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Reiseberichte 

Sizilienrundreise - 2013 (Teil 1) 

Kuchl (A) - Spilimbergo (I) - San Marino (RSM) - Castel del Monte (I) - Trulli di Alberobello - Taormina - Gola dell Alcantara - Etna - Siracusa - Portopalo di Capo - Agrigento - Porto Empedocle - San Vito lo Capo - Palermo - Pompeji -Greve - Kuchl (4867 km)


22. März bis 2. April 2013  4867 km
Übersicht1. Etappe2. Etappe3. Etappe4. Etappe
Vorwort, Statistik, EtappenKuchl - Sizilien
Die Anreise
Meer - Vulkan - TempelRelaxen an der WestküstePalermo und Heimfahrt
 (1935 km)(592 km)(279 km)(2061 km)

1. Etappe:

Fotoalbum 1. Etappe

 

Kuchl (A) - Spilimbergo (I) - Republik San Marino (RSM) - Castel del Monte (I) - Trulli di Alberobello - Taormina (1935 km)
Sizilien - 1. Etappe
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 1Fr. 22.03.2013
 Kuchl (A)- Spilimbergo (I)
Maut Tauerntunnel: € 10,--0 - 297 km
Reisezeit: 18:36 - 22:48 Uhr4 Stunden 12 Minuten
 Man glaubt es kaum - aber dieses Mal, ziemlich pünktlich - machen wir uns fluchtartig auf den Weg in den Süden. Warum fluchtartig? Ganz einfach: Der Wetterbericht hat für die Karwoche 2013 in unserer Gegend Schneefall und Minustemperaturen angesagt! Also, nichts wie ab in den Süden ...
... allerdings auch hier ein kleines Problem: Der Wetterbericht für Sizilien hat Mitte der Woche Regen und stürmischen Wind angesagt. Wir wären auch kurzfristig in eine andere Richtung gefahren, aber im Umkreis von 1000 km: Schnee, Regen, Sturm und Temperaturen um den Gefrierpunkt ...
   Also doch nach Sizilien, immerhin werden Temperaturen von 10 - 15 ° C prognostiziert - Plus versteht sich. Meiner allerliebsten Reisegefährtin Sonja habe ich von den Sturmprognosen auf der größten Mittelmeerinsel nichts erzählt. Schauen wir mal wie es wird und dann kann man immer noch jammern ...
Wir verlassen die schneebedeckten Berge im Tennengau und kutschieren mit unserem neuen Wohnmobil der Marke Chausson Flash 26 auf der Tauernautobahn in Richtung Villach. Zu Hause im Schuhgeschäft ist alles geregelt: Schwester Marie-Luise und ihre Tochter Maria sorgen dankenswerter Weise dafür, dass wir sorgenlos in den Urlaub fahren können. Sohn Rupert jun. kümmert sich um das restliche Haus. Er ist dem "Elternwegundpartyzuhause-Alter" auch schon entwachsen (hoffen wir zumindest ...) und übernimmt mit Schwester Marlene und Freundin Michi, die traditionellen Aufgaben, wie z.B. Palmtragen ...
Der Fiat-Ducato-Motor läuft ruhig und so gelangen wir ohne Probleme durch das Kanaltal in Friaul (Bundesstraße) auf den großen Stellplatz nach Spilimbergo, in der Nähe von Udine.
Stellplatz Spilimbergo (I)kostenlos
Offizieller Stellplatz neben ParkplatzI-33070 Spilimbergo, Via Udine 3
V + E, Mistkübel,GPS: N 46,10866°   E 12,90486°
 
