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Reiseberichte

Unter dem Doppeladler (2011) - 2. Etappe


18. Juli bis 01. August 2011 3032 km
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Anreise
Tschechien
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2. Etappe:
Pisek (CZ) - Pilsen - Loket - Karlsbad - Parchen - Gablonz - Schrems (A), 782 km
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 3Mi. 20.07.2011
 Pisek - Pilsen - Loket
 431 - 521 - 623 km (192 km)
Reisezeit 11:07 - 19:55 Uhr8 Stunden 48 Minuten
Der dritte Tag begann nach einer ruhigen Nacht am Fluss mit einem ausgiebigen Frühstück. Gleich neben der alten Steinbrücke kaufte ich sechs (!) Brötchen um sagenhaft günstige und umgerechnete € 0,68. Nach dem Frühstück besichtigten wir die Stadt Pisek bei Tag und genossen trotz regnerischer Witterung den Spaziergang. Sonja schaut auf dem rechten Bild etwas verstört, weil die Verkäuferin in der feinen tschechischen Confiserie mit belgischer Schokolade, das Fotografieren verboten hatte. Ich machte das, was ich immer in diesen Fällen mache - ein paar Fotos ...
Zwischengeschichtl:
Ich glaube, ich habe schon erwähnt, dass wir keinen wirklichen Plan über unsere, kommende Route hatten. Also blickten wir gemeinsam auf die Landkarte und mir viel sofort die Stadt "Pilsen" (tschechisch: "Plzen") ins Auge, deren Name mir irgendwie bekannt vorkam. "Pilsen" ist auch Nichtfeuerwehrleuten und Nichtmusikern in aller Welt ein Begriff: Hier befinden sich nicht nur die legendären Autowerke der Fa. Skoda (wir nannten unser erstes Familienfahrzeug dieser Marke - "Tschechischer Panzer") sondern natürlich auch eine der berühmtesten Brauereien der Welt mit dem "Pilsner Bier".
In Tschechien gilt für Autofahrer die 0,0-Grenze und ich kann schwören, dass ich bei der Ankunft in Pilsen keinen Tropfen Alkohol im Blut gehabt habe. Trotzdem fanden Sonja (ebenfalls völlig nüchtern) den Eingang zur Brauerei nicht, sondern kamen laut Navi zum Hauptbahnhof, in dem es zwar Bier gab, aber keine Brauerei dazu. Also stellten wir unser Womo am Rande des Sportgeländes (N 49'75111°; E13'38313°) ab und machten uns zu Fuß auf die Suche nach dem süffigen Nass ...
Wenn man die Brauerei einmal gefunden hat, dann gibt es verschiedene Führungen und Möglichkeiten mehr über das Brauwesen zu erfahren. Da die Mittagszeit nahte, nützten wir die Möglichkeit das - von außen eher modern wirkende - Restaurant im Keller zu besuchen. Zum "Pilsner Urquell" und "Gambrinus" ließen wir uns typische tschechische Spezialitäten (Hasenkeule und Rinderbraten in dunkler Biersoße) schmecken.
Aber Pilsen hat nicht nur kulinarisch etwas zu bieten: Man kann z.B. das Biermuseum mit unterirdischen Gängen und Kellern besuchen. Auf dem ehemals größten gotischen Platz Böhmens (Platz der Republik) befindet sich die Bartholomäus-Kathedrale mit dem höchsten Kirchturm Böhmens (102,26 m). Gegen eine Gebühr von umgerechnet € 3,18 durften wir die gezählten 301 (!) Stufen erklimmen und hatten trotz Regen eine gute Aussicht auf die Stadt. Nicht weit entfernt sahen wir die große Synagoge, die die zweitgrößte Europas und die drittgrößte der Welt darstellt.
Diese Gelegenheit nützten wir und so kamen wir zu unserem ersten Besuch einer jüdischen Synagoge (Eintritt pro Person: € € 2,75). Mit einer papierenen "Kippa" (Kopfbedeckung) bekleidet tauchten wir ehrfurchtsvoll und interessiert in die fremde Welt des jüdischen Glaubens ein. Zusätzlich konnten wir in der Synagoge noch eine kunstvolle Fotoausstellung aus den zwanziger Jahren besuchen.
Gegen 18:00 Uhr verließen wir Pilsen und brachen zur ca. 100 km langen Reise nach Loket auf, wo wir um 19:55 Uhr eintrafen. Wir nächtigten am Fuße der beeindruckenden Stadt und Burg neben der Tankstelle auf einem großen Parkplatz. 
Stellplatz LoketKostenlos
Parkplatz neben der Tankstelle (geschottert)CZ-35733 Loket
Ca. 10 Minuten in den OrtGPS (Internet): N 50°11'20,0"
E 12°45'2,1"
 
