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Reiseberichte

Unter dem Doppeladler (2011) - 1. Etappe

Kuchl - Tschechien - Österreich - Ungarn - Kroatien - Kuchl (3032 km)


18. Juli bis 01. August 2011 3032 km
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 "Unter dem Doppeladler" ist der Titel eines bekannten Marsches (Josef Wagner) und bezeichnet die Doppelmonarchie Österreich - Ungarn. Und genau in die ehemaligen Monarchieländer TSCHECHIEN - UNGARN und KROATION ging unsere Sommerreise 2011.

Geplant wäre eine Österreichreise (Steiermark, Wachau, Wien ...) mit unseren Freuden - den Bochei's - gewesen. Leider mussten sie kurzerhand absagen und so zogen Sonja und ich allein in den langersehnten Urlaub. Der Wetterbericht verhieß uns frecherweise für die Steiermark nichts Gutes und so bewahren wir uns die geplante Österreichreise für einen späteren Zeitpunkt mit unseren Freunden auf ....
 
GESAMTREISE:
Gesamtreise: Kuchl - Tschechien - Österreich - Ungarn - Kroatien - Kuchl (3032 km)
Zum Vergrößern auf die Karte klicken
 
1. Etappe:
Kuchl (A) - Linz - Kefermarkt - Maria Schnee - Krumau (CZ)- Schloss Frauenberg - Stadt Pisek, 431 km
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 1Mo. 18.07.2011
 Kuchl - Linz - Kefermarkt - Freistadt - Maria Schnee
 0 - 289 km
Reisezeit 10:30 - 19:21 Uhr8 Stunden 51 Minuten

Die Frage "Wohin fahren wir?" stand wie so oft am Anfang unserer Reise. Mit unserem "neuen" - gebrauchten Wohnmobil starteten wir also zur Sommertour 2011 los und fuhren erst einmal nach links - quasi Richtung Linz. Unser neues Womo lief so ruhig, dass man im Gegensatz zum alten sogar das Radio horchen, das Fenster geöffnet und zusätzlich mit der allerliebsten Gattin plaudern konnte ...


Wo wollt' ich schon immer mal hin? - Da gibt es viele Ziele, eines davon ist das Stift St. Florian in der Nähe von Linz. Dieses Augustiner Chorherrenstift beheimatet einerseits das Oberösterreichische Feuerwehrmuseum (Montag Ruhetag !) und ist auf der anderen Seite ein barockes Juwel - also immer eine Reise wert ...
Gegen eine Gebühr von € 4,-- (wo sind die Zeiten, als die Gotteshäuser noch frei zugänglich waren ....) kann man die wunderschöne Basilika besichtigen und (so wie wir) die berühmte Brucknerorgel, die neben vielen bekannten Komponisten und Orgelspielern eben auch Anton Bruckner erklingen ließ, hören.
Nach der Besichtigung ging es uns auch ohne unsere Freunde, den "Bocheis" so, wie es uns meistens geht, wenn wir mit den ihnen unterwegs sind: Wir trafen rein zufällig Bekannte (Ketter Hans und "Lengries" Familie) aus unserem Ort, die ebenfalls das Stift St. Florian besuchten.
 
