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Reiseberichte 

Korsika - 2013 (Teil 2) 

Kuchl (A) - Spilimbergo (I) - Livorno - Bastia (F) - Cap Corso - Tollare - Stausee Padula - Wasserfall de Piscia di Gallo - Porto Vecchio - Bonifacio - Stantari - Portigliolo - Ajaccio - Vizzavona - Corte - Calvi - Galeria - St. Florent - Bastia - Livorno - Kuchl (2761 km)


2. bis 16. Juli 2013  2761 km
Übersicht1. Etappe2. Etappe3. Etappe4. Etappe
Vorwort, Statistik, Etappen, Resümee,Anreise
Cap Corso
Ost- und Südküste - BonifacioHerz von Korsika - das LandesinnereWestküste und Heimreise
 (1294 km)(174 km)(287 km)(1006 km)

2. Etappe:

Fotoalbum 2. Etappe

 

Cascade de Piscia di Gallo - Porto Vecchio - Bonifacio - Stantari - Portigliolo (174 km)
Korsika 2013 - 2. Etappe 
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Tag 6So. 07.07.2013
Vormittags:
Leicht bewölkt
+ 23" C
Nachmittag:
Sonnig
+ 29° C
Cascade de Piscia di Gallo - Porto Vecchio - Bonifacio
1294 - 1315 - 1350 km (56 km)
Reisezeit: 14:30 - 16:50 Uhr2 Stunden 20 Minuten
Nach der wunderbaren Wanderung zum Cascade de Piscia di Gallo (klingt auf französisch wesentlich besser als auf deutsch ...) und dem Mittagessen ziehen wir weiter in den Süden Korsikas und statten Porto Vecchio einen Besuch ab. Der "Alte Hafen" ist der drittgrößte Fährhafen in Korsika und ist wegen der traumhaften, fast südseehaften Buchten auch bei Yachtbesitzern sehr beliebt. Wir bestaunen die nicht billigen Schiffe die hier vor Anker liegen und sind an St. Tropez (Azurtour 2009) erinnert. Nach einem sehr teuren Eis (liegt wahrscheinlich an der Gegend ...) geht es weiter nach Bonifacio ...
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Zwischengeschichtl:
Kurz vor Bonifacio biegen wir zum Leuchtturm am Capo Pertusato ab und stellen auf einem Parkplatz vor dem militärischen Sperrgebiet unsere Fahrzeuge ab (Camping verboten). Auf der Suche nach einem stillen Übernachtungsplatz finden wir einige "nette" Plätze und einen "Superplatz". Allerding haben wir auch ein Problem. Es sind zwar - trotz intensiver Besichtigung - keine Wohnmobilverbotsschilder zu sehen, aber die Zufahrten sind durch große, tonnenschwere Steine - sagen wir: erschwert, also quasi ziemlich eng. Fraglich ob mein 7-Meter langes und 2,3 Meter breites (ohne Spiegel) Wohnmobil da durchgeht, zu dem auch noch der Einfahrtsradius ziemlich ungünstig ist ...
Es ist keine Frage, dass Sepp und mich das irgendwie nicht abschreckt: Bewaffnet mit einem 5-Meter-Maßband checken wir professionell die Lage und kommen zu dem Entschluss, dass es eigentlich gehen müsste. Unsere Damen sind skeptisch - wir sagen: Probieren geht über studieren. Also fahr ich los und unter Anweisung von Sepp und Sonja gelingt es wirklich. Wir stehen auf einem der schönsten Plätze auf unseren bisherigen Reisen. Direkt auf den weißen Kreidefelsen, hundert Meter unter uns das türkisblaue Meer und genau vor uns die traumhafte Kulisse von Bonifacio - wir sind einfach nur glücklich.
Andere wollen anscheinend auch glücklich sein und so gesellen sich im Laufe des Abends noch drei weitere, etwas kleinere Wohnmobilisten und zwei PKW's dazu.
Kitsch pur: Wir wandern zum südlichsten Punkt von Korsika und schauen im warmen Licht der Abendsonne rüber bis Sardinien. Danach machen wir es uns vor den Womos gemütlich. Klippen, Meer, Bonifacio, Stechmücken, Sonnenuntergang, ein Gläschen Wein ...

