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Reiseberichte

Ostertour Sardinien (I) 2011 - 4. Etappe


15. April bis 26. April 2011  2731 km 
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Anreise
Sardinien
Die OstküsteVom Süden in den WestenVom Westen in den NordenVom Norden nach Hause 

 
4. Etappe:
Is Arutas - Seneghe - Bosa - Cala Speranza - Alghero - Castelsardo - Terme di Casteldoria, 235 km
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 822.04.2011
 Is Arutas - Seneghe - Bosa - Cala Speranza
 1573 - 1697 km (124 km)
Reisezeit 10:30 - 19:35 Uhr9 Stunden 5 Minuten
Bei schlechtem Wetter folgten wir dem Tip von Peter Höh ("Die schönsten Routen durch Sardinien") und schlugen den 34 km langen Weg nach "Seneghe" im Landesinnere ein. "Seneghe" bedeutet "alt", aber die Ortschaften in Sardinien sind mit den idyllischen, altertümlichen Bergdörfern, wie sie z.B. in der Toskana oder in der Provence vorkommen nicht zu vergleichen. Aber "Seneghe" hat etwas anders zu bieten: nämlich eines der besten Olivenöle in Italien ...
 
Olivenöl: Familie Cosseddu, Via Josto 13, I-09070 Seneghe,

(Anfahrt: In Seneghe die Straße "Via Aragona" Richtung Milis nehmen. Vor der rechten Seite müsste dann die Carabinieri-Kaserne kommen. Vor dieser Kaserne rechts einbiegen. Nach ca. 20 Metern noch einmal rechts abbiegen und man steht auf der rechten Seite vor dem Haus "Via Josto 13".
GPS (Internet): N 40° 4' 54.43"
E 8° 37' 2.72"
 
Zwischengeschichtl:
Wer behauptet, die Sarden seien misstrauisch und unfreundlich, der war noch nie bei "Mamma Cosseddu".

Als wir vor ihrem etwas altem Haus standen, wussten wir nicht genau, ob wir denn hier richtig wären. Aber als uns die nette, alte Dame nach einiger Zeit öffnete und "ah, oil" freundlich entgegen lächelte, wussten wir, dass wir am richtigen Ort angekommen waren ...


Das Olivenöil "Santos" der Familie Cosseddu wird in Fachkreisen folgendermaßen beschrieben: Die sardinischen Olivensorten Bosana und Terzo auf den Hängen des Vulkankegels Monteferru geerntet, ergeben eine ganz eigenständiges, faszinierendes Geschmacksbild. Im Mund sehr vielschichtig und fruchtig. Balsamischer Geruch nach getrockneten Feigen und frisch geschnittenem Gras. Im Geschmack intensiv nach Artischocken, Tee und Lauch. Nachhaltig und harmonisch. Intensive Gras- und Fruchtaromen mit feinen Noten von Bittermandel und Artischocke im Abgang ...
Fröhlich plaudernd und mit einem schwarzen Kopftuch geschmückt führte sie uns durch die eher trostlosen Gassen von Seneghe. Wir verstanden zwar kein einziges Wort, aber wir folgten ihr gerne zum Haus ihrer Söhne, dass wir durch den Keller betraten. Voll Stolz zeigte sie uns die Auszeichnungen für das bekannte Olivenöil der Familie Cosseddu, das zu den Besten in ganz Italien gehört. Nach einer Ölverkostung deckten wir uns mit dem Jahresbedarf und einigen Geschenksflaschen ein und wollten zahlen ...
Mamma Cosseddu deutete uns aber an, dass wir auch später noch zahlen könnten. Vorerst lud sie uns immer lächelnd in ihr Heim ein. Wir verköstigten den von ihr selbstgemachten Mirto, ein köstlicher Likör aus Myrthe und Beeren, probierten grünes Gemüse, das wir nicht wirklich zuordnen konnten und wurden anschließend noch zu einem selbstgebackenen Kuchen und weiteren, sardinischen Köstlichkeiten eingeladen. "Mamma Cosseddu" sprach kein Wort Deutsch - wir kein Wort Italienisch. Trotzdem unterhielten wir uns köstlich über eine Stunde lang über ihre Familie, den Papst, ihr Alter und vieles mehr. Wir wollten ihr dann doch die wohlverdiente Siesta gönnen und brachen, nachdem wir einen äußerst günstigen Preis für dieses Qualitätsöl bezahlt haben, mit vielen guten Eindrücken auf, um unsere Reise fort zu setzen.

Also wenn ihr mal in diese Gegend kommt, versäumt auf keinen Fall die Gelegenheit, um Mamma Cosseddu zu besuchen und richtet ihr bitte einen schönen, netten Gruß von den Salzburgern aus Österreich aus ...
 
Unser nächstes Ziel bei diesem unfreundlichen Wetter war das gut 8000-Seelen-Städtchen "Bosa", das malerisch am Fluss "Temo" liegt. Durch die bunten Häuser und dem, über der Stadt liegenden "Castello Malaspina" wirkt es doch um einiges einladender als andere, sardinische Kleinstädte. 



Wir spazierten natürlich zur Burg hoch und durch enge, steile Gassen wieder hinunter in die "Cathedrale dell'Immancolata", die sogar offen hatte und in der alles schon für die Osterfeiertage vorbereitet war. Danach stand noch eine kleine Shoppingtour auf dem Programm. Bosa ist bekannt für Korallenschmuck, Hirtenmesser und andere sardinische Spezialitäten.
 
