Gästebuch
 Startseite nach rechts Reiseberichte nach rechts Osterreise Sardinien 2011 nach rechts 2. Etappe

Reiseberichte

Ostertour Sardinien (I) 2011 - 2. Etappe


15. April bis 26. April 2011  2731 km 
1. Etappe 2. Etappe 3. Etappe 4. Etappe 5. Etappe  
Anreise
Sardinien
Die OstküsteVom Süden in den WestenVom Westen in den NordenVom Norden nach Hause 

 
2. Etappe:
Budoni - Orosei - Caletta Fuili - Orgosolo - Arbatax - Grotta Su Marmuri - Costa Rei,
343 km
(zum Vergrößern auf die Karte klicken ...)
 
Tag 418.04.2011
 Budoni - Orosei - Caletta Fuili - Orgosolo - Arbatax
 855 - 1076 km (221 km)
Reisezeit 09:20 - 21:40 Uhr12 Stunden 20 Minuten



Nach dem ausgiebigem Frühstück ging es von Budoni aus nun weiter Richtung Süden - immer entlang der Küste. Die Straßen durchwegs im ausgezeichneten Zustand und mit unzähligen Kakteen gesäumt.
Unseren ersten Zwischenstopp machten wir an diesem sonnendurchfluteten Urlaubstag am Capo Comino. Man sagt, dass hier die "Südsee" beginnt. Und genau so kam es uns vor. Zum ersten Mal sahen wir auf Sardinien auch die Granitfelsen am Meer, mit ihren oft skurrilen Öffnungen und L��chern.
 
Zwischengeschichtl:
Zum ersten Mal kamen wir auch mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt. Ein sardischer Schafsbauer sprach uns an und bot uns seine Waren, die er im Fahrzeug hatte. Wir verstanden ihn zwar nicht, aber sein Lachen war ansteckend und so kauften wir Schafskäse (forte) und je eine Schweins- und eine Schafssalami. Diese Köstlichkeiten waren so gut, dass sie den Urlaub nicht "überlebten" und schon vor der Heimreise in unseren Mägen landeten.
Es gibt in "Sardegna" auch einen Schafskäse mit lebenden Maden, dieser wird aber von den Sarden selbst als zweite Wahl angesehen und außerdem mag ich (glaube ich zumindest) lebende Maden nicht so unbedingt. ...
 


 Auf dem Weg zu neuen Traumstränden passierten wir "Orosei". Von der Einwohnerzahl (ca. 7000) her vergleichbar mit "unserem" Kuchl. Hier unternahmen wir einen kleine Stadtbummel. Man kann alte Ausgrabungen aus der bronzezeitlichen Nuraghenkultur sehen, alte, sehr alte Kirchen besichtigen (die sogar geöffnet haben), eine Imitation des Turiner Grabtuchs bewundern, Marmorarbeiten aus dem nahen Steinbruch begutachten oder einfach vor der weißen Kirche die Seele bei einem erfrischendem Getränk baumeln lassen ...
 



Weiter ging es zurück ans Meer. Wir besuchten den Aussichtspunkt "Caletta Fuili": Eine felsige Küste, die durch ihre - nur mit Motorbooten erreichbare - berühmten Höhlen (Grotta die Bue marino) bekannt wurde.

Nach dem wir durch eine Straßensperre wegen Steinschlags unsere Wohnmobile auf der zugeparkten Straße mehr oder weniger erfolgreich umgedreht hatten, machten wir uns nach dem Mittagessen zu Fuß auf den Weg.

Nach einigen Kilometern hoch über dem türkisblauem Meer stiegen wir zum Strand über eine Stiege hinunter.
Aussichtspunkt "Caletta Fuili": GPS (Internet): N 40° 15' 39.1"
E 9° 37' 31.3" 




Die kleine Wanderung hatte sich ausgezahlt: Wir fühlten uns fast, wie im Film "Pirates of the Caribbean".

"Caletta Fuili" - nicht nur für Wanderer ein herrliches Fleckchen Erde, auch zahlreiche Kletterer (einige aus Österreich) nützten die steilen Felsen für ihren Sport.
Das kristallklare Wasser lud trotz der frischen Temperatur (ca. 18 ° C) zum Baden ein und in einer Höhle hatte ich das Gefühl, das jeden Moment Johnny Depp alias Captain Jack Sparrow um die Ecke kommen würde ...  
Die Kletterei war anscheinend ansteckend. Danach verließen wir diesesl großartige Naturspektakel und fuhren in das Landesinnere zu den "Banditen" ...

