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Reiseberichte 

Toskana Kurzreise - 2013 (Teil 1) 

Kuchl (A) - Schloss Trautmannsdorf (I) - Pisa - Lucca - Vinci - Greve - La Vialla - Siena - San Gimignano - Venzone - Kuchl  (1968 km)


08. bis 12. Mai 2013 1968 km
1. Etappe2. Etappe 
 Kuchl - GreveGreve - Kuchl 
 (1053 km)(915 km) 

Vorwort:
Zu Weihnachten habe ich meinen zwei Lieblingsschwestern (Marie-Luise und Margreth) und meiner Gattin Sonja - gutmütig und familienfreundlich, wie ich nun einmal bin - in meinem jugendlichen Leichtsinn eine Wohnmobilreise geschenkt. Ob das ein gut überlegter Gedanke war, würde sich heraus stellen. Auf alle Fälle freute ich mich ehrlich wie ein kleines Kind (so sehen mich meine älteren Schwestern nämlich gerne) auf diese Reise. Seit dem Tod unserer Eltern sehen wir uns nicht mehr so oft und es tut gut, mit ihnen gemeinsam etwas zu unternehmen und ein bisschen zu quatschen. Als Ziel für unsere verlängerte Wochenendfahrt hatte ich die Toskana ausgewählt. Ich kenne diese wunderschöne Gegend, nach einigen Reisen, fast schon so genau wie meine God'n (Insiderwissen ...) und sie gefällt uns (Sonja und mir) immer wieder gut.
Das nebenstehende Holzbildchen hatte unsere Mama immer am Nachtkästchen stehen. Ich habe es in unserem Wohnmobil angebracht und der Spruch sollte auch vielleicht das Motto unserer Reise sein: Ein bisschen dem Alltagstrott entfliehen, abschalten und gemeinsam die Familie genießen ...

1. Etappe:

Fotoalbum - Toskana Kurzreise 2013

 

Kuchl (A) - Schloss Trautmannsdorff (I) - Pisa - Lucca - Vinci - Greve (1053 km)
Toskana Kurzreise - 2013 
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 1Mi. 08.05.2013
Maut Brenner: € 8,50Kuchl (A) - Meran (I)
Maut Autobahn I Brenner - Bozen: € 6,400 - 368 km
Reisezeit: 17:38 - 23:45 Uhr6 Stunden 7 Minuten
 Es war so, wie fast immer: Von Pünktlichkeit keine Spur: Mit Ausnahme - und das darf ich hier lobend erwähnen - von meiner Gattin Sonja, die anscheinend in unserer langjährigen Ehe gelernt hat, den oft übertriebenen genauen Ansprüchen ihres Gatten gerecht zu werden ... ;-))
Aber sogar ich verstehe das, wenn sich Marie-Luise von ihrer Familie entsprechend verabschieden muss und das Margreth - von Beruf Landwirtin - quasi Bäuerin - noch viel erledigen muss, bevor sie den heimatlichen Bauernhof verlassen kann ...
Außerdem war beim "Schwarzenbacher-Bauern" die gesamte liebe Familie mit Kindern und Enkelkindern zusammen gelaufen, um ihre Mama und Oma zu verabschieden. Nach dem sämtliche Sachen, die man für so eine Reise benötigt (Hauptsächlich Getränke und Speisen, die auch für zwei Wochen reichen würden - Herzlichen Dank an alle Spender!), von meinen Schwestern nach meinen Anweisungen verstaut wurden und ich den wissbegierigen Kindern den Spruch auf dem Holzbild ihrer Uroma erklärt hatte (wenn sich Kinder fortbilden wollen, dann sollte man dies mit allen Mitteln unterstützen ...), konnte es los gehen ...
Über die Autobahn, das große deutsche Eck (Rosenheim) ging es in Richtung Südtirol. Schnell merkte ich, dass auf alle Fälle die Gesprächsthemen völlig anders gelagert sein würden, als ich das bisher alleine mit meiner Sonja gewohnt war: Angefangen vom "Frauenarzt" über "Erntemethoden der hiesigen Landwirte" bis zur "Körbchengröße" wurde diskutiert. Hier klickte ich mich aus, um meine Gedanken zu ordnen und darüber nach zu denken, ob ich mir das mit dieser Reise wirklich genau überlegt hatte .... ;-))
Nach einer ausgiebigen Abendjause trafen wir kurz vor Mitternacht an unserem ersten Zwischenstopp - dem Schloss Trautmannsdorff in Meran ein, wo wir uns am Parkplatz 3 zur Ruhe begaben.
Stellplatz Schloss Trautmannsdorffkostenlos
Offizieller Parkplatz für Busse neben DurchzugsstraßeI-39012 Meran, St. Valentinstr. 51 a,
Mistkübel,GPS: N 46,65762°   E 11,18505°
 
Tag 2Do. 09.05.2013
Vormittag:
Sonnig
+ 19° C
Nachmittag:
Sonnig
+ 22° C
Autobahnmaut bis Pisa: € 30,50Meran - Pisa - Lucca 
Parkplatzgebühr in Pisa: € 5,--368 - 844 - 868 km (500 km)
Reisezeit: 11:37 - 20:40 Uhr9 Stunden 3 Minuten
Meine Schwestern hatten sich schnell an das Reisen mit dem Wohnmobil eingewöhnt. Die Nacht verlief ruhig. In unserem Chausson Flash 26 ist genügend Platz zum Schlafen für 5 bis 6 Personen. In der Früh weckte uns dann doch der relativ laute Durchreiseverkehr ...
Es folgte der Besuch des wirklich sehenswerten Schlosses Trautmannsdorff mit seinen herrlichen Gärten und dem interessanten Museum.
Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf die Bilder ... 
 
