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Reiseberichte 

Frankreichtour I - 2015: Paris und Normandie      

Kuchl (A) - Straßburg (F) - Paris - Eurodisney - Fecamp - Étretat - Batterie de Longues - Omaha Beach - Mont Saint Michel - Loiretal - Kuchl (3415 km)

Vorgeschichte:
Die Kinder haben von uns zu Weihnachten einen frei wählbaren Eintritt in einen Vergnügungspark ihrer Wahl geschenkt bekommen. Es hat nicht sehr lange gedauert, bis fest stand, dass wir (wieder einmal) ins Disneyland Paris fahren. Warum Disneyland werden sich vielleicht einige fragen? Einfach deshalb, weil es uns - der Familie Unterwurzacher - gefällt. Schon im zarten Alter unserer Kinder besuchten wir zum ersten Mal den Themenpark. Nicht nur die Kinder auch Sonja und ich waren damals begeistert. Trotz mehrmaliger Besuche, einiger Veränderungen und das Erwachsen werden unserer Kinder, ist diese Begeisterung geblieben ...

Den Ausflug nach Paris nützen wir, um mit dem Wohnmobil anschließend ein paar Tage in Frankreich zu verbringen. Für Tochter Marlene mit Anhang (Thomas) eine gute Gelegenheit, um sich mit einer Wohnmobilreise vertraut zu machen. Sohn Rupert mit Anhang (Michaela) kommen mit dem Flugzeug nach und in Paris werden wir uns dann treffen ...

Frankreichtour I - 2015: Paris und Normandie
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)

Bilder: Frankreichtour I - 2015
19. bis 26. Juni 2015

Tag 1Fr. 19.06.2015
 Nachmittag:
Bewölkt
+ 15° C
Reisezeit: 15:41 - 00:50 UhrKuchl (A) - Straßburg (F) - Mittelbergheim
9 Stunden 9 Minuten0 - 548 - 586 km
 
Während meine Schwester Marie-Luise und Tochter Maria wieder einmal dankenswerter Weise auf unser Schuhgeschäft aufpassen, beginnen wir unsere Reise mit einem "Kurzunterricht": Wasser, Gas, Strom und was sonst noch wichtig ist, um einen störungsfreien Urlaub im Wohnmobil zu gewährleisten. Nach einer fahrtechnischen Unterweisung geht es los: Marlene "darf" fahren. Und sie stellt sich wirklich erstaunlich gut an - ist ja immerhin etwas anderes, ein fast 7 Meter langes, samt Außenspiegel 2,80 Meter breites und 2,89 Meter hohes Ungetüm zu lenken, als den sonst gebräuchlichen, handlichen Citroen C3 ...
Wir wechseln uns ab, machen mal eine Kaffee- oder sonstige Pause und erreichen so im relativ starken Abendverkehr aber ohne Schwierigkeiten und Mühen über München, Stuttgart - Straßburg in Frankreich. 

Strassbourg - wie es französisch heißt - ist Sitz des Europarates, Europaparlament, Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, usw.. Dementsprechend schwer ist es, in der Nähe der Altstadt einen Parkplatz zu finden. Mit vereinten Kräften schaffen wir es trotzdem und wir genießen den abendlichen Spaziergang in den schmalen Gässchen, zwischen den alten Fachwerkhäusern bis hin zum gigantischen Straßburger Dom, dem Liebfrauenmünster.
"Ein Wunder - so unermesslich und zierlich doch zugleich" wird diese "Cathedrale Notre Dame de Strassbourg" beschrieben. Sie gehört zu den bedeutendsten gotischen Kirchenbauten Europas und zählt zu den größten Sandsteinbauten der Welt. Die äußerliche Schönheit wird besonders durch die direkte und indirekte Beleuchtung in der Nacht hervor gehoben. Zum Abschluss lassen wir uns ein Glas französisches Bier in einem der vielen Gastgärten schmecken ...

