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Reiseberichte 

Balkanreise nach Griechenland - 2014 (Teil 1) 

Kuchl (A) - Rovinj (HR) - Medjugorje (BIH) - Mostar (BIH) - Montenegro (MTN) - Albanien (ALB) - Griechenland (GR) - Igoumenitsa - Parga - Patra - Kloster Mega Spileon - Korinth - Athen - Delphi - Meteora Klöster - Ostküste - Heimfahrt - Mazedonien (MAZ) - Serbien (SRB) - Kroatien (HR) - Slowenien (SLO) - Villach (A) - Kuchl (4996 km)


11. bis 23. April 2014  4996 km
Übersicht1. Etappe2. Etappe3. Etappe4. Etappe
Vorwort, Statistik, Etappen, Resümee,Anreise über den BalkanWestküste über Patras nach KorinthAthen - Delphi - Meteora KlösterOstküste - Heimfahrt
 (1814 km)(812 km)(628 km)(1742 km)

1. Etappe:

Fotoalbum 1. Etappe

 

Kuchl (A) - Rovinj (HR) - Mejugorje (BIH) - Mostar (BIH) - Montenegro (MTN) - Albanien (ALB) - Griechenland (GR) - (1814 km)
Griechenland 2014 Anfahrt 
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
(google maps)
 
Tag 1Fr. 11.04.2014
Vormittag:
Sonnig
+ 17° C
Nachmittag:
Sonnig
+ 20° C
Maut Tauerntunnel: € 11,-- (einfach)Kuchl (A) - Rovinj (HR) - Sibernik
Maut Karawankentunnel: € 7,--0 - 466 - 776 km
Autobahnvignette Slowenien (1 Monat): € 30,--Reisezeit: 05:31 - 21:18 Uhr
Maut Autobahn Kroatien: ca. € 12,5015 Stunden und 47 Minuten
Kurz vor der Abreise zu unserem Osterurlaub wird die Zeit ein bisschen knapp (natürlich ist das KEIN Stress, denn Stress macht man sich immer selber, wie ich zu sagen pflege ...):
Der Plan, schon am Donnerstag Abend abzufahren, um ein paar Kilometer der langen Abfahrt hinter uns zu bringen, scheitert. Die Abreise zeitig in der Früh gegen 04:00 Uhr, wie mit meiner allerliebsten Gattin ausgemacht, scheitert trotz Wecker rasseln auch - Hier kommt meine - oder besser gesagt: Sonja's angeborene "Ichbleibnocheinbisschenliegen-Methode" zur Anwendung ...
Kurz und gut - Es ist so wie immer: Leicht unpünktlich düsen wir um 05:31 Uhr los - Auf nach Griechenland!
In Kärnten am Faakersee machen wir den ersten Stopp, um neben einem Riesen-Osterei das Frühstück nachzuholen.
Vor dem Karawankentunnel - quasi Grenze zu Slowenien - will mir die gar nicht nette Dame im Mauthäuschen eine Monatsvignette der Klasse 2B, für sage und schreibe € 80,-- aufbrummen. Ich will nicht, weil ich nämlich gut informiert weiß, dass Wohnmobile nur Klasse 2A (€ 30,--) zu bezahlen haben. Erst bei meiner dritten Verweigerung, händigt die unnette Dame, die von mir besagte Vignette aus und brummt: "Sie werden schon sehen, was sie davon haben und Strafe zahlen müssen ..."
Ich muss nicht Strafe zahlen und so kommen wir ausgezeichnet und ohne Störung in Rovinj (Kroatien), unserem ersten Zwischenziel, an.
Diesen kleinen Umweg nach Istrien gönnen wir uns, weil hier gerade das Training zum Red Bull Air Race stattfindet. Wir parken am Friedhof und genießen nach einem kleinen Spaziergang die interessante Flugshow und die schöne Stadt ...
 
