Gästebuch
 Startseite nach rechts Reiseberichte nach rechts Frankreich II - 2015: Die Bretagne - 2. Teil

Reiseberichte 

Frankreich II - 2015:    Die Bretagne    (Teil 2) 

Kuchl (A) - Rheinfall (CH) - Mülhausen (F) Schloss Guédelon - Château de Chambord - Loire - Amboise - Villandry - Guédèniau  - Mont St. Michel  - Pointe du Grouin - Saint Malo - Cap Fréhel - Fort la Latte - Île de Bréhat -Le Gouffre - Île de Quiberon - Orléans - Straburg - Therme Erding (D) - Kuchl (A)

15. Juli bis 28. Juli 2015  3407 km
 Übersicht1. Etappe2. Etappe3. Etappe
 Vorwort, Statistik, Etappen, Resümee,Anfahrt Mülhausen - LoiretalMont St. Michel - SmaragdküsteQuiberon - Orléans - Straßburg - Heimfahrt 
  (1375 km)(444 km) (1588 km) 

2. Etappe:

19.07. - 22.07.2015

Bilder: 2. Etappe

 

Guédinéau - Mont Saint Michel - Pointe du Grouin - Saint Malo - Cap Fréhel - Fort la Latte - Île de Bréhat   (444 km)
2015 Frankreichtour II - Die Bretagne - 2. Teil 
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 5So. 19.07.2015
Vormittag:
Bewölkt
+ 29° C
Nachmittag:
Wechselhaft
+ 23° C
Reisezeit: 09:42 - 13:35 UhrGuédéniau - Mont Saint Michel
2 Stunden 52 Minuten1375 - 1572 km (197 km)
Ich liebe es: Frühstück in Frankreich, an einem netten Teich, im Freien und Sepp hat uns schon vom hiesigen kleinen Bäcker ein frisches Baguette mitgebracht. Urlauberherz, was willst du mehr ...

Gegen 10:00 Uhr brechen wir auf. Das Wetter hat sich leicht verändert: Im Gegensatz zu den bisherigen extrem heißen Sommertagen, ist es heute bewölkt, aber immer noch sehr warm. Ideal um die paar Kilometer zu unserem heutigen Ziel - Le Mont Saint Michel - locker herunter zu spulen ...
Nach gemütlicher Fahrt checken wir beim örtlichen Campingplatz ein: Als "erfahrener" Mont-Saint-Michel-Besucher (ich war ja vor gut drei Wochen zum letzten Mal hier: Link ...) habe ich vorher bei der Rezeption angerufen und mir den Code für den Schranken abgeholt. Alles easy - und so suchen wir uns ein schönes Plätzchen und brechen nach dem Mittagessen gleich auf, um das Weltkulturerbe der UNESCO gemeinsam mit Sepp und Heidi zu erkunden.

Mit dem kostenlosen Shuttlebus geht es über die neue Holzbrücke direkt zum Mont Saint Michel ...
Le Mont Saint Michel
Die beeindruckende Insel liegt in der Normandie an der Grenze zur Bretagne. Sie ist ca. 55.510 m2 (Umfang ca. 830 m) groß und beherbergt 41 Bewohner. Der Sage nach erschien anno 708 der Erzengel Michael dem Bischof Aubert von Arranches und beauftragte ihn mit dem Bau einer Kirche auf der 57 Meter hohen Felseninsel. Da der Bischof aber auch nach mehrmaligen Aufforderungen nicht so recht anpackte, brannte ihm der gütige Erzengel mit dem Finger ein Loch in die Schädeldecke. Dieses brennende Argument überzeugte schließlich den Bischof und so haben wir heutzutage den Genuss, dieses - seit 1979 zum UNESCO Weltkulturerbe der Menschheit gehörenden Bauwerk - bewundern zu können. Am Anfang seiner Geschichte diente die Insel im Ärmelkanal als Bollwerk gegen Wikinger und andere böse Belagerer. Ab dem 12. Jahrhundert war die Abtei Ziel zahlreicher Pilgerströme und auch heute noch ist sie einer der Ausgangspunkte für den Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Nach vielen auf und ab wurde der Klosterberg in der französischen Revolution zur Gefängnisinsel umfunktioniert (zwischen 15.000 und 18.000 Menschen saßen hier ein) und damit begann der Verfall - bis nur mehr Ruinen den Felsen "schmückten". Erst im Jahr 1836 begann man unter Führung von Victor Hugo (Les Misérables) mit dem Wiederaufbau. Waren früher Benediktinermönche für das geistige Wohl zuständig, so leben heute Brüder und Schwestern der Gemeinschaften von Jerusalem das Kloster.

