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Reiseberichte 

Sizilienrundreise - 2013 (Teil 2) 

Kuchl (A) - Spilimbergo (I) - San Marino (RSM) - Castel del Monte (I) - Trulli di Alberobello - Taormina -Gola dell Alcantara - Etna - Siracusa - Portopalo di Capo - Agrigento - Porto Empedocle - San Vito lo Capo - Palermo - Pompeji -Greve - Kuchl (4867 km)


22. März bis 2. April 2013  4867 km
Übersicht1. Etappe2. Etappe3. Etappe4. Etappe
Vorwort, Statistik, EtappenKuchl - Sizilien
Die Anreise
Meer - Vulkan - TempelRelaxen an der WestküstePalermo und Heimfahrt
 (1935 km)(592 km)(279 km)(2061 km)

2. Etappe:

Fotoalbum 2. Etappe

 

Taormina - Gola del Alcantara - Etna - Siracusa - Portopalo di Capo - Agrigento - Porto Empedocle (592 km)
Sizilien 2013 - 2. Etappe 
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 4Mo. 25.03.2013
Vormittag:
Sonnig - leicht bewölkt
+ 15° C
Nachmittag:
Wechselhaft
+ 14 ° C
In der Nacht:
Stürmisch und Regen
Autobahnmaut: € 1,20Taormina - Gola dell Alcantara - Etna
 1935 - 1998 - 2079 km (144 km)
Reisezeit: 09:00 - 20:35 Uhr11 Stunden 35 Minuten