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Nun geht es weiter in Richtung Süden. Die Fahrt verläuft über gut ausgebaute Autobahnen der Sonne entgegen.
Zwischengeschichtl:
Bei all den schönen Urlaubseindrücken darf man sich den nicht so schönen Seiten unserer Reiseländern nicht verschließen  ...
Unsere Reiseberichte zeigen meist eine halbwegs heile Welt und relativ schöne Bilder. Natürlich gibt es aber auch Negatives zu beobachten, wie zum Beispiel die vielen Rauchschwaden und der beißende Gestank von Verbrennen aller möglichen und unmöglichen Gegenstände in vielen südlichen Ländern. In unserem Heimatland Salzburg ist es hingegen sogar den Landwirten verboten, Grünabfälle im Freien zu verbrennen. In anderen EU-Ländern scheint alles erlaubt zu sein. Auch nimmt das Müllproblem mehr und mehr zu, je weiter man in den Süden kommt. Müllhalden neben der Straße oder am Strand gehören teilweise zum Alltagsleben. Ob man sich an den Anblick gewöhnt? - Wir nicht ...



Einige Zeit nach Einbruch der Dunkelheit, halten wir auf dem Parkplatz einer Raststätte kurz vor Sibernik. Wir genießen das Abendessen an diesen ersten Urlaubstag und beobachten so nebenbei das Treiben auf diesem Parkplatz. Da wir ein gutes Gefühl haben, beschließen Sonja und ich hier zu übernachten ...
Stellplatz Parkplatz Autobahn vor Sibernik (HR)kostenlos
 
Tag 2Sa. 12.04.2014
Vormittag:
Sonnig
+ 14° C
Nachmittag:
Leicht bewölkt
+ 15° C
Autobahnmaut Kroatien: € 46,--Sibernik (HR) - Medjugorje (BIH) - Mostar -  
Reisezeit: 09:36 - 22:48 UhrTrebinje (BIH)
13 Stunden 12 Minuten776 - 1095 - 1128 - 1307 km (531 km)
Lang gefahren - lang geschlafen. Man hat ja Urlaub und hetzen lassen wir uns garantiert nicht. Trotzdem zügig geht es nach dem Frühstück weiter, endlich mal wieder mit Sicht auf das Meer. So wie auf der langen Anfahrt nach Sizilien im Vorjahr (Sizilienreise 2013), haben wir uns auch für diese Anfahrt ein paar Besichtigungspunkte zurecht gelegt. Das unterbricht die Fahrtroutine und sorgt für neue Eindrücke ...
Nach dem Grenzübertritt nach Bosnien-Herzegowina geht es weiter in das Landesinnere - nämlich nach Medjugorje.
Seit dem 24. Juni 1981 soll dort die Gottesmutter Maria erscheinen und von Frieden, Glauben, Umkehr, Gebet, Fasten und Buße verkünden. Die römisch-katholische Kirche hat diese Erscheinungen bis dato nicht anerkannt. Trotzdem kommen bis zu einer Million Pilger jährlich in diesen 4300-Seelen Ort.
Mich interessieren "Wallfahrtsorte" nicht nur als bekennender Katholik, sondern aus mehreren Gründen: Die Menschen, die Gegend, das Drumherum - manchmal spürt man etwas Besonders, manchmal ist man nur über den Trubel und die Hektik der Geschäfte, Lokale usw. erstaunt ...
Während Sonja nach einem passenden Rosenkranz für unser Womo sucht, nütze ich die Gelegenheit und unterhalte mich mit einer Verkäuferin, die mir das Fotografieren im Geschäft verbietet, weil ihr Chef das nicht mag. Auf meine Fragen erzählt sie mir, dass kein einziges der vielen Geschäfte einem Einwohner von Medjugorje gehört. Auch die Angestellten sind von auswärts. Momentan ist nicht so viel los - die Hauptsaison beginnt erst. Dann schieben sich die Pilger in Massen durch den Ort. Neben erzählt mir eine ältere Dame aus Belgien voll Stolz, dass sie schon seit einem Jahrzehnt jedes Jahr hierher kommt ...
Nach dem Mittagessen fahren wir ein paar Kilometer weiter, zum Berg der Erscheinung: Hier gibt es Gott sei Dank nur wenige Souvenirläden und wenn man auf den steilen, steinigen Pfad ca. eine dreiviertel Stunde nach oben steigt, kehrt Ruhe ein. Auf dem Kreuzweg sind einige Pilgergruppen unterwegs. Ein paar singen, beten - andere steigen still den Berg hoch ...
Hier am Gipfel ist es ruhig und schön. Hier gefällt es uns beiden und wir verbringen einige Zeit gemeinsam in dieser Symbiose von Natur und der von Menschenhand errichteten Kreuze ...
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Parkplatz VerkündigungsbergGPS: N 43,18194°   E 17,66795°
 
