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 Startseite nach rechts Reiseberichte nach rechts Schusterreise 2016 - Provence - 1. Teil

Reiseberichte 

Schusterreise 2016:    Provence    (Teil 1) 

Kuchl (A) - Brixen (I) - Mailand - Turin - Mont Ventoux (F) - Fontaine-de-Vaucluse - Gordes - Roussillon - Moustiers-Ste.-Marie - Verdonschlucht - Sillans-la-Cascade - St. Tropez - (Grasse) - Eze - Monaco (MC) - Menton (F) - Lignano (I) - Kuchl (A)

06. Mai bis 15. Mai 2016  2834 km
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  (807 km)(772 km)(1255 km) 

1. Etappe:

06.05. - 08.05.2016

Bilder: 1. Etappe

 

Kuchl (A) -Brixen (I) - Mailand - Turin (807 km)
Frankreich II - 2015: 1. Etappe 
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 1Fr. 06.05.2016
Nachmittag:
Sonnig
+ 24° C
Brennermaut: € 9,-- Autobahnmaut Italien: € 2,90
Reisezeit: 18:05 - 22:33 UhrKuchl (A) - Brixen (I)
4 Stunden 28 Minuten0 - 308 km
Es ist wieder soweit: Unsere nun schon traditionelle "Schusterreise" kann beginnen. Das Womo ist startklar, meine eine Schwester - Marie-Luise - ist auch schon eingetroffen. Schnell Ehefrau Sonja aus unserem Schuhgeschäft in Kuchl eingeladen und dann noch meine andere Schwester - Margreth - auf ihrem Bauernhof in Golling abgeholt. Von den Verwandten herzlich verabschiedet geht es los, über den Grenzübergang Walserberg (ohne große Staus durch die wieder ungewohnten Grenzkontrollen) nach Rosenheim - Innsbruck - über den Brennerpass nach Italien, wo wir schließlich gegen 22:30 Uhr Brixen erreichen ...
Zwischengeschichtl - Nachtruhe:
Auch der Stellplatz auf dem Parkplatz neben der Eishalle, aus dem Womo-Reiseführer, ist relativ schnell gefunden. Ich freue mich: es stehen noch zwei, drei andere Wohnmobile auf dem großen Platz. Neben an im Lokal höre ich, wie das Personal Gläser sortiert - es sind keine Gäste da und die werden wohl zusammen räumen ...

Leider irre ich mich da gewaltig: Es handelt sich nämlich um den Club Max - einer der angesagtesten Discos in der Gegend und diese sperrt nicht zu, sondern bereitet sich im Gegenteil gerade auf ihre Gäste vor und die kommen in großen Scharen. Viele, sehr viele junge Leute, die guter Stimmung sind, auch mal an der guten frischen Luft  eine Zigarette rauchen müssen, sich verliebt in den dunklen Teil des Parkplatzes verdrücken oder mal laut kommunizierend ihrer Freude Ausdruck verleihen. So ist das Leben und ich kann mich noch gut an meine Jugendzeit erinnern (so lange ist das ja nun auch wieder nicht her ...). Das für uns Blöde an der ganzen Sache ist die Tatsache, dass sich das Ganze im Freien rund um unser Womo abspielt. Einen anderen Stellplatz suchen, freut mich um diese Zeit auch nicht mehr und so werden wir akustische Zeugen von Liebesdramen, Rivalen-Streitigkeiten, Schlachtgesängen und sonstigen Geräuschen. An Schlaf ist erst zu denken, als gegen 04:00 Uhr in der Früh das Lokal zusperrt und die letzten Gäste langsam unsere Nachbarschaft verlassen ...  
Tipp für Nachtschwärmer: Club Max - geöffnet Do - Sa ... 
Übernachtungsplatz Brixen
Parkplatz, kostenlos
Neben der Eishalle, asphaltiert,
Via Vittorio Veneto, I-39042 Brixen
GPS: N 46,70672°   E 11,65046°
Bilder: 06.05.2016
 
Tag 2Sa. 07.05.2016
Vormittag:
Sonnig
+ 14° C
Nachmittag:
Sonnig
+ 25° C
 Autobahnmaut: € 23,90 
Reisezeit: 11:27 - 17:04 UhrBrixen - Mailand
4 Stunden 33 Minuten308 - 664 km (356 km)

Etwas unausgeschlafen spazieren wir nach dem Frühstück in die nicht weit entfernte Innenstadt von Brixen. Wir wollen schließlich auch was sehen und nicht nur durch die Gegend fahren ...

Der Brixner Dom in der Bischofsstadt ist immer wieder beeindruckend. Wir erleben auch eine Prozession einer Bruderschaft mit und suchen und finden ein oder mehrere Elefanten (Womo-Reiseführer-Insider-Tipp).