Am nächsten Tag, als Sepp gerade von seinem morgendlichen Dauerlauf zurück kommt, wird er von einem Einheimischen streng darauf hingewiesen, dass wir uns in einem Naturschutzgebiet befinden und das Übernachten hier strengstens verboten ist. Das haben wir nicht gewusst und auch nirgends gelesen. Das wiederrum beeindruckt das Naturschutzwachorgan nicht sonderlich: "In einer Stunde sind hier alle weg, ansonsten kommt er mit Polizeiverstärkung wieder ..."

Natürlich verlassen wir sofort nach dem Frühstück diesen wunderschönen, ehemaligen Übernachtungsplatz ...
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Kreidefelsen vor BonifacioÜbernachten nicht mehr erlaubt!
 
Tag 7M0. 08.07.2013
Vormittag:
Sonnig
+ 26° C
Nachmittag:
Sonnig
+ 33° C
Bonifacio - Alignement de Stantari - Portigliolo   
1350 - 1414 - 1468 km (118 km) 
Reisezeit: 09:05 - 20:45 Uhr11 Stunden 40 Minuten
Wir stellen unsere Wohnmobile auf einem Parkplatz vor Bonifacio ab und buchen gleich auch eine Bootsfahrt zu den berühmten Klippen von Bonifacio.  
 
  
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"Eine Bootsfahrt die ist lustig, eine Bootsfahrt die ist schön, holali, holali, holaroh ..."  so oder so ähnlich lautete der Text eines Liedes vor unserer Zeit. Uns hat es gefallen: Nicht das Lied - sondern die Bootsfahrt (pro Person um € 17,50). Danach heißt es "shoppen". Nein, nicht meine Frau verlangt nach diesem Bedürfnis, sondern ich: Seit Tagen suche ich einen neuen Hut, da mein alter (so alt war er eigentlich gar nicht - in Paris 2012 gekauft) im WC des Naturhistorischen Museums in Wien einfach so hängen geblieben ist. Seit Tagen such ich also, aber es war bisher nicht der passende dabei, obwohl ich kopfmäßig Modell-Maße habe. Jetzt hier in Bonifacio habe ich endlich den richtigen gefunden und Sonja auch gleich einen und für Tochter Marlene auch noch einen, wenn wir schon mal dabei sind .... Gott sei Dank müssen wir weiter, unsere Freunde warten - sonst hätten wir noch den ganzen Laden aufgekauft. Rauf geht es in die Oberstadt von Bonifacio: Sehr touristisch aber man muss es unbedingt einmal gesehen haben: Schmale Gassen, herrliche Aussicht, die berühmte steile Treppe mit den sehr hohen Stufen runter zum Meer (Sepp hat diese in Rekordzeit bewältigt), ausgezeichnetes Mittagessen, usw. ...
 
