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 Startseite nach rechts Reiseberichte nach rechts Durch das Loiretal nach Paris  - 2012 nach rechts 1. Etappe

Reiseberichte 

Durch das Loiretal nach Paris - 2012 (Teil 1) 

Kuchl (A) - Rheinfall (CH) - Guèdelon (F) - Briare - Schlösser im Loiretal - Paris - Eurodisney - Straßburg - Kuchl (2861 km)


10. Juni bis 20. Juni 2012 2861 km
Übersicht1. Etappe2. Etappe3. Etappe
Vorwort, Statistik, EtappenAnreiseLoire - Tal der SchlösserParis, Eurodisney und Heimreise

1. Etappe:

Fotoalbum 1. Etappe

 

Kuchl (A) - Rheinfall (CH) - Bussang (F) - Lac d'Orient - Guèdelon - Briare (1135 km)
 
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 1So. 10.06.2012
 Kuchl (A)- München (D) - Neuhausen (CH)
 0 - 443 km
Reisezeit 18:43 - 00:11 Uhr5 Stunden 28 Minuten
Regen Nach dem wir am Vortag mit Freunden auf der Nesselangeralm in Kuchl die Silberhochzeit unserer Reisegefährten (Heidi und Sepp "Bochei") gefeiert hatten, verzögerte sich die geplante Abfahrt zu unserer Frankreichreise 2012 wie üblich.
Unser Ziel war Paris, wo am Wochenende unsere Kinder mit Anhang zu uns stoßen würden ...
Mit welchen Zwischenstationen kann man sich die gut 1000 km lange Fahrt in die Hauptstadt Frankreichs verkürzen? Natürlich und selbstverständlich mit meiner allerliebsten Gattin Sonja (ausgiebige Gespräche, gemeinsames Kochen, getrenntes Abwaschen etc.). Aber man will ja auf der langen Fahrt auch was Sehen und Erleben:
Ein fixer Bestandteil sollte das Loiretal mit seinen Schlössern werden, aber auch dahin ist es ein ziemlich langer Weg. Also fuhren wir - Sonja und meine Wenigkeit - Richtung Rheinfall in der Schweiz - wo ich immer schon mal hin wollte ...
Die Fahrt ging über die Autobahn nach München und dann in Richtung Bodensee. Grenzübertritt in die Schweiz (Frage des Zöllners: "Welche Waren haben sie mit?) und kurz nach Mitternacht kamen wir trotz der verspäteten Abreise doch noch am ersten Zwischenziel - ziemlich müde - an ...
 
Stellplatz Rheinfall (CH)Parktgebühr: € 14,50
Letzter Parkplatz (ausgeschildert) neben dem Rheinfall, geschottert und GrasCh-8212 Neuhausen am Rheinfall, Nohlstraße
WC, V + E, Mistkübel,GPS: N 47,67310°
E 8,60811°
 
Tag 2Mo. 11.06.2012
 Neuhausen (CH) - Bussang (F) - Lac d'Orient
 443 - 690 - 945 km (502 km)
Reisezeit 09:21 - 19:38 Uhr10 Stunden 17 Minuten
Nach einer erholsamen und ruhigen Nacht (wir waren neben einem spanischen Ehepaar, die Einzigen auf dem großen Parkplatz) machten wir uns in aller Früh (entgegen meiner sonstigen Gepflogenheiten) auf den Fußweg runter zum Rheinfall. Natürlich haben wir Zwei vorher das traditionelle und ausgiebige Urlaubs-Frühstück in unserem Wohnmobil genossen.
 
Der - laut Wikipedia - zweitgrößte Wasserfall Europas stürzt auf einer Breite von 150 Meter - 23 Meter in die Tiefe. Man kann auf beiden Seiten des Ufers - oder auch mit dem Schiff - dieses beeindruckende Naturschauspiel erkunden. Sonja und ich genossen die tosenden Wassermassen und wir waren zu dieser frühen Morgenstunde die einzigen Touristen am Wasserfall. Belohnt wurden wir, als durch die aufsteigende Sonne noch ein romantischer Regenbogen entstand ...
 
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Danach ging es Richtung Basel immer auf der Bundesstraße wechselnd zwischen Deutschland und der Schweiz weiter nach Mülhausen, wo wir die Grenze zu Frankreich überschritten oder besser gesagt: überfuhren.
 Über die mautfreie Route Nationale 66, die wir schon öfters in Frankreich befahren hatten, ging es durch den Naturpark "Ballins des Vosges". Hier zeigte uns unser neues Navi - noch immer namens "Susi" (quasi Susi die III.) - in der Nähe des Ortes "Bussang", folgende Sehenswürdigkeit an: "La Source de la Moselle". Wir konnten es kaum glauben: Diese kleine Quelle ist der Ursprung der 554 Kilometer langen Mosel, die zu einem der größten befahrbaren Flüsse in Frankreich und Deutschland gehört. 
(Zwischentipp für nicht des Französischen mächtigen: Wenn man das Schild  "barrière" sieht, dann soll man NICHT in die Straße einfahren, denn dann kann es passieren, dass man 200 Meter rückwärts auf einer schmalen Bergstraße retour fahren muss - so wie es uns ergangen ist. Ich weiß, mit ein bisschen "mitdenken" hätte sich das verhindern lassen, aber wir waren gerade so im Gespräch vertieft ...)
 