Neben dem von Menschenhand erschaffenen Wunder (La Merveille - das Wunder) ist die Natur in der Bucht von Mont Saint Michel ebenso bewundernswert: Die Bucht ist Schauplatz der größten Gezeiten in Kontinentaleuropa. Der Tintenhub kann bis zu 14 Meter betragen, das heißt, dass die Welle die Höhe eines vierstöckigen Hauses erreichen kann. Bei Ebbe kann man geführte Wanderungen im Watt zu Fuß oder mit dem Pferd unternehmen. Durch den 1879 errichteten Damm und durch Trockenlegungen versandete die Bucht immer mehr und mehr. Dem wirkt man nun mit gewaltigem Aufwand wieder entgegen: Der Damm und die asphaltierten Parkflächen wurden zur Gänze entfernt und durch eine neue Holzbrücke - erbaut 2014 vom österreichischen Stararchitekten Dietmar Feichtinger - ersetzt. Ein Gezeitenkraftwerk an der Mündung des Flusses Couesnon unterstützt ebenfalls den Ablauf des Sandes in das offene Meer hinaus. So soll sich in den nächsten Jahren der Klosterberg wieder zu seiner ursprünglichen Form einer Insel zurück verwandeln.

Ca. 2,5 km vor dem Eingang zum Klosterberg wurden ein Informationszentrum und große Parkflächen errichtet. Von hier aus können die Besucher mittels Pferdekutschen, zu Fuß oder mit den kostenlosen Busshuttles (alle 10 Minuten) zum Mont Saint Michel gelangen.    
   
Parkplatzgebühr für Wohnmobile - 24 Stunden:€ 20,80
Pferdekutschenfahrt einfach:€ 5,30
Abtei:
02. Mai - 31. August: 09:00 - 19:00 Uhr:Erwachsene: € 9,00
01. September - 30. April: 09:00 - 18:00 Uhr1. Jänner, 1. Mai und 25. Dezember geschlossen
Die beste Besuchszeit für den Klosterberg - mit Ausnahme der Museen - ist entweder gleich in der Früh oder am Abend.
 
Der Andrang am Nachmittag ist schon groß, aber große Menschenmassen sind wir ja ab und zu gewöhnt und daher ist das nicht so tragisch. Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass auch wir zur Gattung der "Touristen" gehören ...
Wir durchstreifen am Nachmittag die engen Gassen, besuchen den Klosterbereich der Abtei (€ 9,-- pro Person), und sind wie immer fasziniert von der beeindruckenden, menschlichen Baukunst und vor allem von Gottes Natur ...
 
( ... eins meiner Lieblingsbilder ...)
 