Tag 4Do. 21.07.2011
 Loket - Karlsbad - Parchen - Gablonz
 623 - 651 - 827 - 924 km (301 km)
Reisezeit 10:00 - 21:28 Uhr11 Stunden 28 Minuten
Am nächsten Tag ging es, an einer riesigen Freiluftbühne vorbei, über eine gewaltige Brücke, die über eine noch gewaltigere Schlucht mit dem Fluss Eger führt, hoch zur Altstadt von Loket (deutsch: Elbogen). Kirche und die auf einem Granitfelsen erbaute Burg aus dem 12. Jahrhundert sind allemal einen Besuch wert.
Neben Johann Wolfgang von Goethe, der die Stadt oft besucht hatte, wurde hier 2006 der James-Bond-Film "Casino Royale" gedreht. Goethe soll hier an seinem 74-jährigen Geburtstag um die 19-jährigen Ulrike von Levetzow vergeblich angehalten und aus Frust über die Abweisung die Stadt nie mehr besucht haben.
must see - Absolut sehenswert!Uns zog es auch ohne Abweisung weiter und wir landeten in Karlsbad, (tschechisch: Karlovy Vary) wo sich einst der Kaiser und sein Leibarzt trafen und jetzt die Schönen und Reichen dieser Welt sich ein Stelldichein geben. Trotzdem wir nach eigener Einschätzung weder zu der einen, noch zu der anderen Gattung gehören, gefiel uns dieser mondäne Kurort sehr und wir flanierten entlang der "Eger" und der "Tepla" zu den einzelnen Quellen, nachdem wir unser Womo am Berg in einer Seitengasse (in der Nähe des Hotels Imperial) abgestellt hatten.
Zwischengeschichtl:
Neben den vielen Prachtbauten, Luxushotels, knipsenden Japanern (wo findet man dieses nette Völkchen mittlerweile nicht?), Nobelgeschäften, kann man natürlich in den einzelnen Kuranstalten das erwiesenermaßen gesunde Wasser trinken. Wir kauften uns an einem der vielen Stände je eine original Schnabelkanne (Made in Böhmen) und probierten das gesunde Wasser, das man mit ca. 30, 50 oder 70 ° C verkosten kann. Ich muss zwar sagen, dass mir das tschechische Bier besser mundet, aber man kann das Wasser - vor allem, wenn man bedenkt, wie gesund es ist - durchaus trinken. Ganz anderer Meinung war hingegen meine - ansonsten nicht heikle - Gattin, die das Wasser fast nicht hinunter brachte. Gott sei Dank haben wir die Schnabelkännchen in der richtigen Größe gewählt, so dass wir sie auch als Schnapsstamperl verwenden können. Sonja stärkte sich anschließend mit den typischen, süßen "Karlsbader-Oblaten", die ihr wesentlich besser schmeckten. 
Nach Karlsbad ging unsere Fahrt weiter in Richtung Parchen (tschechisch: Prácheň). Im Norden - oberhalb von Prag - gelegen, besuchten wir hier bei Regen und Sauwetter den Panská skála (Herrenhausfelsen). Dieses steil - fast senkrecht - aufsteigende, Basaltgestein ist vermutlich nach einem Vulkanausbruch entstanden und an der kalten Oberfläche in die heutige Form gebracht worden. Vor dem Naturdenkmal befindet sich ein großer Parkplatz mit Schranken. Wir wählten einen Parkplatz hinter dem eigenartigen und sehenswerten Gebilde, um unsere kurze Besichtigungstour zu unternehmen.
Vorbei an schönen Flüssen, die uns zu einer Kaffeepause einluden, vorbei an weniger schönen Atomkraftwerken fanden wir schließlich den Weg nach Gablonz an der Neiße (tschechisch: Jablonec ned Nisou - endlich ein tschechischer Name ohne Häckchen und Strichlein !). Hier stellten wir uns auf einem Parkplatz neben dem städtischen See.
Stellplatz GabloncKostenlos
Auf einem großen Parkplatz am SeeCZ- 46601 Jablonec ned Nisou
Mistkübel vorhandenGPS (Internet): N 50°43'59,6"
E 15°10'10,1"
 