Tag 2Sa. 23.03.2013
Vormittag:
Leicht bewölkt
+ 12° C
Nachmittag:
Sonnig
+ 15° C
Autobahnmaut bis San Marino: € 22,60Spilimbergo - San Marino - Fossarcesia 
Autobahnmaut bis Fossarcesia: € 21,70297 - 698 - 1066 km (769 km)
Reisezeit: 08:00 - 21:20 Uhr13 Stunden 20 Minuten
Zwischengeschichtl:
Ich würde mich, im Gegensatz zur Meinung vieler meiner Freunde und Bekannten, nicht als Langschläfer bezeichnen. Eher, als die vorhandenen Möglichkeiten ausnutzender Genießer. Sobald ich aber im Wohnmobil unterwegs bin, geht eine sonderbare Verwandlung in mir vor: Entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten springe ich leichtfüßig zu der ansonsten unchristlichen Zeit um 06:00 Uhr aus dem Bett und bin vor Tatendrang kaum zu halten. Meine allerliebste Ehefrau Sonja versteht zwar in ihrer weiblichen Weisheit, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben und daher jede Fahrminute kostbar ist; sie versteht aber nicht, warum ich sie dazu wecken muss. Nach einem morgendlichen Aufwärmsparziergang durch Spilimbergo, "schmeiße" ich den Motor an und es geht weiter (gefrühstückt wird später, wenn Sonja ausgeschlafen ist ...)
So weit - so gut. Ich verlasse den Stellplatz mit der Hilfe unseres Navi "Susi". Sie ist die Einzige, die mir momentan Gesellschaft leistet. Wie ich mich noch so wundere, dass Susi anscheinend überhaupt nicht müde ist, obwohl sie durchaus weibliche Züge trägt (zumindest die Stimme ...) lotst sie mich auf einen Schotterweg. In der Ferne sehe ich eine vielbefahrene Straße, also glaube ich der Susi. Eigentlich glaube ich fast jeder Frau - das kann manchmal ein Fehler sein, wie in diesem Falle ...
An der vielbefahrenen Straße angekommen, will mich Susi über ein Schotterwerk auf die Straße führen. Leider hat jemand um das Schotterwerk herum einen großen Zaun gebaut und das ebenfalls große Tor des Zaunes ist um diese Zeit abgeschlossen. Das hat man nun vom Frühaufstehen. Ich drehe um und Susi hat sofort einen anderen Weg für mich parat. Dieser geht von der Schotterstraße in einen Feldweg über und führt parallel zur richtigen Straße. Parallel aber mit einem großen Graben dazwischen. Mit der inzwischen erwachten Ehefrau an meiner Seite wagen wir die Kehrtwende auf dem schmalen Feldweg. Ich stelle die Stimme unseres Navi von "Susi" auf "Horst" um, aber auch diese einschneidende Maßnahme bringt nicht den gewünschten Erfolg. Erst als ich die beiden ignoriere und die Stimmen gänzlich abstelle, kommt ein bisschen Klarheit in die Sache. Auf Wegen, die weder Susi, Horst, noch das Navi kennen - ich bewege mich quasi im Niemandsland - gelange ich nach einer Stunde (!) leicht genervt, doch noch auf die richtige Straße ...
Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es nun weiter in die Republik San Marino. Da war ich noch nie - da möchte ich hin. Schon die Anfahrt auf den Monte Titano ist ein bisschen abenteuerlich: Teilweise ist die steile Straße abgerutscht - teilweise ist sie im Bau. Unser neues Womo und auch ich schaffen das locker und auch Susi hat die Sprache wieder gefunden. Wir stellen das Womo gegen eine Gebühr auf einem der vielen Parkplätze ab und begeben uns zum Teil mit einem Lift und zum anderen Teil zu Fuß auf den Berg ...
San MarinoSan Marino ist die älteste bestehende Republik der Welt und sie ist quasi von Italien umgeben. Für Statistiker: In diesem Kleinstaat leben laut Wikipedia 32471 Einwohner. Davon oben in der Hauptstadt - 4214 Einwohner. Ein bisschen mehr als die Hälfte davon sind Frauen. Einen Teil davon sehen wir bei unserem Spaziergang in den engen Gassen stehen. Mir kommt - ich weiß auch nicht warum - ein ähnliches Bild von der Reeperbahn in Hamburg in den Sinn. Hamburg hat zwar keine so netten, mittelalterlichen Gässchen wie San Marino und ist auch nicht auf einem Berg erbaut, aber auch dort stehen ein paar Damen an die Hausmauern gelehnt ...
In San Marino jedoch mit dem Zweck, uns potentielle Kunden in ihre Geschäfte zu locken (vielleicht ist der Unterschied gar nicht so groß?). Wir widerstehen schweren Herzens diesen Verlockungen, es ist doch sehr viel Ramsch zu sehen. Was auffällt, ist die Tatsache, dass außer ein paar ganz wichtige Polizisten nur sehr wenige einheimische Männer zu sehen sind. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist das schuldenfreie San Marino der Staat mit der höchsten Lebenserwartung für Männer - vielleicht sollte ich in diesen Kleinstaat ziehen?
Was gibt es noch zu sehen: Viele, viele Touristen, schöne Plätze und Kirchen, majestätische Burgen und einen wundervollen Ausblick bis nach Rimini ... aber sehen Sie selbst:
Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf die Bilder ... 
Republik San Marino GPS: N 43,93491°   E 12,44733°
Nach einem typisch italienischem - oder besser gesagt: Einem Eis aus San Marino, verlassen wir gegen 16:30 Uhr die Republik weiter in Richtung Süden. Bei Fossarcesia (Termini) habe ich einen Stellplatz direkt am Meer für die Übernachtung ausgesucht. Natürlich nütze ich die Gelegenheit, um zumindest mit den Füßen im Meer gewesen zu sein ...
Stellplatz Fossarcesia (I)kostenlos
Parkplatz neben dem StrandI-66022 Fossarcesia - Termini
Mistkübel,GPS: N 42,24420°   E 14,51991°
 