Als Übernachtungsplatz suchen wir den Friedhofsparkplatz von Mittelbergheim im Elsass (Tipp aus einem Forum ...). Diesen finden wir allerdings nicht auf Anhieb und weil es schon spät ist, stellen wir einfach unser Womo zur ersten Nacht in der Nähe der Kirche auf einem Parkplatz einer Schule ab. (Zur Info: Der Stellplatz wäre nur 350 Meter entfernt gewesen ...)
Übernachtungsplatz Mittelbergheim (F)Übernachtungsplatz Mittelbergheim 
Parkplatz neben Kirche, asphaltiert
kostenlos
F-67140 Mittelbergheim, Rue de I'Oberberg
GPS: N 48,39724     E 7,44388
Tag 2Sa. 20.06.2015
Vormittag:
Bewölkt
+ 14° C
Nachmittag:
Auflockerung
+ 23° C
Autobahnmaut Metz - Paris:€ 37,70 
Reisezeit: 09:25 - 18:05 Uhr Mitterbergheim - Charles de Gaulle Flughafen - Vincennes bei Paris
8 Stunden 40 Minuten586 - 1191 km (605 km)

Heute steht ein ausgesprochener Reisetag vor uns. Ich fahre gerne, also sind die gut 600 Kilometer, die vor uns liegen, kein Problem. Es geht über mautfreie Nationalstraßen nach Nancy in Richtung Paris. Wir genießen das Womo-Leben auch während der Fahrt. Viele Gespräche verkürzen die Reisezeit. Mittagessen und Kaffeepausen sorgen für geruhsame Unterbrechungen. Marlene, Thomas und Sonja ermitteln den Kartenkaiser ...

Vor lauter Gemütlichkeit übersehen wir fast die Zeit und so nehmen wir ab Metz die gebührenpflichtige Autobahn, um schneller ans Ziel zu kommen. Um 17:00 Uhr müssen wir am Flughafen Charles de Gaulle bei Paris sein, um Rupert jun. und Michaela ab zu holen. Und ein bisschen Zeitreserve bei der Fahrt um die Metropole Paris schadet nach unseren Erfahrungen nach, überhaupt nicht.

Aber es klappt alles wunderbar: Sohn Rupert und Michaela landen pünktlich und so geht es gemeinsam weiter in Richtung Paris. Vorher setzen wir die beiden kurz im Hotel in der Nähe vom Disneyland ab, damit sie einchecken können. Danach fahren wir wieder zurück in Richtung Paris.

Beim Schloss Vincennes in einem Vorort von Paris stellen wir unser Womo auf einem Busparkplatz ab, da der als Stellplatz angegebene große Parkplatz leider nicht mehr vorhanden ist und die anderen Parkplätze mit Höhenschranken versehen sind.

Nach einem gut 15 minütigen Spaziergang am Schloss Vincennes vorbei geht es mit der RER ins Zentrum, um den Eiffelturm bei Nacht zu erleben. Vorher lassen wir uns französische Speisen in einem kleinen Restaurant im Zentrum schmecken. Wer die Familie Unterwurzacher kennt, weiß, dass dabei Weinbergschnecken in Frankreich nicht fehlen dürfen ...

Der Platz und der Rasen vor und hinter dem Eiffelturm ist dicht besiedelt mit vielen Menschen. Ebenso stark ist der Andrang auf die Besichtigung des Turmes per Fuß oder Lift. Auf Grund der langen Menschenschlangen vor den Kassen verzichten wir auf eine "Erklimmung" und genießen die Atmosphäre und die Aussicht auf den hell erleuchteten Eiffelturm von der Wiese aus. Bei einem kühlen Bier (hier kann man vom Champagner über Bier, Wein und Limo von den Straßenverkäufern fast alles haben ...) erwarten wir die Beleuchtungsorgie, die ab 22:00 Uhr jede Stunde los gehen soll. - Und die ist wirklich sehenswert - wir sind begeistert.

Spät in der Nacht geht es mit der Metro wieder zurück. Während Marlene, Thomas, Sonja und ich nach einem längeren Fußmarsch müde ins Wohnmobil fallen, fallen Rupert jun. und Michaela in ihre Hotelbetten ...

Busparkplatz Schloss Vincenneskostenlos
 
Tag 3 + 4So. Mo, 21. und 22.06.2015
Vormittags:
Leicht bewölkt
+ 23" C
Nachmittag:
Leicht bewölkt
+ 25° C
Zeitig in der Früh fahren wir von unserem Übernachtungsplatz beim Schloss Vincennes zum Parkplatz beim Disneyland Paris. Hier treffen wir wieder mit Michaela und Rupert zusammen, die ebenso wie wir schon voller Vorfreude auf die Themenparks sind ...
Die nächsten zwei Tage verbringen wir im Disneyland Paris. Thomas ist zum ersten Mal hier und wir versuchen, ihm unsere Begeisterung zu vermitteln. Einige Attraktionen sind leider wegen Renovierung geschlossen, andere wiederrum wurden seit unserem letzten Besuch neu eröffnet (z.B. Ratatuille ...)

