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Reiseberichte 

Irland 2016: Forty Shades of Green    (Teil 1) 

Kuchl (A) - Dünkirchen (F) - Stonehenge (GB) - Lacock - Pembroke - Rosslare (IRL) - Hook Head - Waterford - Blarney Castle - Cobh - Jameson Whiskey - Mizen Head - Ring of Beara - Ross Castle - Ring of Kerry - Loop Head - Cliffs of Moher - Doolin - Ballyvaughan - Burren - Galway - Achill Island - Foxford - Knock - Benone Beach - Giants Causeway - Rope Bridge - Dark Hedges - Belfast (Titanic Museum) - Monasterboice - Port Oriel - Dublin - Wicklow Mountain - Clogga Beach - St. Hellen Pier - Heimfahrt - Kuchl  (6204 km)


22. Juli bis 10. August 2016  6204 km
    
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Über England nach IrlandDer Süden von IrlandDer Westen von IrlandDer Norden von IrlandDer Osten von Irland
(1831 km)(711 km)( km)( km)( km)
     

1. Etappe - über England nach Irland:

22.07. - 25.07.2016

Bilder: 1. Etappe

 

Kuchl (A) - Dünkirchen (F) - Dover (GB) - Stonehenge - Lacock - Pembroke (GB-WLS) - Rosslare (IRL) Hook Head (1831 km)
Irland 2016 
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 1Fr. 22.07.2016
Kuchl (A) - Rastplatz Pforzheim (D) Nachmittag:
Sonnig
+ 20° C
Reisezeit: 18:45 - 23:45 Uhr0 - 431 km
"The Emerald Isle" und "Forty Shades of Green" prägten den Begriff:

Irland, die grüne Insel

 
Nein, das hat jetzt relativ wenig (bis auf die Namensähnlichkeit) mit dem Softporno und Kassenschlager "Fifty Shades of Grey" zu tun, sondern es handelt sich auf der einen Seite (The Emerald Isle) um ein Gedicht des Dichter's William Drennan (1754-1820) und auf der anderen Seite, um ein Lied von Jonny Cash aus dem Jahr 1961 (ein gutes Jahr - weil mein Geburtsjahr ... ;-)) ...

Egal, "die grüne Insel" ist einer der bekannten Begriffe, die einem für Irland spontan einfallen. Genau so wie z.B.: Kleeblatt, Irish Coffee, Whiskey und Pubs, Guinness, wunderschöne Natur, Klippen, Wind und Brandung, rote Haare, Castle, Titanic, Schafe, ... um nur einige zu nennen, die mir im Kopf herum schwirren. Und genau das alles und noch vieles mehr wollten wir - Sonja und ich - bei unserem Besuch erleben. Wie es uns dabei ergangen ist und ob sich unsere hohen Erwartungen erfüllt haben? - Begleiten sie uns und sehen sie selber ...
Irland 2016 - Reiseberichte der Fam. Unterwurzacher
Freitag, 22. Juli 2016 - 18:45 Uhr: Die Arbeiten in unserem Schuhfachgeschäft sind abgeschlossen, das Womo ist eingeräumt und reisefertig. Ich bin das auch und Sonja fast.

"Wiedersehen, Bussi Bussi, erholt euch gut, genießt es, passt auf und meldet euch öfters" - Als unsere Kinder noch ein paar Jahre jünger waren, war dies üblicherweise unsere gebräuchliche Verabschiedung, wenn sie sich - besorgniserregender Weise - ohne uns - auf den Weg in ihren Urlaub machten. Jetzt ist es genau umgekehrt ... ;-))