Der Kauf einer Vodafone-Prepaid-Karte für das Internet schlägt leider auf Grund von nichtwissenden Personal fehl, ebenso der Kauf eines antiquierten Abspielgerätes für eine französisch-Sprach-CD, die sich eine meiner Schwestern vollmotiviert, zur Auffrischung ihrer doch schon etwas länger zurück liegenden Schulzeit, zugelegt hatte. Da ich leider um meine gute Stimmung fürchte, muss ich meiner Schwester auch die Bitte verweigern, besagte Sprach-CD im Womo ab zu spielen.

 Trotz dieser dramatischen Schicksalsschläge geht die Fahrt durch das schöne Südtirol gegen Mittag weiter. Es ist schön, mit meinen drei Damen wieder auf Reisen zu sein. Auch dieses Mal nützen wir die Fahrt und die gesamte Reise für ausgiebige Gespräche - wann hat man denn sonst Zeit dafür?
Vorbei geht es am Gardasee, den wir auf der Autobahn nur kurz zu Gesicht bekommen. Richtung Mailand geraten wir in einen Stau durch einen Unfall. Ansonsten verläuft die Fahrt problemlos ...

Gegen 17:00 Uhr treffen wir am Campingplatz in Mailand ein und machen uns nach dem Einchecken und "Frischmachen" sogleich auf den Weg mit dem Bus und dann mit der Metro in die bekannte italienische Modestadt. Kurz verlieren wir Margreth, die zu früh vor lauter Motivation aus dem Bus aussteigt uns aber bei der nächsten Haltestelle nach kurzer Joggingstrecke wieder einholt.
Der Anblick der sich uns dann beim Aufgang aus der Metro bietet, ist wohl einmalig: Der Mailänder Dom begrüßt uns imposant und wir mischen uns unter die vielen Besucher auf dem Platz davor ....
 


Eine schöne, stolze Stadt. Obwohl der Dom schon geschlossen hat, obwohl sehr viel Polizei und Militär vor Ort ist, pulsiert das Leben hier. Wir lassen uns anstecken und erkunden "unser" Mailand: Einkaufsstraßen mit Topadressen, mode- und selbstbewusste Mailänderinnen und gestylte Italiener - die Stadt der Schönen und Reichen, alte Gebäude, unzählige Restaurants mit gutem Essen, Kaffees und Fußgängerzonen ...
 
Spät in der Nacht treten wir die Rückfahrt zum Campingplatz an. Wir halten unsere Schwester Margreth fest bei der Hand, was uns nicht daran hindert, eine Runde zu viel mit dem Bus zu fahren. Egal - wir haben ja Urlaub und der "Schusterschmäh" läuft sowie so auf Hochtouren. Beim berühmten San Siro-Stadion warten wir auf den nächsten Bus und fallen dann todmüde und dieses Mal ohne Lärmbelästigung in unsere Betten ...
Campingplatz Citta di Milano 
Wohnmobil: € 11,--; Person: € 10,--
ruhiger Platz außerhalb Mailands, saubere Sanitäranlagen, V + E, Restaurant, kleiner Laden,
www.campingmilano.it
Via Gaetano Airaghi 61, I-20153 Milano
GPS: N 45,47428°   E 9,08213°
Bilder: 07.05.2016
 
