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Reiseberichte 

Spanien/Portugal 2017: Auf den Spuren des Jakobsweges ...    (Teil 1) 

Kuchl (A) - Musée de I'insolite (F) - Monte Jaizkibel (E) - San Juan de Gatzelugatxe - Park Cabarceno - Santillana - Playa de Barayo - Castro de Coaña - Praia de Picón - La Coruña - Capo de Finisterre - Cascada de Rio Ézaro - Playa Boca de Rio - Santiago de Compostela - Monte de Santa Trega - Praia de Rodanho (P) - Bom Jesus do Monte - Praia do Funtão - Porto - Fátima -Tomar - Peniche Papóa - Sintra - Lissabon - Cristo Rei - Cabo Espichel - Praia de Vale Figueires - Praia da Bordeira - Cabo de São Vincente - Ponta da Piedade  - San Clemente (E) - Carcassonne (F) - Trebés - Chauvet Höhle - Montélimar - Colmar - Herbolzheim (D) München Erding - Kuchl (A)


21. Juli bis 9. August 2017  7711 km
    
 Übersicht  
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Die Anfahrt über FrankreichNordspanien - Camino del CostaNordportugal - Caminho PortuguesLissabon und SüdportugalDie Heimfahrt 
(1773 km)(1382 km)(616 km)(744 km) /3378 km) 
     

1. Etappe - die Anfahrt über Frankreich:

21.07. - 23.07.2017

Bilder: 1. Etappe

Kuchl (A) - Rastplatz Hegau (D) - Lac de Baragge (F) - Musée de I'insolite - Mont Jaizkibel (E) - (1773 km)

Spanien/Portugal 2017 
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 1Fr. 21.07.2017
Kuchl (A) - Rastplatz Hegau (D) Nachmittag:
Sonnig
+ 27° C
Reisezeit: 18:40 - 00:29 Uhr0 - 432 km
 
Auf den Spuren des Jakobsweges mit dem Wohnmobil nach Spanien und Portugal ...

 
Der Jakobsweg - oder besser gesagt: Die Jakobswege - faszinieren mich geistig schon sehr lange. Viele interessante Erzählungen und Erlebnisse von Bekannten, Filme, Dokus und natürlich habe ich auch das Buch von Hape gelesen. Aber so einfach mal weg sein wie der Kerkeling funktioniert leider noch nicht ganz. Zumindest nicht für längere Zeit und die braucht man, wenn man sich auf den Jakobsweg begeben möchte. ABER - einfach mal so die Gegend mit dem Womo erkunden und nebenbei die Nordküste Spaniens besuchen, vielleicht auch noch "runter" nach Portugal, das würde ja schon gehen ...

... und es geht, wenn man gar nette Verwandte hat (DANKE!), die auf das Schuhgeschäft aufpassen und es geht, wenn man eine - noch immer - liebende Ehefrau/Partnerin hat, die einem (fast) überall hin folgt. Also auf nach Spanien und Portugal - Viva Espana - oder wo immer es Sonja und mich auch hintreibt  ...
 
Freitag Abend: Es geht los, fast auf die Minute genau wie im Vorjahr bei unserer Reise nach Irland. Dieses Mal jedoch in die ganz andere Richtung, nämlich in den Süden, nach Spanien. Allerdings ist der Weg dahin doch ein relativ langer und so tuckern wir mit unserem französischen Wohnmobil mit dem Namen Chausson Flash vorerst einmal in seine Heimat, in Richtung Frankreich los.

Schon nach wenigen Kilometern schwelge ich in unerschütterlicher Urlaubsstimmung und so geht es bei lässiger Musik und wochenendbedingtem Urlaubsverkehr über München bis an den Bodensee. Nach fast genau den gleichen Kilometern wie im Vorjahr (Zufälle gibt es ....) parken wir am Rasthof Hegau und begeben uns zur ersten wohlverdienten Nachtruhe ...
Parkplatz Hegau Ost an der A 81 (D)kostenlos
(Autobahnrastplätze werden allgemein wegen Einbruchsgefahr nicht als Übernachtungsplätze empfohlen)  
 
Tag 2Sa. 22.07.2017
Vormittag:
Sonnig
+ 25° C
Nachmittag:
leicht bewölkt
+ 23° C
Reisezeit: 07:00 - 21:02 UhrHegau (D) - Lac de Baragge
Reisezeit: 14 Stunden 2 Minuten432 - 1274 km (842 km)

Nach dem Frühstück mit frischen Brötchen fahren wir bei Freiburg über die Grenze von Deutschland nach Frankreich. Wir haben Urlaub, also Zeit. Genug Zeit, um auf die mautpflichtigen Autobahnen in Frankreich zu verzichten und mit dem netten Nebeneffekt, etwas Geld zu sparen. Für die Fahrt durch Frankreich wären das so ca. 100 Euro ...