Als es dunkel wird, genießen wir das Abendessen in einem der vielen Restaurants. Irgend einmal möchte ich - nein, muss ich eine richtige bretonische Fischplatte probieren - aber hier in Mont Saint Michel sind die Preise doch etwas angehoben und so entscheide ich mich "nur" für einen Lachs. Danach erkunden Heidi, Sepp und wir die leeren Gassen und Gemäuer auf getrennten Wegen. Man braucht auch im Urlaub seinen eigenen Freiraum. Sonja und ich schlendern anschließend zu Fuß über die neue Holzbrücke. Obwohl dieses Mal der Himmel bewölkt ist, bietet der beleuchtete Klosterberg eine beeindruckende Kulisse.
Beim neuen Gezeitenkraftwerk treffen wir unsere Freunde wieder und lassen den Abend bei einer guten Flasche französischem Rotwein (was denn sonst ...) unter freien Himmel am Campingplatz gemütlich ausklingen ...
Zwischengeschichtl - Mont Saint Michel:
Ich bin fasziniert, gefesselt, verzaubert - Das mystische Mont Saint Michel berührt mich und da bin ich anscheinend nicht ganz alleine: Rund drei Millionen Besucher verzeichnet la Merveille - das Wunder jährlich. Und als wir 2003 mit unseren Kindern zum ersten Mal - eher zufällig und völlig unvorbereitet  - hier gelandet sind, da dachte ich echt, "das muss das 8. Weltwunder sein ...
Damals standen wir noch direkt vor dem Klosterberg auf dem Parkplatz und genossen bis tief in die Nacht vor dem Wohnmobil das beeindruckende Panorama. Aber je öfters ich wieder hierher komme, desto mehr zieht mich dieser Ort in seinen Bann. Da ist diese, schon von weitem sichtbare Silhouette - wirklich einzigartig. Irgendwie erinnert es mich an das Dornröschenschloss von Disney, vielleicht nicht so kitschig. Auf der einen Seite sind die starken Wehrmauern fest verankert im Meeresboden, auf der anderen Seite streben die Spitzen des Klosters mit dem Erzengel Michael gegen den Himmel - strecken sich quasi dem Schöpfer zu. Enge Gassen, die das Mittelalter wieder aufleben lassen, die dunklen, finsteren Gemäuer im Inneren , in denen der heilige Kral versteckt sein soll. Am Tag wälzen sich Menschenmassen durch die Gassen - während der silbergraue Sandboden rings umher Weite und Einsamkeit ausstrahlt. So weit man sieht, alle Schattierungen von Dunkelgrau, Schwarz zu Hellgrau, bis hin zu Silber, in denen sich die Menschen wie bunte oder dunkle Punkte ganz klein abheben. Wenn dann am Abend die Gassen leer werden und die Menschen diesen Ort mehr und mehr verlassen und sich langsam das Wasser - so wie heuer - leise um den Klosterberg schmiegt, dann breitet sich für mich etwas ganz Eigenartiges, Mystisches aus ....
Ich werde - so Gott will - wieder kommen, es gibt immer noch so viel zu entdecken ...
Aber jetzt wieder genug geschwärmt ...
Campingplatz Mont Saint Michel 
Wohnmobil - 2 Personen: € 18,--
Camping Mont Saint Michel
F-50220 Courtis, 35 Route du Mont Saint Michel,
Tel.: 02 33 60 22 10 (für Code beim Schranken - vorher anrufen)

GPS:   N 48,61547      W 1,50869

Bilder: 19.07.2015
 
Tag 6Mo. 20.07.2015
Vormittag:
Bewölkt
+ 26° C
Nachmittag:
Leicht bewölkt
+ 28° C
Reisezeit: 11:22 - 19:10 UhrMont St. Michel - Pointe du Grouin -
Saint Malo - Cap Fréhel
7 Stunden 48 Minuten1572 - 1616 - 1638 - 1687 km (115 km)

Beim Frühstück beraten wir wie es weiter gehen soll. Ich - als quasi "erfahrener Bretagnekenner ;-))" schlage Cap Fréhel, Fort la Latte und die rosa Granitküste als unbedingt sehenswert vor. Sepp und Heidi wollen nicht all zu weit fahren. Sepp und ich haben von einer Verwandten die Stadt Saint Malo als sehenswert empfohlen bekommen. Diese Stadt kennen wir allesamt noch nicht, also machen wir uns gemütlich auf den Weg dorthin ...

