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 Startseite nach rechts Reiseberichte nach rechts Schusterreise 2016 - Provence - 2. Teil

Reiseberichte 

Schusterreise 2016:    Provence    (Teil 2) 

Kuchl (A) - Brixen (I) - Mailand - Turin - Mont Ventoux (F) - Fontaine-de-Vaucluse - Gordes - Roussillon - Moustiers-Ste.Marie - Verdonschlucht - Sillans-la-Cascade - St. Tropez - (Grasse) - Eze - Monaco (MC) - Menton (F) - Lignano (I) - Kuchl (A)

06. Mai bis 15. Mai 2016  2834 km
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  (807 km)(772 km) (1255 km) 

2. Etappe:

09.05. - 11.05.2016

Bilder: 2. Etappe

 

Turin (I) - Mont Ventoux (F) - Fontaine-de-Vaucluse - Gordes - Roussillon - Moustiers-Saint-Marie - Verdonschlucht - Sillans-la-Cascade - St. Tropez (772 km)
Frankreich II - 2015: 1. Etappe
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 4Mo. 09.05.2016
Vormittag:
Regen
+ 18° C
Nachmittag:
stark bewölkt
+ 16° C
 Autobahnmaut: € 14,70
Reisezeit: 08:00 - 20:06 UhrTurin (I) - Briancon (F) - Mont Ventoux -
Fontaine-de-Vaucluse
12 Stunden 6 Minuten807 - 921 - 1166 - 1224 km (417 km)
Nach den zwei interessanten Stadtbesichtigungen wollen wir uns nun der Natur widmen. Dazu will ich "rüber" nach Frankreich in die Provence. Um 6:45 Uhr ist heute Weckruf. Die Strecke von Turin (I) nach Briancon (F) führt zuerst noch über Autobahnen und danach über Landstraßen. Es regnet und je höher wir in die Berge kommen, desto nebeliger und düsterer wird es- aber egal, besser als 30 Grad im Schatten ...
Wir erreichen ohne Probleme Frankreich und über den 1856 Meter hoch gelegenen Col de Montgenevre geht es weiter nach Briancon.
Wegen dem schlechten Wetter verzichten wir auf eine Stadtbesichtigung in Briancon und fahren weiter. Wir passieren den Stausee: Lac de Serre-Poncon und freuen uns über die kleine Kapelle auf der Insel. Über Sisteron geht die Route in Richtung Mont Ventoux. Enge und kurvige Bergstraßen verleiten Margreth dazu, vor lauter Angst die Halterung von unserem Tisch zu demolieren. Da der Tisch trotzdem noch hält - ist die Sache nicht schlimm und so erreichen wir die ca. 30 Kilometer lange Auffahrt zum "windigen Berg" ...
Warum will man (ich) auf einen 1912 Meter hohen Berg in der Provence bei schlechtem Wetter und ebensolcher Sicht? Ganz einfach: weil ICH mir das halt einbilde ...
Die Bilder vom Mont Ventoux haben mich schon immer fasziniert: Ganz anders wie unsere heimischen Berge - rund, keine Felsen, fast keine sichtbare Vegetation - ähnlich wie eine Mondlandschaft, irgendwie unwirklich. Und natürlich habe ich auch schon viel über den heiligen Berg der Kelten, den Berg der Tour de France, den Berg der Radfahrer, gelesen - 
Mutterseelenalleine schrauben wir uns den Berg hoch. Vorbei Tom-Simpson-Gedenkstein (erster Dopingtote bei der Tour de France 1967) geht es dem Gipfel zu. Das Wetter wird schlechter, der Wind stärker und als wir um die letzte Kurve biegen, weiß ich, warum der Mont Ventoux - der windige Berg - heißt ...
Ich habe Angst um mein Wohnmobil - wirklich, es wird von den Windböen extrem durchgebeutelt. Als ich aussteige, um Fotos zu machen - kann ich mich kaum auf den Füßen halten. Ein paar Bilder und dann so schnell als möglich wieder weg vom ungeschützten Gipfel ...
Zumindest war ich mal oben auf dem Mont Ventoux - nun geht es wieder in gastfreundlichere Gefilde und zwar nach Fontaine-de-Vaucluse.
Leider werden wir auch hier nicht gerade Wohnmobil-gastfreundlich empfangen. Den - im Womo-Reiseführer ausgewiesenen Stellplatz ziert eine Höhenbeschränkung ...
Also fahren wir weiter in den Ort hinein und weil ich "Cretin" die berühmte Quelle als Ziel in mein Navi eingegeben habe, lotst mich "Susi" - mein Navi - in ein enges Gässchen. Den Fehler leider nicht merkende, fahre ich weiter bis ich anstehe. Leider ist auch kein Platz zum Umkehren. Also geht es im Rückwärtsgang die 400 Meter in der Straße, in der am Tag die vielen Läden offen sind. wieder retour. Wir suchen und finden dann aber doch noch eine gute Übernachtungsstelle direkt am Fluss Sorgue, der durch seine extrem grüne Farbe besticht ...
Übernachtungsplatz Fontaine-de-Vaucluse
Kajakeinstiegsstelle, kostenlos
Parkplatz geschottert
Avenue Robert Garcia, F-84800 Fontaine-de-Vaucluse
GPS: N 43,91659°   E 5,11466°
Bilder: 09.05.2016
 
