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Reiseberichte

Sommertour Frankreich 2010 - 3. Etappe


23. Juli bis 07. August 2010  5510 km 
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Anfahrt, Carmargue,Barcelona, Lourdes,Atlantikküste, Arcachon, Arcais, Ile ..Bretagne:
Carnac, Guissény,
Côte de Granit Rose, Heimfahrt, 

3. Etappe (Atlantikküste):
Lourdes (F) - Dune du Pyla - Île de Olèron - Arcais - Île de Noirmoutier, 979 km
 
Tag (6 +) 729.07.2010
Reisezeit:Lourdes - Biarritz - Dune du Pyla
28.07.2010: 19:20 - 23:00 Uhr2130 - 2447 km (317 km)
29.07.2010: 10:45 - 13:25 Uhr7 Stunden 20 Minuten
Von Lourdes aus nahmen wir am Abend unseres 6. Reisetages,  teilweise über mautpflichtige Autobahnen, den Weg in Richtung Richtung Biarritz. Nach ca. 200 Kilometern haben wir auf einer idyllischen Waldlichtung übernachtet. 

Nach dem Frühstück und einer etwas zu frühen Weinverkostung in einer der Weinverkaufsstände neben der Bundesstraßen, ging es entlang der Atlantikküste weiter nach Arcachon. Hier wollten wir die größte Düne Europas erklimmen.
  
Die "Dune du Pyla" ist ca. 2,7 km lang, 500 m breit und ca. 117 m hoch und wirklich ein Naturerlebnis. Wir fuhren beim Kreisverkehr aus Richtung Arcachon kommend am großen Parkplatz (der auch als Stellplatz genützt werden kann) vorbei und hielten neben den ersten Campingplatz. Hier ist die Düne am höchsten und wir nahmen den Aufstieg über eine steile Metallstiege in Angriff. Die letzten zehn Meter verlaufen - quasi - im Sand und nicht nur ich, sondern auch viel jüngere Dünenerklimmer schnauften gewaltig. Die Mühe hatte sich aber wirklich gelohnt: Oben erst einmal angekommen hat man einen herrlichen Blick, auf der einen Seite das Meer und auf der anderen Seite über kilometerlange Pinienwälder - Absolut zum Empfehlen (besonders auch für Drachenflieger und Paragleiter, auch Surfer und Schifahrer sollen schon über den steilen Sandhügel heruntergefahren sein ...).


Der Abstieg war einfach herrlich und viel zu schnell waren wir wieder bei unserem Wohnmobil. Nach einer kurzen Besichtigung des danebenliegenden Campingplatzes fuhren wir ein paar Kilometer weiter in Richtung Süden. In der Plage de la Lagune fanden wir einen Parkplatz für unser Wohnmobil. 
 
Badeplatz Plage de la Lagunekostenlos
Ca. 5 km südlich der Dune du PylaParkplatz: offizielles Halteverbot für Wohnmobile und Gespanne in der Zeit von 20:00 - 09:00 Uhr
WC,GPS (Engel): N 44°32.883'
W 1°14.617'
Dieser offizielle Parkplatz der örtlichen Gemeinde liegt zwischen der Bundesstraße und dem Meer in einem - wie sollte es in dieser Gegend auch anders sein - wunderschönerr Pinienwald. Der hintere Bereich ist für PKW's reserviert und mit einem Balken für Womos gesperrt.
Wir standen also mit ca. 30 weiteren Wohnmobilen, vorwiegend aus Frankreich, in diesem wunderbaren Pinienwald, die Grillen zirpten und das Meer war quasi vor der Haustüre - was kann es Schöneres geben? Also ab ins Wasser ...
 
