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Reiseberichte

Städtereise (Nord- und Mittelitalien) 2010 - 2. Etappe


27. März - 04. April 2010   1806 km
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Venzone, Venedig,Padua, Florenz,Siena,  Castiglione, Perugia,Assisi, Heimfahrt,

 
2. Etappe:
Padua, Florenz,
Tag 329.03.2010
 Padua
Wetter: heiterBei leicht bewölkten aber wunderschönen Besichtigungswetter war unser erster Anlaufpunkt in Padua die Basilika San Antonius. Frisch drauf los - ohne Stadtplan - fanden wir nach einigen Hinweisen auskunftsfreudiger "Paduaner" die schöne Kirche fast ohne größere Umwege.
 
Zwischengeschichtl:
In fast allen Kirchen, Palästen, Museen usw. die wir besucht haben, bestand striktes Fotografierverbot. Ich bin ein Mensch, der sich prinzipiell an Verbote hält (meistens, naja fast immer, zumindest gelegentlich ;-)). Ich betrete jedes dieser Bauwerke mit dem notwendigen Respekt und der Erfurcht, die ihm gebührt, egal welche Religion oder Anschauung sie darstellen.
Auf der einen Seite will man seine "Schätze" - z.B. die oft äußerst prunkvoll ausgestatteten Gotteshäuser allen zeigen, verlangt auch in Kirchen Eintrittsgelder und ist auch sonst sehr geschäftstüchtig und auf der anderen Seite darf man sich selber keine Erinnerung in Form eines Bildes mitnehmen - das stört mich und deshalb halte ich mich auch nicht daran. Natürlich verwende ich niemals dabei einen Blitz.

In dieser Kirche konnte ich beobachten, wie eine junge Touristin beim Fotografieren "erwischt" wurde. Ein "Aufseher" nahm ihr die Digitalkamera weg und löschte alles Fotos!
Ich ließ mich davon nicht beirren ...
 
Zwischengeschichtl:
Weil es so schön passt, gleich noch ein Zwischengeschichtl: Auf unserer Reise durch Nord- und Mittelitalien sind wir drauf gekommen, dass jede halbwegs ordentliche italienische Stadt, die etwas auf sich hält zumindest ein oder zwei Heilige (quasi "Stadtheilige") aufzuweisen hat. In Padua sind dies der Heilige Antonius und die Heilige Justina (Gleichberechtigung muss auch in der kath. Kirche sein). Zusätzlich befindet sich in der Kirche Santa Giustina auch noch das Grab des Evangelisten Lukas.
Der Heilige Antonius, wir würden "Padua-Toni" sagen, wurde gleich nach seinem Tod (anno 1231) Heilig gesprochen und ein Jahr später wurde mit dem Bau der Basilika begonnen. Antonius war ein Anhänger des reichtumsverachtenden Heiligen Franz von Assisi (Assisi-Franz) und im wurde in dieser riesengroßen Basilika ein prunkvolles, wunderschönes Grab (weißer Mamor mit schwarzen Einlegearbeiten - siehe oben) gestaltet. Zu jedem Heiligen gehören unweigerlich auch die heiligen Reliquien. Im Falle des Hl. Antonius eine ganze Ansammlung von Kleidungsstücken, persönlichen Gegenständen bis hin zu einem Gebiss, dass uns anlächelte und der unverwesten Zunge, die in einer goldeingefassten Reliquienkapelle aufbewahrt werden.
Ich möchte auf keinen Fall jetzt ketzerisch oder respektlos erscheinen - Gott bewahre. Im Gegenteil: Ich bin mir sicher - und das habe ich auch so beim Besuch in diesen Kirchen empfunden - dass es sich bei den Heiligen um ganz besondere Menschen gehandelt hat. Menschen mit besonderer Ausstrahlung und Charisma, Menschen die viel bewirkt und verändert haben - einzigartige Menschen, aber eben Menschen.
Die Basilika San Antonius war wirklich beeindruckend. Ebenso beeindruckt waren wir von einer Mediapräsentation (sogar bei freiem Eintritt hinter der Basilika neben einem schönen Kreuzgang) die das Leben des Hl. Antonius wirklich anschaulich schilderte.
 