Unser Navi "Susi" führt uns sicher durch Dörfer, über interessante Brücken und schöne Landschaften - unter anderem durch die Provence.  

Irgendwann gegen Abend wollen wir uns ein schönes Übernachtungsplätzchen suchen und da kommt uns die kleine Hinweistafel zu einem "Lac ... ?" gerade recht.

Auf ziemlich abenteuerlichen Wegen gelangen wir schließlich zum "Lac du Barrage de Saint Etienne Cantales", einem gar nicht so kleinen Stausee in der Auvergne.

Direkt am See parken wir einsam ein und fragen einen einheimischen Fischer, ob wir denn hier auch stehen dürfen.

 
Laut Aussage des Petrijüngers gilt das Fahrverbot für den weiteren Uferweg auf der linken Seite und wildes Campen sei verboten. Naja, sehr wild soll es ja heute bei uns nicht zugehen und es sei kein Problem, wenn man hier parkt oder übernachtet (zumindest soweit wir den Fischer verstanden haben ...). Also nütze ich den Traumplatz zu meinem ersten erfrischenden Bad in diesem Sommerurlaub und anschließend begeben wir uns ganz ruhig zu Bett ... 
Wiesenplatz  
Direkt am Stausee gelegen, Sitzgelegenheit, Mistkübel
kostenlos (Wildes campen verboten)
Lac du Barrage de Saint Etienne Cantales
GPS: N 44,93060°   O 2,22551°
Bilder: 22.07.2017
 
Tag 3So. 23.07.2017
Vormittags:
Sonnig
+ 26° C
Nachmittag:
leicht bewölkt
+ 25° C
Reisezeit: 08:11 - 20:30 UhrLac de Baragge (F) - Musée de I'insolite - Mont Jaizkibel (E)
Reisezeit: 12 Stunden 29 Minuten1274 - 1370 - 1773 km (499 km)
Zwischengeschichtl - Urlaubsphilosophie:
Obwohl wir gestern viel gefahren sind, haben wir auch viel gesehen. Die Fahrt ist nie langweilig und mir gefällt - mit Ausnahme der vielen Kreisverkehre - das Herumkurven auf den mautfreien Straßen. Sehr oft sitzt meine allerliebste Gattin neben mir auf den Beifahrersitz und wir philosophieren über Gott und die Welt, oder aber auch nur über Sonnenblumen oder eben Kreisverkehre.
Auf der langen Fahrt nützt Sonja die Zeit, um (Insider wissen es ...) ihre Adventbasteleien für den Missionsmarkt weiter zu bringen. Dass sie dann hinter mir am Tisch sitzt, erschwert die Kommunikation mit zunehmenden Alter doch einigermaßen. Da kann dann aus "Charles de Gaulle" schnell mal "Georges de Blue" werden. Ob das jetzt an meiner Aussprache oder an der lauten Musik liegt, weiß ich nicht - Charles hin und Georges her, auf alle Fälle bin ich sehr glücklich. Glücklich weil Sonja und ich wieder Urlaub haben, weil wir wieder gemeinsam mit dem Womo unterwegs sind, weil das Wetter passt, die Landschaft oft sehr beeindruckend ist und weil wir gestern einfach so einen tollen Übernachtungsplatz gefunden haben ...
So kann es ruhig weiter gehen. Aber Sonja meint, ich sollte meine Erwartungen nicht allzu hoch stellen. Jeden Tag werden wir nicht so schöne Plätze finden - man isst ja auch nicht jeden Tag Garnelen (eine meiner Lieblingsspeisen ...). Das leuchtet mir natürlich ein (oder auch nicht ...) und so freue ich mich trotzdem auf die nächsten Garnelen ...
 Heute wollen wir Bertrand Chenu und sein Musée de I'ilsolite besuchen. Auf dieses "Unmögliche Museum" sind wir vor einiger Zeit durch einen Fernsehbeitrag aufmerksam geworden und auch unsere Freunde aus Wien (... ja ich habe auch Freunde in Wien ... ;-)) Hanna und Gerhard (die Spittelberg's) haben uns den Besuch ebenfalls wärmstens empfohlen.

Schon die Anfahrt durch das romantische Tal der Célé in der Nähe von Cabrerets ist wunderschön ...
Musée de I'insolite
Unter steilen Felswänden liegt das Musée de I'insolite, das Reich des Bertrand Chenu, der uns freundlich begrüßt. € 3,-- Eintritt pro Person + € 2,--, wenn man Bilder machen möchte - das ist völlig in Ordnung. Wir drücken dem vollbärtigen Mann einen Zehner in die Hand und tauchen ein in eine Welt voller Kuriositäten, Humor, Spitzfindigkeiten, witzigen Details, unglaublichen Ideen, künstlerischen Gedanken, handwerklichem Geschick und, und, und ...