Sobald ich ins Womo einsteige und den ersten Gang einlege, beginnt für mich die Erholung. Die Sonne lacht auf unser Womo, trotz starkem Verkehr kommen wir gut voran, Sonja sortiert und ordnet das Inventar im hinteren Bereich, ich "schmeiße" mir heiße Musikvideos ins Doppel-Din-Radio und so düsen wir wohlgelaunt und in Hochstimmung in Richtung Deutschland ...
Zwischengeschichtl - Terroralarm:
Kurz vor 20:00 Uhr nähern wir uns der bayrischen Hauptstadt München. Zuerst kommen Meldungen über einen angeblichen Terroranschlag, mehrere Tote, vermutlich sind drei Täter auf der Flucht im Großraum München ...
Die Nachrichten werden immer intensiver, sämtliche Radiostationen unterbrechen ihre Programme, schließlich kommt die Aufforderung: "Wenn sie im Großraum München unterwegs sind, verlassen sie umgehend die Autobahn, um den Einsatzkräften den Weg frei zu machen ..."
Wir befinden uns gerade am Autobahnkreuz München Süd. Was ist zu tun? Sollen wir wirklich die Autobahn verlassen? Abfahren und dann die Bundesstraßen verstopfen? Wir können alle paar Minuten Konvois von Autos sehen, die entweder aus Rettungsfahrzeugen, Polizeiautos oder aber auch aus schwarzen PKWs oder ebensolchen Lieferwagen mit Blaulicht bestehen und mit Folgetonhorn vorbei rasen.
Wir beobachten und sortieren die Lage: Die Einsatzfahrzeuge kommen ohne Schwierigkeiten durch den Verkehr, jeder macht Platz. Von den "normalen" Autofahrern verlässt fast keiner die Autobahn und so fahren auch wir angespannt und aufmerksam weiter in Richtung Stuttgart. Auch hier kommen uns immer wieder Einsatzfahrzeuge entgegen.
Es ist doch eine bedrückende Situation: Ganz in der Nähe sterben unschuldige Menschen und wir befinden uns auf dem Weg in den Urlaub, unsere Hochstimmung ist natürlich gänzlich verschwunden. Verwandte und Bekannte, die wissen, dass wir gerade in dieser Gegend unterwegs sind, rufen besorgt an, ob bei uns eh alles in Ordnung ist ..
Als wir gegen Mitternacht in der Nähe von Pforzheim auf einem Parkplatz übernachten, wird klar, dass es sich bei dem Amokläufer um einen 18-jährigen Einzeltäter handelt. Später stellt sich heraus, dass insgesamt 10 Menschen ums Leben gekommen sind und 27 Personen verletzt wurden -  sinnlos ...
Parkplatz in der Nähe von Pforzheimkostenlos
(Autobahnrastplätze werden allgemein wegen Einbruchsgefahr nicht als Übernachtungsplätze empfohlen)
 
Tag 2Sa. 23.07.2016
Vormittag:
Sonnig
+ 24° C
Nachmittag:
Sonnig
+ 24° C
Reisezeit: 08:23 - 18:17 UhrPforzheim (D) - Dünkirchen (F)
10 Stunden 54 Minuten431 - 1157 km (726 km)

Heute lassen wir es gemütlich angehen. Es ist zwar noch eine weite Strecke bis zum Fähranleger in Dünkirchen, aber wir haben Zeit und Reserven eingeplant.

Zufällige entdecken wir die beeindruckende Brücke bei Winningen über die Mosel und unternehmen einen kleinen Erkundungsspaziergang. Nach den gestrigen Ereignissen in München tut ein bisschen Entspannung gut.

Ablenkung gibt es auch im Radio: 

Zwischengeschichtl - Musikgenuss:

klatschNach dem Mittagessen geht die Reise weiter - ein kurzes Stück durch Holland und danach über die Grenze nach Belgien. Die Fahrt geht ohne Ausnahme über die Autobahn. Sonja macht das, was sie immer im Urlaub macht: Sie bastelt Weihnachtssterne für den nächsten Missions- und Adventmarkt. Und ich mach das, was ich eigentlich nie und nimmer mache: Zufällig bin ich an einem belgischen Radiosender hängen geblieben, der nur deutsche volkstümliche Schlagermusik spielt. Ich höre normalerweise - wenn es geht - fast immer und überall Musik und die reicht von der "echten" Volksmusik aus aller Herren-Länder, über Klassik (Beethoven, Mahler, Bruckner, Holst, usw), anspruchsvoller Blasmusikliteratur, über Beatles zur Pop- und Rockmusik, bis hin (je nach Gemütslaune) auch mal zu Heavy Metall, usw. - also eine relativ hohe Bandbreite ...

