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Reiseberichte

Sommertour Frankreich 2010 - 2. Etappe


23. Juli bis 07. August 2010  5510 km 
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Anfahrt, Carmargue,Barcelona, Lourdes,Atlantikküste, Arcachon, Arcais, Ile ..Bretagne:
Carnac, Guissény,
Côte de Granit Rose, Heimfahrt, 

2. Etappe:
St. Maries (F) - Barcelona (E) - Ainsa (E) - Lourdes (F), 900 km
 
Tag 426.07.2010
 St. Maries (F) - Barcelona (E)
 1230 - 1696 km (466 km)
Reisezeit 09:00 - 18:45 Uhr9 Stunden 45 Minuten
Die Fahrt über mautfreie Straßen von St. Maries in Frankreich nach Barcelona in Spanien war jetzt bis auf wenige Ausnahmen nicht besonders berauschend. Wir ließen uns dadurch nicht beirren, sondern nützten den Tag, um die 466 Kilometer so richtig gemütlich hinter uns zu bringen. Dazu gehörten idyllische Kaffeepausen, ein Mittagessen abseits der Hauptstraße, bei dem ich froh war, ohne Schaden wieder zurück auf die Hauptstraße gefunden zu haben und kurze Pausen um zu relaxen. 
 

Den Stellplatz - ein bewachter Parkplatz für LKW, Busse und Wohnmobile - fanden wir dank Navi ohne Umschweife. Schon einige Kilometer vor Barcelona machte sich dichter Verkehr bemerkbar. Barcelona ist die Hauptstadt von Katalonien, einer Autonomen Gemeinschaft innerhalb des spanischen Staates, mit relativ gro��er Selbstbestimmung. Laut Wikipedia wohnen in der zweitgrößten Stadt Spaniens ca. 1,6 Millionen Menschen und ist damit die elftgrößte Stadt in der EU.
 
Stellplatz Barcelona (E)24 Stunden - € 26,-- (wird nach Minuten abgerechnet)
Sant Adria del Besos, 08930 Barcelona,bewachter Parkplatz
WC, Dusche, V+E, Strom incl. GPS (Internet): N 41°24'48.70"
E 2°13'21.44"
 
Wir nützten den Abend zu einem Spaziergang vom Wohnmobilstellplatz ins Zentrum von Barcelona und konnten so schon einen ersten, sehr positiven Eindruck von dieser Stadt gewinnen.
 
Zwischengeschichtl:
Der Anblick dieses Rades und einige Geschichten über die Sicherheit in Barcelona lassen kein gutes Licht auf diese Stadt fallen. Bis auf eine Begebenheit kann ich diese Gerüchte aber nicht bestätigten: Als wir am Strand abends spazieren gingen, kam ein junger Mann auf mich zu und fragte, ob wir ein Restaurant suchen. Ich gab ihm zu verstehen, dass wir seine Hilfe nicht benötigen würden. Der Mann fasste meine Hand, mit der ich meine Kamera festhielt und wurde immer aufdringlicher, redete wie ein Wasserfall und als ich zufällig bemerkte, dass er mit der anderen Hand an meiner Hosentasche war, schrie ich ihn im perfekten Salzburgerisch an: "Reiß oa (quasi: Hau ab)".
Ich glaube jetzt zwar nicht, dass der aufdringliche, junge Mann Salzburgerisch verstanden hat, aber zumindest riss er wirklich ab ... 
 
Sonja und ich erholten uns bei einem sechsgängigen, köstlichen Menü im Hafen und schlenderten anschließend wieder zu unserem Wohnmobil.
 
Tag 527.07.2010
 Barcelona


Ein paar Gehminuten von unserem Übernachtungsplatz entfernt, befindet sich beim "Forum" eine U-Bahnstation.
Ausgestattet mit einem Tagesticket für die klimatisierte Metro um günstige € 6,--, machten wir uns auf den Weg, um Barcelona kennen zu lernen.

Es gibt wirklich viel zu sehen in der ehemaligen Olympiastadt Barcelona: Triumpfbogen, Gartenanlagen, den Hafen mit seiner Seilbahn (!) ...
... die berühmte - nie fertig werdende - Basilika (Antoni Gaudi), mit strengen Bekleidungsvorschriften ... 
 