Zwischengeschichtl:
Meine zwei Schwestern sind nicht viel, aber doch ein paar Jährchen älter als ich - ich erinnere sie gerne daran. Früher empfand man den Unterschied gravierender als jetzt, wo die Spuren der Zeit die äußerlichen Verschiedenheiten mehr und mehr verwischen. Ich wurde (unter anderen auch von meinen Schwestern) so erzogen, dass ich das Alter und die Weisheit des Altes respektiere und achte. Marie-Luise die Älteste der Schusterkinder war daher auch zwangsläufig die Gescheiteste und wurde daher auch immer von unseren Eltern als für uns Verantwortliche eingestuft. Margreth - verfolgte eher die Theorie des alles "wurscht" seins - oder anders gesagt, sie lebte nach dem Motto: "Was kümmert mich die Welt ...". In der liebevollen Behandlung ihres kleinen Bruders waren sich beide aber handelseins: Mama's Liebling gehört ab und zu ein bisschen gereizt, um sich an seinen sinnlosen Wutausbrüchen zu belustigen. Das war zwar nicht dramatisch, aber immerhin hatte ich damals lernen müssen, dass meine zwei Schwestern eigentlich immer recht haben ...
Dieses Bild hat sich in den letzten Jahrzehnten doch etwas relativiert. Dies wurde mir auch bewusst, als wir so wunderbar durch die Gärten von Schloss Trautmannsdorff spazierten. Die verschiedenen Themenbereiche waren nicht nur interessant sondern auch äußerst lehrreich und wir wollen unsere Reisen auch nützen, um etwas zu lernen - um uns fort zu bilden ...
Da Marie-Luise und Margreth vor kurzem eine Naturkräuterschulung absolvierten, waren die vielen Kräuter eine wahre Fundgrube für ihr botanisches Wissen. Allerdings war von der früheren Einigkeit keine Spur mehr. Im Gegenteil: Die Meinung über den richtigen Namen der jeweiligen Pflanzen klaffte weit auseinander. Mein Vertrauen in die Allwissenheit meiner älteren Familienangehörigen schmolz leise dahin. Ich verrate jetzt nicht, wer in Sachen Blumenerkennung recht hatte, aber es machte unheimlichen Spaß, mit meinen drei Damen so fern der kalten Heimat, im fast sommerlichen Südtirol durch die Natur zu schlendern und über Pflanzen, sonstirgendetwas und die alten Zeiten zu reden ...
Schloss Trautmannsdorff Eintritt pro Person:€ 11,--

Nach dem lehrreichen Ausflug in die Botanik ging es am Gardasee vorbei in Richtung Toskana, wir hatten ja noch ein weite Reise vor uns.
Nicht nur während eines kleinen Stau's konnten wir die Fahrt ausgiebig nutzen, um über früher, heute und morgen zu sprechen.
Die Zeit verging wie im Fluge und am Nachmittag trafen wir in Pisa ein. Allerdings durften wir nicht - auf dem uns schon bekannten Großparkplatz (Toskanatour 2008) abstellen, sondern wurden an das andere Ortsende auf den offiziellen Wohnmobilstellplatz verwiesen ...



Nach einem zwei Kilometer langem Spaziergang erblickten wir den schiefen Turm von Pisa auf dem Piazza dei Miraculi. Eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Welt.

Aber nicht nur der Turm, sondern auch der Dom und das Baptisterium - die größte Taufkirche in der christlichen Geschichte - ist beeindruckend.

Die sehenswerte Altstadt von Pisa machte beim anschließenden Spaziergang, auf uns einen bisschen hektische Eindruck, war aber durchaus auch sehenswert. Danach zog es uns in die etwas ruhigeren und von Touristen mehr verschonten Stadt: Lucca ...
Zwischengeschichtl:
Der Turm ist wirklich sehr schief - da helfen auch die vielen Versuche der unzähligen Touristen nichts: Siehe folgende Fotoserie (erfahrene Pisakenner wissen, was ich meine ...)

Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf die Bilder ...
 