Ganz anders geht es in der ca. 30 Kilometer entfernten größten Stadt in Herzegowina - in Mostar zu. Zerschossene Gebäude erinnern als Mahnmale an den Bosnienkrieg von 1992 bis 1995. Wir parken in der Nähe eines solchen "Kriegsdenkmales" und erleben nebenan eine Demonstration mit scharfen Reden. Auf der Straße fährt ein Konvoi mit hupenden Autos und fahnenschwingenden Moslime an uns vorbei. Auf der einen Seite sehen wir einige katholische Kirchen auf der anderen Seite viele Moscheen.

Die berühmte "Alte Brücke" - Stari Most - die der Stadt den Namen gab und den Fluss Neretva überspannt, gilt seit dem 16. Jahrhundert als Traum zwischen altem Orient und Moderne, als  Brücke zwischen Ost und West, zwischen islamischer und katholischer Welt, aber auch zwischen katholischen Kroaten und orthodoxen Serben. 
Die Brücke Stari Most wurde im Bosnienkrieg zerstört und 2004 wieder aufgebaut. Sie gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und soll als Symbol der Versöhnung und für das Zusammenleben von verschiedenen religiösen, kulturellen und ethnischen Gemeinschaften mehr verbinden als trennen ...
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Ein bisschen nachdenklich verlassen wir Mostar und setzen unseren Weg nach Griechenland fort. Zuerst geht es über die Grenze nach Kroatien, um nach kurzer Zeit wieder nach Bosnien-Herzegowina zu wechseln. Aber nicht lange und nach ein paar Kilometern entlang des Meeres, fahren wir wieder in Kroatien ein. Klingt ein wenig verwirrend - ist es aber nicht. Als wir Dubrovnik erreichen, ist bereits die Nacht herein gebrochen. Aus diesem Grund und weil wir diese sehenswerte Stadt schon einmal besucht haben (bei unserer ersten Reise mit dem eigenen Wohnmobil: Kroatienreise 2007), fahren wir gleich weiter und überqueren zum dritten Mal an diesem Tag. die Grenze nach Bosnien-Herzegowina. Kurz vor 23:00 Uhr suchen wir in einer Stadt, die Trebinje heißt, ein ruhiges Plätzchen zum Übernachten ...
Stellplatz Parkplatz Trebinje (BIH)kostenlos
 
Tag 3So. 13.04.2014
Vormittags:
Leicht bewölkt
+ 12" C
Nachmittag:
Sonnig
+ 17° C
Reisezeit: 08:09 - 18:34 UhrTrebinje (BIH) - Montenegro (MTN) - Albanien (ALB) - Griechenland (GR)
10 Stunden 23 Minuten1307 - 1333 - 1448 - 1814 km (507 km)

"Am siebten Tag sollst du ruhen" - dies ist leider heute nicht einzuhalten, denn wir nützen diesen Sonntag, um Griechenland auf dem Landweg zu erobern. Dazu müssen wir aber erst durch Montenegro und Albanien. Wir sind schon gespannt, wie die Straßenverhältnisse und die Länder sind. Man hört ja zum Teil wahre Schauergeschichten - aber wir wollen uns selbst ein Bild machen. Nach ein paar Kilometern überqueren wir die Grenze zu Montenegro ...
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Wir kommen etwas langsamer voran, aber es geht: Enge Bergstraßen, Bauarbeiten und schön ausgebaute, neue Straßen wechseln sich ab.
Unsere Route führt laut Navi quer durch das Land. Im Vergleich zu den bisher bereisten Ländern ist an den Dörfern und Häusern doch zu erkennen, dass wir uns in einem nicht so reichen Land befinden. Erschütternd ist der Zustand von Roma-Siedlungen, an denen wir vorbei fahren.
Nach gut 100 Kilometern erreichen wir die Grenze zu Albanien ...
 
