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Reiseberichte 

Durch das Loiretal nach Paris - 2012 (Teil 2)

Kuchl (A) - Rheinfall (CH) - Guèdelon (F) - Briare - Schlösser im Loiretal - Paris - Eurodisney - Straßburg - Kuchl (2861 km)


10. Juni bis 20. Juni 2012 2861 km
Übersicht1. Etappe2. Etappe3. Etappe
Vorwort, Statistik, EtappenAnreiseLoire - Tal der SchlösserParis, Eurodisney und Heimreise

2. Etappe:

Fotoalbum 2. Etappe

 

Briare - Sully - Cheverny - Chambord - Blois - Chaumont - Amboise - Chenonceau - Villandry - Le Guédeniau (316 km)
 
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 4Mi. 13.06.2012
 Briare - Sully - Cheverny - Chambord - Chaumont - Amboise
 1135 - 1172 - 1259 - 1310 - 1331 km (Tageskilometer:196 km)
Reise- und Besichtigungszeit 08:10 - 20:21 Uhr12 Stunden 11 Minuten
 So,  Freunde jetzt ist Schluss mit lustig - jetzt geht es ans Eingemachte: KULTUR ist angesagt.
Über 400 Schlossanlagen entlang der Loire und ihrer Nebenflüsse zählen zum Welterbe der UNESCO. Aber keine Angst - wir haben nicht alle besucht, sondern nur die wichtigsten. Dazu hätten wir in den zwei Tagen viel zu wenig Zeit gehabt und irgendwann ist es auch mit unserer Bereitschaft - Schlösser, Kirchen und sonstige Baudenkmäler zu besuchen, zu Ende und wir wollen auch mal wieder in die Natur zurück. Aber davon gibt es im wunderschönen Loiretal ebenfalls viel zu bewundern. Begleiten sie uns auf die Reise in die Vergangenheit. Vielleicht ergeht es ihnen wie uns: Wir haben jedes Schloss anders empfunden und beim einen die imposante Außenansicht, beim anderen die prunkvollen Innenräume und beim nächsten die wunderbaren Gärten bewundert. Es gab in jedem der besuchten Schlösser Beschreibungen in Deutsch - in den meisten der Schlösser waren auch Audiogeräten zum Ausleihen vorhanden. Mit seitenlangen historischen Erklärungen werde ich sie hier verschonen: Wer mag, darf googeln und außerdem sagen Bilder mehr als 1000 Worte ...
 
Tipp: Zum Vergrößern klicken Sie bitte auf die Bilder ...
 
Chateau Sully-sur-Loire
Das erste Schloss auf unserer persönlichen Entdeckungsreise war das Wasserschloss Sully-sur-Loire, wunderschön am Anfang des gleichnamigen Ortes gelegen. Wir stellten unser Womo direkt vor dem Schloss auf einem großen kostenlosen Parkplatz ab und spazierten durch den großen Park, da das Schloss erst ab 10:00 Uhr geöffnet hat. Es ist auf allen Seiten mit breiten Wassergräben und einer Mauer umgeben, die mit Blumen geschmückt ist.
Chateau Sully sur Loire N 47,76806°   E 2,37392"
Wasserschloss Eintritt für Garten und Schloss: € 7,70
 
Chateau de Cheverny
Weiter ging es entlang der Loire zum Schloss Cherverny. Wir parkten unser Womo auf dem dafür vorgesehenen Platz Nr.: 3. Dieses Jagdschloss weist als Besonderheit eine Jagdhundezucht mit über 100 Tieren auf. Es befindet sich im Privatbesitz und ist immer noch bewohnt. Das Bauwerk wurde um 1620 errichtet und besonders die Inneneinrichtung, die aus dem 15. - 18. Jahrhundert stammt, ist sehenswert. In der großen Ehrentreppe aus der Renaissancezeit hängt ein urzeitliches Geweih aus der Steinzeit. Weiters werden Fahrten im Park mit Elektroautos und -Booten angeboten und man kann einen Gemüsegarten "Garten der Lehrlinge" besichtigen. Dem hier erfundenen Comic "Tim und Struppi" ist eine eigene Ausstellung gewidmet.
Chateau de ChevernyN 47,49756°   E 1,46107"
Jagdschloss mit Hundezucht Eintritt für Garten und Schloss: € 8,70
 