Entgegen meiner sonstigen Reisegewohnheiten, wo ich ohne meine Canon-Kamera fast nicht anzutreffen bin (Spitzname: "Japaner") habe ich dieses Mal den Fotoapparat im Wohnmobil gelassen, um die Attraktionen im Disneyland Paris richtig genießen zu können. Wer ein paar Bilder von unserem letzten Besuch sehen will, ist hier richtig: Link ...
Blue Lagoon
Wenn man die Attraktion "Pirates of the Caribbean" besucht, fährt man mit dem Boot unterirdisch an einem Restaurant vorbei. Schon lange hegten wir den Wunsch, hier einmal zu dinieren ...
Also reservierten wir im "Blue Lagoon" einen Tisch und genossen ein köstliches 3-Gänge Menü in romantischer Atmosphäre und gutem Essen ...
Disneyland Paris
Das beeindruckende Licht-, Laser und Showspektakel mit Feuerwerk beeindruckte uns dieses Mal ganz besonders und so ging wieder einmal ein wunderschöner Besuch des Disneyland Paris zu Ende ...
 
Übernachtungsplatz Disneyland Paris 
Parkplatz, asphaltiert.
Asphaltiert, WC, Duschen, Mülleimer,
€ 30,-- pro Tag
GPS: N 48,87528   E 2,79612
 
Tag 5Di. 23.06.2015
Vormittag:
Leicht bewölkt
+ 24° C
Nachmittag:
Sonnig
+ 24° C
Besichtigung Paris 
  
Reisezeit: 19:40 - 01:18 UhrEurodisney Paris - Flughafen - Fecamp
5 Stunden 38 Minuten1191 - 1235 - 1507 km (316 km)
 
Heute am Dienstag Abend müssen Michaela und Rupert wieder zum Flughafen Charles de Gaulle, um zurück in die Heimat zu fliegen. Wir nützen den Tag, um Paris zu erkunden. Dieses Mal geht es mit dem Bus zur Stadtrundfahrt, bei der wir die meisten Sehenswürdigkeiten im Schnelldurchlauf erleben. Für ein paar der vielen Sehenswürdigkeiten nehmen wir uns aber auch zu Fuß Zeit ...

Familie Unterwurzacher vor Notre Dame ...
 
Zwischengeschichtl - Trauer:
Man ist in seelischer Hochstimmung: Urlaub im Kreise der Familie, Eurodisney, Paris, das Wetter passt - einfach nur herrlich ...

... und dann - wird man vom traurigen Alltag eingeholt: Zuerst meldet die SMS-Benachrichtigung einen Küchenbrand in unserem Heimatort Kuchl. Als Feuerwehrkommandant ist man natürlich auch im Urlaub über alles informiert. Es ist zwar reiner Zufall aber es scheint, dass jedes Mal, wenn ich in den Urlaub fahre, die Einsatzhäufigkeit zu Hause steigt ...

... und dann - eine halbe Stunde nach dem Feueralarm ruft mich der Sohn eines Feuerwehrkameraden an und teilt mir unter Tränen mit, dass sein Vater genau als die Sirene heulte, nach einem Herzinfarkt im Wachkoma liegend, verstorben sei ...

Schock und Trauer in der ganzen Familie: Alle haben OLm Salfner Egon gekannt. Nicht nur ein Feuerwehrkamerad sondern ein echter Freund wurde unerwartet aus dem Leben gerissen. Wir haben für Egon und seine Familie eine Kerze angezündet und einen "Vater unser" gebetet, aus dem Sinn ging er uns sowieso nicht mehr ... 
 
Wir hatten es bisher bei unseren vielen Paris-Aufenthalten (sind es sechs, sieben oder mehr ...?) nicht geschafft, den berühmten Friedhof "Le Cimetière du Père-Lachaise" zu besuchen. Hier liegen viele Persönlichkeiten, wie z.B. Jim Morrison, Frederic Chopin, Oxcar Wilde, Maria Callas, Edith Piaf und viele andere mehr, begraben. Der parkähnlich angelegte, riesengroße Friedhof ist mystisch und wirklich sehenswert ...
Wir liefern Rupert jun. und seine Freundin Michaela pünktlich am Flughafen ab. Schade, dass sie schon wieder nach Hause müssen. Der Rest der Familie hat noch ein paar Tage Zeit und so geht es kurz entschlossen in Richtung Normandie. Spät in der Nacht treffen wir im Hafen von Fecamp ein, wo wir uns am dortigen Stellplatz zur Ruhe begeben ...
Stellplatz Fecamp 
asphaltiert, 5 min ins Zentrum
Ausweichplatz am PKW-Parkplatz, geschottert
F-76400 Fecamp, Hafen
GPS: N 49.76008   E 0.37386
 