 Bei Hansi Hinterseer, den Ursprung Buam, Helene Fischer (naja, optisch ist da ja nichts einzuwenden ...) und Co. hingegen kräuseln sich mir allerdings die Nägel auf und das würde, bei mir als begeisterter Barfußläufer, wirklich nicht schön aussehen. Nicht dass mich jetzt irgendwer falsch versteht: Die Schlager der volkstümlichen Musik werden gerne gehört und erfreuen sich in weiten Kreisen der deutschen, der ostösterreichischen und anscheinend auch der belgischen Bevölkerung sehr großer Beliebtheit. Die Interpreten, die ihre Arbeit mehr oder weniger professionell machen und ihre entsprechenden Fans verdienen den ihnen zustehenden Respekt. Immerhin ist das eine der größten Musikindustrien in Europa. Aber mein Ding ist das nun einmal ganz und gar nicht und es hat auch rein gar nichts mit der Musik, die bei uns heimisch ist, zu tun. Normalerweise würde ich sofort und auf der Stelle zum nächsten Radiosender weiter schalten, um möglichen Hör- oder Hirnschäden zu entgehen. Dieses Mal hat aber dieser Mix aus dem redeschwallgewaltigen belgischen Moderator und dem Herz-Schmerz-Gejohle mein Gemüt erfasst und so folge ich - ohne dass ich dazu gezwungen werde - über eine Stunde lang der skurrilen und fast schon lustigen Sendung. Als ich dann auch noch zum Mitklatschen und Mitsingen anfange, macht sich Sonja begründete und ernsthafte Sorgen um mich ...

Man merkt schon: Ich rede zu viel - irgend wie hat wohl der quasselige Moderator und die volkstümliche Musik (eigentlich eine blöde Bezeichnung ...) doch einen unguten Einfluss auf mich ausgeübt ...

Um es kurz zu fassen: Wir kommen ohne gröbere Probleme kurz nach 18:00 Uhr in Dünkirchen an und begeben uns am Parkplatz, neben dem Checkin-Gebäude der Fähre, nach dem Abendessen, zur wohlverdienten Ruhe. Morgen Früh geht es zeitig ab auf die englische Insel ...

Parkplatz  
Asphaltierter Platz, WC und Duschen im Verwaltungsgebäude
kostenlos
Terminal Car ferry, Route du petit Denna, Port 5625,
F-59279 Loon-Plage, Dunkerque
GPS: N 51,01587°   E 2,19767°
Bilder: 23.07.2016
 
Tag 3So. 24.07.2016
Vormittags:
Sonnig
+ 22" C
Nachmittag:
Bewölkt
+ 20° C
Fähre Dünkirchen (F) - Dover (GB) hin und retour (2 Personen + Womo): € 155.79
Reisezeit: 08:03 - 19:35 UhrDover (GB) - Stonehenge - Lacock - Barry
11 Stunden 32 Minuten1157 - 1437 - 1480 - 1607 km (450 km)

05:00 Uhr - aufstehen!. Um diese Zeit drehe ich mich normalerweise noch zweimal um, aber es nützt nichts: In einer Stunde geht die Fähre nach England rüber. Die Überfahrt habe ich vor ca. 2 Wochen über das Internet gebucht. Dies ging genauso problemlos wie jetzt die Auf- und Überfahrt.

Mit einer Stunde Zeitverschiebung sehen wir die weißen Kreidefelsen von Dover und landen auf der britischen Insel ...
Sind wir in Frankreich noch bei strahlenden Sonnenschein abgefahren, so empfängt uns England mit düsteren Wolken. Dafür leuchten die Kreidefelsen umso mehr - auch wieder schön und die Wolken lockern auch gleich wieder auf ...
Also runter von der Fähre und nun heißt es links fahren. Kompliziert? Nein - überhaupt und gar nicht. Ich habe mir das viel schlimmer vorgestellt, aber man fährt einfach den anderen Fahrzeugen auf der linken Seite nach und der Gegenverkehr kommt rechts daher. Ein bisschen ungewohnt aber kein Problem. Auch den ersten Kreisverkehr passieren wir, als ob wir schon immer links gefahren wären. Wenn man auf der Autobahn überholen will (so oft kommt das mit dem Womo eh nicht vor ...) dann schaut halt die Beifahrerin auch ein bisschen mit und gut ist es. Außerdem sind die britischen Autofahrer sehr rücksichtsvoll und lassen uns immer "raus", wenn der rechte Blinker betätigt wird.