Den Abend verbrachten wir in der Geburtsstadt von Giacomo Puccini, der 1858 (im gleichen Jahr wir Urgroßvater Rupert Unterwurzacher) geboren wurde und zahlreiche Opern (La Bohème, Tosca, Madame Butterfly, Turandot ...) komponierte. Wir spazierten durch Lucca mit seinen Gassen, Plätzen und der breiten Stadtmauer. Anschließend ließen wir uns im Restaurant Puccini typisch toskanische Speisen schmecken, bevor wir uns auf dem kommerziellen Stellplatz zur wohlverdienten Ruhe begaben ...
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Stellplatz Lucca (I)€ 10,--
Offizieller Stellplatz außerhalb der StadtmauerI-55100 Lucca, Via per Corte Rucetto
Mistkübel, V + E, GPS: N 43,83942°   E 10,48797°
 
Tag 3Fr. 10.05.2013
Vormittags:
Leicht bewölkt
+ 20" C
Nachmittag:
Bewölkt
+ 21 ° C
Am Abend: Regen
Lucca - Porto del Diavolo - Vinci - Greve868 - 892 - 980 - 1053 km (185 km)
Reisezeit 10:35 - 19:12 Uhr8 Stunden 37 Minuten

Mich beeindruckt die Ponte della Maddalena - oder besser klingend: Die Ponte del Diavolo - die Teufelsbrücke bei Borgo A Mozzano (ca. 25 km von Lucca entfernt) sehr und daher wollte ich sie auch meinen Schwestern zeigen, denen sie ebenfalls sehr gefiel. Seit ca. 1100 nutzten sie Pilger auf dem Weg nach Rom. Wir nutzten sie, um den Fluss Serchio von oben zu bewundern und ein paar Bilder zu schießen ...

Danach fuhren wir über enge Straßen - angeleitet von Marie-Luise, die einen ausgezeichneten Orientierungssinn entwickelte - in die Geburtsstadt von Leonardo da Vinci, von dessen Genius ich immer mehr fasziniert bin ... 

Wir besuchten das Geburtshaus des Künstlers, kauften einer netten Dame (die uns erzählte, dass sie seit 25 Jahren glücklich verheiratet ist und Leonardo verehrt ...) köstliche Spezialitäten aus der Gegend ab und besichtigten in Vinci das dortige Museum ...

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Zwischengeschichtl:
Ab und zu (sehr, sehr selten) stören mich auf unseren Reisen gewisse Dinge. Eins davon ist das Fotografierverbot in manchen öffentlichen Gebäuden. Speziell z.B. in Kirchen, die noch dazu Eintritt verlangen. Durchaus nachvollziehbar ist das "Blitzverbot, das ich selbstverständlich auch einhalte. Eigens angestellte Wächter achten in solchen Gebäuden darauf, dass man die Wunder der Vergangenheit nicht selber knipst, sondern dass man die fertigen Bildbändchen und Fotobücher in den, meist um die Ecken liegenden, Shops käuflich erwirbt. Davon halte ich überhaupt und gar nichts. Im Gegenteil, mein Zeigefinger fängt unmittelbar nach dem Verbotsschild komisch zu jucken an und ich kann oft gar nicht anders, als auf den Auslöser zu drücken - Nobody is perfect ...
Weniger schlimm, aber doch mit ernster Miene, machte mich die nette Angestellte im Geburtshaus von Leonardo da Vinci darauf aufmerksam, dass hier das Fotografieren ebenfalls verboten sei. Seit wir reisen, sauge ich alles, was mit dem Leben und Wirken von Leonardo da Vinci in Zusammenhang steht, gierig auf. Im Vorjahr habe ich das Schloss Amboise im Loiretal (F) besucht, wo Leonardo angeblich verstorben ist (Reise: Durch das Loiretal nach Paris ...) und nun dürfte ich im Geburtshaus nicht fotografieren? Mit etwas weniger ernster Miene, sondern äußerst freundlich überredete ich "Marana" (wie ich erfuhr ...) dazu, zusammen mit der Büste von Leonardo für ein erlaubtes Foto zu posieren. Ich finde, die beiden haben eine gewisse Ähnlichkeit, wenn ich mir den Bart des Genies und die Haarpracht meiner neuen Freundin so ansehe ...
 
Danach ging es weiter nach Greve im Chiantigebiet. Vor gut einem Monat standen wir hier auf dem öffentlichen Stellplatz. Dieses Mal wollte ich weniger im Zentrum und mehr in der Natur übernachten. Wir versorgten uns in der bekannten Metzgerei am malerischen Dorfplatz mit entsprechenden, heimischen Produkten und verließen Greve in östlicher Richtung. Am Friedhof und an einem Steinbruch vorbei, ging es auf einer steilen Schotterstraße auf einen Berg. Hier - wo sich wirklich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, schlugen wir unser Nachtlager auf. Meine zwei Schwestern nützten die ungewohnte Freiheit und den einsetzenden, warmen Mairegen, um eine natürlich Brause in der Wildnis zu genießen. Fotos wollen wir uns an dieser Stelle ersparen. Anschließend ließen wir den Abend bei einem köstlichen Essen und einem Chiantiwein ausklingen ...
Stellplatz Greve (I)kostenlos
Wiesenplatz oberhalb von GreveI-50022 Greve
Natur und sonst nichts ...GPS: N 43,58723°   E 11,35529°

Fotoalbum - Kurzreise Toskana 2013
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