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Reiseberichte 

Toskana Kurzreise - 2013 (Teil 2) 

Kuchl (A) - Schloss Trautmannsdorf (I) - Pisa - Lucca - Vinci - Greve - La Vialla - Siena - San Gimignano - Venzone - Kuchl  (1968 km)


08. bis 12. Mai 2013 1968 km
1. Etappe2. Etappe 
 Kuchl - GreveGreve - Kuchl 
 (1053 km)(915 km) 

2. Etappe:

Fotoalbum - Toskana Kurzreise 2013

 

Greve - La Vialla - Siena - San Gimignano - Venzone - Kuchl (915 km)
 
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 4Sa. 11.05.2013
Vormittag:
Sonnig
+ 21° C
Nachmittag:
Sonnig
+23° C
Greve - La Vialla - Siena - San Gimignano1053 - 1124 - 1189 - 1230 km (177 km)
Reisezeit: 10:10 - 19:04 Uhr8 Stunden 54 Minuten

 In der Nacht klopfte Regen auf unser Womodach. Am Morgen lichteten sich die Wolken und gaben ein paar Blicke auf die Hügel im Chiantigebiet frei.
Nach dem - wie immer - ausgiebigem Frühstück verließen wir den einsamen Stellplatz oberhalb von Greve und zogen weiter in Richtung La Vialla.
Marie-Luise klagte über Bauchschmerzen, die aber nicht örtlich bedingt waren, denn auch zu Hause im fernen Österreich lagen zwei Verwandte mit Bauchkrämpfen im Bett, ein "Dusel ging um ...
Die Fahrt ging typisch Toskana mäßig weiter. In vielen Kurven bergauf, anschließend in vielen Kurven bergab, um auf der Hanggegenseite sich wieder kurvig in die Höhe zu schrauben. Für Marie-Luise in ihrem schmerzlichen Zustand nicht die beste Art zu reisen. Sie begab sich ins Heckbett, wo es ihr nach einiger Zeit ein bisschen besser ging. Margreth nützte die Fahrt um ihren geschichtlichen Roman fast aus zu lesen. So ging es relativ ruhig in die Ebene von Arrezzo, wo wir in Castiglion Fibocchi die "Fattoria La Vialla" besuchten.
Dieses ca. 1000 ha große Landgut "La Vialla" haben wir für uns bei der letzten Reise mit unseren Freunden durch die Toskana "entdeckt" (2012). Seit dem sind wir brave Kunden per Internet. Neben den vielen biologisch angebauten Produkten, hat es uns besonders der frische Peccorino (Schafskäse) angetan und auch meinen Schwestern hat es augenscheinlich gut gefallen ...
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Fattoria La ViallaGPS: N 43,52805°   E 11,77932°
 