In der weitläufigen Bucht von Mont Saint Michel fahren wir - den Klosterberg seitlich oder im Rückspielgel immer kleiner werdend - in Richtung Cancale, das wir aber umfahren. Eigentlich schade, weil es hier angeblich die besten Austern Frankreichs geben soll. Aber weil eben Geschmäcker verschieden sind und meiner nicht denen der anderen gleicht, fahren wir weiter der Küstenstraße entlang und entdecken so "Pointe du Grouin", was sich wiederum als besonderes Glück heraus stellt, denn hier gibt es zwar keine Austern aber die Gegend ist ausgesprochen schön ...

Nach einem Spaziergang durch die Natur und über die schroffen Felsen in diesem Vogelschutzgebiet, zieht es uns wieder ein paar Kilometer weiter. Wir steuern unsere Wohnmobile entlang der Küste und staunen immer wieder über die vielen Schiffe und Boote die in den wasserlosen Buchten im Sand liegen, als wären sie vergessen worden. Wir befinden uns hier an einer Küste mit den größten Gezeitenunterschieden und es ist echt erstaunlich, wie weit sich das Wasser zurück zieht. Nach 22 Kilometern erreichen wir Saint Malo und suchen einen Parkplatz und das ist gar nicht so leicht. Die in den Reiseführern beschriebenen Stell- bzw. Parkplätze sind entweder bummvoll oder für Wohnmobile gesperrt. In einer Ausfallstraße ergattern wir dann doch noch ein Plätzchen, weil eine nette Wienerin mit ihrem Wohnmobil gerade weg fährt. Wir machen uns zu Fuß auf, um den bedeutendsten Hafen an der Nordküste der Bretagne zu erkunden ... 
Saint Malo wurde 1944 durch Bombenangriffe fast zur Gänze zerstört, aber anschließend nach alten Plänen wieder neu aufgebaut. Dies ist auch ein Grund, warum diese 45.000 Einwohnerstadt zu den meistbesuchten  Frankreichs zählt - zumindest die historische Altstadt davon.
Wir schreiten durch das große Stadttor in die historische Altstadt von Saint Malo und schmeißen uns in das Menschengetümmel. Finden in der St. Vincent Kathedrale wieder etwas Ruhe und bestaunen die schönen Hinterglasfenster. Anschließend schwingen wir uns auf die Stadtmauer, genehmigen uns vorher noch ein teures Eis und schlendern durch einen Kunstmarkt vor der Stadtmauer. Die Seeräuberstadt Saint Malo können wir also in unserer Besichtigungstour abhacken. Vielleicht haben wir uns durch die euphorischen Empfehlungen und Beschreibungen in den Reiseberichten zu viel von der Stadt Saint Malo erwartet. Hier sind wir uns alle vier einig: St. Malo ist zwar ganz nett, aber für uns genügt es, wenn wir es einmal gesehen haben und so wenden wir uns dort hin, wo wir schon ein paar Mal waren - Nach Cap Fréhel ...    
Auf der Fahrt zum Cap liest Sonja in unserem Reiseführer "Mit dem Wohnmobil in die Bretagne", dass in Saint Malo, das bis 2011 größte Gezeitenkraftwerk der Welt gebaut wurde und dass im Vorort Rothéneuf die berühmten Felsskulpturen eines Abbé Fouré zu besichtigen gewesen wären. Na ja, jetzt ist es zu spät aber vielleicht kommen wir ja wieder einmal in diese Gegend ...
Auf Cap Fréhel habe ich mich so richtig gefreut: Die Steilküste und daneben herrliche Sandbuchten, der Leuchtturm und rundherum Natur. Wir erwischen kurz nach dem Leuchtturm noch zwei Plätze auf dem Stellplatz, auf dem wir schon ein paar Mal die Nächte verbracht haben. Nach dem sich Heidi und Sepp bei gar nicht so warmen Temperaturen wagemutig in die Fluten geschmissen haben, probieren es auch Sonja und ich.  
 