Die Parkplatzsituation in Taormina ist laut Reiseführer für Wohnmobile nicht gerade erfreulich. Aus diesem Grund fahren wir nach dem Frühstück in die naheliegende Ortschaft Letojanni (I-98037) und stellen unser Wohnmobil bei der Vigile del Fuogo (unseren Feuerwehrkollegen) in der Via Fiumara ab und spazieren zur Bushaltestelle an der Hauptstraße neben einem Hotelkomplex. Nach einer kurzen Busfahrt haben wir zusammen mit vielen deutschen Touristen den Hauptplatz von Taormina erreicht ...
must see - Absolut sehenswert!Taormina soll eine der schönsten sizilianischen Städte sein, die schon zahlreiche Persönlichkeiten - unter ihnen Wolfgang Johann von Goethe, Kaiserin Elisabeth von Österreich, Jim Kerr von Simple Minds, Rupert, ein kleiner Schuhmacher aus Kuchl, usw. - besucht haben. Auf jeden Fall ist sie mit Abstand, die bei Touristen beliebteste Stadt Siziliens. Und das aus gutem Grund: Die Lage auf einem Felsen hoch über der Bucht von Naxos und dem Meer ist schon mal sehr beeindruckend, die Küste vor Taormina mit der kleinen Isola Bella, was soviel heißt wie schöne Insel, ist wie der Name eben sagt. Die Innenstadt Taorminas, mit ihren engen Gassen macht auf uns einen lieblichen Eindruck, mit sehenswerten Kirchen und vielen Plätzen, die einen herrlichen Ausblick auf das Mittelmeer und den Etna bieten (wenn er nicht gerade in den Wolken versinkt ...).
Wir verbringen einen wunderbaren Tag in Taormina, mit allem was dazu gehört: Spaziergang durch die engen Gassen und Geschäfte, Besichtigung der Sehenswürdigkeiten, Fahrt mit dem Bus nach Castelmola, das 521 Meter über dem Meer liegt und einen herrlichem Blick auf die Küste bietet, anschließend zu Fuß Rückweg auf dem Kreuzweg nach Taormina, italienische Köstlichkeiten und vieles mehr ...
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Wie gesagt, ein wunderbarer Tag mit nur einem kleinen Fehler: Ich kann kein Foto vom Vulkan Etna machen, weil sich der ca. 3323 Meter hohe Berggipfel hinter den Wolken versteckt. Ich hätte mich so auf ein Bild vom Teatro Greco aus, auf den "Feuer speienden" Vulkan gefreut, leider ....
Am Nachmittag fahren wir in das Landinnere. Die Gegend wird gebirgiger. Uns fällt auf, dass in vielen Bergdörfern dieser Weingegend Häuser leer stehen, verlassen und heruntergekommen sind. In Castiglione di Sicilia ist nicht nur die Ruine, sondern viele Häuser verfallen. Landflucht - Mafia? Lange haben wir nicht Zeit, um diesen Gedanken nach zu gehen: Ich komme mit meinem, nicht ganz kleinem, Wohnmobil in einer engen Straße zum Stehen und da ist weder das Navi noch die Cosa Nostra schuld! Leider habe ich eine Anweisung von unserem Navi Susi nicht befolgt und bin falsch abgebogen. Nun kommen mir zahlreiche PKW's an einer engen Stelle entgegen. Leicht schwitzend trete ich den 20 Meter langen Rückzug mit Hilfe der Rückfahrkamera, Sonja und der Außenspiegel an, bis zu einer Stelle, an der die entgegenkommenden Fahrzeuge - nach dem ich den Außenspiegel eingeklappt habe - knapp vorbei kommen. Ein netter Sizilianer erklärt mir, dass ich dort, wo ich rein wollte auf gar keinen Fall durchkomme. Also heißt es, noch einmal zurück setzen, was bei der Kolonne, die sich hinter unserem Reisemobil gebildet hat, gar nicht so einfach ist. Als ich den Rückwärtsgang einlege, höre ich ein Hubkonzert hinter mir, das darauf schließen lässt, dass die Kolonne hinter mir gar nicht so kurz ist ...
Wir staunen: Entgegen aller Vorurteile hat das Hupen gleich mal ein Ende - als die Sizilianer hinter mir sehen, dass vor ihnen ein armer, leicht schwitzender, österreichischer Wohnmobilfahrer in Nöten ist, legen alle den Rückwärtsgang ein und setzen langsam zurück. Das dauert zwar einige Zeit, aber dann erreiche ich die Weggabelung und bin nach einer Millimeterarbeit ohne eine einzige Schramme endlich wieder auf der richtigen Straße ...
Nach einer Fahrt durch die Berge erreichen wir Gola dell' Alcantara, eine Schlucht ähnlich wie bei uns in der Salzachklamm oder die Lammeröfen, mit dem Unterschied, dass die bizarren Wände der Schlucht aus erkaltetem Lavagestein bestehen.
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Die Wanderung durch die Schlucht tut uns trotz leichtem Nieselregen außerordentlich gut. Die Alcantaraschlucht ist wirklich sehenswert. Leider können wir wegen Hochwasser nicht direkt durch den Fluss wandern, aber es ist auch so schön.
Weil uns das Navi anschließend wieder in ein Bergdorf mit 18 % Steigung und immer enger werdenden Straßen führt, drehen wir um und fahren gleich in Richtung Etna, der ja nicht weit entfernt ist, wie wir an den vielen, schwarzen Aschhaufen neben und auf der Straße unschwer erkennen können.
In einer der letzten Dörfer vor der Etnastraße vermeide ich in der engen Ortsdurchfahrt durch eine Vollbremsung einen Zusammenstoß mit einem irren Lieferwagenfahrer. Danach geht es gemütlich hoch in Richtung Etna.
Naja "gemütlich" ist vielleicht übertrieben: Die Nacht bricht herein, der Regen und der Wind nehmen stark zu und die Gegend wirkt einsam. Zuerst werden die Häuser weniger und die Besiedelung hört ganz auf, dann passieren wir auch die Baumgrenze. Ich suche einen Übernachtungsplatz und stelle unser Wohnmobil in einer Stichstraße, mitten in einem alten Lavastrom. Die Aussicht auf die Küste muss bei Sonnenschein und Tageslicht beachtlich sein - der Sturm ist es allemal. Alleine und verlassen stehen wir auf ca. 1500 Meter Höhe und unser Wohnmobil wird ordentlich vom Sturm hin und her geschaukelt. Eigentlich hatte ich heute schon genug Abenteuer und was ist, wenn der Regen in dieser Höhe in Schneefall übergeht und wir morgen mit unseren Sommerreifen im Schnee stehen? Also, vernünftig wie wir sind, fahren wir ein paar hundert Höhenmeter hinunter auf einen kleinen Parkplatz: Hier ist es ruhiger und so können wir nach diesem ereignisreichen und intensiven Tag erschöpft in's Bett fallen ...
Stellplatz Parkplatz auf der Straße zum Etnakostenlos
 
Tag 5Di. 26.03.2013
Vormittag:
Teilweise Schneefall, Sturm,
0° C
Nachmittag:
Leicht bewölkt
+ 19° C
 Etna - Siracusa - Portopalo 
Autobahnmaut bis Fossarcesia: € 21,702079 - 2196 - 2306 km (227 km)
Reisezeit: 08:55 - 19:27 Uhr10 Stunden 32 Minuten

Am frühen Morgen ist vom Sturm Gott sei Dank nichts mehr zu spüren. Der Himmel klärt auf - zumindest in Richtung Küste. Auf der anderen Seite liegt der Etna weiterhin in Schneewolken gehüllt. Wir wagen einen weiteren Angriff auf den Vulkan. In einer Höhe von ca. 1700 Meter über dem Meer drehe ich sicherheitshalber wieder um: Auf der Straße liegt Schnee und teilweise hat sich eine Eisfahrbahn gebildet - einfach zu gefährlich, um weiter zu fahren.