Über einen großen, freien Platz, auf dem ein Wochenmarkt stattfand, gelangten wir zur schon erwähnten Kirche Santa Giustina, die von aussen einen mächtigen Eindruck hinterließ.
 
Im Inneren machte diese Kirche nach meinem Empfinden nach einen eher kalten Eindruck und das nicht nur wegen der Temperatur. Hier ist der Evangelist Lukas begraben und natürlich befinden sich Reliquien der Hl. Justina (z.B. der nichtverweste kleine Finger) ebenfalls hier.
 
Auch sonst gab es in Padua viel zu besehen und zu bestaunen.
 
Bald hätten wir ohne Stadtplan nicht mehr zu unseren Wohnmobilen zurück gefunden, aber Dank dem Orientierungssinn von Sepp und ein paar Hinweisen von auskunftsfreudigen "Paduanern" konnten wir unsere Fahrt in die Toskana fortsetzen.
Die Fahrt ging über die Autobahn Richtung Florenz. Diese Stadt ließen wir quasi links liegen, da sie im Wohnmobilreiseführer von Ralf Grèus nicht gerade als sehr attraktiv beschrieben wurde. Bei unserer Toskanareise 2008 hatten wir den nördlichen Teil dieser sehenswerten Gegend erkundet. So entschieden sich Sepp und Heidi dieses Mal für den Ort Greve als Ausgangspunkt für unsere weitere Fahrt. Und das war genau nach unserem Geschmack: Nach Florenz bogen wir auf die Bundesstraße ab und fuhren die ca. 20 km nach Greve durch die so typische und anspruchsvolle Landschaft, sodass mein Herz vor lauter Freude nur so hüpfte.
 
Tag 329.03.2010
 Padua - Florenz - Greve - Tavarnuzze
 474 - 745 km (271 km)
Reisezeit 13:55 - 17:10 Uhr3 Stunden 15 Minuten
 
Zwischengeschichtl:
Schon bei der Fahrt war mir aufgefallen, dass die Servolenkung komische Geräusche von sich gab. Nach einem Nachfüllen des Servoöles betrachtete ich die Sache als erledigt. Als wir nun in Greve auf dem dortigen örtlichen Stellplatz standen und wir (Sepp und ich) unser erstes, traditionelles Bier anschlugen da tropfte es unter dem Motor des Wohnmobils hervor. Die Leitung war undicht und an ein ungestörtes Weiterfahren war so nicht zu denken. Wir trennten uns schweren Herzens von den Bocheis, die sich einen herrlichen Stellplatz auf dem Hügel oberhalb von Greve suchten und fuhren zur nächsten Tankstelle. Hier verwies uns ein netter italienischer Tankwart zu einem netten italienischen Mechaniker, der aber leider kein Deutsch und kein Englisch verstand. Warum auch, so teilte er mir mit Gesten mit, er ist ja ein Italiener. Um den Schaden zu erklären brauchten wir keine Italienischkenntnisse - man sah ja, dass das Öl heraus tropfte. Der nette Italiener gab mir die Adresse eines Fordhändlers und ein paar Tropfen Servoöl mit auf den Weg. Nach ca. 18 Kilometern erreichten wir in der eher unansehnlichen Ortschaft Tavarnuzze den besagten Experten namens Rossi, der natürlich - da er selbstverständlich Italiener war - kein Wort Deutsch konnte. Auch sein Sohn und sein Enkelsohn - alles Italiener - sprachen nur italienisch. Trotzdem "deutschten" wir uns irgendwie aus, dass der Schaden zwar behebbar wäre, aber der defekte Schlauch erst bestellt werden müsse ...
Wie lange das dauern würde - ???
Was würde es kosten - ???
- Vielleicht sollten wir doch italienisch lernen ???