Anschließend genießen wir die Zweisamkeit am Stand während Heidi und Sepp die Gegend erkunden ... 
 
ÜbernachtungsplatzÜbernachtungsplatz Cap Fréhel 
Parkplatz geschottert
kostenlos
08:00 - 22:00 Uhr als Parkplatz ausgewiesen
GPS: N 48,66282°   W 2,34467°
Bilder: 20.07.2015
 
Tag  7Di. 21.07.2015
Vormittags:
Sonnig
+ 22" C
Nachmittag:
Sonnig
+ 25° C
Reisezeit: 12:58 - 18:13 UhrCap Fréhel - Fort La Latte - Pointe de L'Arcouest
5 Stunden 15 Minuten1687 - 1697 - 1819 km (132 km)
Weil wir glauben, dass die Bocheis gestern schon diese Wanderung unternommen haben, machen Sonja und ich uns nach dem Frühstück alleine auf den Weg zum Leuchtturm. Auf den Spuren der Zöllner geht es entlang der Smaragdküste - 70 Meter über dem Meer - in Richtung Leuchtturm Cap Fréhel. Diesen Spaziergang wollte ich schon lange mal machen - jetzt ist endlich Gelegenheit dazu: Ich liebe diese Landschaft: Links das Meer, dann die schroffen Felsen und oben ein Teppich aus Stichginster, Erika und vor allem dem Heidekraut. Und dazwischen gibt es immer wieder Tiere zu entdecken ...
 
 
Im Leuchtturm findet eine kleine Kunstausstellung statt. Wir plaudern länger mit dem netten etwas älteren Herrn (naja so jung sind wir ja auch nicht mehr ...), der uns einiges über die Bretagne erzählt und so neben auch Salzburg kennt, wo er schon mal Schifahren war. Trotz der Sprachunterschiede ist die Konversation kein Problem - ein bisschen Englisch, ein bisschen mit den Händen reden und schon geht es ...
Vom Cap aus hat man einen wunderbaren Blick zum Fort la Latte - unserem nächsten Ziel, dass man auch zu Fuß erreichen könnte.
Zwischengeschichtl -
Kommunikation - oder das Reisen zu Viert ...:

Im Phare du Cap Fréhel (Leuchtturm) in dem unter anderem die bekannte Holzsandale (Schuhgröße ca. 225 ...) der mehrfach ausgezeichneten Künstler Dewar & Gicquel ausgestellt ist, hatten wir also mit dem französischen Museumsführer sprachlich kein Problem. Wobei man sagen muss, dass wir das viel verbreitete Vorurteil: "Die Franzosen sprechen nicht mit Nichtfranzosen, schon gar nicht mit deutschsprachigen Nichtfranzosen ..." ganz und gar nicht teilen wollen - ganz im Gegenteil haben wir die Erfahrung gemacht, dass sie - bei freundlicher Anfrage - ausgesprochen nett und hilfsbereit sind. Aber um das geht es hier eigentlich gar nicht, sondern eher um die zwischenmenschliche Kommunikation innerhalb unserer "Reisegruppe".
Sonja und ich freuen uns immer wieder sehr, wenn wir zusammen mit unseren Freunden, den Bocheis, auf große Reise gehen können. Wir sind gerne zusammen und unternehmen auch so viel miteinander - nach dem etwas abgewandelten Sprichwort: "Geteilte Freude ist doppelte Freude". - Quasi schweben wir (fast immer) auf einer Wellenlänge.
Obwohl wir zwar sicher nicht Schuhgröße 225 haben, wollen wir uns aber auf der anderen Seite nicht unbedingt gegenseitig auf die Füße treten - heißt: Jeder braucht mal seinen Freiraum für Zwei- bzw. Einsamkeit. Und weil wir uns schon so lange kennen, braucht man dazu nicht viele Worte, sondern man spürt es ganz einfach. Allerdings kann man es mit der wortlosen Kommunikation auch übertreiben:
So dachten wir zum Beispiel am Vorabend, als wir am Strand saßen und Heidi und Sepp leise und verschwiegen zu einer kleinen Wanderung aufbrachen: die beiden wollen alleine sein und spazieren sicherlich zum Leuchtturm. Wir haben sie dann aus den Augen verloren und sind nach einiger Zeit zum Abendessen ins Wohnmobil gegangen, bevor wir schlussendlich ins Bett gehüpft sind.
Am nächsten Tag, bevor wir zum Leuchtturm aufbrachen, sagten wir daher zu den Bocheis nur kurz: "Wir machen einen Spaziergang ..."
Jetzt haben Heidi und Sepp am Vortag nur einen kleinen Rundgang unternommen und anschließend noch mal den Strand in der Abenddämmerung genossen. Aus diesem Grund glaubten sie nun, dass wir ebenfalls nur einen kleinen Spaziergang unternehmen würden und bereiteten sich schon für die Weiterfahrt vor ...
Als wir dann nach ca. 2 Stunden (!) endlich zurück kamen, saßen die beiden schon startklar im Womo abfahrbereit. Uns war das jetzt aber dann doch etwas peinlich, dass sie so lange auf uns warten mussten - doch ein bisschen zu wenig miteinander gesprochen. Aber dank unserer langjährigen Freundschaft war das Thema wieder schnell vom Tisch und so konnte es ungetrübt in Riesenschritten (Gr.: 225) wieder weiter gehen, auf unserer Entdeckungsreise durch Frankreich/Bretagne ...
Nach dem etwas langen Spaziergang und dem Mittagessen geht es ca. 10 km zurück, zur nächsten Sehenswürdigkeit - dem Fort La Latte. Karl V und Ludwig XIV waren hier einstmals Besitzer, Tony Curtis, Kirk Douglas und viel andere Berühmtheiten haben hier schon Filme gedreht und nun haben wir auch Heidi und Sepp hierher gebracht und sie sind genau wie wir der Meinung, dass das im 13. Jahrhundert erbaute "Château de la Roche Gwyon" und jetzige Fort La Latte absolut besuchenswert ist.
 
 

Nicht nur die malerische Burg, die herrliche Aussicht vom Wehrturm aus rüber zum Cap Fréhel, das smaragdgrüne Meer - auch die umgebende Natur lädt zum Staunen ein. Im Fort La Latte, das sich im Privatbesitz befindet, gibt es zusätzlich noch eine kleine Kapelle und (natürlich) der obligatorische Souvenirladen, in dem ich vor Jahren meinen - noch immer gute Dienste leistenden - Brieföffner erstanden habe.
 
Fort La LatteEintritt pro Person: € 5,50
Link ...
Nach der anstrengenden Burgbesichtigung genehmigen wir uns eine gemütliche Pause im Freiluftkaffee neben dem kostenlosen Parkplatz. Danach geht es weiter nach - ja wohin eigentlich? Sepp fährt vor und es geht teilweise an der Küste entlang, teilweise ein wenig im Landinneren durch Saint-Brieuc in Richtung rosa Granitküste. Und als wir so dahintuckeln und gegen 18:00 Uhr schön langsam Ausschau halten, nach einem geeigneten Übernachtungsplatz, da geht es plötzlich runter zum Meer und genauso plötzlich öffnet sich vor uns eine gar eigentümliche Küstenlandschaft ...
Wir sind nördlich von Paimpol nichtsahnend an der Landspitze "Pointe de l'Arcouest" gelandet. Vor uns liegt die berühmte Blumeninsel Île de Bréhat und links geht die Straße weiter zu einem riesigen Parkplatz direkt an der Küste, auf dem auch einige Wohnmobile stehen. Unser Übernachtungsplatz scheint gefunden ...
Wir nützen den Abend - Urlaub pur: Spazieren gehen - Abendessen in freier Natur vor dem Wohnmobil - und einen wunderschönen Sonnenuntergang bewundern ...
 