Und weil wir schon in Linz bei den Kirchen waren, machten wir einen Abstecher auf den Pöstlingberg, den wir ansonsten im besten Fall von der Autobahn aus bewundert hatten. 
Nach einer kleinen Irrfahrt erreichten wir über eine sehr steile Straße (18 % Steigung!) den 539 Meter hohen Pöstlingberg (Berg ?), der ein bisschen an Maria Plain in unserer Landeshauptstadt Salzburg erinnert. Was man auf Maria Plain vergeblich sucht, ist ein so modernes Feuerwehrhaus, wie man am Pöstlingberg bestaunen kann und für mich als eingefleischter Feuerwehrmann ist natürlich jedes rote Auto und jedes Feuerwehrhaus ein Zwangsanziehungspunkt.
Die barocke Wallfahrtskirche ist mit ihren zwei markanten Türmen zu Ehren der sieben Schmerzen Marias erbaut. Neben der wunderschönen Kirche hat man von der Aussichtsplattform am Pöstlingberg einen Rundumblick über Linz. Was kennt man von Linz? Die gleichnamige Torte, die ARS Electronica, Anton Bruckner - von dem sieht man hier wenig: Rauchende Schlote der Vöestalpine und Chemie Linz, die graue Donau und viele, viele Häuserreihen. Vielleicht hat auch die beginnende Bewölkung die etwas trübe Stimmung beeinflusst, aber ich las wirklich auf einer Steintafel die etwas irritierende Innschrift: "Fuck am Pöstlingsberg". Wenig später stellte sich das Ganz, Dank meiner aufmerksamen Gattin, als Lesefehler heraus, obwohl ich jetzt auch nicht weiß, was "Buck am Pöstlingsberg" bedeutet?
 

Anschließend berieten meine Sonja und ich, wohin es denn weiter gehen soll? Wir haben ja beide ein sehr sonniges Gemüt, trotzdem suchen wir immer wieder die Sonne auch als Wegbegleiter unserer Reisen. Ein besorgter Blick auf die Wetterkarte zeigte uns, dass die besten Chancen für einen halbwegs regenfreien Urlaub im Nord-Osten zu liegen schienen. Also machten wir uns auf den Weg Richtung Tschechien. Auf den Straßen durch das Mühlviertel fiel mir ein, dass irgendwo in der Gegend ein schöner Altar zu besichtigen wäre. Nach einem klärendem Telefonat mit unserem Experten zu Hause (Wimmer-Reisen) bogen wir Richtung Kefermarkt ab und besuchten den unter Fachleuten weltbekannten, hölzernen, gotischen Schnitzaltar in der dortigen Kirche. Und dieses 13 Meter hohe Meisterwerk der Spätgotik ist wirklich so sehenswert, dass ich mir bei aller Sparsamkeit 2 Euro erlaubte, um die Geschichte dieses Werkes zu erfahren und das Kunstwerk im richtigen Licht zu sehen. 

Da wir ja im Urlaub waren und daher genug Zeit hatten, folgten wir von Kefermarkt aus, den Hinweisschildern "Gotikstraße" und waren gespannt wohin uns die Reise führte. Allerdings haben auch so kunstbeflissene Menschen wie wir einmal genug von Kirchen und Klöstern. Also verlegten wir unser Augenmerk mehr auf die hügelige Landschaft und Dörfer. Neben interessanten weißen Vierkanthöfen mit dunklen Flecken drinnen (Sonja nannte sie "Kuhhäuser") stießen wir auf folgende Kuriosität:
 
Kurz vor St. Oswald im kleinen Ort Wippl - Holzmühle bestaunten wir dieses eigentümliche Anwesen. Im Garten und aus den Fenstern sahen uns komische Puppen und Gestalten schief an. Viel Gerümpel und seltsame Sprüche erweckten fast den Eindruck eines Geisterhauses.

"Suche Frau mit grünen Ohren, blau Nase, weisse Augen, schwarzen Mund - Belohnung € 700,--"
"Parapsychologie - Strahlung"
"Grüssen streng verboten"
"Ich bin nicht von dieser Welt"
"Ich bin deppert"