Auf dem kurvigen Weg in das Hirtendorf "Orgosolo" zeigte sich uns auch die Kehrseite Sardiniens: Mit der Müllentsorgung scheint man es nicht ganz so ernst zu nehmen. Schade, dass man oft kleinere oder größere Müllhalden neben der Straße sieht. Autowracks werden einfach irgendwo abgestellt oder über den Abhang hinunter gestoßen und bleiben liegen ...
"Orgosolo" war früher das berüchtigteste Banditendorf inmitten der "Barbagia", eine der ärmsten Regionen der Insel. Von 1903 - 1917 wütete hier eine gnadenlose "disamistade" - ein Familienkrieg, der über 50 Menschen zweier verwandter Sippen zum Opfer fielen. Bis heute gelten die Einwohner als besonders stolz, misstrauisch und eigensinnig.
Diesem Eindruck konnten auch wir uns nicht erwehren. Wir hatten schon sympathischere Dörfer auf unseren Reisen kennen gelernt und außer den weltweit bekannten Wandbildern hatte Orgosolo für uns nicht viel zu bieten.
Die an vielen Häusern angebrachten "Murales" zeigen in naiver Malerei kritisches zu verschiedenen politischen und gesellschaftskritischen Themen.
Nach Orgosolo wollten wir wieder schnell ans Meer. Auf einer steilen Straße mit vielen Serpentienen verließen wir die Banditen und gelangten bei Einbruch der Dunkelheit auf eine wildromantische Hochebene namens "Foresta die Montes" mit Schafen und Kühen auf der Straße, verwilderte Hausschweine neben der Straße und freilaufenden Pferden im menschenleeren Land unter jahrhundertealten Korkeichen. Dieser Teil im Hinterland Sardiniens hätte sich absolut einen längeren Aufenthalt verdient, aber leider war es schon fast finster und so fuhren wir weiter zum roten Felsen von Arbatax, wo wir in der Dunkelheit unser Lager aufschlugen ...
 
Stellplatz Roter Felsen "Rocce rosse"Kostenlos
Riesiger Parkplatz direkt am MeerI-8048 Arbatax, Via Tirreno,
WC (nicht benützbar)GPS (Internet): N 39° 56' 19.3"
E 9° 42' 34.9" 
 
Tag 519.04.2011
 Arbatax - Grotta su Marmuri - Costa Rei
 1076 - 1198 km (122 km)
Reisezeit 10:40 - 17:00 Uhr6 Stunden 20 Minuten
Da wir am Vorabend bei Dunkelheit angekommen waren, sahen wir erst am Morgen auf welchem eindrucksvollem Platz wir standen. Der Rote Felsen von Arbatax befindet sich etwas versteckt direkt vor der Hafeneinfahrt des Ortes an der rechten Seite. Er besteht aus blutroten Porphyrspitzen und wurde oft mit den Fialen einer Kathedrale verglichen. Wir genossen den fast leeren, riesengroßen Parkplatz (Erde) und waren nur ein bisschen darüber enttäuscht, dass die angeblich interessante Eisenbahn in die Berge nur zur Hauptsaison fährt. 
 
 Trotz Warnung traten wir gegen Mittag den Weg wieder in die Berge an. Die Fahrt über "Jerzu" nach "Ulassai" wird in einem Reiseführer nämlich folgendermaßen beschrieben:
"Der Fahrweg klettert extrem steil in einigen atemberaubenden Serpentinen eine fast senkrechte Felswand hinauf. Das Womo schwitzt, die nicht schwindelfreie Beifahrerin schwitzt eventuell auch, aber man wird für die Mühen belohnt."
Unsere Beifahrerinnen haben beim Lesen dieser Zeilen schon zu schwitzen begonnen, aber es war dann nur halb so schlimm und für uns "Salzburger Gebirgler" eine herrliche Fahrt ...
 
Tropfsteinhöhle "Grotta Su Marmuri"GPS (Internet): N 39° 48' 50.5"
E 9° 29' 15.2"
Auf dem Parkplatz der "Grotta Su Marmuri" hat man einen eindrucksvollen Blick auf die umliegende Bergwelt. 
 
Diese Grotte ist eine der schönsten und die größte Tropfsteinhöhle Sardiniens. Auf den gut begehbaren 1000 Metern im Berginneren wachsen in den imposanten Hallen gewaltige Sintergebilde. Mehrere Seen bzw. Wasserlacken verwandeln die Höhle in ein märchenhaftes unterirdisches Reich, dass uns der sardinische Führer im halbwegs, verständlichen Deutsch in charmanter Weise erklärte.
Eintritt pro Person: € 8,--. Dauer der Führung: 1 Stunde 15 Minuten  
 
 Dem Süden und dem Meer entgegen: So fuhren wir gemütlich an die "Costa Rei". Dieser Küstenabschnitt befindet sich an der Südostküste ca. 50 km vor der Hauptstadt Cagliari. Turkisblaues, glasklares Wasser ist charakteristisch für diese Küste, die für ihren hellen Sand und ihre Weitläufigkeit bekannt ist.

Nach einer schöne Fahrt - immer wieder ein wenig gebremst durch Schafherden - gelangten wir - ich kann es nicht oft genug sagen - an den nächsten "Traumstrand" in der Nähe des (derzeit unbewohnten) Feriendorfes "Villa Rei"
 
 
Die Zufahrt zum Badestrand "Santa Giusta" ist in der Hauptsaison durch einen Schranken gesperrt (Campieren verboten) und der davor liegende Parkplatz kostenpflichtig. Wir hatten das Vergnügen direkt am Meer zu stehen und die herrliche Landschaft alleine auf weiter Flur zu genießen ...
 
Stellplatz "Santa Giusta"Kostenlos
Direkt neben dem MeerI-09043 Costa Rei
Ca. 4 km in den Ort "Costa Rei"GPS (Internet): N 39° 13' 56.7"
E 9° 34' 3.4"
 

 
1. Etappe3. Etappe
 
nach oben ...... zurück