... natürlich besuchten wir auch den Hausberg von Barcelona mit seiner Burg, ließen uns mit der Seilbahn auf den höchsten Punkt bringen um den lohnenswerten Rundumblick zu genießen und anschließend zu Fuß wieder in die Stadt zu gelangen.
Sonja und mir hat Barcelona ausgezeichnet gefallen: Eine saubere, freundliche Stadt, malerisch am Meer gelegen mit vielen Sehenswürdigkeiten. Der Besuch hat sich absolut ausgezahlt. 
 
Tag 5 - 27.07.2010Barcelona - Ainsa
 1696 - 1990 km (294 km)
Reisezeit 16:53 - 21:35 Uhr4 Stunden 42 Minuten
Am späten Nachmittag machten wir uns auf den Weg in Richtung Pyrenäen, dem über 3400 Meter hohen Bergmassiv zwischen Frankreich und Spanien. Über die mautpflichtige Autobahn ging es vorbei an dem Zwerg- und Bergstaat Andorra bis nach Babasto. 
 
Danach fuhren wir durch ein herrliches Tal, geprägt von einem Stausee, einem versunkenen Dorf und steilen Schluchten (mit wunderbaren Stellplatzmöglichkeiten) in Richtung Ainsa, dem spanischen Dorf an der Grenze zu Frankreich.
 

Zum Übernachten fuhren wir hoch zum Parkplatz der Burg.
Die Kleinstadt Ainsa liegt an der Mündung des Flusses Ara. Ab hier weitet sich der Fluss zum Stausee "Embalse de Mediano" (10 km lang und ca. 2 km breit) aus, dessen Staumauer die Enge der Schlucht "Desfiladero de Entremón" nutzt. Vom Parkplatz aus geht man zuerst durch die Burg und gelangt danach in die Altstadt mit einem fast mittelalterlich, wirkenden Marktplatz, der durch Arkaden gesäumt wird. In einem der Restaurants ließen wir uns eine heimische Knoblauch-Brotsuppe, eine Paella mit Meeresfrüchten und einen spanischen Pudding schmecken. Danach spazierten wir noch durch die engen Gassen hinunter ins Tal, wo das quasi neue Ainsa liegt.
Dieses kleine Städtchen war früher einmal die Hauptstadt des Königreichs Sobrarbe und strahlt heute noch einen eigenartigen Charme aus. 
 
Ainsa bei Nacht - wie aus einem Traum. 


Stellplatz Ainsa (E)
kostenlos - wir mussten für eine Nacht nichts bezahlen,
Parkplatz am Burgberg, 22330 Ainsa,
WC in der Burg,
GPS (Internet): N 42° 25.105'   E 0° 08.063'
 
Tag 628.07.2010
 Ainsa (E) - Lourdes (F)
 1990 - 2130 km (140 km)
Reisezeit 11:35 - 16:15 Uhr4 Stunden 40 Minuten
Nach einem ausgiebigen Frühstück und ebensolchen Spaziergang ging es kurz vor Mittag weiter in Richtung Grenze. Bergauf und bergab fuhren wir durch eine herrliche Bergkulisse und schließlich durch einen alten Tunnel wieder zurück nach Frankreich.
 
Auf den Spuren der Tour de France verlief die Fahrt durch Täler und sogar durch eine Kirche.
 
Zwischengeschichtl:
Die Straße ging wieder einmal steil bergauf als unser Navi namens Susi uns aufforderte links ab zu biegen. Hier wurde die Straße immer schmäler und schmäler. Nach einigen Kilometern kamen wir zu einer Kurve, die ich nur mit mehrmaligen, vorsichtigen Zurückstoßen bewältigen konnte. Sonja wurde immer bleicher und auch die arbeitenden Einheimischen schauten uns verwundert an. Ich weiß nicht, ob es geholfen hat, aber Sonja hielt sich an ihrem Sitz fest und wagte keineswegs den herrlichen Blick aus dem Seitenfenster in den Abgrund. Nach einer halben Stunde, in der ich schwitzte wie in einer Sauna, bogen wir dann doch wieder auf die ursprüngliche, breite Straße ein. Für diese "Abkürzung" war ich dem Navi nicht gerade dankbar, dafür wurden wir dann mit einem herrlichen Ausblick auf das zurückliegende Tal belohnt ...
 