Allerdings erwische ich anstatt einer Abzweigung zu einer Tankstelle irrtümlicherweise eine Autobahnabfahrt. Hier wird es dann gleich mal eng, sehr eng. Einspurig und seitlich hohe Hecken. Nach einem Kilometer kommt eine Kreuzung und wir können umdrehen und wieder auf die Autobahn auffahren.
So tuckern wir gemütlich südlich an London vorbei in Richtung Stonehenge, unserem ersten Ziel in England ...

Wir parken unser Womo auf dem Riesenparkplatz vor dem Informationszentrum. Ein netter Herr dreht uns zum Preis von € 32,-- pro Person eine English Heritage Card an. Mit dieser Karte hat man bei verschiedenen Museen, Ausstellungen, Burgen usw. freien Eintritt und sie soll auch in Irland gültig sein (allerdings - wie sich später heraus stellte - nur in wenigen Museen ...). Außerdem erspart man sich in Stonehenge das Anstellen in der Warteschlange ...
Ausgerüstet mit Audioguides besuchen wir die Ausstellung im Besucherzentrum und im Freigelände. Wir informieren uns über die verschiedenen Thesen und Mythen, die sich um Stonehenge ranken.
Sonja und mich interessieren solche Relikte aus der Vergangenheit durchaus. Für uns sind das nicht nur ein Haufen toter Steine, sondern meistens geht von diesen Orten auch eine gewisse Ausstrahlung aus und daher ist der Besuch in einem der bekanntesten historischen Orte der Welt ja fast schon ein "Muss" ...
Besucherzentrum StonehengeGPS: N 51,18441°
W 1,85890°
Vom Besucherzentrum geht es per Fuß oder mit dem Bus zu den Steinkreisen - den "hängenden Steinen". Man kann die Steine umrunden und dabei bekommt man ausgiebige und interessante Informationen durch den Audioguide. Den Steinkreis selbst kann man nicht betreten und das ist vermutlich auch gut so. Es sind zwar sehr viele Besucher da, aber auf dem weitläufigen Terrain verläuft es sich und es stört nicht. 


Nach einigen interessanten Stunden verlassen wir wieder Stonehenge und seine Umgebung.
Auf Landstraßen geht es weiter. Wir begleiten für kurze Zeit den Letzten eines Radrennens. Während die Streckenposten schon alles abräumen, strampelt er alleine und verlassen dem Ziel entgegen - er tut uns leid und wir feuern ihn an. Ein leises, gequältes Lächeln belohnt unsere Motivationsversuche ...
Neben der Hauptstraße fällt uns ein Großaufgebot an Militärs auf. Unwillkürlich müssen wir wieder an das Münchner Attentat von vorgestern denken. Hier handelt es sich aber Gott sein Dank wohl nur um eine Übung oder wollen die Engländer nach dem EU-Austritt auch die Europäer von ihrem Land fern halten ...

Eigentlich wollen wir ja die düsteren Gedanken verdrängen, aber ob das bei unseren nächsten Ziel wirklich gelingt?

Lacock Abbey - Die Kammer des Schreckens ...
Parkplatz Lacock AbbeyGPS: N 51,41444°
W 2,12125°
Die Anfahrt nach Irland habe ich mir bei der Planung der Reise so vorgestellt, dass wir ohne größere Umwege bis zur Fähre nach Dünkirchen unterwegs sind und dann mit einem Zeitpolster von einer Nacht in das vereinigte Königreich übersetzen - das hat so weit mal ausgezeichnet geklappt. In England dann unbedingt bei Stonehenge vorbeischauen (abgehakt) und dann wäre noch Eden Projekt im Süden des Landes auf meiner Wunschliste gestanden ...