Uns Normalbürgern blieb der Sinn dieser Installation leider auch bei einer längeren Nachdenkphase verborgen und die Einheimischen wollten uns auch keine Auskunft erteilen und so setzten wir unsere Reise verwundert fort ...
Weiter ging es Richtung Freistadt der Grenze entgegen. Kurz - aber um so herzlicher - sei eine wirklich nette Angestellte in der Freistadter Apotheke mit dem passenden Namen "Goldener Engel" erwähnt: Nach dem unser medizinisches Testgerät seinen Geist aufgegeben hatte, lieh uns die hilfsbereite Apothekerin kurzerhand ein Ersatzgerät und verschaffte uns damit einen sorgenfreien Urlaub - DANKE !
Schön langsam brach die Dämmerung herein und wir suchten einen Übernachtungsplatz, den wir auf einem Hügel neben der Hauptstraße bei der Kirche "Maria Schnee am heiligen Stein" fanden.
Natürlich besichtigten wir die 1991 neu erbaute Kirche und staunten über die Geschichte und Legenden, die sich um den heiligen Stein und diese Kirche im Grenzgebiet rangten. Bei herrlichen, warmen Licht des Sonnenunterganges besuchten wir das Marienbild im angrenzenden Wald. 
Dafür, dass wir am Morgen noch nicht wussten, wohin uns die Reise führt, hatten wir doch viel an diesem Tag gesehen. Wir genossen den herrlichen Sonnenuntergang an diesem mystischen Kraftort und verbrachten ein ruhige Nacht im Grenzland zwischen dem heutigen Tschechien und Österreich ...
 
Stellplatz Wallfahrtskirche Maria Schnee (OÖ)Kostenlos
Parkplatz vor der KircheA-4262 Leopoldschlag, Am Hiltschenberg,
 GPS: N 48,62059°
E 14,47243°
 
Tag 2Di. 19.07.2011
 Maria Schnee (A) - Krumau (CZ)- Schloss Frauenberg - Pisek
 289 - 431 km (142 km)
Reisezeit 09:08 - 19:05 Uhr09 Stunden 57 Minuten
Auch am nächsten Morgen lachte uns die Sonne trotz ein paar kleiner Wolken freundlich ins Wohnmobil. Nach einem ausgiebigen Frühstück, bei dem so richtig Urlaubsfeeling aufkam, passierten wir nach einigen Fahrminuten bei Wullowitz die Grenze zu Tschechien. Völlig ungewohnt: Wir mussten Geld umwechseln. Bei aller heutzutage üblichen Jammerei um den Euro: Auf Reisen ist er doch äußerst praktisch. Hingegen gibt es im ehemaligen Kronland Österreichs-Ungarn, das seit 2004 Mitglied der EU ist, immer noch die nationale Währung: Tschechische Kronen.
Zwischengeschichtl:
Gleich nach der Grenze fielen uns alle paar Kilometer junge Mädchen auf, die da am Wegesrand standen. Wir hatten das gleich Phänomen schon auf den Landesstraßen in Spanien beobachtet.

- Hatten diese jungen Dinger etwa den Bus versäumt?
- Oder warteten sie auf ihrem Papa, der Lastwagenfahrer ist und sie in die Schule mitnimmt?
- Oder war es gar ein Projekt der tschechischen Regierung, um ausländische Kraftfahrer in Tschechien willkommen zu heißen?
- Vielleicht gehören sie einer internationalen Vereinigung von quasi Straßenmädchen an, die die Aufgabe haben auf die Sauberkeit der Landstraßen zu achten und allfällige Verschmutzungen und Beschädigungen sofort zu melden?

Wir wissen es nicht! Beim nächsten Mal werde ich anhalten und eine der adrett gekleideten Damen (sie müssen teilweise aus ärmlichen Verhältnissen stammen, weil sie oft so wenig anhaben) fragen, was denn ihre wirkliche Aufgabe sei ???
 


Neben dem Geldumwechseln kauften wir an der Grenze auch gleich eine Tschechische Straßenvignette um 250 Kronen (ca. € 11,30), die uns zur Benützung von Autobahnen und Schnellstraßen bevollmächtigte.
Vorbei an den jungen "Landstraßenmädchen", schlugen wir den Weg nach Krumau ein, wo wir das Womo an einem bewachten Parkplatz (40 Kronen/Stunde) direkt an der Moldau abstellten.