Tag 3So. 08.05.2016
Vormittags:
bewölkt
+ 18" C
Nachmittag:
bewölkt
+ 20° C
 Autobahnmaut: € 16.50
Reisezeit: 10:15 - 12:30 UhrMailand - Turin
02 Stunden 15 Minuten664 - 807 km (143 km)
Zwischengeschichtl - Blinder Gehorsam:
Mailand zu besuchen, war eine gute Idee - mal sehen, wie uns Turin gefallen wird. Wir lassen uns Zeit - ist ja nicht gar so weit. Schon von weitem sieht man in Turin die Basilica di Superga auf einem Hügel thronen - genau da wollen wir hin. Die Straße ist eng und es geht steil bergauf. Auf halber Strecke werde ich plötzlich von einem Polizisten angehalten. Er deutet mir stehen zu bleiben, weil wahrscheinlich eine größere Pilgergruppe den Berg hochwandert. Dann verschwindet der Polizist um die Kurve und lässt mich alleine stehen. Aber ganz alleine bin ich gar nicht: Hinter mir bildet sich schnell eine lange Schlange von Fahrzeugen, die auch alle auf den heiligen Berg wollen. Es ist nicht nur ein blödes Vorurteil, sondern die Italiener hupen wirklich gerne - auch jetzt machen sie das ausgiebig. Aber ich bleibe standhaft - so wie ich das während meiner Bundesheerzeit gelernt habe - ich glaube, das nennt man "Blinder Gehorsam".
Aja, jetzt kommen endlich Fahrzeuge entgegen - wahrscheinlich gibt es weiter oben eine enge Stelle und wenn der Gegenverkehr durch ist, dann geht es auch für uns wieder weiter ...
Guter Hoffnung, warte ich also auf den verantwortlichen Polizisten, der mich wieder weiter fahren lässt. Auch die Fahrzeuglenker hinter mir warten darauf, dass ich weiter fahre ...
Aber der Polizist kommt nicht - ich stehe immer noch pflichtbewusst auf der steilen Straße und kann leider auch nicht ausweichen. Im Rückspiegel sehe ich, wie einige der hinter mir wartenden Italiener aussteigen und auf mich zukommen. Ihren Gesten und Fragen entnehme ich, dass sie genauso nicht wissen, warum wir hier auf der Straße stehen und es nicht weiter geht? "No idea - Policia ...." stammle ich entschuldigend und achselzuckend.
"Ah, Polizia ..." sagt der erste Italiener, der zweite schimpft irgendetwas von "Cretino" und das ist kein Kosewort. Der dritte steigt wieder in seinen Fiat 500 ein und fährt von ganz hinten an der ganzen Schlange und auch an mir vorbei um die enge Kurve. Meine Schwestern - die vor einiger Zeit ausgestiegen sind, um nach zu sehen, ob es nach der nächsten oder übernächsten Kurve weiter geht, kommen wieder unverrichteter Dinge retour: Nach der Kurve kommt eine weitere enge Kurve und danach wieder eine - vom Polizisten ist weit und breit nichts zu sehen.
Mittlerweile überholen mich immer mehr und mehr Fahrzeuge, also fahre ich auch vorsichtig weiter. Ganz oben treffen wir wieder auf die Pilgergruppe, die die ganze Straße braucht. Hier regeln andere Polizisten den Verkehr und lotsen die Fahrzeuge nach und nach an der Pilgergruppe vorbei. Als ich endlich bei der Basilica ankomme, kommt mir ebenfalls ein Stoßgebet über die Lippen ...
Mittlerweile lockern die Wolken auf und die Sonnenstrahlen erhellen mein Gemüt ebenso wie die Basilica. Nur schwer finden wir einen Parkplatz, es ist viel los hier her oben. Nach dem Besuch der Wallfahrtskirche geht es mit der alten Zahnradbahn (€ 9,-- pro Person, hin und retour) runter, um Turin zu besuchen. Auf dem großen Parkplatz vor dem Bahnhof stehen auch einige Wohnmobile. Nach einer kurzen Fahrt mit dem Bus spazieren wir auf der Via Po zum Piazza Vittorio Veneto, der uns mit Regen empfängt. Also geht es wieder unter der überdachten Einkaufsstraße hoch zum Palazzo Reale. Im Turiner Dom wohnen wir einer hl. Messe bei. Das berühmte Grabtuch wird angeblich erst wieder im Jahr 2025 öffentlich ausgestellt. Der Regen hat wieder aufgehört und so können wir trockenen Fußes weiter durch die Innenstadt spazieren. Für den Besuch des größten Wahrzeichens Turins und wohl auch des größten Ziegelsteinbaus der Welt - dem Mole Antonelliana (167,5 m) bleibt dann leider keine Zeit mehr, weil wir uns gemütlicher Weise einen Kaffee leisten ...
Marie-Luise ruiniert zwar fast den Durchlassautomaten, trotzdem dürfen wir wieder mit der Zahnradbahn hoch zur Basilica di Superga und hoch zu unserem Wohnmobil fahren, das jetzt am späten Nachmittag fast alleine auf dem Parkplatz steht ....
Doch wir bleiben nicht alleine. Am Abend füllt sich der Parkplatz wieder mit PKW's aus Turin (komischer Weise sind sehr wenig Fiat's darunter ... ;-)). Trotz des wieder einsetzenden Regens scheint die Kirche und Umgebung ein Treffpunkt für die Turiner zu sein. Die einen genießen die stimmungsvolle Aussicht auf ihre Stadt, die anderen - umweht von süßlichem Duft - machen es sich unter dem regensicheren Vorbau der Kirche gemütlich und wieder andere (meist zu zweit) steigen gar nicht aus ihren Fahrzeugen mit den beschlagenen Scheiben, aus ...
Basilica di Superga 
Asphaltierter Parkplatz
kostenlos, Mistkübel
I-10123 Turin
GPS: N 45,07944°   E 7,76693°
Bilder: 08.05.2016
 
Bilder: 1. Etappe

In der nächsten Etappe geht es direkt nach Frankreich in die Provence ...
Übersicht2. Etappe
  
 
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