Die Strecke durch den Naturpark ging auf ca. 1200 Höhenmeter rauf und war eher kurvig. Einen der Supermärkte (Carrefour, Leclerc, ...) nützten wir für den Einkauf von Sachen, die wir vergessen hatten. Es ist für mich aber immer wieder auch ein Vergnügen, an den großen Fleisch, Wurst- und Fischtheken zu gustieren und uns mit heimischen Delikatessen einzudecken.

Über teilweise äußerst schmale Straßen, bei denen die weißen Streifen rechts von mir die Straßenmitte kennzeichneten und auf denen uns auch große LKW-Züge entgegen kamen, ging es dann halbwegs gemütlich weiter zu unserem Tagesziel, dem Naturpark "Forêt d'Orient". 
 Auf dem öffentlichen Stellplatz der Gemeinde "Geraudot" schlugen wir am "Lac d*Orient" unsere "Zelte" auf. Parken kann man auch gegenüber direkt am Sandstrand. Außerdem nützte ich die Wassernähe, um kurz in die äußerst kühlen Fluten ein zu tauchen - ich war entsprechend der Temperaturen der einzig Badende, so weit mein Auge reichte ...
Stellplatz Lac d'Orientgratis
Offizieller Stellplatz, geschottertF-10220 Geraudot, Rue du Fort Saint
WC, V + E, Mistkübel,GPS: N 48,30216°
E 4,33505°
 
Tag 3Di. 12.06.2012
 Lac d'Orient - Guèdelon - Briare
 945 - 1094 - 1135 km (190 km)
Reisezeit 09:07 - 15:45 Uhr6 Stunden 38 Minuten
Am nächsten Morgen (ich entwickle mich erstaunlicher Weise schön langsam zum Frühaufsteher) - während Sonja noch das warme Bett genoss und anschließend das Frühstück vorbereitete - erkundete ich die nähere Umgebung. Der Lac d'Orient weist eine Fläche von 24 km2 auf und ist einer von insgesamt drei künstlich angelegten Seen. Sie sind von großen Wäldern und Feuchtgebieten umgeben und dienen als Rückhaltebecken für Frankreich's zweitlängsten Fluss: der "Seine", die durch Paris fließt. Genug Fachwissen -auf in die Natur:
Ich spazierte durch überschwemmte Augebiete, wie es sie früher auch bei uns gab und freute mich, das eine oder andere Getier zu entdecken. Nicht auf den Weg schauend, stieg ich dabei auf ein hellbraunes, längliches und weiches "Etwas". Meine Befürchtungen, dass es sich um die Verlassenschaft eines Hundes handelte, bewahrheiteten sich Gott sei Dank nicht und ich kann nur hoffen, dass die große Nacktschnecke das Attentat überlebt hat ...
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Nach dem Frühstück machten wir uns wieder auf dem Weg, der ja bekanntlich das Ziel sein sollte ...

Durch die schöne Stadt Auxerre lotste uns Susi III (Navi) anstandslos durch Burgund. Nach dem wir an den ersten zwei Tagen gut 400 bzw. 500 Kilometer zurück gelegt hatten, wollten wir am dritten Tag die Etappe auf 200 Kilometer beschränken und wieder was Neues sehen.

Im Fernsehen hatte ich vor einiger Zeit einen Bericht über den Neubau einer Burg mit alten Mitteln gesehen und genau dort wollten wir hin:
 
Burgbau Guèdelon (Link)

Chantier Médiéval
de Guédelon
D955 89520 TREIGNY
tél. 03 86 45 66 66

Eintritt pro Person: € 10,--Geöffnet: 31. März bis 04. November 2012
ab 10:00 Uhr
Ruhetag: Mittwoch (außer Juli und August)
Riesiger geschotteter Parkplatz
(Nachts abgesperrt)
GPS: N 47'98244°
E 3'15398°
Dieses sehr interessante Projekt hat sich zur Aufgabe gestellt, eine Burg mit den Materialien und Techniken, wie sie im Mittelalter gebräuchlich waren, zu bauen. Ca. 50 Handwerker, die im Sommer von Freiwilligen und Studenten unterstützt werden, haben 1997 mit den Arbeiten begonnen.
"Guèdelon" das heisst Bauen, um zu begreifen. Wissenschaftliche und historische Überlieferungen auszuprobieren und in die Praxis umzusetzen.
Ca. im Jahre 2025 soll die Burg fertig gestellt sein und so aussehen, wie im nebenstehendem Bild.