Tag 5Di. 10.05.2016
Vormittag:
Bewölkt
+ 19° C
Nachmittag:
leicht bewölkt bis Regen
+ 19° C
Reisezeit: 11:58 - 20:36 UhrFontaine - Gordes - Roussillon - Moustiers
7 Stunden 38 Minuten1224 - 1244 - 1266 - 1369 km (145 km)

Heute ist ein - quasi - Besichtigungstag vorgesehen und der Morgen hätte nicht besser beginnen können: Frühstück alleine am grünen Fluss, Enten und Bisamratten schauen uns verwundert zu.

Etwas später fragen wir die Männer der Kajakvermietung, ob wir hier stehen bleiben dürfen - kein Problem geben uns die netten Franzosen zu verstehen und so brechen wir auf, um die größte Süßwasserquelle Europas zu erkunden ...

 Wir folgen dem grünen Band der Sorgue und wandern vorbei an den gestern schon gesehenen vielen Verkaufsständen.

Meine Damen sind schon beim Spaziergang durch das Dorf von der Vielfalt der Blumen und Blüten begeistert und es wird immer schöner.

Natürlich besuchen wir die alte Papiermühle, in der man interessantes zur Papiergewinnung von früher erfahren und auch viele Geschenkartikel erwerben kann.
 
 In einem sehr alten Wiener Wanderführer habe ich, dank Google, mit der Eintragung vom 1. Feber 1822, Folgendes gefunden:

Längs des Flusses windet sich nun der Weg etwa zehn Minuten in der engen, felsigen Schlucht fort. Auf einem Felsvorsprung hinten im Thal, stehen die Ruinen eines Schlosses des Bischofs. Die Sorgue theilt sich hier, so wie sie hinter dem Felsen, wo ihre Quelle entspringt, eisklar hervorströmt, in mehrere Arme, und bildet Inseln mit dem schönsten Grün geschmückt, am Ufer mit Erlen und Pappeln, hie und da mit Feigenbäumen beschattet. Du kannst dir gar nichts Friedlicheres denken, als dieses kleine stille Fleckchen Erde ...
Wir finden auch, dass trotz der Besucher, der Verkaufsläden und trotz des niedrigen Wasserstands, die Gegend um die Karstquelle unter der 220 Meter hohen Steilwand ein wirklich schöner Ort ist, den man einfach nur genießen kann ...  
 
 Bestens gelaunt wandern wir nach dem Besuch der Quelle wieder retour und können dem teilweise wirklich gutem Angebot in den Verkaufsläden nicht wiederstehen.
Nach dem wir uns mit französischer Oberbekleidung aus natürlichen Materialien eingedeckt haben, besuchen wir die alte Kirche im Ort aus dem 11. Jahrhundert.
Ich freue mich mit zwei alleinstehenden Damen über ihren Kaffee und NEIN (!) ich nehme sie nicht mit - drei Damen im Wohnmobil reichen mir schon ... ;-))


 
Nach dem Mittagessen am grünen Fluss fahren wir in die Berge - unserem nächsten Ziel - Gordes - entgegen. Das Dorf liegt malerisch auf einem Hügel und heute ist leider Markttag. Leider deshalb, weil wir bei den drei großen Parkplätzen im Zentrum keinen Platz finden und erst in zwei Kilometer Entfernung unser Wohnmobil am Straßenrand abstellen können. 
Aber wir sind ja alle (bis auf Sonja als Niederösterreicherin ...) Kinder der Berge und deshalb macht uns der kleine Spaziergang trotz der mittlerweile sengenden Hitze nichts aus ...
 