Wir nützen die Zwangspause, um auf einem Parkplatz weiter unten ein ausgiebiges Frühstück zu genießen. In der Zwischenzeit lassen wir Sonne und die wärmer werdenden Temperaturen auf uns und die Straße wirken. Während wir ein bisschen relaxen, kommen die ersten Busse, um den Berg zu erklimmen. Am Vormittag wagen wir den dritten Anlauf auf den Etna. Das Eis und der Schnee sind aufgetaut, nur kurz vor dem Ziel sind gerade Schneefräsen und ein Schneepflug bei der Arbeit, um den meterhohen Schnee von der Nacht zu entfernen ...
Der Etna empfängt uns mit einer kalten Schulter und einem eiskalten Wind, man könnte fast sagen: Sturm. Auf dem großen Parkplatz stehen wir als einziges Wohnmobil weit und breit. Seilbahn und die Jeepfahrten sind auf Grund der Wetterlage eingestellt. Auf dem Weg zu einem der erloschenen Krater verweht uns fast der Wind. Winterjacken und Winterstiefel sind jetzt genau richtig. Wir können es fast nicht glauben, aber wir sehen auch Engländer in kurzen Hosen und Sandalen. Wir sind aus unserer gebirgigen Heimat einiges gewohnt und ich laufe immer, wenn es irgendwie ein paar Plusgrade gibt, barfuß und in kurzen Hosen herum, aber beim Anblick der leichtbekleideten und naturweißen Briten, bekomme ich fast einen Kälteschock und wir sind froh, nach einiger Zeit wieder im geschützten Wohnmobil zu sein.
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Etna: Rifugio Sapienza (Parkplatz)GPS: N 37,69925°   E 15,00235°



Wir verlassen den eiskalten Etna und wenden uns wieder der immer wärmer werdenden Küste zu. Auf den Straßen sieht man im Umkreis von mindestens 30 km schwarze Aschhaufen, die wahrscheinlich vom letzten Ausbruch vor 9 Tagen stammen.
Zwischengeschichtl:
In Siracusa, an der Zufahrtsstraße zum Parco Archeologio, werden wir von einem beleibten Sizilianer eingewiesen. Ich nenne ihn "Cosi Nostri" und merke schnell, da gibt es kein Wenn und Aber: Cosi Nostri lotst mich Millimeter genau an den Straßenrand, klappt meine Außenspiegel herein, verlangt € 4,-- für seine Dienste und gibt mir zu verstehen, dass unser Wohnmobil unter seiner Aufsicht völlig sicher ist ...
Wenn überhaupt, dann war dies unsere einzige Zusammenkunft mit der Mafia in Sizilien. Halt, jetzt fällt mir ein, dass wir in Palermo auch einen Mann lange beobachtet haben, der ein Mafioso sein hätte können, gefragt haben wir ihn nicht. Eigentlich schade - ein bisschen Abenteuer schadet doch nie ...
Wir hatten die Gelegenheit mit Sizilianern sprechen zu können, die Deutsch konnten: "Nichts sehen, nichts hören - nichts wissen ...". Schaut man jedoch genauer hin, sieht man schon gravierende Auswirkungen der sogenannten Baumafia oder es wird uns erzählt, dass Schutzgeldzahlungen zum normalen Tagesablauf gehören. Es wird uns auch erzählt, dass die Touristen nicht in das "Beuteschema" passen sondern, dass ausländische Gäste eher den Schutz der Cosa Nostra genießen, weil sie viel Geld ins Land bringen und deshalb nicht vertrieben werden sollen ...
Obwohl wir fast nur frei gestanden sind, haben wir uns in keinem Fall gefürchtet. So wie in Österreich, Deutschland oder in jedem anderen Reiseland auch, haben wir die grundlegenden Regeln eingehalten und dadurch keine Probleme gehabt ... 
 