Zwischengeschichtl:
Der Strand (Plage de la Lagune) ist mit einem Wort: IA ...
Kilometer lang, feinster Sand, wenig Leute, am Nachmittag beim Einsetzen der Flut - meterhohe Wellen - wir waren begeistert. So begeistert, dass wir uns sogleich in die Fluten stürzten. Eine herrliche Abkühlung und nach kurzer Gewöhnungsphase richtig warm und angenehm. Wir genossen die - für uns - ungewohnten Wellen und nach einiger Zeit ging ich quasi wieder an Land. Kurz bevor ich den Strand erreichte bekam ich von einer brechenden Welle eine Schlag, sodass ich  niederfiel und untertauchte. Als ich wieder auftauchte war meine Brille weg. Jetzt bin ich zwar nicht blind ohne Brille, das Autofahren ohne Sehhilfe wäre aber nicht gerade ungefährlich und die Ersatzbrille hatte ich blöderweise vergessen. Sonja und ich suchten vergeblich in der Brandung. Die Flut brachte immer mehr Wellen und anschließend sog es den Sand so richtig in Richtung Meer. Eine Suche nach der Brille genauso hoffnungslos wie die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Also legte ich mich mißmutig an den Strand und grübelte so vor mich hin. Nach ca. einer Viertelstunde kam meine allerliebste Ehefrau daher und hielt die Brille in ihrer Hand ...
Jetzt nach dem wir ja Lourdes besucht hatten, will ich sicher nicht von einem Wunder sprechen, aber es war schon wirklich erstaunlich, dass Sonja die Brille mit den Zehen unter Wasser im Sand gefühlt hatte ...
 
Abgesehen vom "Brillenmißgeschick" gefiel es uns auf diesem Fleckchen Erde hervorragend. Wir erkundeten am Abend den fast menschenleeren Strand in einem ausgedehnten Spaziergang, sahen einen wunderschönen "fast" Sonnenuntergang (ganz zum Schluss, vor dem Versinken im Meer störte ein bisschen eine Wolke das Schauspiel ...) und ließen uns ein französisches Bier, bzw. Kaffee schmecken ...
Es gefiel uns am Plage de la Lagune so gut, dass wir einige Zeit blieben: Spazieren gehen, lesen, basteln, faulenzen, radfahren, Geburtstag feiern, schwimmen, den Urlaub genießen.
Die Franzosen und wir genossen den langen Strand. Überhaupt - sind wir der Meinung - ein nettes Volk die Franzosen. Freundlichkeit begegnete uns überall, egal ob beim Spazierengehen, am Stellplatz, im Supermarkt usw.: Man wird überall gegrüßt - bonjour oder bonsoir; Gute Reise, Mahlzeit usw. Die Franzosen sind unkompliziert: Am Strand nahm man es mit der Kleidungsvorschrift nicht sonderlich genau, 100 Meter neben dem Hauptstrand (Kiosk) war es egal ob FKK oder nicht. Auch im Straßenverkehr habe ich nur einmal ein böses Hupen gehört, als ich wieder einmal im Kreisverkehr nicht ganz bei der Sache war. Der Hupende war übrigens ein Landsmann aus unserem nördlichen Nachbarsstaat. Hilfsbereit: Obwohl wir außer den Begrüßungswörtern keine Silbe französisch können, hatten wir nie Schwierigkeiten. Die Einheimischen halfen uns, egal ob im Supermarkt, bei der Suche nach dem Weg oder sonstwo. Uns gefällt Frankreich und die Franzosen.
 
Tag 931.07.2010
 Plage de la Lagune - Île de Olèron
 2477 - 2735 km (288 km)
Reisezeit: 11:00 - 15:30 Uhr4 Stunden 30 Minuten


Als nächsten Programmpunkt hatten wir uns den Besuch der Insel Île de Olèron vorgenommen. Am Anfang der zweitgrößten Insel Frankreichs in Europa packten wir den Fotoapparat zum Knipsen der langen Brücke aus. Am Ende der Insel, in Chassiron knipsten wir noch den sehenswerten Leuchtturm, dessen 224 Stufen wir für € 2,50 pro Person auch bestiegen und eine schöne Gartenanlage und ebensolchen Blick aufs Meer genossen.
Zwischen Anfang und Ende der Insel gab es für uns nicht viel zu sehen. Alles flach und sicher gut zum Radfahren geeignet, aber danach stand uns dieses Mal nicht der Sinn. Also ging es weiter ins Landinnere. Hier versprach uns der Reiseführer (Jürgen Engel: Mit dem Wohnmobil an die franz. Atlantikküste) eine nette Abwechslung ...
 
Unser Ziel war Arcais - inmitten der "Venise Verte" - dem grünen Venedig.
 