Was gibt es nun über Gordes aus unserer Sicht zu berichten: Enge Gässchen, Heimatmuseum, alte Kirche, viele Restaurants, schlechter Kaffee (laut Margreth), schöne Aussicht, 30-minütiger schwitziger Rückweg bergauf, Postkartenmotiv aus der Ferne ...
 
Man glaubt es kaum: Obwohl wir laut meinem Schrittzähler im neuen Handy, durchschnittlich am Tag ca. 10 Kilometer zu Fuß unterwegs sind und als Höchstmarke sogar über 20 Kilometer geschafft haben, und obwohl wir auch heute schon ein paar Kilometer in den Füßen haben, ist es uns noch nicht genug - Es geht weiter nach Roussillon, zu den Ockerfelsen ...
Das Blöde ist nur: wir finden zwar den großen Parkplatz, aber nicht den Eingang zu den Ockerfelsen. Wahrscheinlich hat uns das viele Wandern das Blut in die Füße getrieben und nun wurde das Gehirn mit zu wenig Sauerstoff versorgt.
Parkplatz und Stellplatz Roussillon (kostenpflichtig)GPS: N 43,89619°
E 5,29645°
Zwischengeschichtln - Orientierungssinn:
Ich verlaufe mich wirklich sehr, sehr selten - mein Orientierungssinn funktioniert normalerweise hervorragend und falls ich mal gar nicht weiter weiß, nehmen wir genau die entgegengesetzte Richtung, die Sonja vorschlägt. So sind wir bisher immer sicher an unsere Ziele gekommen.
Dieses Mal funktioniert es nicht: Schon der große Plan neben dem Parkplatz ist leicht verwirrend. Wir gehen danach in die richtige Richtung, zweifeln jedoch nach einem Kilometer 3:1 an der Richtigkeit, kehren um, gehen gut zwei Kilometer in die andere Richtung, kommen zur ehemaligen Ockerfabrik und jetzt Ocker-Farbmuseum und müssen erfahren, dass wir in die falsche Richtung gegangen sind. Also wieder retour ...
Margreth schafft es irgendwie im perfekten Englisch-Deutsch-Französisch-Kauderwelsch und handelt für uns vier Orientierungslosen einen ermäßigten Gruppenpreis heraus. Da wir eh noch nicht so weit gegangen sind, nehmen wir die größere Runde (mit ca. einer Stunde angeschrieben) und wundern uns eigentlich gar nicht mehr über den Regen, der kurz darauf einsetzt. Aber das ist heute auch schon egal ...

Ich habe mir nicht gedacht, dass die Farben auch in der Realität so intensiv und vielfältig sind - wirklich sehenswert ...
Die gut 100 Kilometer mit dem Wohnmobil zum Eingang der Verdonschlucht sind fast eine Erholung nach dem doch etwas anstrengenden Tag. Wir fahren durch viele Alleen, die ich in Frankreich so liebe und ich freue mich auf ein gutes, französisches Abendessen in einem meiner Lieblingsdörfer - in Moustiers-Saint-Marie, wo wir schon 2009 mal waren ...
Im Restaurant Le Relais finden wir dann auch ein nettes Plätzchen und dinieren köstlich direkt neben dem Fenster mit wunderbarem Blick auf den darunterliegenden Wasserfall ...
Stellplatz Moustiers-Saind-Marie für ca. 20 Wohnmobile 
Stellplatzgebühr: € 7,50 für 24 Stunden
Direkt oberhalb der Feuerwehr gelegen - ca. 10 Minuten in den Ort, V + E, Mülleimer,
F-04360 Moustiers-Ste.-Marie,
GPS: N 43,84350°   E 6,21938°
Bilder: 10.05.2016
 