Tag 6Mi. 24.06.2015
Vormittags:
Sonnig
+ 22" C
Nachmittag:
Sonnig
+ 25° C
Reisezeit: 12:15 - 18:45 UhrFecamp - Ètretat - Batterie de Longues
6 Stunden 30 Minuten1507 - 1530 - 1673 km (166 km)

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit - natürlich frischem französischen Baguette - geht es vorerst einmal los, um Fecamp zu Fuß zu erkunden. Das "Palais Bénédictine", ein Kunstmuseum und gleichzeitig Brennerei für den gleichnamigen Kräuterlikör ist unser erstes Ziel. Nach einem Stadtspaziergang finden wir in der Kirche St. Etienne ein bisschen Ruhe, um unsere Gedanken zu ordnen ...

Nach dem Mittagessen geht es weiter. Aber nur kurz, dann in Étretat wartet schon das nächste Highlight auf unserer Reise: Der berühmte und viel fotografierte Kreidefelsen am Strand. Wir probieren bei dieser Gelegenheit die Temperatur des Wassers im Ärmelkanal und stellen fest, dass es zwar kühl, aber bei ein bisschen Überwindung sicher für ein erfrischendes Bad reichen würde.

Nach einem steilen Aufstieg zur Kapelle Notre Dame de la Étretat, sind wir vom Ausblick in beiden Richtungen einfach nur mehr überwältigt ...

 
Vorbei an vielen schön geschmückten Rädern (die Tour de France wird hier bald entlang fahren ...) fahren wir über die berühmte und beindruckende "Ponte de Normandie". Ziel sind die ca. 100 km Atlantikküste, an der am 6. Juni 1944 die Landung der Alliierten begonnen hat.

An der "Batterie de Longues" finden wir direkt an der Küste, alte Stellungen der deutschen Wehrmacht, die Gott sei Dank seit 71 Jahren ruhen. Gleichzeitig finden wir aber auch einen wunderbaren Übernachtungsplatz direkt an der Steilküste und treffen hier einige andere Camper. Z.B. einen Niederösterreicher, der zusammen mit seiner Frau ein Wohnmobil ausgeliehen hat und zum ersten Mal diese Art des Urlaubs genießt. Oder einen Rosenheimer, aus dem benachbarten Bayern, der uns einige Tipps für weitere Reisen in die Normandie und Bretagne gibt. Der Abend klingt mit einem gemütlichen Grillen und einem fantastischen Sonnenuntergang aus ...
Stellplatz Batterie de Longues 
Schotter/Wiese
Parkplatz direkt an der Steilküste
F-14400 Longues-sur-Mer
GPS: N 49.34583    W 0.68944
 
Tag 7Do. 25.06.2015
Vormittags:
Sonnig
+ 22" C
Nachmittag:
Sonnig
+ 29° C
Reisezeit: 10:51 - 15:47 Uhr
Batterie de Longues - Le Mont Saint Michel
4 Stunden 56 Minuten1673 - 1872  km (199 km)
Auch heute genießen wir das Frühstück unter freiem Himmel und wir lassen uns Zeit. Danach fahren wir weiterhin der Küste entlang und besuchen in "Colleville-sur-Mer" den amerikanischen Soldatenfriedhof am Omaha-Beach. Ein bewegender Ort, wo 9000 Soldaten ihre letzte Ruhe fanden, liegt nun - fast friedlich und schön - vor uns.
Weiter geht es in der geschichtlichen Reise nach Sainte-Mère-Église, wo am 6. Juni 1944 der amerikanische Fallschirmjäger John Steel bei seiner Landung am dortigen Kirchturm hängen blieb. Eine Puppe und ein Museum erinnern heute noch an diese Episode aus dem 2. Weltkrieg ...
Nach so viel Geschichte tut Abkühlung gut und dafür ist der Atlantik wie geschaffen ...
Wenn schon Urlaub, Sonne und Meer - muss man auch darin gebadet haben. Erfrischt geht es weiter und unser Ziel "Le Mont Saint Michael" ist schon kilometerweit vorher zu sehen ...
 
Zwischengeschichtl - Urlaubsvorbereitung:
Ab und zu werde ich auf Grund meiner meist intensiven Urlaubsvorbereitungen belächelt.