Den offiziellen Stellplatz der Gemeinde fanden wir ohne Probleme inmitten der kleinen 600-Seelen Gemeinde Arcais. Den Abend nützten wir noch zu einem Bummel ins "Ortszentrum", zur Kirche und an die Seitenarme des Flusses Sevre. Der Ort erinnert teilweise an ein verlassenes Bergdorf in den Pyrenäen, als an einen Tourismusmagneten - vielleicht war er uns deshalb so sympathisch.
Stellplatz Arcais24 Stunden - € 6,--
Rue du Coursault, 79210 ArcaisWiesengelände, teilweise schattig
V+E, WC, Lebensmittelgeschäft fünf Minuten im OrtGPS (Reiseführer):N 46° 17' 45.7"
W 0° 41' 25.0"
 
Tag 10 - 01.08.2010Bootsfahrt in Arcais
Kosten:€ 15,-- für eine Stunde ohne Führer
 Der Fluß "Sevre" bildet hier, in einer der schönsten Gegenden Frankreichs, mit seinen Seitenflüssen ein Netz von Kanälen, die man mit dem Kanu (mit oder ohne Führer) erkunden kann.
Wir erkundeten natürlich ohne "Guide" und stellten uns - ohne Selbstlob (das bekanntlich ja stinkt) wirklich fast wie die Profis an. Natürlich hatten wir den Tip aus dem Reiseführer befolgt und vor der einstündigen Fahrt die anderen Gäste beobachtet. Eine romantische Bootsfahrt wie im Urwald - wirklich empfehlenswert!
 
Tag 10 - 01.08-2010Arcais - Île de Noirmoutier
 2883 - 3109 km (226 km)
Reisezeit 13:25 - 17:30 Uhr4 Stunden 05 Minuten
Auch die Île de Noirmoutier ist als Radfahrinsel bekannt. Wie überall in dieser Gegend, sah man Salzanlagen und Austernbänke. Interessant war die Überfahrt auf der "Passage du Gois". Eine befestigte Straße, die man nur bei Ebbe und eineinhalb Stunden vor und nachher befahren kann.
Auf vielen Hinweistafeln wird auf die Gefahr einer Überflutung der Straße hingewiesen. Wir machten uns ca. eine halbe Stunde nach einsetzen der Flut auf den Weg. Das Navi zeigte uns eine Fahrt mitten durch das Meer an.
Sehr viele Leute nützten die Gelegenheit, um im Schlick nach etwas Eßbaren zu suchen. Wir fuhren brav die paar Kilometer - es war schon ein eigentümliches Gefühl. Anscheinend werden mehrere Fahrzeuge pro Jahr bei zu später Überfahrt vom Meer überflutet. Entlang der Strecke gibt es betonierte Rettungsinseln. Ich möchte mir nicht vorstellen bei einer Panne oder sonstigen Gründen auf die Stange klettern zu müssen und zu zusehen, wie mein Fahrzeug untergeht ...
 
Zwischengeschichtl:
Auf der Insel besichtigten wir den Strand von L'Èpine. Wir hatten schon schönere gesehen, bzw. waren von der "Plage de la Lagune" zu sehr verwöhnt. Außerdem roch es hier unangenehm nach Fisch oder Ähnlichem. Auch den im Reiseführer angeführten Stellplatz gab es leider nicht mehr (2-Meter-Schranke).
Zu diesem Zeitpunkt erklärte mir meine Gattin Sonja, dass es ihr hier nicht so besonders gut gefallen würde und sie schlug vor, dass wir in die Bretagne weiterreisen sollten. Mehr brauchte die allerliebste Ehefrau nicht zu sagen und wir machten uns sofort auf den Weg in die Bretagne, die wir über die eindrucksvolle Brücke bei St-Nazaire erreichten.
Man muss jetzt wissen, dass meine zwei wohnmobilerfahrenen Onkel Toni und Hermann jahrelang die Bretagne bereist, kennengelernt und natürlich auch darüber dementsprechend begeistert berichtet haben. Auch unsere Familie machte im Jahre 2003 schon einmal eine Reise in die Normandie und in die Bretagne. Diese wunderbare Fahrt endete damals am Cap Fréhel bei Fort la Latte, also in der Oberbretagne. Damals wollte ich mir in dieser alten Burg einen Brieföffner kaufen, kam aber aus irgendwelchen Gründen nicht mehr dazu. Ich bereute seither immer wieder, dass ich mir den Brieföffner nicht gekauft habe. Irgendwie habe ich mir immer gewünscht in die Bretagne zurück zu kehren und nun waren wir - dank Sonja - auf den Weg dahin ...
 
 

 
2. Etappe4. Etappe
 
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