Unser nächstes Ziel: Siena
Nachdem wir unser Womo auf einem Parkplatz in der Nähe der Eisenbahn (leicht wieder zu finden ...) abgestellt hatten, ging es an der netten, barbusigen Dame, die uns auch schon das letzte Mal begrüßte, vorbei, hoch in die Altstadt von Siena ...
Die Stadt des berühmten Palio (Pferderennen), die Stadt der Gotik, die Stadt der vielen Gassen und Umwege, die Stadt der heiligen Katharina und der Sängerin Gianna Nannini u.v.m. ...
Mir gefällt Siena vor allem wegen dem unvergleichbarem Flair und wegen dem wirklich beeindruckenden Dom ...
Wir schlenderten durch die Gassen, besichtigten die Sehenswürdigkeiten der Stadt, widmeten uns gegen Eintritt intensiv dem Inneren des Domes in dem sich Michelangelo und viele andere Meister verewigt haben. Wir genossen einen Cappuccino und ein Seiterl Bier am Piazza del Campo, wo sich alles trifft und das Palio stattfindet. Nach einem leckeren Eis versuchten wir unser Womo wieder zu erreichen ...
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Zwischengeschichtl:
Ich richte folgende Frage völlig ohne Zynismus an euch und versuche diese mit allem gebotenen Respekt so vorsichtig wie möglich zu stellen:
"Was ist weibliche Intuition?"
Ich weiß es nicht - selbst nach jahrzehntelangen Studien: Ich weiß es wirklich nicht! Ich weiß nur Eins: Orientierung gehört definitiv nicht dazu. Ich hasse Vorurteile, aber leider konnte bisher keiner oder besser gesagt: keine, dieses Vorurteil widerlegen ...
Zuerst stärkten wir uns noch mit einem ausgezeichneten Eis - und das war auch gut so: Ich glaube nicht, dass ich das Folgende sonst ohne Zuckersturz (Hypoglykämie) überlebt hätte ...
Als wir uns vom Piazza del Campo wieder in Richtung unseres Womos aufmachten, schlug ich instinktiv den Weg nach links ein. Wenn ich einmal wo gewesen bin, ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, dass ich wieder hin finde. Ebenso instinktiv folgten mir meine drei Damen, ganz einfach deshalb, weil sie in den letzten Tagen fest stellen konnten, dass ich meistens den richtigen Weg wähle. Ich müsste lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass es ein nettes Gefühl ist, wenn die Schwestern, auf die ich früher immer hören durfte, jetzt umgekehrt auf den Jüngsten der Familie hörten. Dem Ruf des Leitwolfes - quasi Familienoberhaupt - folgend, erklärte ich mit fester Stimme, dass wir nun weiter nach links streben müssten. Aber nun geschah etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte: Meine ansonsten allerliebste Gattin rebellierte: "Sollten wir nicht nach recht's runter gehen, wo wir auch rauf gekommen sind?" war ihre äußerst provokante, allen Stammesregeln widersprechende Frage. Und auch der Rest der weiblichen Meute schloss sich dieser Meinung an. Ich wusste, gegen drei Damen, die noch dazu zusammen helfen, würde ich keine Chance haben. Deshalb zeigte ich mich großzügig: Wenn ihr ins Verderben laufen wollt - bitte - Kurz gesagt: Wir kamen am anderen Ende der Altstadt heraus und mussten auf der stark befahrenen Straße einen Umweg von zusätzlichen 3 Kilometern in Kauf nehmen ...
Nach gut einer Stunde sahen es auch meine Damen ein, dass mein eingeschlagener Weg richtiger gewesen wäre. Ihre Reaktion? Der Spaziergang hat uns gut getan und nächstes Mal sollte ich es gleich sagen, in welcher Richtung unser Womo steht und außerdem und sowieso wären meine boshaften Kommentare nicht erwünscht und unangebracht ... - ich liebe sie ... ;-))

P.S.: Der Ehrlichkeit halber muss ich eingestehen, dass ich
1. schon früher weiter nach links hätte gehen sollen und
2. es auch selbst nicht für möglich gehalten hätte, dass wir uns soweit verlaufen haben (aber sagt das bitte nicht meinen drei Damen ...)
Als wir trotzdem wohlbehalten nach einer halben Ewigkeit zu unserem abgestellten Womo kamen - war alles wieder in Ordnung. Danach ging es weiter in das nächste UNESCO Weltkulturerbe - in die Stadt der Türme, nach San Gimignano.
Im weichen Abendlicht wirkte auch dieses Mal die mittelalterliche Kulisse von San Gimignano fast kitschig. Wir haben wieder unseren bekannten Stellplatz von unserer Ostertour 2012 gewählt, obwohl uns ein, in signalgelb gekleideter, Wächter auf den € 22,-- teuren Stellplatz im Tal zu lotsen wollte. San Gimignano ist eine der meistbesuchten Städte in der Toskana. Zehntausende Besucher strömen jährlich in die 7000-Seelen-Gemeinde. Am Abend, als die meisten der Touristen wieder abgereist waren, spazierten wir durch die alten Gassen, bestaunten die von den 75 übriggebliebenen 15 Türme und ließen uns in einem urigen Restaurant Köstlichkeiten (Wildschwein) aus der Toskana schmecken ... 
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Übernachtungsplatz San Gimiganokostenlos
In der Nähe eines KinderspielplatzesI-53037 San Gimignano, Via P. Gobetti
Ca. 15 Minuten Fußweg in die AltstadtGPS: N 43,46272"   E 11,03416°
 