Wir kennen Krumau schon von früheren Reisen mit unserer Musikkapelle und mit der Feuerwehr. Aber dieses südböhmische Städtchen, das als Kulturdenkmal auf der Liste des UNESCO-Welterbes geführt wird, ist immer wieder eine Reise wert. Krumau liegt richtig romantisch an der dunkelbraunen bis schwarzen Moldau, die sich in einer Schleife um den Ort legt. Von der alles überragenden Burg aus, hat man einen herrlichen Blick auf die vielen kleinen Gässchen mit ihren Gasthäusern, auf die Kirche, auf die Kanufahrer und vieles mehr ...
must see - Absolut sehenswert!Es gibt wirklich vieles zu sehen, wie z.B. das Egon-Schiele-Museum, zahlreiche kleine Geschäfte mit ein paar Besonderheiten und vielem Krimskram. Einzig und alleine die tschechischen Knödel kann ich aus meiner Sicht nicht empfehlen: Wohlweislich und geprägt von früheren, schlechten Erfahrungen, haben wir diese Spezialität, die mich an Styropor oder so etwas Ähnliches erinnert, dieses Mal nicht bestellt. Bestellt und mit Hochgenuß verzehrt habe ich natürlich das berühmte Budweiser-Bier aus dieser Gegend. Und auch das Mittagessen in einem der gemütlichen Restaurants am Moldaustrand war ohne Knödel köstlich.  Das Ganze scheint sich auch schon bis Japan rumgesprochen haben, denn so viele Reisegruppen aus dem fernöstlichen Teil der Erde sieht man sonst nur in der Getreidegasse in Salzburg.
Nach einem wunderschönen Aufenthalt in Krumau ging es am Nachmittag weiter in die Stadt Hluboká nad Vltavou (keine Ahnung, wie man das ausspricht ...) zum Schloss Frauenberg. Nach einem kleinen Spaziergang erschließt sich dem geneigten Besucher ein imposantes Schloss, dass genauso gut nach England passen würde. Auch die wunderschönen Blumenanlagen haben einen gewissen englischen Charme.
 
Zwischengeschichtl:
Wer mich kennt, weiß, dass ich neben meinem Beruf als Schuhmacher und Kaufmann, meiner Berufung als Feuerwehrkommandant, auch noch seit meiner Jugendzeit, also seit über 40 Jahren (ja, ich bin schon so alt - bzw. habe schon so früh mit dem Musizieren angefangen ;-) dem musikalischem Hobby des Schlagwerkers bei der Musikkapelle  Kuchl (früher Trachtenmusikkapelle Kuchl) nachgehe ...
Dadurch ist es vielleicht auch verständlich, dass ich - fast schon zwanghaft - auf unseren Reisen nach allen Schuhgeschäften, nach roten Autos und Feuerwehrhäusern und nach Musikspezifischen Aspekten Ausschau halte.
Zieht man diese ganze Vorgeschichte in Betracht, ist es wiederum nicht verwunderlich, dass mir beim Studieren der tschechischen Landkarte die Stadt Pisek aufgefallen ist. Jeder halbwegs gebildete Blasmusiker, zu denen ich mich im leichten Größenwahn auch zähle, kennt das bekannte Musikstück von Josef Ullrich "Marsch der Stadt Pisek", auch Austronautenmarsch (keine Ahnung warum), genannt. Aus diesem einzigen Grund haben wir also als nächstes Ziel die Stadt Pisek ausgesucht.
 
Nach kurzer Suche fanden wir einen Parkplatz direkt an der ältesten (erste Erwähnung 1348) Steinbrücke Tschechien (natürlich mit dem tschechischen Brückenheiligen Nepomuk) und am Fluss Otava gelegen. Nach einem kleinen Abendrundgang in der nahen Altstadt begaben wir uns an diesem lauschigen Plätzchen zur Nachtruhe.
 
Stellplatz Stadt PisekKostenlos
Auf einem großen Parkplatz rechts der alten Steinbrücke.CZ-39701 Pisek
WC, Mistkübel vorhandenGPS: N 49,30821
E 14,14412
 

 
2. Etappe
 
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