Zwischengeschichtl:
Man möchte es fast nicht glauben,  aber wenn ich richtig mitgezählt habe, dann haben wir auf dieser Reise insgesamt 15 Grenzübertritte hinter uns gebracht. Allesamt ohne größere Wartezeiten und Schwierigkeiten. Sonja hat schon ein richtiges Päckchen mit Pässe, Führerschein, Typenschein und grüne Versicherungskarte (wurde fast überall verlangt) hergerichtet. Fast überall wurden die Pässe auch gescannt und mit einem Stempel "verziert". Lange Wartezeiten und das Ausräumen des gesamten Fahrzeuges, wie wir bei Anderen gesehen haben, mussten wir nicht in Kauf nehmen. Nur einmal, bei der Grenze zu Albanien, dachte ich, nun ist es soweit:
 Ein Zollbeamter hatte unser Fahrzeug in sein Visier genommen. Auffallend oft sah er zu uns her und holte sich zwei weitere Kollegen zur Verstärkung. Immer wieder zeigten sie auf unser Wohnmobil und als sie auf uns zukamen, dachte ich, nun müssen auch wir unser Fahrzeug zur Kontrolle ausräumen. Im gebrochenen, aber verständlichen Deutsch erläuterte uns der Zollbeamte, dass sein Kollege ein Wohnmobil kaufen will und ob sie sich nicht unser Vehikel anschauen dürften. Natürlich und selbstverständlich zeigte ihnen Sonja unser fahrendes Zuhause. Die drei Zollbeamten waren von der Privatführung sehr angetan und stellten viele Fragen. Auf meine Frage, ob sie mir das Wohnmobil abkaufen wollten, lachten sie und wünschten uns noch eine schöne Reise ...
Nach dem Grenzübertritt (Albanien) sind wir positiv überrascht: Wir tuckern auf einer wunderbaren, neuen Straße in Richtung Süden dahin. Nach kurzer Zeit ändert sich die Lage und es wird zum Teil schlechter, als es in Montenegro schon war. Wir erleben all das, was wir schon vorher in vielen Schauergeschichten gehört haben: Menschen, Tiere, Pferde- und Eselfuhrwerke sowie Radfahrer auf allen Straßen in allen Richtungen unterwegs; Schlaglöcher so groß wie LKW-Reifen, Steine, offene Kanaldeckel, grausame Brückenübergänge und Sonstiges auf der Fahrbahn zu finden. Teilweise sind Bergstraßen durch Hangrutschungen zur Hälfte weg und nur durch große Steinhaufen gesichert. Durchschnittsgeschwindigkeit: ca. 30 km/h.
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Das hört sich jetzt vielleicht dramatischer an, als es wirklich ist: Wir finden nämlich auch viele nette Leute, die uns zuwinken und uns hilfsbereit im gebrochenen Englisch (so wie wir ...) weiter helfen, als wir sie um den Weg fragen. Erstaunt sind wir über die massive Polizeipräsenz, die uns aber immer freundlich weiterwinkt. Durch einen hilfsbereiten Albaner werden wir auf eine neue Schnellstraße aufmerksam gemacht, die unser Navi und auch die vorhandene Landkarte noch nicht kennt. Nach einigen Umwegen finden wir in der Nähe von Fier die besagte Schnellstraße und können nun unsere Reisegeschwindigkeit (abgesehen von den Brückenübergängen, die auch auf der neuerbauten Straße einfach katastrophal sind) wesentlich erhöhen. So erreichen wir gegen 18: 30 Uhr die griechische Grenze und dürfen auch hier das Innere unseres Wohnmobils einem interessierten Zollbeamten zeigen ...
 
Griechenland
Nach 1814 Kilometern befinden wir uns zum ersten Mal auf griechischen Boden und unser Griechenlandaufenthalt beginnt gleich abenteuerlich - Aber dazu mehr im zweiten Teil unseres Reiseberichtes ... 
 

Fotoalbum 1. Etappe
Übersicht2. Etappe
 
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