Kurze gesagt: Das müsst ihr euch anschauen ...
 
 
 
 
 
Bertrand erzählt uns bereitwillig, teilweise in Deutsch, über sein Schaffen und Leben. Den gelernten Gerber aus der Bretagne hat es hierher verschlagen, wo er lebt, gleichzeitig sein Museum betreibt und seiner Arbeit - oder besser gesagt: Inspiration - nachgeht. Künstler, Tischler, Schlosser, Lebensmensch, Geschäftsmann usw. das vereint er in einer Person und genau das drückt sich auch in seinen Werken wieder aus ..

Wir verbringen viel Zeit im unmöglichen Museum und doch gäbe es noch so viel zu entdecken ...
 
 


Eines mag Bertrand gar nicht - nämlich wenn man ohne zu fragen fotografiert, da kann er angeblich richtig böse werden. Ansonsten nimmt er alles - angefangen von netten Österreichern, japanischen Busladungen bis zu Motorradgangs in seinem Heim, sprich Museum, gerne auf ...
Musée de I'insolite in der Nähe von CabreretsGPS: N 44,52219°
O 1,676990°




Versehen mit viel neuem Gesprächsstoff über das eben Gesehene, wenden wir uns Womo und verlassen das imposante Tal der Célé.

Auf der einen Seite freuen wir uns schon auf unser fernes Ziel Nordspanien, auf der anderen Seite lassen wir uns gerne vom Weg, den uns "Susi", unser Navi, vorschlägt, abbringen. Am besten dazu geeignent sind zum Beispiel Wochen- oder Trödlermärkte, an denen wir im Urlaub unmöglich vorbei fahren können, ohne sie ausgiebig durchstöbert zu haben. Natürlich machen wir auch einige Pausen, zum Beispiel, um die soeben eingekauften, örtlichen Köstlichkeiten bei einem netten Mittagessen zu verkosten oder um den obligatorischen Nachmittagskaffee zu genießen. Eigentlich ist es uns ja egal, ob wir heute Abend oder morgen Spanien erreichen, wir haben ja Urlaub ...


Nach dem Besuch auf einem Wochenmarkt, verspeisen wir bei herrlicher Aussicht den gekauften Schafskäse und das einheimische Lamm (vorzüglich). Am Nachmittag genießen wir unseren Kaffee am Rande eines der vielen Sonnenblumenfelder.

Und als Draufgabe gibt es noch einen Trödler- und Antiquitätenmarkt im Süden Frankreichs - Urlaubsherz, was willst du noch mehr ... ?
Ich liebe Alleen, im Besonderen die wunderschönen Straßenalleen in Frankreich. Ich könnte nur noch schwärmen (Sonja fragt sich sowieso schon lange, warum wir bei meiner Schwärmerei für Frankreich überhaupt noch in ein anderes Land fahren ...). Vor lauter Schwärmerei und Wonnegefühl bin ich aber leider in dieser Gegend zu fest auf das Gaspedal gestiegen, was uns nach dem Urlaub einen schönen Brief aus Frankreich eingebracht hat. Sorry, mein Fehler, den wir mit € 90,-- wieder ausgleichen konnten ...
So, es ist Abend geworden und wir haben an diesem wunderbaren Reisetag Spanien erreicht. "Susi" zeigt uns einen Stellplatz im Hafen von Hondarribia, der ersten Stadt nach der Grenze, an. Gefällt uns aber überhaupt nicht. Also fahren wir weiter (ich bin ja gut vorbereitet ...) auf den Monte Jaizkibel. Ein unmöglicher Name aber ein herrlicher Aussichtsberg auf 445 Meter Höhe eben zwischen Hondarribia und San Sebastián. Rechts das Meer, links das Meer - man kann also doch jeden Tag einen traumhaften Übernachtungsplatz finden und morgen gönne ich mir dann Garnelen ... ;-))  
 
 
 
Nach 2 ½ Tagen Anfahrtszeit haben wir also wohlbehalten Spanien und damit auch den Jakobsweg erreicht. Tief unter uns, an der Mündung des Rio Bidasoa beginnt der Camino del Norte bzw. der Camino del Costa, dem wir im zweiten Teil mit dem Wohnmobil folgen wollen ...
Übernachtungsplatz Monte Jaizkibel
Asphaltierter Parkplatz, Mistkübel
Passhöhe oberhalb von Hondarribia (8 km)
E-20280 Hondarribia
GPS: N 43,35335°   W 1,84167°
Bilder 23.07.2017
 

Bilder: 1. Etappe
Übersicht2. Etappe
 
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