Trotz der aufmunternden Worte meiner allerliebsten Sonja war mein Gemütszustand auf dem Tiefpunkt - endlich in der Toskana und dann das ...
Ungewiss der Zukunft nächtigten wir vor einer italienischen Fordwerkstätte in Tavarnuzze und erwarteten mit gemischten Gefühlen den nächsten Morgen.
 
Übernachtungsplatz Tavarnuzze Werkstätte RossiWegen Unattraktivität nicht empfehlenswert
 
Tag 430.03.2010
 Florenz
"Domani" also quasi am nächsten Morgen (unsere Italienischkenntnisse wachsen) erklärte uns Rossi (der Mittlere) dass der Ersatzteil "domani" (also quasi "morgen" am Mittwoch, den 31. März 2010) eintreffen wird. Weiters erklärte er uns, dass die Reparatur ungefähr € 220,-- kosten wird und dass wir in der Zwischenzeit Florenz besichtigen sollten - zumindest haben wir das Ganze so verstanden ...
Während Heidi und Sepp ihre Reise nach Siena  im toskanischen Hinterland (Route: Greve - Castellino - Radda - San Sano - Siena - ca. 65 km) gemütlich fortsetzten, nahmen Sonja und ich den Bus nach Florenz - Was sollten wir auch anderes tun?
So reisten wir also quasi gezwungenermaßen nach Florenz. Der Himmel war bewölkt, der Reiseführer von Ralf Grèus, der nicht viel Gutes über Florenz berichtet, lag im Wohnmobil der Bocheis und unser liebgewordenes Wohnmobil stand alleine und verlassen vor einer Werkstätte in dem Industriestädtchen Tavarnuzze.

Was soll's !!! In Florenz kauften wir uns einen  Stadtführer in deutscher Sprache und gingen auf Erkundungstour. Ich darf es gleich vorweg nehmen: Wir wurden trotz einiger kleiner Regenschauer positiv überrascht ! 
 
 
Firenze - oder besser gesagt, die Innenstadt von Florenz ist in unseren Augen eine sicherlich interessante Stadt mit einem eigenen Flair. Sie hat alles, was eine schöne italienische Stadt für mich braucht: Enge Gassen, einen Fluss mit interessanten Brücken, schöne Bauten und freundliche Menschen.
Klar, gibt es auch viele Touristen (fast so viele wie Motorroller ;-)), aber hier kann ich dem Autor der Womo-Reise durch die Toskana und Umbrien überhaupt nicht zustimmen: Wie viele Orte könnte man den noch besuchen, wenn man die ausschließen würde, in denen sich Touristen aufhalten? Und was sind eigentlich wir, wenn wir so durch die Lande ziehen ....
 
 
Uns hat auf alle Fälle Florenz gefallen, es gibt eine Reihe schöner Kirchen in denen eine andächtige Stimmung herrscht (Santa Maria Novelle, San Lorenzo, Santa Maria del Fiore, Santo Spirito, Santa Maria del Carmine, Santa Croce, usw.) Viele Kunstwerke (Sonja vor dem "Biancone" von Ammannati, Michaelangelo, Giotto ...) und schöne Plätze und Paläste. Apropos Touristenanstürme: Wir aßen in einem gemütlichen Lokal mitten in der Innenstadt fast alleine ...
 
Eine Besonderheit ist auch die "Ponte Vecchio". Die älteste Brücke über den Fluss "Arno" in Florenz war auch im Film "Das Parfum" zu sehen und beherbergt an der Seite viele einzelne Juweliergeschäfte.
Müde aber zufrieden kehrten wir am Abend wieder nach Tavarnuzze und zu unserem, noch immer maroden Wohnmobil zurück.
 
"Domani" - morgen - werden wir weitersehen ...
 
Übernachtungsplatz Tavarnuzze Werkstätte RossiWegen Unattraktivität nicht empfehlenswert
 

 
1. Etappe3. Etappe
 
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