Tag 3So. 24.03.2013
Vormittags:
Sonnig - sehr windig
+ 15" C
Nachmittag:
Sonnig - sehr windig
+ 19 ° C
Fossarcesia - Castel del Monte - Alberobello - Taomina1066 - 1321 - 1428 - 1935 (869 km)
Autobahnmaut von Fossarcesia bis Taormina:€ 19,40
Reisezeit 07:25 - 00:33 Uhr17 Stunden 8 Minuten
"Man reist nicht nur, um anzukommen, sondern vor allem, um unterwegs zu sein"
Johann Wolfgang von Goethe
Oder anders gesagt: "Der Weg ist das Ziel" und so geht es heute am Palmsonntag mit Volldampf weiter in Richtung Sizilien.
Es war klar, dass als Palmesel (netter Brauch) nur die Sonja in Frage kam, nachdem ich in aller Früh einen Morgensparziergang unternehme.
Als erstes Zwischenziel steht Castel del Monte auf dem Programm: Wir parken unser Wohnmust see - Absolut sehenswert!mobil auf einer großen Wiese unterhalb des Hügels und zahlen dafür € 5,--. Dafür werden wir von einer netten Dame mit dem Shuttlebus zum Castel von Friedrich II. gefahren, dass ja eigentlich gar keine Burg sein soll, aber so genau weiß das anscheinend niemand ...

 
Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf die Bilder ...Castel del Monte
Castel del Monte (UNESCO Weltkulturerbe)Parkgebühr und Shuttlebus: € 5,--
Eintritt pro Person: € 5,--GPS: N 41,07662°   E 16,27549°
 
Nach dem Mittagessen geht die Fahrt wieder entlang der Küste weiter, an Bari vorbei nach Alberobello. In dieser Gegend sind die sogenannten Trulli-Häuser (Einzahl: Trullo) wegen ihrer eigenwilligen Bauweise berühmt. Deren Errichtung begann im 17. Jhdt. um sich Steuern zu sparen. Für uns eine ausgezeichnete Gelegenheit, um uns die Füße zu vertreten, eine Kaffeepause einzulegen und die netten Häuser zu besichtigen.
 
