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Reiseberichte

Städtereise (Nord- und Mittelitalien) 2010 - 5. Etappe


27. März - 04. April 2010   1806 km
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Venzone, Venedig,Padua, Florenz,Siena,  Castiglione, Perugia,Assisi,Heimfahrt,

5. Etappe:
Assisi
Tag 702.04.2010
KarfreitagKloster Eremo delle Carceri
Wetter: heiterDie erste Nacht, in der wir wirklich ohne Probleme geschlafen haben und dann noch in der Früh dieser herrliche Ausblick - die Welt ist doch schön! Es war zwar in der Nacht nicht gerade warm (das Thermometer zeigte in dieser Woche in der Früh meistens so um die 8 bis 10 ° C an), trotzdem genossen wir bei offenen Fenster das Frühstück.
must see - Absolut sehenswert!
Sepp nützte die morgendliche Stunde um per Laufschritt den Berg (Monte Subabio - 1290 m) zu erkunden, Heidi versuchte ein Foto fürs Familienalbum zu ergattern und ich bemühte mich, die restlichen Brotreste, die uns noch geblieben waren, zu verzehren ...
Obwohl ständig Gruppen - meist - jugendlicher Pilger zu Fuß eintrafen, hielt sich der Besucherandrang im Kloster Eremo delle Carseri in Grenzen. Auch wir spazierten und besichtigten diese Wirkungs- und Meditationsstätte des HL Franz von Assisi und seiner Anhänger. 
Franz, seine Anhänger und die Mönche müssen ziemlich klein gewesen sein. Überall in der wald- und felsenreichen Umgebung des Klosters gibt es Gebetstellen, an die man sich zurück ziehen kann.
Mir hat schon das Kloster La Verne, das ebenfalls nach einem Besuch des Hl. Franz v. Assisi erbaut wurde, bei unserer ersten Toskanatour beeindruckt. Aber auch hier in Eremo delle Carceri spürt man, dass es ein besonderer Ort ist.
 
Tag 702.04.2010
KarfreitagAssisi
Fußweggut 4 km
Hin- und Rückwegje 50 Minuten
 
Nach dem Mittagessen ging es zu Fuß in Richtung Assisi. Ich hatte mich schon in der Früh mit ein paar Einheimischen "unterhalten", die junge Eichentriebe sammelten. Diese werden gegen Zahnfleischentzündungen verwendet. Die netten Einheimischen gaben mir zu verstehen, dass der Weg durch das Gebüsch eher nicht zu empfehlen ist ...
 
... unsere Damen ließen sich aber davon nicht abhalten und so kletterten wir Kinder der Berge durch unwegsames und steiles Gelände. Irgendwie war ich dann doch froh, wieder die Straße gefunden zu haben und wir genossen die schöne Aussicht auf Assisi und das Tal.
 
Da wir ja quasi von oben herab kamen, galt unser erster Besuch der Burg oberhalb der Stadt (Rocca Maggiore), die wir gegen einen Eintritt von € 5,-- pro Person natürlich auch besichtigten. Auch von hier aus hat man einen guten Überblick über die Stadt mit ca. 27.500 Einwohnern. Im Anschluss an den Rundgang genehmigten wir uns bei herrlichem Wetter einen Cappuccino im sonnigen Burggarten.
 
Von nun an ging es bergab. Die erste Station der Dom von Assisi -die romanische Kathedrale San Rufino. Im Reiseführer stand, man soll sich in der Osterzeit vor einem Besuch in Assisi hüten. Wir wunderten uns hingegen, dass die Zahl der Touristen und Pilger an diesem Karfreitag so gering war.
Neben den Kirchen und dem römischen Minerva-Tempel (jetzt auch eine Kirche) besuchten wir (oder besser gesagt unsere Damen) auch 95 Prozent der ca. 100 Andenken-Läden (geschätzte bzw. empfundene Zahlen ...). Mir ist aufgefallen, dass die Geschäftsleute hier keinesfalls so aufdringlich sind, wie in anderen Orten. Ein bisschen mussten wir natürlich auch über den vielen Kitsch schmunzeln, der oftmals angeboten wird. Weniger gefallen hat mir ein Franziskusdarsteller, der sich für Geld bewegte und kleine Zettel mit Lebensweisheiten verteilte.
Der vorläufige Endpunkt unserer Besichtigungstour war natürlich die Basilika San Francesco. In der dortigen Oberkirche bestaunten wir den berühmtesten Freskenzyklus des Mittelalters, das zum Großteil vom berühmten Künstler Giotto di Bondone (kurz Giotto genannt) stammen soll. die Unterkirche ist der Heiligen Katharina geweiht und beherbergt neben weiteren zahlreichen Kunstschätzen das Grabmal des Heiligen Franz von Assisi.
Das Abendessen nahmen wir in einem netten Lokal an der Hauptstraße ein. Ich bestellte "Strangozzi con Tartufo", ohne ganz genau zu wissen, was das ist und bekam herrliche handgemachte Spaghetti aus Umbrien mit Trüffel. Als wir bei Dämmerungseinbruch die Straßen von Assisi betraten, lag eine eigentümliche Stimmung über der Stadt. Die Karfreitagprozession (Processione del Cristo morto) stand kurz bevor.
Entlang der Straßen und Gassen vom Dom San Rufino bis hinunter zur Basilika San Francesco sammelten sich die Leute, langsam erloschen die künstlichen Lichter in den Häusern und auch in den Geschäften. Man fühlte, wie sich Stille und Besinnung mystisch ausbreiteten. Nur kleine Kerzen und Fackeln sorgten für ein bisschen Licht, als von weiten der dumpfe Ton einer Trommel ertönte. Langsam näherte sich die Prozession und zog an uns vorüber. Von vermummten Personen, die barfuß in Begleitung schweigender Menschen zur Basilika San Francesco und anschließend mit der Figur des verstorbenen Christi wieder retour ziehen, werden schwere Holzkreuzer getragen.



Mit den Eindrücken der Karfreitagsprozession machten wir uns zurück auf den vier Kilometer langen Weg, hinauf zu unserem Stellplatz in der Nähe des Klosters Eremo delle Carceri. Ich glaube, wer den Geist des Heiligen Franziskus in Assisi finden will, findet ihn dort auch. Wer will, findet ihn überall ...
 
Wieder müde und dieses Mal auch mit einer leichten Unterzuckerung fiel ich an diesem Abend in unser Wohnmobilbett, nicht ohne vorher noch einmal die herrliche Aussicht auf das nächtliche Tal (Valle Umbre) genossen zu haben.
 
Stellplatz Eremo delle Carceri Kostenlos - wunderschöne Aussicht
Parkplatz vor dem Kloster Eremo delle CarceriZufahrt vor und an Feiertagen für Womos nicht gestattet
WC am Parkplatz zerstört und nicht verwendbar (Beim Kloster gibt es auch ein öffentliches WC)ca. 5 Minuten zum Kloster
ca. 50 Minuten nach Assisi
GPS (Google Earth):
43°3'41.60" N
12°38'44.33" E
 

 
4. Etappe6. Etappe
 
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