie der Hader oder es sogar ist - ohne mich eines Blickes zu würdigen. Schnell ein Foto, sonst glaubt mir das kein Mensch. Vielleicht hätte ich ihn doch ansprechen sollen, vielleicht hätte er mich dann zumindest zu seinem nächsten Kabarettprogramm als Ehrengast oder so eingeladen? Vielleicht ist es aber auch gut, dass ich nicht zu ihm gesagt habe, weil er eventuell, so wie ich, seinen Urlaub ungestört verbringen und sein Ruhe haben möchte? Könnte man doch auch verstehen - oder?
Eh klar, aber eine Freikarte wäre trotzdem nicht schlecht gewesen, vielleicht liest der Hader das ja hier noch ... ;-))
Cabo de Finisterre - der fast westlichste Punkt Europas und das Ende der Erde ... ;-))GPS: N 42,88619°
W 9,27198°
Wir haben das Kap Finisterre und Hader gesehen und nun geht es wieder zurück am Camino Finisterre - hilft ja eh nichts ...
Immer wieder sehen wir Hórreo's - die berühmten Getreidespeicher, die so typisch für Spanien und Portugal sind und auf Stelzen gebaut wurden, damit Mäuse und anderes Getier nicht hoch kommen.
Cascada de Èzaro
Unsere Reise führt uns nun zum Cascada de Ézaro, einem Wasserfall, der fast direkt ins Meer mündet und uns ganz stark an unsere Norwegenreise 2014 erinnert ...
Cascada de Rio ÉzaroGPS: N 42,91273°
W 9,12347°
 
Und weil es so schön war, wir aber trotzdem noch einen schönen Übernachtungsplatz brauchen, geht es bei wunderbarer Stimmung weiter. 



Playa Boca do Rio

Was soll ich sagen: Der nächste Traumstrand - ich kann es nicht anders ausdrücken, aber beurteilt selber: Ruhiges Meer, feinster Sandstrand, urige Granitblöcke, wundervolle Wolkenbilder - hier bleiben wir über Nacht ...
 
 
Übernachtungsplatz Playa Boca do Rio
Geschotterter Parkplatz, Mistkübel, kostenlos
Am Tag (10:00 - 19:00 Uhr) PKW-Parkplatz
richtiger Wohnmobil-Stellplatz 100 Meter im Landinneren
E-15293 Carnota
GPS: N 42,84097°   W 9,12397°
Bilder: 27.07.2017
 
Tag 8Fr. 28.07.2017
Vormittags:
Sonnig
+ 25° C
Nachmittag:
leicht bewölkt
+ 22° C
Reisezeit: 10:54 - 21:30 UhrPlaya Boca do Rio - Santiago de Compostela - Monte de Santa Trega
Reisezeit: 10 Stunden 36 Minuten2913 - 3002 - 3155 km (242 km)
Es war still in der Nacht am Playa Boca do Rio, nur ein einziges anderes Wohnmobil hat auf dem gleichen Platz gestanden. In der Früh macht uns dann ein netter Herr Gemeindebediensteter mit oranger Warnweste darauf aufmerksam, dass sich der eigentliche Stellplatz für Wohnmobile weiter im Landesinnere befinden würde, hier sei normal der Parkplatz für PKW's, der ab 11:00 Uhr zu räumen sei.
 Kein Problem - ausgeschlafen, gut gefrühstückt, bei herrlichem Wetter geht es um 6 Minuten vor 11:00 Uhr weiter in Richtung Santiago. Aber vorher werfen wir von einem Aussichtspunkt aus einen Blick zurück aufs Meer ...
Santiago de Compostela
Wir haben sie erreicht - die Stadt und das Ziel aller Jakobsweg-Pilger und natürlich auch von uns - Santiago de Compostela.
Wir haben nur sieben Tage hierher gebraucht und es war eine wunderbare Woche bisher.
Nach einigen Runden Parkplatzsuche, erklärt uns eine nette Spanierin die etwas komplizierte Parkraumbewirtschaftung. Anschließend stürzen wir uns in das Großstadtgewimmel und verbringen einen interessanten Tag mit dem schmerzlosen Schlendern durch die Menschenmassen und dem Beobachten der ankommenden Pilger ...
 
 
Irgendwie habe ich mir Santiago anders vorgestellt, trotzdem bin ich beeindruckt. Wir haben viele Pilger beobachtet, wir haben viele hinkende Menschen mit verbundenen Körperteilen gesehen - aber alle hatten einen wirklich glückseligen Ausdruck im Gesicht ... 
Nun fahren wir weiter auf den Spuren des Caminho Portugues - dem portugiesischen Jakobsweg, der uns auf den Grenzberg zwischen Spanien und Portugal führt ...

Monte de Santa Trega
Durch die vorangeschrittene Stunde ersparen wir uns die Maut auf der Fahrt zum Gipfel des 341 Meter hohen Monte de Santa Trega. Es wäre zwar Platz aber der Regen und der Wind treibt uns ein bisschen vom Gipfel runter und wir finden oberhalb dem Keltendorf Castro de Santa Trega einen (wieder einmal) sehr ruhigen Übernachtungsplatz ...
 
Wiesenplatz 
Oberhalb des Keltendorfes Castro de Santa Trega
kostenlos
Monte de Santa Trega - Guarda
GPS: N 41,89136°   W 8,86976°
Bilder: 28.07.2017
 
 

Bilder: 2. Etappe
1. Etappe3. Etappe
 
nach oben ...... zurück