Ein bisschen Kultur schadet niemanden und so besuchen wir die Ausgrabungsstätten in Siracusa. Diese wurden 2005 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, weil sie zusammen mit der Nekropolis von Pantalica eine einzigartige Ansammlung bemerkenswerter Zeugnisse der Mittelmeerkulturen über die Jahrhunderte hinweg, darstellt.
Wir geben der UNESCO recht und besichtigen gegen einen Eintritt von € 10,-- pro Person die Sehenswürdigkeiten. Gemütlich schlendern wir durch den Park, bestaunen eines der größten erhaltenen griechischen Theater mit Platz für 15000 Besucher; beim Anblick des 198 Meter langen Opferaltars von Hieron II auf den bis zu 450 Opfertiere geschlachtet wurden und der Grabhöhlen, läuft uns kalter Schauer den Rücken runter; im Ohr des Dionysios - einer künstlich geschaffenen Höhle, 64 m lang, 20 m hoch und 11 m breit - suchen wir nach dem gleichnamigen Schmalz (das wir Gott sei Dank nicht finden) und lauschen der besonderen Akustik, die von den Besuchern lautstark getestet wird.    
So vergeht der Nachmittag, bis wir wieder - voll gepackt mit neuem Wissen über die Sikeler, Korinther, Römer, Vandalen, Araber, Normannen, über Platon und Archimedes und vieles mehr, bei unserem von "Cosi Nostri" bewachten Wohnmobil eintreffen ...  
 
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Siracusa: Parco Archelogio Eintritt pro Person: € 10,-- 
 GPS: N 37,07455°   E 15,27532°
Nach soviel Kultur gelüstet uns wieder nach unberührter Natur und so steuern wir "Riserva Naturale Vendicari" - ein Vogelschutzgebiet, wo man auch gut übernachten kann, an.
Herrlich - auf einem Holzsteig wandern wir zum nahegelegenen Meer und retour. Als wir nach Einbruch der Dunkelheit wieder zu unserem Womo zurück kommen, müssen wir fest stellen, dass der Kühlschrank ziemlich leer ist und zwar viel Natur um uns herum vorhanden ist, aber weit und breit kein Geschäft zu sehen ist ...
Da die vielen Vögel um uns herum geschützt sind, verlassen wir notgedrungen und bauchknurrend diesen schönen Ort und schlagen - nach dem wir uns in einem Supermarkt wieder mit den notwendigen Lebensmittel eingedeckt haben - das Nachtlager im Fischereihafen von Portopalo auf ...
Stellplatz Portopalo kostenlos
Großer Parkplatz direkt am FischereihafenI-96010 Portopalo die Capo Passero
Mistkübel,GPS: N 36,67094°   E 15,12735°
 
Tag 6Mi. 27.03.2013
Vormittags:
Sonnig
+ 19" C
Nachmittag:
Sonnig
+ 20 ° C
Portopalo - Tal der Tempel - Porto Empedocle2306 - 2508 - 2527 km (221 km)
Reisezeit 09:27 - 18:50 Uhr12 Stunden 17 Minuten
 Ein bisschen haben wir befürchtet, dass wir zeitig in der Früh durch regen Betrieb der Fischer geweckt werden würden - keine Spur davon und so haben wir heute ein bisschen länger geschlafen, bevor ich meinen morgendlichen Spaziergang im interessanten Hafengelände, mit vielen schönen Fotomotiven angetreten bin ...
Am Abend habe ich noch einen Einheimischen gefragt, ob wir hier über die Nacht stehen dürfen - kein Problem und wir waren, bis auf ein paar Liebespärchen, die einzigen auf dem großen Parkplatz vor dem Fischereihafen ...
Nun soll es vom südlichen Cap Sizilien an die Westküste weiter gehen ...
Zwischengeschichtl:
Durch das Hinterland fahren wir auf Landstraßen in Richtung Westküste. Die Landschaft ist geprägt durch Plastik!
Riesige Folien schützen die Obst- und Gemüseplantagen und überspannen ganze Felder. Vielleicht muss man sich erst daran gewöhnen, aber optisch gefallen sie mir genauso wenig, wie bei uns die Lärmschutzwände links, rechts und jetzt sogar schon in der Mitte der Autobahnen ...
Durch unser Navi und durch Umleitungen kommen wir auch in den Genuss von Straßen, wie wir sie selbst in den baltischen Ländern (Baltikumreise 2012) nicht erlebt haben: Unbefestigte, staubige Pisten, mit Schlaglöchern, denen man fast nicht mehr ausweichen kann und auch einige wilde Müllhalden sehen wir. Gott sei Dank ist das Müllproblem nicht gar so schlimm, wie es uns vor der Reise oft geschildert wurde. Zum Beispiel haben wir am Vortag im Fischereihafen viele Sizilianer gesehen, die ihren Müll getrennt und ordnungsgemäß entsorgt haben. Einheimische haben uns erzählt, dass es auch eine sogenannte "Müllmafia" gibt und dass durch diverse Aktionen und Streiks das Problem mit nichtabgeholte oder illegale Mülldeponien oft unangenehme Ausmaße annimmt.
Aber wie gesagt, da wir ja im Grunde sehr positiv eingestellt sind, freuen wir uns über die Tatsache, dass sich die Müllberge an den Straßenrändern in Grenzen halten ...  
 