Geschichte, Land und Leute, Sehenswürdigkeiten, Besonderheiten und Sonstiges über das zu besuchende Land, interessieren mich schon vor jeder Reise. Ich will informiert sein, was auf mich zukommt, dazu dienen mir Bücher, TV-Sendungen, private Erfahrungsberichte und natürlich das Internet mit seinen unzähligen Informationsquellen. Besonders hilfreich in diesen Fällen sind Reiseberichte anderer Wohnmobilfahrer und die diversen Foren ...
Auf dieser Reise traf ich nun einen frankreicherfahrenen Wohnmobilreisenden aus Deutschland, der laut eigenen Aussagen schon zum sechsten Mal die Normandie und die Bretagne bereist. Er kenne fast jedes Fleckchen dieses schönen Landes und wisse über alle möglichen und unmöglichen Dinge hier bestens Bescheid - da kann ihm niemand etwas vormachen. Beeindruckt von so viel Selbstsicherheit erzählte ich ihm von unserer Absicht - Le Mont Saint Michel - zu besuchen und auf dem dortigen Campingplatz zu nächtigen. "Das könnte ich sofort vergessen ..." war die fast bedrohliche Aussage des Frankreichspezialisten, weil nämlich das äußerst kompliziert sei. Erst im Vorjahr hatte er versucht zu diesem Campingplatz zu gelangen und sei kläglich gescheitert:
Zuerst wurde er von einem automatischen Schranken aufgehalten, der das Areal um den Campingplatz, Hotels und Geschäfte direkt vor dem Klosterberg abschirmte. Er hätte einen Zahlencode benötigt, um den Schranken zu öffnen und die Stimme am automatischen Schalter verstand ihn nicht oder umgekehrt ....
Umkehren wollte unser deutscher Wohnmobilkollege aber auch nicht und so bildete sich hinter ihm eine Schlange von Autos und weiteren Wohnmobilen, die ihren Unmut über die Warterei mittels lauter Hupen und Zurufen kund taten. Auf Grund der nicht zum Ziele führenden Kommunikation mit der Stimme aus dem automatischen Schalter erschien nach einiger Zeit ein nicht gerade freundlicher Herr vom Campingplatz. Der deutsche Wohnmobilist verstand zwar trotz einiger Französisch-Kenntnissen diesen stark gestikulierenden Herrn nicht, deutete aber die heftigen Handbewegungen richtig, wendete unter leichten Schwierigkeiten sein Wohnmobil und verließ unter weiteren unverständlichen Zurufen diesen Ort der Schande. Schließlich parkte er sein Fahrzeug auf einem 2 Kilometer entfernten, asphaltierten Stellplatz in der Sonne (€ 15,--) und war zutiefst enttäuscht über Mont Saint Michel, die Franzosen und die Welt im Allgemeinen ...

Ich hingegen - kein ausgesprochener und selbsternannter Experte für diese Gegend, aber gut vorbereitet - rief ein paar Kilometer vor Mont Saint Michel eine nette Dame vom besagten Campingplatz an (sie sprach sogar deutsch ...) und erfuhr von ihr ohne Umschweife den benötigten Code für den Schranken. Die Einrichtungen auf dem Campingplatz sind zwar nicht die Neuesten, aber Duschen und WC sind sauber. Die Plätze großzügig unter schattigen Bäumen und das Personal sehr hilfsbereit und freundlich. Alle 10 Minuten fährt vom Campingplatz ein kostenloser Bus zum Mont Saint Michel. Zu Fuß sind es nicht ganz 30 Minuten - was will man mehr ...
 
Nach dem wir uns frisch gemacht haben, geht es mit dem kostenlosen Bus zum Mont Saint Michel - UNESCO Weltkulturerbe und meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Frankreich. Über die neue - von dem österreichischen Stararchitekt Dietmar Feichtinger erbaute Holzbrücke - erreichen wir die Klosterinsel. Der Besucherandrang ist gegen Abend nicht sehr groß und auch wir durchstreifen die engen Gassen. Leider hat das Museum und das Kloster ganz oben schon geschlossen. Wir freuen uns über die französische Küche bei Miesmuscheln verschiedener Art und Garnelen. Auf dem Heimweg erleben wir einen Sonnenuntergang, der nur hier möglich ist ...
Campingplatz Mont Saint Michel 
Wohnmobil - 2 Personen: € 18,--
Camping Mont Saint Michel
F-50220 Courtis, 35 Route du Mont Saint Michel,
Tel.: 02 33 60 22 10 (für Code beim Schranken - vorher anrufen)