Tag 5Fr. 22.07.2011
 Gablonz (CZ) - Schrems (A)
 924 - 1213 km (289 km)
Reisezeit 11:07 - 17:50 Uhr6 Stunden 43 Minuten
In der Früh kauften wir uns voll Freude 4 Brötchen und zwei tschechische Topfengolatschen um unglaubliche K 20,-- (€ 0,91). Der Grund, warum wir Gablonz besuchten, war unser Wunsch, eines der vielen Glasmuseen zu besichtigen. Diese Gegend Tschechiens ist ja berühmt für ihre Glasindustrie und so entschieden wir uns für das Glas- und Schmuckmuseum in der Fußgängerzone von Gablonz, indem neben der Glaskunst auf drei Stockwerken auch noch eine interessante Sonderaustellung zum Thema "Mode" zu sehen war.

Danach drängte ein bisschen die Zeit: Prag ist zwar immer einen Aufenthalt wert, wir kennen die Stadt aber schon und so legten wir einen Einkaufsbummel in einem Einkaufszentrum bei "Kolin", neben der Autobahn ein. Brünn wollten wir noch gerne sehen - das ging sich aber nicht mehr aus, da wir eingeplant hatten, am Abend wieder in Österreich zu sein. Auf den Weg dahin besserte sich wieder das Wetter. Wir fuhren durch wunderschöne Wälder, sahen wieder einige Straßenmädchen, die auf die Straßen aufpassen und näherten uns schön langsam wieder unserem Heimatland Österreich ...
Zwischengeschichtl:
Meine Sonja und ich hatten uns vor geraumer Zeit in der Berufsschule Schrems im hintersten Waldviertel an der tschechischen Grenze kennen gelernt. Wir nützten die Gelegenheit, um diesen - für uns - wichtigen Ort nach nun über 30 Jahren wieder zu besuchen. Es war schon eine eigentümliche Erfahrung, auf den Spuren unserer Vergangenheit zu wandeln. Es hat sich einiges verändert in Schrems, aber die alte Disco gleich neben der Berufsschule gibt es immer noch und die Schule und das Internat selber haben sich bis auf einen Anbau auch nicht wesentlich verändert. Wir besuchten unser damaliges Stammlokal "Trinkl" und ließen uns einen heimischen Karpfen schmecken. Übernachtet haben wir dann nicht wie früher - streng getrennt im Internat - sondern am Parkplatz des wunderschön angelegten Moorbades ...
 
Stellplatz Schrems (A)Kostenlos
Parkplatz Moorbad SchremsA-3943 Schrems, Flurgasse,
Mistkübel vorhanden, WC im Restaurant,
ca. 10 Minuten in den Ort
GPS: N 48,79561°
E 15,07702°
 

 
1. Etappe3. Etappe
 
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