 
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Wir lassen uns Zeit, genießen das sizilianische Essen und decken uns bei den vielen Ständen, die am Wegesrand stehen und Obst und Gemüse (darunter auch frischen Spargel) anbieten, mit heimischen Lebensmittel ein. Die Fahrt geht über Ragusa - Gela in Richtung Agrigento, wo von weitem schon der Concordiatempel wie die Akropolis herunter grüßt ...
Wir parken unser Wohnmobil unterhalb der Ausgrabungsstätten auf einem Stellplatz, den man auch zum Übernachten nützen könnte, das Kassahäuschen ist bei unserer Ankunft aber leer. Für € 10,-- pro Person betreten wir den trümmerübersäten und laut Wikipedia den "eindrucksvollsten archäologischen Fundplatz"  den Sizilien zu bieten hat. Johann Wolfgang (von Goethe) war schon hier und selbstverständlich gehört Agrigento seit 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO. 
Von der gegenüberliegenden Stadt aus gesehen liegen die Tempel etwas tiefer, daher der auch etwas irreführende Ausdruck "Tal" der Tempel: Dioskurententempel, Concordiatempel, Heraklestempel und viele weitere altertümliche Relikte und viel, viel Steine ...
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Neben den doch sehr interessanten Ausgrabungen - die man auf die eine oder andere Art auch "begreifen" kann (siehe Bild) - interessiert und begeistert Sonja und mich etwas anderes: Nämlich vor allem die wunderbare Flora: Die Farbvielfalt der Bodendecker ist schier unbegrenzt, der Feigenkaktus und andere Kaktusarten sind ständige Begleiter neben den Wegen, uralte Olivenbäume (vor dem Concordiatempel steht z.B. einer, der über 500 Jahre alt ist) bilden teilweise bizarre Anblicke. 
Tal der Tempel (UNESCO Weltkulturerbe)Agrigento
Eintritt pro Person: € 10,--GPS: N 37,28786°   E 13,58169°
Als wir das Tal der Tempel mit vielen neuen Eindrücken verlassen, ist es schon Abend und dunkel. Wir brauchen einen Übernachtungsplatz ...
In der Nähe von Porto Empedocle sehen wir weit unten, direkt am Meer mehrere Wohnmobile stehen - da wollen wir auch hin. Unser Navi Susi führt uns - wieder einmal - durch äußerst enge Gassen steil bergab: Da passt kein Fußgänger mehr zwischen Fahrzeug und Gartenmauer ...
Sonja klappt den Seitenspiegel herein und dann geht es schon. Der kommerzielle Stellplatz wird von einem netten, sizilianischen Ehepaar betrieben. Wir suchen uns direkt neben dem Meer einen schönen Platz. Auf dem großen Platz stehen nur zwei Italiener und neben uns - man höre und staune - haben es sich vier österreichische Wohnmobilfamilien gemütlich gemacht. Ihre Wohnmobile bilden eine Art Wagenburg. Ansonsten sehr kommunikativ, wollen dieses Mal nicht stören oder aufdringlich sein und genießen zu zweit den lauen Abend vor dem Wohnmobil.
Das Meer rauscht, der Duft des Kaffees steigt in die Nase und irgendwo bellt ein einsamer Hund - ist es nicht herrlich in Italien ....    
Stellplatz Porto Empedocle - RealmonteÜbernachtung: € 14,--
Abgezäunter Stellplatz auf Wiese/Schotter I-92014 Porto Empedocle, Realmonte
WC, V + E, Mistkübel,GPS: N 37,28916°   E 13,49367°

Fotoalbum 2. Etappe
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