GPS:   N 48,61547      W 1,50869

 
Tag 8Fr. 26.06.2015
Vormittags:
Sonnig
+ 23" C
Nachmittag:
Sonnig
+ 33° C
Reisezeit: 10:45 - 00:15 UhrMont Saint Michel - Chambord - Briare
13 Stunden 30 Minuten1872 - 2218 - 2364  km (492 km)
Die Heimat ruft - Zeit für die Rückfahrt. Vorbei an der Windmühle vor Mont Saint Michel geht es über Le Mans ins Loiretal. Wir besuchen das imposante Schloss Chambord und es geht weiter über Landstraßen. In einem kleinen Dorf finden wir ein außergewöhnlich gutes Haubenlokal und wir leisten uns ein letztes Mal auf dieser Reise die köstliche französische Küche (natürlich wieder mit Weinbergschnecken ...). Einen uns bekannten Übernachtungsplatz nützen wir in Briare an der dortigen, berühmten Kanalbrücke über die Loire ...
 
NavigonZwischengeschichtl - Susi schwächelt ...:
Wir haben wirklich viel zusammen erlebt, die Susi und ich. Sind durch dick und dünn gemeinsam gegangen, bzw. gefahren. Wir haben halb Europa bereist und hunderte Stunden gegenüber gesessen. Sie hat mich mit ihrer warmen Stimme (fast) immer auf den richtigen Weg geleitet. Und nun ... nun schwächelt Susi. Sie ist zwar schon mein drittes Navi, aber doch irgendwie ans Herz gewachsen. Bei den hohen Temperaturen auf der Heimfahrt hat sie mich plötzlich und unerwartet verlassen. Ohne ein Wort, ohne ein Zeichen - sie war auf einmal weg. Ja gut, sie kam jedes Mal wieder zurück, aber ich musste sie dazu auch wieder jedes Mal an der Rückseite, beim Einschaltknopf streicheln und es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis sie dann wieder gekommen ist. Ich habe ihr gut zugeredet, ich habe ihr gedroht - so kann es nicht weiter gehen. Als sie am nächsten Tag dann wieder voll da war und auch einige Zeit blieb, habe ich schon gedacht, meine Drohungen hätten sie zur Vernunft gebracht - aber dann, wie aus heiterem Himmel - war sie auf einmal wieder weg - Stille ...

Marlene übernahm dann die Aufgabe von Susi. Sie machte das mit einer Landkarte (anscheinend soll man das früher immer so gemacht haben ...) wirklich hervorragend und das war bei den vielen, kleinen Landstraßen, die wir durch das Loiretal und danach gefahren sind, wirklich keine einfache Aufgabe. Aber auf die Dauer ist das anstrengend und auch keine Lösung ...

Ich fürchte, ich muss mich nach einer Neuen (Susi ?) umsehen ....
 
Stellplatz Hafen Briare - Quai Mazoyer kostenlos
Der offizielle Stellplatz liegt ein paar Meter weiter oberhalb der Kanalbrücke und ist geschottert / teilweise Wiese.
Wir standen direkt neben dem Kanal.
F-45250F-45250 Briare, Rue de Vignes
V + E GPS: N 47,63194"
E 2,73944°
 
Tag 9Sa. 27.06.2015
Vormittags:
Sonnig
+ 24" C
Nachmittag:
Sonnig
+ 32° C
Reisezeit: 07:52 - 22:05 UhrBriare (F) -Kuchl (A)
14 Stunden 12 Minuten2364 - 3415  km (1051 km)
Bis auf ein paar Pausen wird heute gefahren. Die 1051 Kilometer schaffen wir trotz der tropischen Temperaturen relativ locker und auch Thomas bringt seine Jungfernfahrt als Wohnmobillenker tadellos über die Bühne. Die Fahrt geht aus Zeitgründen über die mautpflichtige Autobahn Richtung Dijon - Mülhausen und danach über den Bodensee nach München und schließlich nach Kuchl.
Wie immer bei längeren Fahrten gibt es viele Gespräche in der Fahrerkabine und gemütliches Wohnmobilleben im Wohnbereich unseres fahrbaren zweiten Zuhauses ...
Eine intensive aber schöne Reise geht mit einer herrlichen Wetterstimmung (natürlich von Sonja fotografiert) zu Ende.

Frankreich wir kommen bald wieder ...
 
Bilder: Frankreichtour 1 - 2015

 
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