Der Umweg von ca. 260 km hätte uns nichts ausgemacht, allerdings ist es jetzt schon später Nachmittag und da würde uns wohl die Zeit zur kurz werden. Außerdem ist der Begriff "Stress" in unserem Urlaub nicht vorhanden. Flexibel ändern wir die Route und fahren nach Lacock, wo unter anderem "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" gedreht wurde. Der Schrecken fährt uns in die Glieder, als wir erfahren, dass die Abbey und das Fox Talbot Museum in einer halben Stunde zusperren, aber der Eintrittspreis trotzdem noch irgendwo bei 22 Pfund liegt. Unsere, in Stonehenge erworbener English Heritage Card gilt hier leider nicht, sondern irgendeine andere Card (die Engländer sind sich nicht einmal untereinander einig ...). Wir lassen es sein und entschließen uns spontan, einen kurzen Spaziergang um die Abbey zu machen, vielleicht kann man ja ein paar nette Bilder schießen. Unauffällig verfolgen Sonja und ich ein paar Leute, die für uns den Eindruck machen, dass sie aus dieser Gegend stammen und sich hier auskennen. Nach gut einer halben Stunde regen sich leichte Zweifel an dieser Annahme. Die Leute samt Hund drehen an einem unüberwindbaren Fluss um und fragen uns nach dem Weg ...
Wir setzten diesen, in der von uns vermuteten Richtung, trotz einsetzenden Regen auf gut Glück einfach fort, umrunden so die Abbey im weitem Umkreis, klettern über Zaunsperren, scheuchen Jungschwäne, Fischreiher und anderes Getier auf, werden bis auf die Haut nass, sehen uns auf einer Weide zwei Kampfschafen gegenüber, überleben dies nur dank einfühlsamer Kommunikation mit den Tieren und erreichen nach über einer Stunde glücklich aber müde wieder den Ort Lacock, der zu einem der schönsten im Königreich England zählt. Kurz zusammengefasst: Ein interessanter, schöner und typischer Urlaubsausflug ...


Obwohl es uns hier in Lacock gut gefällt, ein uriges Lokal verführerisch zum Essen einlädt und wir am Parkplatz neben der Abbey auch übernachten könnten, fahren wir trotzdem weiter.
Erstens dauert es einige Zeit, bis wir wieder trocken sind und zweitens ist es erst 18:35 Uhr und irgendwie zieht es mich - trotz der hier vorhandenen Wassermengen (in Form von Regen) -wieder ans Meer ...
Gut 34 Meilen oder besser gesagt 55 Kilometer später passieren wir - wieder getrocknet - bei Sonnenschein und leichter Bewölkung die 1,5 Kilometer lange Severn-Bridge, die imposante Hängebrücke von England nach Wales (Maut: £ 13,20 mit der Kreditkarte bezahlt). Wir verlassen unter lautem Protest von Susi (unser Navi) die vorgesehen Route und fahren in Richtung Barry, an der südlichen Küste von Wales. Leider mache ich an einer Tankstelle den Fehler, dem neugierigen Tankwart mit zu teilen, dass wir nach Irland wollen. Er bedauert uns sehr, weil es dort, laut seiner Aussage, angeblich die nächsten 14 Tage absolutes Sauwetter geben soll. Hätte ich doch meinen unbändigen Mitteilungsdrang etwas gedrosselt, jetzt ärgere ich mich über die anscheinend miserablen Aussichten und noch mehr über den englischen Tankwart ...
Da ich beileibe kein Kind von Traurigkeit bin, bessert sich meine Stimmung wieder zusehens. Besonders, als wir in Barry am Island Pleasure Park einen wunderbaren Platz, direkt oberhalb des Strandes, zum Übernachten finden. Die aufgestellten Warnschilder mahnen uns zwar zur Vorsicht (kann nie schaden), aber sie beunruhigen uns keineswegs. Im Gegenteil - Wir haben gerade wirklich richtiges Glück: Es findet gerade ein Strandfest statt. Aus diesem Grund ist -laut Anfrage bei zwei netten Polizisten - auch der obere Parkplatz geöffnet und (vermutlich) kostenfrei.
Wir werfen uns in das lebhafte Strandgeschehen, genießen die Lebensfreude, die salzige Abendluft und die verschiedenen Aktivitäten. Von unserem Sohn Rupert jun. haben wir fünf englische Pfund mit bekommen, die Hälfte davon hauen wir auf den Markt und erstehen in einer Strandbude einheimische Muscheln - sie sind kalt und schmecken furchtbar ...
Sonja war ja gegen den Kauf der Muscheln und ist jetzt ein bisschen sauer, weil ich so viel Geld sinnlos verschwende ... Erst als ich später die Muscheln im Womo erwärme, ein bisschen verfeinere und mit Tagliatelle aus der Toskana meinerallerliebsten Gattin serviere, genießen wir beide die Abendstimmung, das (jetzt) gute Essen, die lebhafte Partymusik und das Leben ...
Übernachtungsplatz Barry
Normalerweise gebührenpflichtiger Parkplatz
Neben Island Pleasure Park am Meer
Barry (Wales)
GPS: N 51,39005°   W 3,26969°
Bilder: 24.07.2016
 