 
Wir kamen wieder heil vom Pass herunter und durchfuhren eine Gegend, die ein bisschen an unsere Heimat erinnerte. In einem Ort bestaunten wir die vielen Strohpuppen, die an den Häusern und am Straßenrand angebracht waren. Diese "Mounaques" genannten Puppen gehen auf einen alten Brauch zurück, der mit dem Wiederverheiraten zu tun hatte. Heutzutage wird dieser Brauch aus touristischen Zwecken noch gepflegt wird und erfreut sich allseits großer Beliebtheit.

Schließlich gelangten wir nach Lourdes, wo uns die vielen Wegweiser zur Grotte zeigten ...
 
Tag 6 - 28.07.2010 Lourdes (F) 
 
Zwischengeschichtl:
Lourdes:
Ungeheuerlicher Massentourismus, röm.-katholischer Pomp, Kitsch, Kitsch und nochmals Kitsch ...
... dies sollte uns - wenn man den Geschichten und Erzählungen glauben schenken darf - in Lourdes erwarten.
Wir haben es ganz anders empfunden: Kommt man in die Stadt hinein und fährt Richtung der überall gekennzeichneten "Grotte", dann präsentiert sich der bekannteste Wallfahrtsort der Welt als ganz normale Kleinstadt mit ca. 15000 Einwohnern. Bevor man den "heiligen Bezirk" betritt, erwartet einem tatsächlich ein "Kitschgeschäft" nach dem anderen. Genauso wie z.B. im Londoner Stadtteil Soho (mit etwas anderen Produkten ;-)) oder wie im Prater in Wien, in der Getreidegasse in Salzburg oder wie an vielen Orten der Welt, die eine historische oder eine religiöse Bedeutung haben.
Kommt man allerdings in den "heiligen Bezirk" mit den Kirchen, der Grotte, den Veranstaltungssälen, den Krankenhäusern und den Parkanlagen, dann breitet sich Ruhe aus. Hier wird nichts verkauft, die Menschen werden von den unauffälligen Ordnern hingewiesen, leise zu sein. Wahrscheinlich hatten wir an diesem Mittwochnachmittag Glück: Die Anzahl der Pilger und Besucher hielt sich in Grenzen und der Ort strahlte für mich etwas Besonderes aus. Diese positive Stimmung hatte ich schon in Assisi und in La Verna (Toskana) erlebt und sie kommt sicherlich nicht NUR davon, dass ich ein Christ bin und der katholischen Gemeinschaft angehöre ...
 
"Vorgewarnt" betraten wir das groß angelegte Areal um die Grotte in Lourdes. Hier soll im Jahre 1858 dem 14-jährigen Mädchen Bernadette Soubirous eine weißgekleidete Frau mit blauem Gürtel erschienen sein. Diesen Marienerscheinungen folgten zahlreiche Wunderheilungen mit dem Wasser der entsprungenen Quelle und im Jahre 1933 wurde Bernadette heilig gesprochen.
 
Nach einer kurzen Wartezeit konnten wir die Grotte besichtigen, sie ist schlicht gehalten und mit einer Madonnenstatue geschmückt. Viele kranke und behinderte Menschen werden zur Grotte geführt und natürlich vorgelassen. Über der Grotte wurde eine beeindruckende, dreistöckige Kirche erbaut.
Von der Kirche aus hat man einen wunderschönen Überblick über die gesamten Anlagen bis hin zur Burg von Lourdes.

Nach dem Besuch der Grotte von Lourdes machten wir uns - natürlich ausgestattet mit einem selbstbefüllten Kanister aus der Quelle von Lourdes - auf, um an die Atlantikküste zu gelangen ...
 

 
1. Etappe3. Etappe
 
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