Chateau de Chambord
Chambord ist das größte der Loireschlösser und ich darf es gleich vorweg nehmen: es hat uns - wenn man das überhaupt bewerten kann - am besten gefallen. Schon bei unserer Ankunft empfing uns eine eigenartige Stimmung, die mich fast an Harry Potter erinnerte. Auf der einen Seite düster, fast gespenstisch - auf der anderen Seite hellte es auf und gab den Blick auf die imposante Fassade mit den vielen Türmen und angeblich 365 Kaminen frei. Man merkt zuerst gar nicht, dass das unter König Franz I (Baubeginn 1519) erbaute Prunk- und Jagdschloss einen Grundriss aufweist, der exakt in lauter gleichgroße Quadrate aufgeteilt ist. Bei der Planung soll Leonardo da Vinci quasi seine Hand im Spiel gehabt haben und die geniale doppelläufige Wendeltreppe - die man von zwei Seiten betreten kann und in der man sich aber nie trifft - wird ebenfalls dem großen Meister zugeschrieben.
Für die Besichtigungstour incl. Innenräume und Kutschenmuseum brauchten wir doch mehrere Stunden - so interessant war es ...
Chateau de ChambordN 47,61599°   E 1,51234"
Größtes Prunk- und JagdschlossEintritt für Garten und Schloss: € 9,50
Parkgebühr Womo: € 6,-- (Tag)(€ 20,-- pro Nacht)
 
Chateau Chaumont-sur-Loire
Über Blois (Renaissanceschloss) ging es weiter nach Chaumont, wo wir das gleichnamige Schloss mit der als sehenswert bezeichneten Gartenausstellung besuchen wollten. Das Parken ist direkt an der Loire auf einem langen Grünstreifen erlaubt - das Übernachten leider nicht. Leider kamen wir auch schon ziemlich spät am Nachmittag zum Schloss und den relativ teuren Eintritt wollten wir für die kurze Zeit nicht bezahlen. Wir begnügten uns mit einem ausgedehnten Spaziergang auf den Schlossberg und kämpften gegen einen böswilligen Angriff von lästigen Gelsen. Es war schade, dass wir die Gartenschau nicht sehen konnten, aber man muss ja nicht alles gesehen haben. So ging es weiter nach Amboise. Unterwegs sahen wir noch ein paar urige Weinkeller im Berg, die wir aber leider auch nicht besuchten (das Leben kann so hart sein ...)
Chateau Chaumont-sur-LoireN 47,48285°   E 1,18939"
Schloss mit GartenschauEintritt für Garten und Schloss: € 15,50
 
Zwischengeschichtl:
Zwischendurch, zur kulturellen Auflockerung, ein Zwischengeschichtl von anno dazumal, das man sich in Insiderkreisen so erzählt:
Zu jener Zeit hatte sich ein Mönch derart in die junge Herzogin Henriette verliebt, dass er sich in den Wunsch vernarrte, sie einmal nackt zu sehen (soll ja vorkommen). Für diesen Anblick würde er alles tun, was von ihm verlangt würde ...
Dies kam der hohen Geistlichkeit zu Ohren und - anstatt den Mönch zur Vernunft zu bringen, hegten sie böse Hintergedanken. Ihnen war nämlich die Herrschaft von König Henry III ein Dorn im Auge. Aus diesem Grund überredeten sie die vornehme Dame, ohne Rücksicht auf ihr Schamgefühl und der Lehre der katholischen Kirche, dem Wunsch des sündigen Mönches zu entsprechen. So tanzte die junge Herzogin nackt vor den Augen des Mönches. Zum Abschluss gab sie ihm einen Dolch und den Auftrag, den König zu töten. Da der Mönch geschworen hatte, alles zu tun, schlich er am nächsten Tag, während sich der König auf dem Leibstuhle befand, zu ihm und erdolchte ihn. So erlosch das Geschlecht und das Königshaus der Valois im Jahre 1589.
 