 
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Wohlbehutet geht es weiter ins Landesinnere. Wir machen eine Zeitreise ca. 4000 Jahre retour - ins abgelegene Tal von Cauria, um hier Menhire und den schönsten Dolmen von Korsika zu besichtigen. Für die Einen sind es nur alte, nutzlose Steine, für die Anderen sind es Kraftorte, die Einen stehen ehrfurchtsvoll vor den Jahrtausendjahre alten Zeugen der Geschichte und Einige sehen in den Steinen sogar Portale zu außerirdischem Leben im Weltall. Es bleibt dem einzelnen Menschen überlassen, wie weit er seine Fantasie spielen lässt.
Wir besichtigen Alignement de Stantari, Renaghju und den berühmten Dolmen von Fontanccia.
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Zwischengeschichtl:
Die Straßen in Korsika können sehr schmal sein. Bei einiger Vorsicht sollte dies aber kein Problem darstellen.
Auf der Fahrt zurück von den Menhiren und Dolmen tuckere ich so gemütlich hinter dem Sepp hinterher. Plötzlich kommt mir in einer der vielen Kurven so ein SUV (Sport Utility Vehicle - quasi Sport- und Nutzfahrzeug) entgegen und touchiert mit meinem Außenspiegel. Bei der nächsten Ausweiche bleibe ich stehen und sehe schon den weißen SUV - es ist ein Audi Q7 - daher kommen. Bei meinem Spiegel ist Gott sei Dank nichts zu erkennen und so mache ich mich auf dem Weg, um mich beim Audifahrer zu befragen, ob bei ihm etwas kaputt ist ...
Dieser - ca. 30 - 35 Jahre alt, dünnes, zorniges Vollbärtchen - kommt mir bereits entgegen. Und zwar ebenso zornig, wie sein Ziegenbärtchen: "Attenzione!" Muss wohl ein Italiener sein ...
Auf Englisch frage ich ihn höflich, ob etwas bei seinem Fahrzeug kaputt ist "Attenzione!!" ruft er mir wieder zu und schnaubt wie ein Postross. Sein Außenspiegel - oder besser gesagt: der Außenspiegel von seinem Fahrzeug, scheint bis auf einen Klitzekleinen Kratzer in Ordnung zu sein. Der schnaubende Italiener kommt mir immer näher und gibt mir zu verstehen, dass ich mit meinem Wohnmobil zu weit in der Mitte gefahren sein soll. Ich gebe ihm zu verstehen, dass aus meiner Sicht er mit seinem Fahrzeug zu weit in der Mitte gefahren ist. Das Schnauben wird stärker und das "Attenzione!!!" wird lauter. Er nähert sich  mir fast auf Nasenlänge und schnaubt mir sein viertes "Attenzione!!!!" ist Gesicht, seine Körpersprache spricht Aggression aus und sein Gesicht unter dem Ziegenbärtchen läuft rot an. Seine Begleiterin und auch Sonja verfolgen das Szenario vom Beifahrersitz aus - quasi Actionkino in der ersten Reihe. In der Zwischenzeit schnaube ich auch ein bisschen - es ist ganz von selber gekommen. Ich überlege mir schnaubend, ob ich den zu erwartenden Angriff abwehren soll, oder mich James-Bond-mäßig abducken und danach eine Attacke starten soll? Bitte - damit man mich nicht falsch versteht: Ich bin ein absolut friedfertiger Mensch und verabscheue Gewalt! Aber in dieser Situation denkt man doch intensiv an Abwehr und ein Pfefferspray wäre auch nicht schlecht ...
Und plötzlich - ich weiß auch nicht warum - dreht das rotgesichtige Ziegenbärtchen um, schreit mir noch einmal ein zorniges "Attentione" entgegen, steigt in seinen Audi und braust von dannen ...
Nach dem mein Atem wieder flacher und meine ebenfalls rote Gesichtsfarbe wieder ein bisschen verblasst, kann ich mich zusammen mit Sonja nur mehr wundern ...
Wir setzen die Fahrt leicht aufgewühlt fort und treffen nach einiger Zeit wieder auf unsere Freunde, die sich schon gefragt haben, wo wir bleiben. In der Nähe von Tizzano suchen wir am Meer einen Übernachtungsplatz. Nach einer kilometerlangen Fahrt auf einer mehr als unguten Sandpiste, versperrt uns 800 Meter vor dem - anscheinend - wunderschönen Strand ein Höhenbeschränkungsschranken  den Weg. Sch...e. Wir fahren zurück und versuchen es direkt in Tizzano. Leider haben auch hier die Einwohner etwas dagegen, dass wir über Nacht unsere Womo's abstellen. Wir begnügen uns mit einem kurzen Bad und fahren dann weiter ...
In der Nähe eines kleinen Flughafens finden wir am Strand von Portigliolo einen geeignete Übernachtungsstelle. Es ist ein Parkplatz vor einem geschützten Landschaftsteil. Die ca. 200 Meter zum schönen Strand führen durch eine Wiese mit wunderschönen Blumen und Sträuchern. Heidi und Sepp begegnen sogar einer Schildkröte in freier Wildbahn ...
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Übernachtungsplatz Portiglioglo  
Parkplatz Naturschutzgebiet, sandig
200 m bis zum Strand
kostenlos
GPS: N 41,65004°  E 8,87979°
 
Bei unserer dritten Etappe auf Korsika geht es zuerst nach Ajaccio und dann in das Landesinnere ...
 

Fotoalbum 2. Etappe
1. Etappe3. Etappe
 
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