Übernachtungsplatz Pointe de l'Arcouest 
Parkplatz - Wiese, WC, Mülleimer,
€ 6,-- pro Tag
Route d'Embarcadère, 22620 L'Arcouest,
GPS: N 48,82020°   W 3,02020°
Bilder: 21.07.2015
 
Tag 8Mi. 22.07.2015
Vormittags:
Bewölkt
+ 23" C
Nachmittag:
Leicht bewölkt
+ 25° C
Wanderzeit: 10:00 - 18:10 Uhr
Tagesbesuch Île de Bréhat
8 Stunden 10 MinutenFähre pro Person € 10,--
Wir sind zwar eher durch Zufall hier, aber wenn schon, denn schon - heißt: Wir legen heute einen Wandertag ein: Mit dem Boot geht es rüber zur Blumeninsel Île de Bréhat. Die Ausflugsboote verkehren in kurzen Abständen und brauchen ca. 15 Minuten auf die Insel. Da Flut ist, landen wir direkt vor dem Hotel Belevue. Aber Heidi, Sepp, Sonja und ich schlagen uns schnell in die "Büsche", um den Trubel zu entgehen. Hier erwarten uns schmucke, kleine Gutshäuser und gepflegte Gärten mit fast englischen Rasen. Palmen, Agaven und Mimosen zeugen von einem besonderen Klima und die Blumenwelt beeindruckt nicht nur unsere Damen ...
 
 
Im Archipel de Bréhat liegen unzählige Klippen und 86 Eilande. Die 404 Einwohner zählende Insel ist nur 3,09 km2 groß und setzt sich aus der "lieblichen" Südinsel und der Nordinsel mit ihrer markanten Felsenküste aus rosa Granit zusammen. Autoverkehr gibt es hier nicht, ein paar wenige Traktoren und vor allem Fahrräder (mit oder ohne Anhänger) sorgen für den Transport. Wir durchwandern die Insel zu Fuß und bewundern neben den vielen Wildpflanzen, in den Gärten: Hortensien, Lavendel, Lilien und sogar Oleander.     
 
 Zu Mittag wird es kurz etwas kälter, ansonsten herrscht das ideale Wanderwetter. Kurz vor dem Leuchtturm (Le Phare du Paon) lassen wir uns zur Stärkung bretonische Crepes und Galettes schmecken. Danach geht es weiter zum Leuchtturm und anschließend wieder zurück zum Ausgangspunkt. Im "Dorf" besichtigen wir noch den Friedhof und die Kirche Notre Dame de Bréhat, bevor wir wegen Ebbe einen Kilometer weiter zur Bootsanlegestrecke gehen müssen, als in der Früh bei der Ankunft. Zurück fahren wir wieder mit dem Boot, vorbei am knallgelben Leuchtturm und begleitet von den Möwen ...
 
 
 

Vollbepackt mit Brot und Obst aus einem Hofladen ohne Verkäufer (es stand nur eine Schuh-Schachtel als Kassa da) erreichen wir wieder das Festland. In einem netten Shop besorgen wir uns noch bretonische Reiseandenken.
Danach lassen wir uns vor dem Wohnmobil bei herrlicher Aussicht das Abendessen munden und genießen noch einmal einen herrlichen Sonnenuntergang ...
 
Übernachtungsplatz Pointe de l'Arcouest 
Parkplatz - Wiese, WC, Mülleimer,
€ 6,-- pro Tag
Route d'Embarcadère, 22620 L'Arcouest,
GPS: N 48,82020°   W 3,02020°
Bilder: 22.07.2015

Bilder: 2. Etappe

In der nächsten Etappe geht es quer durch die Bretagne auf die Île de Quiberon, nach Orléan, Straßburg usw. ...
1. Etappe3. Etappe
  
 
nach oben ...... zurück