Nach dem kurzen Stadtausflug ging es wieder zurück in die Natur und zwar intensiv. Auf den ca. 50 Kilometern zwischen Bosa und Alghero findet man kein Haus und keinen Ort. Hier, wo sich die letzte Gänsegeierkolonie Sardiniens befindet, schlängelt sich eine der schönsten und abwechslungsreichsten Küstenstrecken der Insel den Hang entlang.
 
Auch Strände und Badestellen sind eher selten und versteckt. So waren wir froh, als wir kurz vor Alghero, an der malerischen Cala Speranza doch einen geeigneten Stellplatz fanden.
 
Stellplatz "Cala Speranza"Kostenlos
Sand-Parkplatz oberhalb des MeeresRestaurant in der Nähe,
Brausen, WC, GPS (Internet): N 40° 29' 40.72"
E 8° 22' 17.62" 
 
Tag 923.04.2011
 Cala Speranza - Alghero - Castellsardo - Terme di Casteldoria
 1697 - 1808 km (111 km)
Reisezeit 10:10 - 16:30 Uhr6 Stunden 20 Minuten
 
Am neunten Tag unserer Rundreise empfing uns wieder Regen. Wir taten so, als ob uns das "wurscht" wäre und besuchten unter dem Regenschirm die nahegelegene Stadt Alghero (40803 Einwohner). Nette, sehenswürdige Altstadt - nur der Regen störte ein wenig. Also ließen wir uns ein vorzügliches Mittagessen mit eine der besten Pizzen, die unsere Damen je gegessen hatten, schmecken. Die bekannte "Grotta di Nettuno" ließen wir wegen dem Dauerregen einfach Grotte sein und gönnten uns, trotz der Himmelsflut, ein richtig gutes italienisches Eis mit katalanischen, sardinischen Einschlag ...
Danach tuckerten wir weiter nach Castelsardo (schöne Stadt - nur der Regen störte ein wenig) wo wir uns natürlich den in der Nähe befindlichen, berühmtesten Stein Sardiniens anschauten: Der "Roccia dell'Elefante" - der Elefantenfelsen ...
 


Das Wetter wurde nur ganz, ganz langsam ein bisschen besser. Also nahmen wir die Empfehlung im Reiseführer dankbar an und machten uns auf die Suche nach der "Terme di Casteldoria". Nach einer etwas engen Zufahrt und einer Warntafel (Springflut) landeten wir am "Rio Coghinas", jetzt schon im Osten des Landes.
Am rechten Ufer des dampfenden Flusses (Schwefelquelle) ließen wir uns unter Eukalyptusbäumen, Pappeln und Palmen "häuslich" nieder und spazierten über eine schöne Holzbrücke zur Therme auf die andere Flussseite unter dem roten Felsen.
Die Therme stellte sich aber als reines "Wellnesshotel" heraus, indem auch verschiedene Schönheitskorrekturen angeboten wurden. Da wir grundsätzlich (mit mehr oder weniger kleinen Ausnahmen) mit unserem Aussehen zufrieden sind ...
... machten wir es den Einheimischen gleich und genehmigten uns im Fluss ein heilendes Schlammbad. Es war herrlich: Das schwefelhaltige Wasser (der unangenehme Geruch hielt sich in durchaus eträglichen Grenzen) erwärmt den Fluss teilweise so sehr, dass man aufpassen muss, damit man sich nicht die Füße verbrüht. Ein Sarde erklärte mir, dass die warmen Quellen aus einem unterirdischen Vulkan kommen und der Schlamm heilende Wirkung hat. Das probierten wir natürlich aus und als uns dann auch noch im warmen Wasser liegend von oben ein kühlender Platzregen beglückte war das Naturerlebnis perfekt. Im strömenden Regen ging es zurück zu unserem Stellplatz, wo wir eine geruhsame Nacht verbrachten.
 
Zwischengeschichtl:

Auf unserem Stellplatz freundete ich mich mit einem lieben Hund, der einsam vor unserem Wohnmobil herumirrte an. Wir haben in Sardinien einige freilaufende, ja fast wilde Hunde gesehen. Dieser hier war richtig lieb und sicher von irgendwem vergessen oder ausgesetzt worden. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich ihn sofort mit nach Hause genommen. So aber mussten wir ihn - wohl gestärkt - leider zurück lassen.
Termos und TaminoZwischengeschichtl - Nachtrag 15.01.2017:

Sachen gibt es - die gibt es gar nicht ...:
Am 15. Jänner 2017 - also fast sechs Jahre nach dem Bericht, erhielt ich ein wirklich nettes Email von der Besitzerin des oben genannten Hundes - er hieß übrigens "Termos" ...
Er war keineswegs - wie ich fälschlicherweise glaubte - ein vergessener oder ausgesetzter Hund, sondern ordnungsgemäß gechipt, aber er hatte wegen der dichten Macchia (Gestrüpp) kein Halsband. Die Besitzerin erzählte mir, dass sie meinen Reisebericht im Internet gelesen hatte und dass leider ihr lieber Termos vor kurzer Zeit verstorben ist. Ich finde das total nett, dass mich die Dame darüber informierte und muss mich an dieser Stelle entschuldigen, dass ich überhaupt den Gedanken hatte, den Hund mitzunehmen. War mir eine Lehre ...

Liebe Grüße nach Sardinien !
 
Stellplatz "Terme die Casteldoria"Kostenlos
Parkplatz gegenüber dem WellnesshotelRio Coghinas
Kleine Waldbar (geschlossen)GPS (Internet): N 40° 54' 3.0"
E 8° 53' 55.5" 
 
 

 
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