Tag 5So. 12.05.2013
Vormittag:
Sonnig
+ 22° C
Nachmittag:
Sonnig
+ 22° C
Gegen Abend: Gewittrig
Autobahnmaut italienische Autobahn: € 32,10St. Gimignano - Venzone - Kuchl 
Maut Tauerntunnel: € 10,--1230 - 1710 - 1968 km (738 km)
Reisezeit: 12:36 - 21:10 Uhr8 Stunden 34 Minuten
Der Sonntag war für die Heimreise vorgesehen. Immerhin waren es über 700 Kilometer bis nach Hause. Nach dem Frühstück fuhren wir um 09:00 Uhr von San Gimignano weg. Eigentlich gäbe es nicht mehr viel zu berichten, wenn da nicht noch ein letztes Zwischengeschichtl gewesen wäre:
Zwischengeschichtl:
Kurz nach San Gimignano fuhren wir zu einer Tankstelle, die, wie oft in Italien ohne Tankwart nur mit einem Automaten auf Kundschaft - auf ein Opfer wie ich - wartete.
Ich drückte die "3" (Tanksäule) und fütterte den Automaten mit lauter 20er und einem 5-Euro-Schein - insgesamt € 105,--. Danach ging ich zur Tanksäule Nr.: 3 und wollte tanken, aber es kam kein Tropfen Diesel aus dem Zapfhahn heraus. Jetzt stand ich etwas auf der Leitung. Meine Schwestern und auch meine mittlerweile am "Bauchdusel" leidende Gattin eilten mir zur Hilfe und überhäuften mich mit Ratschlägen. Daraufhin drückte ich nochmal die "3" und probierte es abermals - NICHTS! Außer dass der Automat mit einem kurzen Aufblinken ein kleines Zettelchen ausspuckte, auf dem geschrieben stand, dass ich um 0,--Euro getankt hätte und ein Guthaben von € 105,-- aufweise. Super - und was mache ich mit so einem kleinen, weißen Zettelchen an diesem Sonntagvormittag? Sollte ich den unsympathischen Automaten damit füttern und würde er mir dafür den notwendigen Treibstoff liefern? Sicher nicht. Ein netter, aber weder deutsch noch englisch sprechender, schwarz gelockter Italiener wollte uns helfen, ein zweiter gesellte sich dazu. Meine Damen erzählten in Zeichensprache unsere Geschichte. Leider war außer einer Telefonnummer einer Security-Firma kein Hinweis auf den Betreiber der Tankstelle zu finden. Der schwarzgelockte Italiener führte ein paar Gespräche, musste aber dann weiter ...
Nach ca. einer halben Stunde erschien ein, mit einer Pistole bewaffneter, Security-Beamter - ich nannte ihn "Mr. Cool". Mr. Cool stieg lässig wie George Clooney aus seinem roten Einsatzfahrzeug mit blauem Blaulicht. Sagte nicht viel (sprach natürlich weder Deutsch noch Englisch), deutete uns an, die Ruhe zu bewahren und telefonierte. Er telefonierte lange. Danach schrieb er uns auf einen Zettel, dass zwischen 12:00 und 13:00 Uhr ein Herr von der Tankstelle vorbei schauen würde und wir auf diesen warten sollten. Die Zurufe meiner allerliebsten Gattin "avanti" - wir müssen noch 700 km nach Hause oder so ähnlich, ingnorierte Mr. Cool und verschwand achselzuckend auf nimmer Wiedersehen. Als ich in die Gesichter meiner drei Damen sah, wusste ich genau: uns bleibt jetzt nichts anders übrig als zu warten ...
Ich zweifelte leise daran, dass der Herr von der Tankstelle pünktlich hier sein würde und wer weiß ob er uns dann helfen könnte?
Wieder einmal war jedoch jegliches Vorurteil unbegründet: Der Herr kam pünktlich um 12:15 Uhr, konnte sogar Englisch und innerhalb kürzester Zeit war die Sache erledigt und mein Dieseltank wieder randvoll.

Mit fast vier Stunden Verspätung ging es dann ohne weitere Störungen doch noch über das Kanaltal in Richtung Heimat. In Venzone besuchten wir den, nach dem verheerenden Erdbeben 1976, wieder aufgebauten Dom und genehmigten uns einen letzten, italienischen Kaffee auf dieser Reise.

Gegen Abend erreichten wir nach einer Fahrt mit herrlichen Gewitterstimmungen den Ausgangspunkt unserer verlängerten Wochenendreise: Kuchl

Fotoalbum - Kurzreise Toskana 2013

Reise-Resümee:

Die Vorfreude zu dieser gemeinsamen Reise mit meinen Schwester, mir und Sonja war absolut begründet. Es war schön, miteinander zu reisen, zu campen, zu plaudern, zu speisen und zu trinken, die Sehenswürdigkeiten und die herrliche Natur zu genießen - kurz gesagt: Für mich ein unvergessliches Erlebnis und ich bin fest davon überzeugt, dass es auch meinen drei Damen gut gefallen hat. Aus diesem Grund freue ich mich schon jetzt auf eine Wiederholung bei nächster Gelegenheit ...
 
1. Etappe 
 
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