Tag 4Mo. 25.07.2016
Vormittags:
Bewölkt
+ 19" C
Nachmittag:
Wechselhaftt
+ 21° C
Fähre Pembroke (GB - Wales) - Rosslare (IRL) hin und retour (2 Personen + Womo): € 491.--
Reisezeit: 08:37 - 21:30 Uhr
Barry (Wales) - Pembroke; Rosslare (IRL) - Hook Head
12 Stunden 53 Minuten1607 - 1766 km; 1766 - 1831 km (224 km)


Bis auf eine englische Familie mit Hund waren wir die einzigen, die auf dem Parkplatz oberhalb des Strandes von Barry kostenlos übernachtet haben. Wir genießen in der Früh den Ausblick, plaudern ein bisschen mit den Nachbarn und dann geht es gemütlich gute 150 Kilometer weiter bis Pembroke, von wo uns am Nachmittag die Fähre von Irish Ferries nach Irland bringen wird ...
(gebucht zwei Wochen vorher per Internet)
Fährhafen Pembroke (Wales)GPS: N 51,69114°
W 4,94303°
Kleines Video von der Auf- bzw. Einfahrt in die Fähre ...
 
 
Fast pünktlich um 14:45 Uhr legt die Fähre von Pembroke ab und wir haben es uns im Restaurant, wo es viele freie Plätze gibt, gemütlich gemacht. Ich genieße die Aussicht, gehe spazieren, lese ein bisschen, gehe spazieren, mache ein paar Fotos, gehe spazieren, surfe im Internet, gehe ...
Sonja bastelt Weihnachtssterne, eh klar. Nebenbei erklärt sie den neugierigen Mitreisenden ihre Tätigkeit. Vielleicht sollten wir im nächsten Urlaub ein paar fertige Bastelsachen mitnehmen und diese für den guten Zweck (Link) verkaufen?
Nach gut vier Stunden landen wir endlich im Hafen von Rosslare, im Südosten Irlands. Auf teilweise engen Straßen, eingerahmt von haushohen Hecken geht es links weiter in Richtung Süden. Die Straßen haben zwar kein Bankett wie bei uns, dafür aber an den Rändern und in der Mitte "Katzenaugen", die beim Überfahren ungute Geräusche erzeugen.

Voll Interesse saugen wir die ersten Eindrücke auf: Wir sehen einen Friedhof mit einer Kirchenruine. Die vereinzelten Häuser sind meist steingrau und wir erkennen sogar jetzt in der Dämmerung die verschiedenen Grüntöne in der Landschaft - zumindest bilden wir uns das ein ...
Wir nützen auf unseren Reisen wirklich gerne die Reiseführer des Womo-Verlages. Für uns sind sie ideale Helfer, um Routen, Sehenswürdigkeiten und vor allem schöne Stellplätze zu finden. Natürlich ist nicht oder - nicht mehr -jeder Tipp verwendbar, aber wenn man nur ein bisschen flexibel ist, ein klein wenig Hirn einsetzt, dann kann man sich wunderbar die Highlights heraus suchen. Und eins dieser "Gustostückerl" wollen wir heute noch ansteuern - Den Leuchtturm von Hook Head ...
Nach einer kilometerlangen Fahrt auf einer einspurigen Straße erreichen wir Hook Head. An der Spitze dieser Halbinsel erwartet uns ein Stellplatz wie aus dem Wohnmobilbilderbuch und wie wir ihn lieben: Ein einsamer Leuchtturm, rauschendes Meer das stürmisch an die Klippen brandet, Wiese, Blumen und eine idyllische Abendstimmung. Urlaubsherz, was willst du mehr - wir sind begeistert und glückselig, so kann es weiter gehen auf der grünen Insel - Irland, wir kommen ...
 
Stellplatz
Wiesenplatz neben Leuchtturm
WC im Leuchtturm
Hook Head
GPS: N 52,12422°   W 6,93063°
 
Bilder: 25.07.2016
 

Bilder: 1. Etappe
Übersicht2. Etappe
 
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