Der Besuch ist wirklich empfehlenswert: Man kann den verschiedenen Handwerkern bei der Arbeit zusehen. die halbfertige Burg bestaunen, die einzelnen Materialien und Berufe werden vorgestellt, weiters Steinbruch, Gemüsegarten, Tiergehege u.v.m.

Also der ideale Einstieg, wenn man so wie wir vor hat, das Tal der Schlösser -"Loiretal" zu bereisen ...



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Auf unserer Entdeckungsreise ging es weiter abseits der Autobahnen auf schmalen Straßen, vorbei an Mohnfeldern (Foto: Sonja) nach "Briare", wo das nächste Wunderwerk auf uns wartete.
 
Das ca. 6000 Einwohner zählende Briare liegt an der Loire und hat eine besondere Eigenheit auf zu weisen: Ein, auf der Welt äußerst seltener Schiffskanal, der hier über (also gut 10 Meter oberhalb) die Loire führt. Ein gewisser Gustave Eiffel, der auch einen ziemlich großen Turm in Paris erbauen ließ, hat mit seiner Firma diese "fast" einzigartige Kanalbrücke (aufmerksame Leser haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass es noch ein oder zwei ähnliche Brücken gibt ...) über die Loire gebaut und im Jahre 1896 fertig gestellt. Auch heute noch überqueren Schiffe auf dieser Wasserbrücke den Fluss Loire.

Gleich daneben im Handelshafen von Briare haben wir dann unser Nachtlager aufgeschlagen.
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Sonja und ich spazierten über die ca. 400 Meter lange Kanalbrücke und bewunderten das eigentümliche Bild, wenn ein Schiff hoch über der Loire den Fluss überquerte. Am Anfang der Brücke befindet sich eine Chocolaterie, an der Sonja einfach nicht vorbei gehen konnte, ohne sich ein paar Köstlichkeiten zu gönnen. Ich kaufte mir dafür (gerechter Ausgleich muss sein) von einem Straßenhändler eine Flasche Rotwein aus der Region. Nach einem Spaziergang durch den Ort mit der obligatorischen Besichtigung der Kirche, besuchten wir dann das am Kanal liegende Restaurant "Le petite St. Tropez" - quasi das kleine St. Tropez ...
 
Zwischengeschichtl:
Man kann nicht gerade behaupten, dass Sonja und ich sprachbegabt sind (meine ehemalige Englischlehrerin würde dies mit Schaudern bestätigen). Aus diesem Grund sind wir auch des Französischen - bis auf ein paar Wörter "Bonjour - Bonsoir - etc." - nicht mächtig. Trotzdem kommen wir - entgegen vielen Berichten anderer Wohnmobilreisender - mit den Franzosen seit Jahren hervorragend aus und wir haben die Menschen in der "Grand Nation" bisher ohne Ausnahme als äußerst hilfsbereit und nett kennen gelernt.
Im Lokal "Petite St. Tropez" in Briare herrschte nun reges Treiben, viele Einheimische aber auch Gäste wollten sich am Abend ein köstliches Mal genehmigen - wir auch. Um aber längere Wartezeiten und auch unnötiges Aufsehen zu vermeiden, legten wir den Französisch-Sprachführer zurück in die Tasche und wählten von der Karte die Gerichte, die für unsere Ohren am besten klangen. Die nette Wirtin konnte ein paar Worte Englisch und freute sich, dass wir nicht aus Deutschland, sondern aus Österreich kommen. Leider konnte sie uns aber auch nicht vermitteln, was wir bestellt hatten und so warteten wir gespannt auf das Ergebnis:
Der ausgewählte Wein war schon mal ausgezeichnet und als wir unsere Gerichte bekamen und kosteten, waren unsere kleinen Bedenken vom Tisch gewischt: Wie sich herausstellte, hatte Sonja eine "Ente Orange" bestellt, die sie ansonsten nie isst und ich traf es mit einem gar köstlichen Lachs und Meeresfrüchten ebenfalls hervorragend. Als uns ein hilfsbereites, älteres, französisches Ehepaar auch noch bei der Auswahl der Nachspeise half, waren wir zwei Sprachgenies völlig zufrieden mit Frankreich und der Welt!
 
Zum Abschluss dieses schönen Tages schlenderten wir noch einmal zur Kanalbrücke, um diese auch in der Nacht zu bewundern. Danach ging es ins Bettchen - morgen sollte die Schlösser-Tour durchs Loiretal beginnen ...  
 
Stellplatz Hafen Briare - Quai Mazoyerunser Stellplatz war kostenlos
Der offizielle Stellplatz liegt ein paar Meter weiter oberhalb der Kanalbrücke und ist geschottert / teilweise WieseF-45250 Briare, Rue de Vignes
V + E GPS: N 47,63194"
E 2,73944°

Fotoalbum 1. Etappe
Übersicht2. Etappe
 
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