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Trulli-Dörfer bei AlberobelloParkgebühr: € 3,--
 GPS: N 40,78102°   E 17,24189°
 
Gegen Abend durchqueren wir den unteren Teil des italienischen Stiefels und bis auf eine Polizeikontrolle passiert nichts Außergewöhnliches. Kurz nach 21:00 Uhr erreichen wir den Fährhafen Villa San Giovanni. Wir stellen uns da an, wo sich die anderen auch anstellen. Sonja löst ohne irgendwelche Italienisch-Kenntnisse fachmännisch das Ticket und befragt zugleich die umstehenden LKW-Fahrer nach der Abfahrtszeit: Es soll bald losgehen, der Busfahrer neben uns startet sein Fahrzeug und fährt zur Sicherheit um einige Zentimeter nach vorne. Es dauert doch einige Zeit und der anscheinend nervöse Nachbar bewegt seinen Bus alle paar Minuten in Richtung Abfahrt. Der Grund für die verzögerte Abfahrt ist, laut einem perfekt italienisch, sprechenden Fährangestellten, der stürmische Wind in der Straße (- quasi Meeresenge) von Messina. Als ich schon fast die Hoffnung aufgegeben habe und der Busfahrer fast schon eine ganze Fahrzeuglänge vor mir steht, geht es doch noch los. Von hektisch winkenden Arbeitern werden wir gegen 23:00 Uhr auf die Fähre gewunken. Es geht alles gut, ich stehe in der dritten Reihe und stelle meinen Motor ab - Denkste: Ein noch mehr hektisch winkender Arbeiter erklärt mir im perfekten Italienisch, dass ich zurück setzen muss - ganz zurück und dann an den Rand. Ich fluche auf "Kuchlerisch". Aber dank meiner neuen Rückwärtskamera, dank meiner nicht ganz neuen Gattin und dank des italienischen Arbeiters gelingt dies bemerkenswert gut. Wir laufen aus - eine Matrose schickt uns wegen dem Sturm in den sicheren Aufenthaltsraum an Deck. Ein letzter Blick auf unser Wohnmobil, auf die schwankende Fähre und die ebenso schwankenden LKW's erzeugt ein leicht mulmeliges Gefühl in mir.
Im ebenso schwankenden Aufenthaltsraum singt eine Gruppe italienischer Schulkinder das Lied aus dem Film: Untergang der Titanic. Mein mulmeliges Gefühl verstärkt sich zusehends ...
 
 
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Villa San GiovanniFährhafen
Hin- und Rückfahrt (Blue Ferries): € 95,--GPS: N 38,21527°   E 15,63510°
 
Wir haben es geschafft - trotz meterhohem Seegang betreten wir - oder besser gesagt: befahren wir nach 40-minütiger, schwankender Überfahrt zum ersten Mal sizilianischen Boden.
Naja, so dramatisch war es nun auch wieder nicht, aber - wie gesagt - ein bisschen ein ungutes Gefühl hatte ich schon ...

Dank Susi finden wir problemlos durch die große Stadt Messina und fahren durch unzählige, teils sehr alte Tunnels auf der Autobahn in Richtung Taormina - unserem ersten Ziel.

Gegen 00:30 Uhr treffen wir in dieser schönen Stadt, von der man allerdings jetzt in der Nacht wenig sieht, ein. Wir übernachten auf einem nicht offiziellen, nicht ganz erlaubten Parkplatz. Daher gibt es auch keine Stellplatzdaten. Nach diesem ereignisreichen Tag schlafe ich wie ein Murmeltier und erwache in der Früh mit einem herrlichen Blick von oben auf den malerischen Strand von Taormina ...
 

Fotoalbum 1. Etappe
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