Wenden wir uns wieder der teilweise nicht so mörderischen Gegenwart zu: Als wir in Amboise ankamen, dämmerte es schon. Das hatte den Vorteil, dass die Abendstimmung wunderschön über der Loire lag. Es hatte allerdings auch den Nachteil, dass der Campingplatz auf der Loireinsel schon geschlossen hatte. Der angrenzende Stellplatz (mit Schranke und Kassenautomat) kostete genau so viel, wie der Campingplatz gekostet hätte. Was mich aus Prinzip ärgerte: Der Stellplatz war ein schmaler Wiesenstreifen, der vom Campingplatz durch einen hohen Zaun getrennt war, wodurch man die Einrichtungen auf dem Campingplatz (Dusche, WC ...) nicht nutzen konnte. Wir ließen uns dadurch aber die Stimmung nicht vermiesen und genossen den abendlichen Spaziergang in die Stadt, in der Leonardo da Vinci begraben sein soll. So schließt sich der Kreis: Wir waren während unserer  Toskanatour 2008 schon im Geburtsort von Leonardo und weilten nun am Sterbeort des großen Künstlers. Seine Werke, Ideen und Visionen begleiten uns immer wieder bei den Reisen und irgendwie fasziniert mich dieser Mensch doch sehr.
Stellplatz AmboiseParkgebühr für 24 Stunden: € 10,--
Abgegrenzter Wiesenplatz neben Campingplatz, ca. 5 min in die AltstadtF-37400 Amboise, Loireinsel
V + C, MistkübelN 47,41775°   E 0,98803°
 
Tag 5Do. 14.06.2012
 Amboise - Chenonceau - Villandry - Le Guèdèniau
 1331 - 1345 - 1389 - 1451 km (120 km)
Reise- und Besichtigungszeit 09:00 - 19:26 Uhr10 Stunden 26 Minuten
 
Chateau Royal d'Amboise
Das Königsschloss Amboise empfing uns in der Früh hoch über der Stadt mit einem herrlichen Ausblick auf das Loiretal. Zuerst besuchten wir die (vermutlich) letzte Ruhestätte von Leonardo da Vinci in der Chapelle St. Hubert. Anschließend bestaunten wir das Schloss - das aus einem gotischen und einem Renaissanceteil besteht - und deren Innenräume. Aus fachmännischer Sicht (wir hatten ja schon einen Tag Schlossbesichtigungen hinter uns ..) kann man das Schloss Amboise mit den imposanten Sälen, den großen beiden Türmen - in denen man wie auf einer Art Wendeltreppe mit Pferden nach oben reiten konnte, dem wunderbaren Ausblick und den Gartenanlagen als äußerst sehenswert einstufen. Zum Abschluss unseres Besuches in Amboise besuchten wir noch ein kleines Weinmuseum unten in der Stadt.
Chateau Royal d'Amboise(Stellplatz) N 47,41775°   E 0,98803"
Königsschloss mit Grab von Leonardo da VinciEintritt für Garten und Schloss: € 10,20
 
Chateau de Chenonceau
Dieses Wasserschloss - auch aus historischen Gründen "Schloss der Frauen" genannt - war eines der interessantesten und schönsten Schlösser auf unserer Besichtigungsreise durch das Loiretal. Nicht nur wegen der Frauen: Man betritt das Areal durch eine herrliche Allee, kann sich nebenbei noch in einem Labyrinth verirren und ist beeindruckt von der eleganten Schlossfassade, die am Fluss "Cher" liegt. Die Diensträume im Keller mit original eingerichteter Küche, Metzgerei usw. spiegeln das Bild von damals wieder. Besonders fasziniert haben uns die wunderschönen, frischen Blumengestecke in den Innenräumen. Diese floristische und künstlerische Gestaltung setzt sich auch in den beiden großen Gärten im Außenbereich fort.
Chateau de Chenonceau N 47,33018°   E 1,06779"
Wasserschloss - Schloss der FrauenEintritt für Garten und Schloss: € 11,--
 