Tag 6Mi. 11.05.2016
Vormittags:
bewölkt
+ 16" C
Nachmittag:
bewölkt
+ 17° C
Reisezeit: 12:07 - 20:35 UhrMoustiers - Verdonschlucht - Sillans - St. Tropez
8 Stunden 26 Minuten1369 -1466 - 1505 - 1579  km (210 km)



Am Vormittag besuchen wir heute noch einmal Moustiers-Saint-Marie. Der Stern hoch oben über der Schlucht - der Aufgang zur Kirche ganz oben mit schönen Blick auf das Dorf - und ein kleiner Abstecher zu einer Grotte - das sind unsere Besuchspunkte bei noch wunderbarem Wetter.
 
 
 
 Die Wolkendecke am Himmel hat sich nun geschlossen, aber das stört bei der Besichtigung der größten Schlucht Europas - der Versondschlucht nicht sonderlich. Für eine längere Wanderung ist es allerdings zu schlecht und so machen wir eine ca. gut 90 Kilometer lange Rundreise entgegen dem Uhrzeigersinn. Auch meine Schwestern sind von diesem französischem "Grand Canyon" mit über 700 Metern Tiefe beeindruckt. Wir bleiben oft an den vielen Haltepunkten stehen, genießen das Mittagessen am Abgrund und folgen dem türkisfarbenen Fluss ....
 
 
 
Wir brauchen fast den ganzen Nachmittag für diese schöne Fahrt. Danach fahren wir weiter - ich will meinem Reiseteam noch den schönen Wasserfall in Sillans-de-Cascade zeigen und hier muss ich mich zum ersten Mal auf dieser Reise ein wenig ärgern: Aus Sicherheitsgründen kann man nicht direkt zum Wasserfall gehen und diesen nur aus der Ferne besichtigen. Schade - Speziell den Kessel, wo dass Wasser in das breite Becken eintaucht, habe ich so urtümlich und schön in Erinnerung ... aber man kann nicht alles haben ... 
Zwischengeschichtln - Überraschung:
Es ist zwar nicht tragisch, aber ein bisschen enttäuscht bin ich schon. Wahrscheinlich habe ich gerade eine leicht depressive Phase ,-)) 1. Regnet es und 2. kann ich meinen Schwestern nicht das zeigen was ich will. Kurzer Hand ändere ich insgeheim meinen Plan, nun nach Grasse zu fahren, und steuere stattdessen mein Womo in Richtung St. Tropez ...
Strand und Meer: das ist genau das, was ich jetzt gefühlsmäßig brauche und meinen Schwestern wird das sicherlich auch gefallen. Sonja weiß bescheid, meinen Schwestern sage ich nichts - so müssen ja nicht alles wissen. Erst als wir in der Ferne, schon von weitem in der Ebene das Meer sehen, werden die beiden Damen auf den Rücksitzen aufmerksam. Momentan kann ich sie noch mit der Erklärung, dass es sich hier um einen weiteren großen Stausee den "Lac de Surprise" handelt, beruhigen, aber als wir dann um die Kurve biegen und direkt neben Palmen dem Meer entlang fahren ist die Überraschung und auch die Freude sehr groß ...
Wir steuern den Stellplatz in Ramatuelle (Tamaris) an, weil Sonja und ich in der Gegend schon einmal waren.
Nach einem Strandspaziergang lassen wir uns die Köstlichkeiten, die wir in der Provence eingekauft haben, munden ...

Morgen in der Früh soll es dann zur Stadtbesichtigung nach St. Tropez gehen - die Welt ist wieder in Ordnung und ich freu mich schon ...
Stellplatz Ramatuelle 
Geschotteter großer Platz vor dem Strand
€ 10,-- pro 24 Stunden, V + E, WC nebenan am Campingplatz
Chemin de Tamaris, F-83350 Ramatuelle,
GPS: N 43,23830°   E 6,66121°
Bilder: 11.05.2016
 
Bilder: 2. Etappe

In der nächsten Etappe erkunden wir die Cote d'Azur ...
1. Etappe3. Etappe
  
 
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