Chateau de Villandry
So, liebe Freunde - geht es noch mit dem Besichtigungsmarathon? Ein Schloss hätten wir noch: Chateau de Villandry - berühmt für seine außergewöhnlichen Gärten. Aber auch die Innenräume - besonders die berühmte Holzkassettendecke - haben uns gefallen. Im französischen Schlossinneren lernten wir eine nette Engländerin kennen, die uns auf ihrer Laute englische Musikstücke aus dem Jahre 1603 vorspielte. Nach dem interessanten Gespräch staunten wir auf dem Dach des Schlosses über die wirklich einfallsreich, angelegten Gärten: Ein Küchen- und Gemüsegarten, wie wir ihn noch nie gesehen hatten; Den Garten der Liebe; der Sonnengarten und im oberen Bereich der Anlage den Wassergarten.
Chateau de Villandry N 47,3712°   E 0,51092"
Außergewöhnliche GartenanlagenEintritt für Garten und Schloss: € 9,50
 
So jetzt hatten wir aber wirklich genug Schlösser und Gärten gesehen. Es war interessant, schön und beeindruckend, aber irgendwann ist es auch wieder genug - zumindest ergeht es uns so ...
 
Nun ging es weiter über Landstraßen in Richtung Paris. Da der Abend nahte, suchten wir aus der WOMO-Reihe "Mit dem Wohnmobil durchs Loire-Tal und nach Paris" einen laut Buch idyllischen Stellplatz, den wir auch nach kilometerlangen Fahrten durch riesige Wälder und in der Einöde im Ort Le Guèdèniau fanden ...
Zwischengeschichtl:
Als sehr gesellige Menschen freuen wir uns immer, wenn wir auf unseren Reisen mit interessanten Menschen ins Gespräch kommen. Wo trifft man also in einem "Kuhdorf" (nicht böse gemeint) wie es Le Guédeniau mit seinen paar Häusern darstellt, Menschen? Richtig - im Dorfwirtshaus neben der Kirche. Also betraten Sonja und ich das fast leere Häuschen um festlich zu dinieren. Der Wirt zeigte sich über den Besuch etwas überrascht, leider konnte er nicht mit einem Abendessen dienen, da es an diesem Donnerstag Abend einfach nichts zu essen gab. Als Ausgleich wollte ich ein richtiges französisches Bier zu mir nehmen. Nach einigen Erklärungsversuchen auf französisch und ein paar Brocken auf Englisch, bedauerte der Wirt auch damit nicht dienen zu können, weil es so etwas hier nicht gäbe. Ich begnügte mich mit einem holländischen Gebräu namens Heineken, dass in der Aussprache des Wirtes aber auch ziemlich französisch klang. Im nachfolgenden Gespräch, das wir - gehandicapt durch unsere fehlenden Sprachkenntnisse - sehr gestenreich führten, erfuhren wir, dass sich Gäste, wie wir, sehr selten in dieses Lokal, das Dorfzentrum, Kirchenwirt und Stammkneipe  des örtlichen Fußballklubs in Einem war, verirren. Der Wirt (ich nannte ihn "Rudi", weil er irgendwie einem befreundeten Feuerwehrkommandanten sehr ähnlich schaut) fragte, wo wir her sind und wie wir in seine Ortschaft gekommen waren. Zwischendurch ging er immer wieder an die Bar, um den zwei weiteren (einheimischen) Gästen über uns zu berichten. Als Wiedergutmachung für das entgangene Abendessen kredenzte er Sonja zum Abschluss einen hausgemachten Rhabarberkuchen in Vanillesauce. Für zwei Bier, einen großen Kaffee und dem besagten Kuchen bezahlten wir € 9,--: Fast soviel, wie ein einzelnes Bier in Paris kostet ...
Danach schlenderten wir zurück zum Stellplatz, wo eine illustre und lustige Gesellschaft picknickte. Sie erzählten uns, dass sie sich hier zwei bis dreimal in der Woche zum Laufen treffen und anschließend gemeinsam speisten. Zum Abschluss luden sie uns auf einen französischen Wein aus der Gegend ein, der vorzüglich schmeckte ...
Was wir schon mehrmals feststellen durften: Die Franzosen sind ein nettes und gastfreundliches Völckchen ...
 
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Stellplatz Le Guèdèniaukostenlos
5 min ins "Ortszentrum" (Bäcker)F-49150 Le Guèdèniau, Rue du Lavoied
WC, V + E, Mitskübel, Picknickplatz, Angelteich,N 47,49358°   E 0,04579°
 

Fotoalbum 2. Etappe
1. Etappe3. Etappe
 
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